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baß der Bedarf an Ware wieder sich zu regen beginnt. Laser hatte wenig Handel, auch für Futtermittel zeigte üL wenig Interesse. Wir notiren : Weizen 15,40—15,70, Magen 13,80—14,00, Hafer 12,75—14,00, ©erste 14,50 bis 15,00 Mk. alles per 100 Kg. ab oder Parität. Hier für Doppelladungen.
Cassel, 17. Oktober. Die Nachricht, daß der hessische Communallandtag bereits dieses Jahr im Dezember hier zusammentrete, entbehrt, wie dem „6. T." mitgetheilt wird, jeder thatsächlichen Unterlage.
Cafsel, 17. Oktober. Das Mitglied des Aussichtsraths der in Concurs befindlichen A c t i e n g e s e l l - schaft für Trebertrocknung, Kaufmann und Bierbrauereibesitzer Arnold Sumpf in Greifswald, welcher. r Zt, in seinem Wohnort Greifswald unter dem Verdachte der Mitthäterschaft an den strafbaren Handlungen des Vorstandes und der Verwaltung der verkrachten Gesellschaft verhaftet wurde und bisher auch im dortigen I Gerichtsgesängniffe untergebracht war, ist nunmehr laut einer uns zugehenden telegraphischen Nachricht von dort nach Caffel übergeführt worden und befindet sich jetzt ebenfalls im hiesigen Gerichtsgefängnis in Untersuchungshaft. Nunmehr sind alle fünf Mitglieder des Aussichtsrathes der Trebertrocknung im hiesigen Untersuchungsgefängniß internirt. (T.)
Caffel, 17. Oktober. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich am heutigen Nachmittag gegen </15 Uhr in einem Hause der Fliegengaffe. Eine 82jährige Frau, welche sich allein auf ihrem Boden im vierten Stockwerk befand, wagte sich vermuthlich zu weit aus dem nach dem Hof liegenden Fenster und stürzte aus demselben heraus. Der Tod trat sofort ein. (T.)
Allendorf a. Landsburg, 15. Oktober. In einem benachbarten Dorfe hat sich kürzlich folgender interessanter Vorfall zugetragen. Als vor einiger Zeit in Ziegenhain und Todenhausen Sträflinge entwichen waren, wurde dort die Nachtwache auf 4 Mann verstärkt. Bald darauf kam nun in stockfinsterer stiller Nacht in der Richtung vom Friedhof her ein schwarz aussehendes, mit einem langen Hellen Schweif versehenes Ungelhüm bei der Wirthschaft E., wo sich zwei Wachtleute aushielten, vorbeigesaust, die Straße in das Oberdorf entlang. Um der Sache auf den Grund zu kommen, holten die zwei Wachtmänner ihre beiden Kollegen zum Succurs. Bei der Wirthschaft K. sahen nun sämmtliche Wachtmann- schaften, wie das Unthier wie rasend um die Miststätte herumlief und schließlich wieder die Dorfstraße hinunter seinen Rückweg antrat. Keiner hatte den Muth, das unheimliche Wesen näher zu besehen, denn alle Viere glaubten steif und fest, einen Werwolf — wie man in hiesiger Gegend zu sagen pflegt — gesehen zu haben, und mit denen soll nicht zu spaßen sein. Einige Tage später hörte ein Schäfer diesen eigenthümlichen Vorfall in einer Wirthschaft erzählen. Dieser brächte nun zu dem Erstaunen der Gäste das nöthige Licht in die Sache, indem er erzählte, daß er an jenem Abend seinen Hund an eine Fruchtgarbe gebunden habe und daß das Thier später, die Garbe hinter sich herzichend, in's Dorf gelaufen sei und so die Nachtwache in Schrecken versetzt habe. So löste sich die gruselige Spukgeschichte in Wohlgefallen auf.
Fulda, 16. Oktober. Der am Arnold'schen Villen- bau zu Bad Salzschlirf beschäftigte Anstreicher Eugen Braun aus Schweinfurt stürzte von einem hohen Gerüst herab. Nach drei Stunden verschied er im Schwesternhause.
Hanau, 16. Oktober. Die Strafkammer verurtheilte den Kaufmann Heinrich Lamy, der seiner Firma innerhalb acht Jahren 15 000 Mark unterschlagen und den Geldschrank durch einen Nachschlüssel geöffnet hat, zu fünf Jahren Zuchthaus.
Wie ich zu meiner Frau kam. Eine wahre Erzählung aus dem deutsch-französischen Kriege von Hans Baron von Hermsdorfs. (Schluß.)
„Mein Auftrag war also nicht besonders schwierig auszuführen, und ich versprach, alles bestens zu besorgen. Doch es sollte anders kommen! Auf einmal packte mich der Tollkühnheits-Teufel; ohne mich lange zu besinnen,
beschloß ich, selbst der französischen Patrouille das Schreiben zu überbringen. Erst als es zu spät war, machte ich mir klar, welch übele Folgen solch ein unbesonnener Schritt für mich haben könnte, welch schweren militärischen Vergehens ich mich schuldig machte, indem ich meinen Posten eigenmächtig verließ.
„Ich ritt also los, einfach querfeldein auf den Fortgürtel zu. Eine geraume Weile war ich bereits unterwegs, als ich endlich eine feindliche Patrouille bemerkte. Durch Rufen und Winken machte ich ihr bemerkbar, daß ich in friedlicher Absicht käme, und wollte das Schreiben zur Weiterbeförderung übergeben.
„Aber siehe da I Das, was unter Soldaten oft geschehen, wurde dem feindlichen Offizier verweigert. Unter Fertigmachen der Gewehre wurde mir bedeutet, daß ich zur Feldwache mitkommen müßte. Wohl ober übel folgte ich dieser Aufforderung. Auf der Feldwache angekommen, wurde mir mein Pferd abgenommen; man verband mir die Augen; ich mußte in einen Wagen steigen und fort ging es unter Bedeckung von Kavallerie — wohin, wußte ich nicht, und habe es auch später nicht erfahren. Als endlich der Wagen hielt und mir die Binde abgenommen wurde, da befand ich mich in einem Fort. Man führte mich zum Kommandanten, der mich sofort fragte, welche Vorschläge ich im Namen meiner Regierung zu machen hätte. Ich mußte eingestehen, daß ich ohne jeden dienstlichen Auftrag, ja ohne Wissen meiner Vorgesetzten gekommen wäre, um ein Schreiben eines verwundeten französischen Offiziers zu überbringen.
„Dabei übergab ich die Nachricht des Oberst de Perrin. Nachdem der Kommandant es überflogen, sah er mir erst einige Zeit prüfend ins Auge, bevor er etwa folgendermaßen begann: «Mein Herr, Sie haben sich unter der Flagge als Parlamentär, ohne es zu sein, in die Festung eingeschlichen. Sind Sie sich klar darüber, daß Sie den Tod verdienen?' Er machte eine Pause, um die Wirkung seiner Worte zu sehen. Wenn die Aussicht, als Spion erschoffen zu werden, auch gerade keine angenehme war, so zuckte ich doch mit keiner Wimper. .Sie haben,' fuhr mein Gegenüber fort,' Ihr Leben leichtsinnig aufs Spiel gesetzt, aber Sie thaten es für einen Franzosen, für einen meiner armen Kameraden, und das ehre ich an Ihnen. Ich schenke ihnen daher das Leben und werde dafür Sorge tragen, daß Sie sicher zurückkommen. Bis ich alles weitere verfügt habe, treten Sie, bitte, in das Neben- gemach ein und nehmen Sie eine Erfrischung zu sich.' —
„Nach etwa einer Viertelstunde wurde ich abgeholt. Wieder wurden mir die Augen verbunden; wieder eine längere Wagenfahrt zurück zur Feldwache, wo ich mein Pferd wieder vorfand. Auf Grund des schriftlichen Befehls vom Kommandanten wurde mir das Pferd zurückgegeben, und unter dem Schutze einiger Kavalleristen ritt ich der deutschen Postenkette zu. Als dieselbe in Sicht kam, empfahlen sich meine unfreiwilligen Begleiter, während ich selbst mich auf die Suche nach meiner Kompagnie begab. Es war spät, als ich dort eintraf. Da man über meinen Verbleib nichts wußte, war mein Fehlen bereits höhern Orts gemeldet worden, und ich wurde daraufhin später zur Rechenschaft gezogen. Der kriegsgerichtliche Spruch — denn nur ein solcher konnte meinen mehr als unbesonnenen Streich ahnden — wurde durch die Gnade unsers geliebten Heldenkaisers bedeutend gemildert. Er bestimmte gleichzeitig, daß ich die Strafe erst nach Friedensschluß zu verbüßen hätte. Ich kam dann auf die Festung M, deren Kommandant mein Vater war; er hatte noch besondere Weisungen von Oben bekommen, so saß die Hast eigentlich mehr einem Urlaub glich. Na und geschadet hat mir die Sache überhaupt nichts — ich bekam auch das Kreuz wie alle andern. Doch das gehört nicht hierher.
Gleich am andern Tage suchte ich den Oberst de Perrin im Lazarett auf, um ihm die Beförderung seines Schreibens mitzutheilen. Thränenden Auges dankte er mir für alles, was ich in seinem Interesse gethan. Ich wiederholte meine Besuche, und als wir dann endlich am 1. März in Paris eingezogen waren, da suchte ich die^Familie des Oberst, deren Quartier in dem von unsern Truppen besetzten Stadttheil lag, auf, um ihr Grüße und einen Brief des Verwundeten zu überbringen. Die Damen empfingen mich auf das liebenswürdigste und dankten
mir für das, was ich ihrem Gatten und Vater gethan. Nichts erinnerte mich daran, daß wir als Eroberer ein» zogen, reiner, wirklicher, herzlicher Dank ward mir ent« gegengebracht, und so schied ich denn — ich darf es wohl sagen — als Freund.
„Es bleibt nur noch wenig zu erzählen. Bald nach dem Friedensschluß nahm Oberst de Perrin, ein treuer Anhänger seines gestürzten Kaisers, den Abschied. In Wiesbaden, wo er Heilung von seinen Wunden suchte, traf ich ihn nebst seiner Familie wieder. Wir begrüßten uns als alte Bekannte und verlebten eine sehr nette Zeit zusammen. Als die Trennungsstunde dann nahte, lud mich der Oberst, unterstützt von seinen Damen, ein, ihn doch auf seinem Landgute zu besuchen. Ich folgte dieser Einladung umso lieber, als ich sah, daß die Einladung nicht nur Formsache war, sondern wirklich von Herzen kam. Ich wiederholte meinen Besuch, und zwar später nicht ohne eine bestimmte Absicht. Um es kurz zu sagen, ich warb um die Hand der Tochter und entführte sie als Gattin in meine Heimath." —
Herr von Aeschtin warf einen Blick auf den Regulator. „Schon 4 Uhr! Kommen Sie, da wollen wir in den Garten gehen. Meine Frau wird wohl ausgeruht haben und mit dem Kaffee auf uns warten. — Uebrigens werden Sie ja, wenn, wie ich hoffe, Sie Ihren Besuch in nicht zu langer Zeit wiederholen, meinen Schwiegervater kennen lernen, er ist augenblicklich, wie alle Jahre, in Wiesbaden mit meiner Tochter und wird in acht Tagen bei uns zur Nachkur eintreffen."
— BreSlau, 17. Oktober. Die „Schlesische Volkszeitung" meldet: Wie erst jetzt bekannt wird, ist am vergangenen Donnerstag das russische Grenzdorf Schlensana bei Lelow durch Feuer vollständig zerstört worden. 346 Besitzungen find gänzlich niedergebrannt. Durch Flugfeuer gerieth auch das drei Kilometer entfernte Dorf Staromyschy in Brand; 22 Besitzungen wurden ein Raub der Flammen. Das Elend ist unbeschreiblich; über 1500 Menschen find obdachlos geworden. Eine ältere Dienstmagd, sowie drei Kinder kamen in den Flammen um. Bei den Rettungsarbeiten erlitten zahlreiche Personen Brandwunden.
— Ein 16jähriger Mensch hatte sich zu einer leerstehenden Wohnung in der Cranachstraße zu Dresden mittels Dietrichs Zugang verschafft. Dorthin hatte er eine Geldsendung und einen eingeschriebenen Geldbrief adressirt in der Absicht, den Geldbriesträger dort zu Überfällen und zu berauben. Sei» Plan gelang aber nicht, da der Postbeamte mit den Wohnungsverhältniffen des Hauses genau vertraut war und auch der Hausmann den Adreffaten nicht kannte. Die Polizei fanb in der Wohnung, in welche die Sendungen gerichtet waren, eine mit Nägeln gespickte Keule vor. Bei der Festnahme des gefährlichen, mit Revolvern bewaffneten Gesellen fand man die Postquittungen vor.
Schlachtbericht -es städtische« Schlachthauses
für den Monat September 1901.
Geschlachtet wurden: 41 Ochsen, 25 Kühe, 21 Rinder, 259 Schweine, 111 Kälber, 88 Hämmel, 101 Schafe und 3 Ziegen.
Tuberculose wurde festgestellt bei: 2 Ochsen, 8 Kühen, 4 Rindern und 5 Schweinen, Finnen bei 1 Rind, Trichinen bei 1 Schwein.
Beanstandet wurden: a) ganz: 1 Schwein wegen Trichinen, b) theilweise: 2 Kühe, 1 Rind und 1 Schwein wegen Tuberculose.
Aus andern Gründen wurden beanstandet: a) ganz: 2 Kälber, b) theilweise: 1 Schwein.
Hersfeld, den 16. Oktober 1901.
Thierarzt Friederich, Schlachthofverwalter.
Kirchliche Nachrichten.
ßvangekischer HottesdienA.
Sonntag, den 20. Oktober.
Vormittags: Herr Pfarrer Kühn von Frielingen.
Nachmittags: Herr Pfarrer S ch r a d e r.
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Befohlen der Stiefel innerhalb einer Stnnde
Heinrich Göoel
—= Johannesstrahe 128. —
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