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Gratisbeilagen rIUnftrirtes Sonntagsblatt" m.Allnstrirte landwirthschaftliche Veilage".

K. IN. ZMNbtnd k» 28. Atoher 1901.

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auf das

Hersfelder Kreisblatt

mit den Gratisbeilagen

Jllnstrirtes Sonntagsblatt" --» |Jllnstrirte landivirthschaftl. Beilage"

| für die Monate November und Dezember x werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, kandbrief- trägern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Theil.

I Hersseld, den 19. Oktober 1901.

Der Landetz-Ausschuß hat in seiner Sitzung vom 26. v. SUits. beschlossen, von der Erhebung einer Vieh- seuchen-Abgabe für Pferde u. s. w. auch für 1902 mit Rücksicht aus die Höhe des Reservefonds in diesem Ab­schnitt vergl. § 9 des Reglements vom 7. Dezember 1881 abzusehen, dagegen die Erhebung einer dop­pelten Abgabe für Rindvieh 10 Pfennig für jedes Stück (vergl. § 6 des gedachten Reglements) für 1902 anzuordnen.

Die Herren Ortsvorstände erhalten die Auflage, wegen der Zahlung des Viehbestandes am 2. Novem- b e r d. Js die erforderlichen Anordnungen zu treffen. Zur Aussiellung des Verzeichnisses wird Ihnen in den uächsien Tagen ein Formular zugesandt werden. Für statistische Zwecke ist auch die Ausnahme des Pferde- rc. Bestandes in das Verzeichnis erforderlich, nur bleibt die bezügliche Spalte für den Abgaben-Betrag hier unuu6= M gefüllt. Das Verzeichnis ist nach zuvoriger öffentlicher i Bekanntmachung (gemäß dem Vordruck auf der letzten I Seite) 14 Tage lang offen zu legen und hierauf, mit I Offenlegungsbescheinigung versehen, bis spätestens L zu m 25. 91 e in ber c r. zur Festsetzung hier einzu- | reichen.

I ^^ 5863. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

£ ----------------1---------------------------------- Hersfeld, den 16. Oktober 1901,

Bei der Nachpiüfung der Gemeinde-Rechnungen ist I mehrfach die Wahrnehmung gemacht, daß, obschon nach I dem Voranschläge nur bis zu 100°/o Zuschläge zur | Staatseinkommensteuer erhoben werden sollten, thatsäch- $ bch mehr Zuschläge erhoben worden sind, und zwar ohne daß dazu die gesetzlich erforderliche Zustimmung des Herrn Regierungs-Präsidenten eingeholt worden war.

- Aehnliches darf künftig nicht wieder vorkommen. [ Wenn sich im Laufe des Jahres ergeben sollte, daß wegen unvorhergesehener Ausgaben oder in Folge Wegfalles | ^wartetet Einnahmen eine vermehrte Umlagen-Erhebung | ^uttfinden muß, so ist dieserhalb stets zuvor an mich I Mufs Herbeiführung der höheren Genehmigung zu be- | Achten, was die Herren Bürgermeister der Landgemeinden I fortan genauesten« zu beachten haben.

I 2766. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.

HerSfeld, den 15. Oktober 1901.

Im R. Herrofe'schen Verlag in Wittenberg ist ein von I. Rücker herausgegebeneS Buchdie Mitwirkung

der bürgerlichen Gesellschaft, besonders der Geistlichen, Lehrer, Gemeindevorsteher, Waisenräthe, Anstalts- und anderer Beamten u. s. w. bei der Ausführung des Fürsorge- und Erziehungsgesetzes vom 2. Juli 1900 erschienen.

Die betheiligten Kreise mache ich auf das Erscheinen des Buches, dessen Preis 0,50 Mk. beträgt, aufmerksam. I. 5776. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schlein'itz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 22. Oktober 1901.

Der Adam Zuschlag in Rohrbach ist heute als Stellvertreter der Ortsschätzer daselbst widerruflich bestellt und eidlich verpflichtet worden. Dessen Vorgänger Adam Benz in Rohrbach hat dieses Amt niedergelegt.

I. 5862. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Durch den Erweiterungsbau im Jahre 1896 ist die Königliche Frauenklinik zu Marburg fortgesetzt in den Stand gesetzt worden, eine größere Zahl Kranker als früher aufzunehmen.

Die Aufnahmebedingungen der Frauenklinik sind sehr günstige. Unbemittelten, Unterleibskranken und schwangeren Frauen des Bezirks wird freie Aufnahme (ärztliche Behandlung und Verköstigung) geboten. Auch kann bei sehr bedürftigen Kranken das Reisegeld nach Marburg von Seiten der Direktion der Anstalt wieder erstattet werden, wozu es genügt, wenn durch die Herren Bürgermeister, die Herren Aerzte oder auch von der Hebamme des Orts die Bedürftigkeit bestätigt wird. Armenattest ist nicht nothwendig. (A. II. 11368.)

Cassel am 9. Oktober 1901.

Der Regierungs-Präsident. I. V.: M a u v e.

Bekanntmachung.

Der Königliche Rentmeister S ch u l t h e i ß zu Hersfeld hat unter seiner vollen persönlichen Verantwortlichkeit mit unserer Genehmigung seinen Privatgehülfen Paul W e st p h a l zur Ertheilung von Quittungen über Zahlungen an die Kreis- und Forstkasse dortselbst bevollmächtigt.

Cassel, den 21. Oktober 1901.

Königliche Regierung, Abtheilung für direkte Steuern, Domänen und Forsten.

(Unterschrist.)

C. D. 1043.

Bekanntmachung.

Die chirurgische Klinik in Marburg nimmt Kranke unter folgenden Bedingungen auf:

I. Klasse (Einzelzimmer) täglich.....Alk. 6.

II. (2 in einem Zimmer) täglich . . . Alk. 4.

III. täglich...........Alk. 1.50

Die Klinik besitzt ein vollständig eingerichtetes medico- mechanisches Institut und einen Röntgen-Apparat. Für Be­nutzung des ersteren wird von Kranken I. und II. Klasse ein täglicher Zuschlag von 50 Pf., von Kranken der in. Klasse ein solcher von 25 Pf. erhoben. Aktinographische Aufnahmen (Durchleuchtungen) werden je nach der Größe der Platten besonders berechnet; ebenso werden Beleuchtungen zu Heil­zwecken mit 50 Pf. für jede Sitzung in Rechnung gesetzt.

Zahlende Kranke finden ohne Weiteres Aufnahme, ebenso Arme aus den Kreisen Marburg, Kirchhain, Frankenberg und Ziegenhain (mit Ausnahme des Amtsbezirks Oberaula) welche mit einem Armenscheine versehen sind. Die nachträgliche Abgabe eines Armenscheines, nachdem vorher das Versprechen der Zahlung gegeben, ist unter keinen Umständen zulässig.

Es ist in letzter Zeit jedoch öfter vorgekommen, daß auch Arme aus anderen Kreisen zwar mit Armenschein versehen, aber ohne vorher angcmeldet zu sein, um Aufnahme nach suchten. Da die Klinik indessen nur über eine beschränkte An zahl von Freibetten verfügt, .so kann es geschehen, daß, wenn diese sämmtlich vergeben sind, solche Kranke abgewiesen werden müssen. Es liegt daher im eigensten Interesse der Kranken, ihrer Angehörigen und der Gemeinden, daß jede Bewerbung aus anderen als den genannten Landestheilen um gänzlichen oder theilweisen Erlaß der Pflegekosten, unter Einreichung eines Armenscheines und eines ärztlichen Attestes, vorher an den Unterzeichneten gerichtet und der Bescheid abgewartet werde.

Marburg, den 28. September 1901.

Der Direktor der chirurgischen Klinik: Dr. Küster, Geheimer Medicinal-Rath.

Nichtamtlicher Theil.

Metz.

Zum 2 7. Oktober.

Am Einfluß der Seide in die Mosel erhebt sich das alte Divodurum, die Götterburg der Gallier, die Beste Metz. Nie war es durch Schwertstreich erobert worden, Renä von Lothringen und Karl der Fünfte haben ver­gebens vor seinen Wällen gelagert^ erst.dem Mute und der Ausdauer der deutschen Tnn'ven ;,i dem großen Kriege gegen den Erbfeind ist es gelungen, die stolze Festung zu beugen. Nach einer mehr als zweimonatigen Belagerung mußte sich Marschall Bazeins mit feiner gesummten Armee am 27. Oktober 1870 bedingungslos ergeben. Furchtbar zwar waren die Opfer, die dieser Erfolg gekostet hatte: Mehr als 1800 Offiziere und fast 40 000 Soldaten bedeckten die weite Ebene, und die blutigsten Erinnerungen knüpfen sich ."an die Namen von Colombey, Vionville, Mars la Tour und Courcelles, von St. Privat und Gravelotte. Aber auch die herrlichsten Zeugnisse be­wiesenen Heldenmutes konnten hier ausgestellt werden, wo zum erstenmale die Söhne aller deutschen Stämme zu gemeinsamer Kriegsarbeit berufen wurden, wo Preußen und Sachsen, Bayern und Hessen Schulter an Schulter fochten und der alte Hader in Strömen Blutes versank.

Die braven Mannschaften, welche an den Siegen um Metz bis zu dessen Wiedereroberung theilgenommen haben, dürfen mit berechtigtem Stolz auf ihre Verdienste um das Vaterland blicken. Ihre Großthaten sind für alle Zeiten den vaterländischen Jahrbüchern überantwortet, und ein dankbares Volk wird noch in den spätesten Ge­schlechtern ihnen bereitwillig die Ehren zuerkennen, auf welche sie Anspruch haben. Mit dem Fall von Metz war der Krieg in der Hauptsache entschieden. Für die deutsche Kriegsleitung wurden wieder viele Armeecorps frei, und es konnten die Operationen um Paris mit solchem Nachdruck vorgenommen werden, daß der Feind sich schließlich endgiltig für besiegt erklären mußte. So­mit knüpfen sich an die Tage um Metz die weilestgehen- den Folgen.

Trotzdem blicken wir nicht in Ueberhebung auf jene große Zeit zurück. Wir werden mit Heinrich v. Treitschke sprechen:Das ist unsere Weise nicht, uns selbstgefällig zu spiegeln in den Thaten vergangener Zeit. Wir werden das Gedächtnis eines Geschlechtes, das leuchtend dastand durch Zucht und sittlichen Ernst, dann am wür­digsten begehen, wenn wir uns redlich fragen: Sind wir es werth, die Söhne solcher Väter zu heißen? Ist die letzte Zeit gesegneten Friedens fruchtlos verronnen?'

Wenn wir der einmütigen Begeisterung gedenken, in der damals Alldeutschland von Nord bis Süd aufstanb gegen den Friedensstörer wie Ein Mann; wenn wir die Zeit vor unserm geistigen Auge vorübeiziehen lassen, wo sich endlich alle deutschen Stämme in Brüderlichkeit fanden und Schulter an Schulter im Feuer von Wörth, Gravelotte, Sedan, in dem ununterbrochenen Sieges­läufe der deutschen Waffen kämpften; wenn wir auf den herrlichen Tag von Versailles zurückblicken, wo die deutsche Kaiserkrone neu im Strahlenglanze in die Er­scheinung trat, wo sich die Sehnsucht und die Hoffnung deutscher Herzen, gehegt seit Jahrzenten verwirklichte ; wenn wir uns der großen Opfer an Gut und Blut erinnern, die der heilige Kampf für Recht, Freiheit und Vaterland von uns forderte: dann werden sich unsre Gefühle in dem Gelöbnis Bahn brechen, das treu zu bewahren, was wir von unfern Vätern ererbt haben, nicht das Kleinste ver­loren gehen zu lassen von den Errungenschaften jener Tage, aufs neue stets das Höchste dafür zu wagen und über alle Partei-Bestrebungen und Sonder-Jnteressen zu stellen das Wohl des einigen teuern deutschen Vater­landes I