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Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.

Abonnenientspreis vierteljährlich 1 Mark 40 Psg. exel. Postaufschlag.

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Die Jnsertionsgebühren betragen für den Raum einer Spaltzeile 10 Pfg., im amtlichen Theile 15Pfg. Reklamen die Zeile 20 Psg. Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.

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Gratisbeilagen rIllnstrirter -onntagsblatt" «.Illnstviste landwirthschaftliche Veilage".

Sr. 128.

Sie* Den 29. Lktoher

1901.

Verteilungen

auf das

mit den Gratisbeilagen

I?Jllustrirtes Sonntagsblatt" «n» 'Jllustrirte landwirthschaftl. Beilage" t für die Monate November und Dezember werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, tandbrief- trägern und von der Expedition angenomnien.

Amtlicher Theil.

Der Bezirks Ausschuß. Caflel, den 18. Oktober 1901.

B. A. 3915.

Auf Grund des § 2 des Gesetzes über die Schonzeiten des Wildes vom 26. Februar 1870 und des § 107 des " Zuständigkeitsgesetzes vom 1. August 1883 wird ange­ordnet, daß der Schluß der Jagd auf Rebhühner mit dem Ablauf des 17. November 1901 eintritt.

Namens des Bezirksausschusses. Der Vorsitzende.

*

Abschrift zur Kenntnisnahme und weiteren Veröffent­lichung.

Der Vorsitzende des Bezirksausschusses. T r o t t z u S o l z.

An die Herren Landräthe des Bezirks.

* * * Hersfeld, den 25. Oktober 1901.

Wird veröffentlicht.

I. 5989. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Caflel, den 17. Oktober 1901.

Die Sprechstunden des Gewerbe-Inspektors zu Esch-

Herzenskämpfe.

Roman von Hedda von Schmid.

(Fortsetzung.)

Du bist also zufrieden mit Magda und mir, du ge- ^ strenge Autorität in Sachen der Mode und de» feinen Geschmacks ?"

IAußerordentlich. Doch nun müßt ihr aufbrechen, t sonst kommt ihr in den Ballsaal, wenn der erste Walzer zu Ende ist, und den darf Magda nicht verpassen. Bitte, B ^ Alfred, wollen Sie meinem Kutscher sagen lassen, daß ä " vorfährt; ich eile nach Hause I*

, Baron Bingen hatte sich auf einem Gang durch die Wirthschaft den linken Fuß verstaucht und mußte nun still I liegen, ohne sich viel rühren zu können und zu dürfen. USo blieb es ihm auch versagt, am heutigen Januarball ^^ in W. theilzunehmen.

W . Ohne ihren Kurt wollte die Baronin aber kein Ver- £ genießen. Doch ließ sie es sich nicht nehmen, Jella und Magda vor deren Abfahrt zum Ball in voller ^Toilette zu sehen, und sie war eigene zu diesem Zweck M na4 Schönheide gekommen.

L M- Zwei Jahre waren in« Land gegangen seit jenem Ballabend, an dem Thea Lindner als Odo von Sintere

I Braut Aussehen, Neid und Bewunderung unter der Ball- L Gesellschaft erregt. Den heutigen Ball besuchte Jella

8 hauptsächlich Magda« wegen, die schon in der Thür von 1 Tänzer entführt wird. Mit geröteten Wangen

MNlmmt das junge Mädchen nach beendeter Walzertour

wege finden bis auf Weiteres an jedem 1. und 3. Sonn­tag im Monat von 8 bis 9*/2 Uhr Vormittags und an jedem 2. und 4. Sonnabend im Monat von 8 bis 10 Uhr Vormittags statt.

Ich ersuche, hiernach eine entsprechende Bekannt­machung in dem dortigen Kreisblatte zu erlassen.

Der Regierungs-Präsident. I. V.: Ma uv e.

An den Herrn Landrath in Hersfeld.

*

Hersfeld, den 25. Oktober 1901.

Wird veröffentlicht.

I. 5988. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Nachrichten

für diejenigen Areiwilligen, welche i« die Auter- ofstzierschuken eingestellt zu werden wünschen.

1. Die Unterosfizierschulen haben die Bestimmung, junge Leute, welche sich dem Militärstande widmen wollen, zu Unteroffizieren heranzubilden.

2. Der Aufenthalt in der Unteroffizierschule dauert in der Regel drei, bei besonderer Brauchbarkeit zwei Jahre, in welcher Zeit die jungen Leute gründliche militärische Ausbildung und solchen Unterricht erhalten, welcher sie befähigt, bei sonstiger Tüchtigkeit auch die bevorzugteren Stellen des Unteroffizierstandes (Feld­webel rc.), des Militär. Verwaltungsdienstes (Zahl­meister rc.) und des Civildienstes zu erlangen.

3. Der in die Unteroffizierschule Einzustellende muß mindestens 17 Jahre alt sein, darf aber das 20. Jahr noch nicht vollendet haben.

Der Einzustellende soll mindestens 154 cm groß, vollkommen gesund, frei von körperlichen Gebrechen sowie wahrnehmbaren Anlagen zu chronischen Krankheiten sein und die Brauchbarkeit für den Friedensdienst der In­fanterie besitzen.

4. Wer in eine Unteroffizierschule ausgenommen zu werden wünscht, hat sich bei dem Bezirkskommandeur seines Aufenthaltsortes oder bei dem Kommandeur einer Unteroffizierschule (z. Z. in Potsdam, Jülich, Biebrich, Weißenfels, Ettlingen und Marienwerder) persönlich zu melden und hierbei folgende Papiere vorzulegen:

a) einen von dem Civilvorsitzenden der Ersatzkommission seines Aushebungsbezirks ausgestellten Meldeschein,

neben ihrer Schwägerin Platz. Allein, man gönnt ihr nicht lange Ruhe; wieder und immer wieder wird sie zum Tanz geholt und fliegt aus einem Arm in den andern.

Offenbar wird Magda heute eine Ballkönigin sein.

Ein junger Gutsbesitzer, der kürzlich sein väterliches Erbe, einen schönen Grundbesitz, angetreten, bemüht sich auffallend um das junge Mädchen.

Magda zögert ein wenig mit ihrer Zusage, als er sie um den Cotillon bittet, ihre Augen blicken forschend im Saal umher und haften an der Eingangsthür.

Es ist, als suchte Magda etwas sie sieht jedoch enttäuscht aus und schenkt in resignierter Weise ihrem Verehrer den längsten und interessantesten aller Tänze, den Cotillon.

Während die Paare zur ersten Quadrille antreten, unterhält sich Jella mit einigen Damen.

Ihr ist es plötzlich, als sähe sie ein Paar vor sich, welches damals die Blicke aller auf sich gezogen: Odo und Thea. . .

An jenem Ballabend hat das Unglück der beiden feinen Anfang genommen.

Hier in diesem Saal unter den Klängen dieses Ball- Orchesters hat der Funke in Theos Herzen zu glimmen begonnen, der unheilbare Funke, welcher alsbald zur lichterlohen Flamme der Leidenschaft wurde.

Jella weiß durch Will Bergstraat, der viel in Schön­heide verkehrt, daß Thea seit dem August bei ihren Eltern weilt.

Angeblich muß sie ihrer zerrütteten Gesundheit wegen

b) den Konfirmationsschein bz. einen Ausweis über den Empfang der ersten Kommunion,

c) etwa vorhandene Schulzeugnisse,

d) eine amtliche Bescheinigung über die bisherige Be- schästigungSweise, über früher überstandene Krank­heiten und etwaige erbliche Belastung.

Eine Einstellung findet indessen bei den Unteroffizier­schulen in Potsdam, Jülich, Weißenfels und Ettlingen nicht mehr statt, da dieselben sich aus Unteroffiziervor- schülern ergänzen.

5. Die Einstellung von Freiwilligen in die Unter­osfizierschulen in Biebrich und Marienwerder findet im Monat Oktober statt.

6. Im Herbst d. Js. gelangt noch eine erhebliche Anzahl von Unterosfizierschülern zur Einstellung.

7. Die Krziehuug geschieht ««entgeltlich.

Nichtamtlicher Theil.

Sie AMeislWn aus MMch.

Die neulich wegen hochverräterischer Reden und Ge­sänge vorgenommene Ausweisung einiger dänischen Staats­angehörigen aus Nordschleswig sind nicht ein Mittel zu gewaltsamer Germanisirung der im Norden der Provinz angesessenen preußischen Bevölkerung dänischen Stammes. Die Ausweisungen sind vielmehr eine notwendige Ab­wehrmaßregel, da es sich bei den Betroffenen um Elemente handelt, welche die Losreißung preußischer Landestheile erstreben; war doch von ihnen auf deutschem Boden ganz offen ein Hoch auf die baldige VereinigungSüdjüt- lands" undNordjütlands" (das heißt Schleswig mit Jütland und dadurch mit Dänemark) ausgebracht worden. Es ist für Preußen eine Pflicht der Selbsterhaltung, da­gegen einzuschreiten, umso mehr als die dänische Agitation trotz der milden und versöhnlichen Richtung der preußischen Politik in Nordschleswig und der unablässigen Fürsorge für die Hebung der neugewonnenen Landestheile ihr Treiben nicht eingestellt hat.

Da sind zunächst eine Menge Vereine, deren aus­gesprochener Zweck ist, Schleswig von Preußen-Deutsch­land zu trennen. Bemerkenswerth ist das in seinem BucheSönderjülland" gemachte Geständnis des Abge­ordneten Haussen in Apenrade, daß ganz Nordschleswig mit einem engmaschigen Netze dänisch-agitatorischer Vereine

Luftveränderung haben. Die Aerzte hatten ihr außerdem das ruhige Leben in der Kleinstadt verordnet.

Das heißt so aber Jella vermuthet, daß Thea sich aus andern Gründen von ihrem Manne trennte. Sie kennt ihren Stiefbruder zu gut, um nicht überzeugt zu fein, daß die Schuld an dieser Trennung größtentheils bei ihm zu suchen ist.

Sie braucht nur an jene Begegnung, welche sie und Anna von Bingen in Riga mit ihm erlebt, zu denken.

Odo weilt seit einigen Monaten im Auslande. Auch die rastloseste Arbeit, welcher er sich in Elmershort hin­gegeben, hatte ihn das nicht finden lassen, was er viel­leicht auch nicht energisch genug gesucht Vergessen!

Da war er eines Tages zu Alfred gekommen mit den Worten:Ich fühle, daß es mit mir nicht mehr so weiter gehen kann. Ich werde immer mehr ein Grübler und Kopfhänger. Ich muß hinaus, einerlei wohin. Noch habe ich weder Plan noch Ziel. Aber^daS wird sich finden, wenn ich erst unterwegs bin. Thu du mir den Gefallen, Alfred, und übernimm auch die Oberverwaltung von Elmershort für einige Zeit. Meinen Vater kann ich ruhig verlaffen. In seinem augenblicklichen Zustande, der außerdem, wie mir der Doktor versichert, keineswegs ge­fährlich ist, wird der alte Mann mich nicht sonderlich ver- miffen. Tante Luise fällt der Abschied von mir aller­dings schwer, aber dennoch überredet sie mich zur Reife; sie sieht ein, daß eine solche mir not thut. Also, Alfred, alter Junge, darf ich auf dich zählen?e

Selbstverständlich. Bedarf es dazu überhaupt noch einer Frage? Reise mit Gott, Odo! Ich will in