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GratisbeUagen r „SlluftrirUs Konnragsblatt^ *♦ „SUMftrirte landwiethschaftliche Vettage".
K. 141.
Iomtrftüg den 28. Nsvemter
1901.
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auf das Hersfelder Kreisblatt
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Amtlicher Theil.
Cassel, den 20. November 1901.
Zu unserem Schreiben vom 22. Dezember 1899 —
No. 3658 I.
Die alten Quittungstarten, welche vor dem 1. Januar 1900 ausgestellt sind, verlieren sämmtlich ihre Gültigkeit, wenn sie erst nach dem 31. Dezember d. Js. zum Um» tausch gebracht werden. Davon bleiben auch nicht auS- geschlossen die in 1899 zur Ausgabe gelangten Karten, aus denen der Umtausch bis zum Schlüsse des Jahres 1902 vorgeschrieben ist.
Die Quitlungskarten aus 1898 und 1899 sind von den Ausgabestellen vor dem 1. Januar 1 9 0 2 anstandslos umzutauschen, da wir deren Gültigkeit allgemein anerkennen. Die Karten aus früheren Jahrgängen und die nach dem 31. Dezember 1901 verspätet zum Umtausch vorgelegten Quittungstarten werden wir nur aus Antrag von Fall zu Fall nach vorhergehender, genauer Prüfung der Verhältnisse und Feststellung, daß den Versicherten und Arbeitgeber kein Verschulden trifft, für weiter gültig erklären. Für den verspäteten Umtausch von QuittungS- karten lassen wir aber nur schwere und langdauernde Krankheft und die Ableistung der Militärdienstpflicht als ausreichende Entschuldigung, nicht aber die Säumigkeit der Arbeitgeber im Markenkleben oder zeitweise Arbeitslosigkeit gelten, da in diesen Fällen das Verschulden zum tobten Theil auf den Versicherten selbst zurücksällt. Denn einerseits gehört es zu seiner Pflicht, auf die regelmäßige Verwendung der für seine versicherungS- p^lchtige Thätigkeit erforderlichen Marken zu achten, andererseits ist es sein Recht, für die Zeit, in der er '
Hochflut.
Erzählung von A. von Lieliencron.
(Fortsetzung.)
»Wir schaffen die Kinder und das Vieh heraus! Es " ein hartes Stück Arbeit bei dem gruseligen Wetter!" "klärte die Wirtin. „So eine Städtische ist wohl zu zierlich dafür!"
Doch Hilde schüttelte energisch den Kopf. „Wenn's „,1 khut, faßt eben ein jeder mit an und hilft, so gut " 6 versteht!"
»Das ist brav, Fräulein! Kommt nur mit, hier findet ewil-din jeder seinen Platz, der ein Herz im'Leibe hat 1" Wied der ernste junge Wirth, der herangelreten war.
euch von meinem Weibe ein bißchen zurecht stutzen r ^a6 Wetter, und dann kann'S losgehen!"
. Zehn Minuten später schritt Hilde, eine Laterne in Hand, neben den WirthSleuten den schlüpfrigen Pfad
&" 5» den tiefer liegenden Gehöften führte. out 0en ^lug ihr in das Gesicht, und während sie i ' °ie kurzen Bemerkungen hörte, welche ihre WirthS- / "nstauschten, die den stattlichen Gast priesen, der j ^acht so wacker mit zugriffe, trat im scharfen Ge- 81^ . ^ ihrer unheimlichen Umgebung Held Siegfrieds der nut verklärtem Glänze vor ihre Seele. Er mußte üvk> . Gliche Mann sein, den diese einfachen Leute die
'e in der Not nannten, und in frohem Stolz auf den
nicht versicherungspflichtig arbeitet, auf Grund der Selbstversicherung (freiwillige Weiterversicherung) Marken weilerzukleben und dadurch für möglichst baldiges Füllen der Karte und rechtzeitigen Umtausch derselben zu sorgen.
Da die Ungültigkeit einer Quittungstarte sehr leicht den Verlust der durch jahrelange Versicherung erworbenen Anwartschaft auf Rente, Krankenfürsorge und Beitragserstattung nach sich ziehen kann, ersuchen wir auf geeignete Weise darauf hinzuwirken, daß die vor dem 1. Januar 1900 ausgestellten Quittungstarten noch alle vor dem 1. Januar 1902 zum Umtausch vorgelegt werden.
Der Vorstand der Landes-Versicherungsanstalt
Hessen-Nossou. Im Austroge: Dr. S ch r o e d e r. An die Königlichen Herren Landräthe der Provinz Hessen-Nassau.
* * *
Hersfeld, den 25. November 1901.
Vorstehendes bringe ich zur Kenntniß der Herren Ortsvorstände des Kreises. Dieselben haben alsbald auf ortsübliche Weise in den Gemeinden öffentlich bekannt machen zu lassen, daß sämmtliche vor dem 1. Januar 1 900 ausgestelltenQuittungs- karten vor dem Jahresschlüsse umzutauschen sind, weil dieselben andernfalls ihre Gültigkeit verlieren.
V. 1093. . c Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Hersfeld, den 25. November 1901.
Vom 1. Dezember d. I. ab soll mit Instandsetzung der Wegestrecke Friedewald - Widdershausen und zwar von Nr. 13,1 bis 14,8 das ist: ab Correktionsstrecke bei der Gewerkschaft Wintershall bis Einkauf Ort Widdershansen begonnen werden.
Diese Strecke muß zur ungehinderten Durchführung für den Fährverkehr bis auf Weiteres gesperrt und dafür die Wegestrecke Widdershausen—Werrabrücke—Leimbach— Heringen Einkauf in den Wegezug Friedewald—Widdershausen benutzt werden.
Ich ersuche dies im Kreisblatt gefälligst zur Veröffentlichung bringen zu wollen.
Der Landesbaninspektor X y lande r. An den Königlichen Herrn Landratb dahier.
* *
Hersfeld, den 26. November 1901. Wird veröffentlicht.
i geliebten Mann verlangte es sie auch darnach, seinen Namen von ihren Lippen zu hören.
„Und wer ist es denn, der so Herz und Hand auf dem rechten Flecke hat?" erkundigte sie sich mit heimlichem Beben.
„Der junge Herr, der heute abend bei uns einkehrte!" lautete die Antwort des Wirths. „Willibald von Nuh- leben stand auf seinem Nucksack, den ich ihm abnehmen half, und in Hirschberg bei den Jägern hat er gestanden! Das hat er mir erzählt, wie er mir sagte, er habe damals unsere Berge so lieb gewonnen, daß es ihn immer wieder hierher ziehe. Der ist von gutem Schrot und Korn und ward auf dem Platze vom ersten Alarmsignal an.
„Willibald, ja der kann gar nicht anders als zufassen, wo Hilfe Noth thut!" fuhr es durch des Mädchens Sinn. Aber jetzt wollte sie nicht das Lob des Vetters vernehmen, sondern ihr Herz brannte darauf, von dem Manne zu höre», dem sie in wenig Stunden ihr Jawort gebe» wollte.
„Graf Herder, der am Vormittag mit uns ankam, wird sicher nicht hinter jenem jungen Mann zurückstehen !" warf Hilde ein. Doch der Wirth zuckte die Achseln. „Der steht sich die Sache oben vom Balkon aus an mit noch ein paar andern Gästen. Da hat er das Regendach überm Kopf und macht sich die Füße nicht naß, ; kann aber nachher doch sagen, daß er mit dabei gewesen ist, als es den Marschendorfern an Kopf und Kragen
Die Herren Ortsvorstände des Amtsgerichtsbezirks Friedewald haben in den Gemeinden alsbald eine entsprechende Bekanntmachung zu erlassen.
J. I. Nr. 6553. Der Königliche Landrath
Freihen von Schleinitz, Geheimer Regiernngs-Rath.
Zugelaufen: ein schwarzer Hund mit weißen Füßen und weißer Brust. — Meldung des Eigenthümers bei dem Ortsvorstand zu Heddersdorf.
Nichtamtlicher Theil.
Berlin 26. November.
Am Montag Morgen um 8 Uhr 35 Minuten traf Se. Majestät der K a i s e r in Kiel ein. Zur Begrüßung war Se. Königl. Hoheit Prinz Heinrich am Bahnhof erschienen; ferner waren anwesend Staatssekretär des Reichs-Marineamts Vizeadmiral v. Tirpitz, der Stationschef Admiral v. Koester und der Stadtkommandant Generalmajor v. Hoepsner. Vom Bahnhof begab sich Se. Majestät mit dem Verkehrsboot „Hulda" an Bord des Linienschiffs „Kaiser Wilhelm 11/, wo Allerhöchstderselbe während Seines Aufenthaltes in Kiel Wohnung nimmt. Beim Passiren der im Hafen liegenden Kriegsflotte feuerte diese den Salut, während die Besatzungen paradirten und Hurrahrufe ausbrachten. — Heute Vormittag 9 Uhr begab Sich Se. Majestät in Begleitung Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Heinrich nach der Kaiserlichen Werft, wo Allerhöchstderselbe von dem Ober - Werftdirektor Kontreadmiral Fischel und mehreren höheren Baubeamten empfangen wurde. Seine Majestät besichtigte die Maschinenbau - Anstalt, die Gießereien, sowie die Neubauten der Panzerkreuzer „Prinz Heinrich" und „Prinz Adalbert".
Der R e i ch s t a g nahm heute seine Sitzungen wieder auf. Haus und Tribünen waren mäßig besetzt. Präsident Graf Ballestrem eröffnete die Sitzung um 2 Uhr 20 Min., begrüßte die Abgeordneten herzlich und gedachte zunächst, während das Haus sich von seinen Plätzen erhob, in warmen Worten des Todes Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich. Im Weiteren gedachte der Präsident der verstorbenen Abgeordneten Wintermeyer, Dr. v. Siemens, Dr. Schönlank, Dr. Lehr, Johansen, zu deren Andenken sich das Haus ebenfalls erhob. Der Präsident theilte sodann mit, daß der erste Vizepräsident Dr.
ging T höhnte der Wirth. „Es mag ja recht interessant sein, das von da oben zu beachten! Was kümmerl's ihn, wenn hier alles zu Grunde geht! Er ist doch nur ein Reisender, der uns morgen den Rücken kehrt und heute nicht belästigt sein will!"
Eine unendliche Bitterkeit klang aus den Worten, Hildes Wangen brannten. Sie wollte sprechen, aber die Rede hatte sie wie ein Peilschenschlag getroffen, und her leichte Schauer, der sie durchrieselte, ging nicht vom Sturm und Regen aus, sondern von dem Gefühl, als legte sich eine kalte Hand auf ihr heißes Herz. Sie suchte nach Worten, nach einer Verteidigung ihres Helden Siegfried, doch ehe sie sie gefunden, hatte sie der kurze Weg schon in unmittelbare Nähe der gefährdeten Stellen gebracht. Angstruf- und Hilfe-Verheißungen, Befehle und zeterndes Schreien tönten zusammen zu einem schauerlichen Konzert, in das sich tobend das Wasser mischte. Dabei krachte es aller Orten, wenn die gewaltigen Stämme und Felsblöcke, von den Fluten geschleudert, gegen die Gebäude prallten und sie in ihren Grund, festen erschütterten. Ueberall blitzten Lichter und spiegelten sich in einem wogenden See, der durch die Straßen rauschte, die Häuser umspülte und in ihre Räume drang. Die Feuerwehr aus Trautenau war angelangt und nahm in energischer Weise das Reltuugswerk in die Hand.
„Schafft die Kinder und die Alten nach oben und auch das Vieh! Vorwärts — zugefaßt!" übertönte die Stimme von Hildes Führer den Lärm. Zugleich sah