»i Es war am 19. Januar, als die Belagerten unter * bemOberkommando Trochus mit 100 000 Mann ihren '• letzten großen Ausfall in der Richtung auf Versailles
1 unternahmen. Anfangs bekamen die Franzosen einige Punkte in ihren Besitz, wurden dann aber auf der ganzen m Linie unter schweren Verlusten zurückgeworfen.
m. Aber auch auf unserer Seite war gar manches dem ls- Kampfe zum Opfer gefallen. Unter den Verwundeten Hr befand sich auch der Adjutant Ihres Vaters, Leutnant Jf, von Y., der ihm sehr nahe stand. Ihr Vater suchte ihn I» daher gleich am nächsten Tage in dem nahen Lazarette °» auf und wurde bei dieser Gelegenheit mit einem franzö- ui fischen Oberst bekannt, der, am Bein schwer verwundet, iti neben Leutnant von Y. gebettet war. Gesprächsweise ich erfuhr Ihr Vater von dem Franzosen, daß mehr als mt alle körperlichen Schmerzen ihn der Kummer um seine in Familie in Paris quälte, die ohne jede Nachricht von in. ihm war. Die Seinen wußten nur, daß er den Ausfall in mitgemacht und hatten wohl auch schon erfahren, daß er .a. nicht zurückgekehrt sei. Aber ob er tot, verwundet oder neu gefangen, das ahnten sie nicht; und so mußten denn etb Frau und Tochter sich zu allem Schweren, was ihnen ilfi die Belagerung brächte, noch um das Schicksal des Gatten ilm und Vaters ängstigen.
sich „Durch diesen Kummer des Schwerverwundeten ge- toä rührt, versprach Ihr Vater, das Möglichste zu versuchen, bis der Familie desselben auf irgend eine Weise Nachricht in zukommen zu lassen. Infolge dessen schrieb Marquis de ck Perrin, so hieß der Oberst, einige beruhigende Zeilen für das seine Familie auf und übergab das Blatt Ihrem Vater, nnh „Als dieser in sein Quartier zurückgekehrt war, ließ ihn er mich kommen, erzählte mir den Vorfall und händigte in mir das Schreiben zur Weiterbeförderung aus; da meine len. Compagnie auf Vorposten kam, sollte ich dasselbe einer üp Patrouille mitgeben, die es dann einer französischen über- mit geben sollte.
„Zur Erläuterung muß ich hier einfügen, daß bei den reif, beiderseitigen Vorposten in.letzter Zeit, abgesehen von den rt(B größer» Gefechten, stillschweigend eine Act Friedenszustand
eingetreten war; bei gelegentlichen Begegnungen plauderten die beiderseitigen Soldaten freundschaftlich, nachdem die Gewehre weggelegt; auch allerhand Tauschgeschäfte wurden gemacht, bei denen unsere Soldaten meist Lebensmittel für Zeitungen, Getränke u. s, w. gaben. (Schluß folgt.)
$ t r m i f ij 11 §.
— Cöln, 9. Oktober. Bei Nippes wurde ein Mann durch Messerstiche getödtet, beraubt und an einem Bretterzaun aufgeknüpft gefunden. Von den Raubmördern fehlt jede Spur. Die Person des Ermordeten konnte seither nicht festgestellt werden.
— Unlängst ging die Nachricht durch die Presse, daß in H a genau i. Elf. ein Of ft zie r s bu r s ch e die Rollen vertauscht und sich als Offizier aufgespielt habe. Der Betreffende, ein Pole, wurde vom Kriegsgericht zu vier Jahren Gefängniß verurtheilt. Die Streiche des Pseudo-Offiziers waren ganz drolliger Art. Der Pole begann, wie die „K. Z." erzählt, seine „OsfizierSlaufbahn" damit, daß er Abends nach dem Zapfenstreich, bekleidet mit Mantel und Mütze seines Herrn, eines Oberstleutnants, und umgürtet mit dessen Schwert, stolz durch die Straßen der Stadt wanderte. Unteroffiziere, die er dabei auf Liebespfaden antraf, nahmen vor ihm schleunigst Reißaus, und das grade stählte des Burschen Muth und veranlaßte ihn zu neuen Proben seines Schauspielertalents. Eines Tages hatte aber allzu reichlicher Alkoholgenuß den Wagemuth des Unternehmungslustigen derart gesteigert, daß das Verhängniß nahte^ Der falsche Oberstleutnant revidirte Abends zunächst die Wache der Jnfanteriekaserne und nahm Ehrenbezeigungen und Meldungen huldvollst entgegen, rüffelte auch einzelne Leute wegen angeblich schlechter Haltung ganz gewaltig ab. In der Dragonerkaserne wiederholte sich derselbe Vorgang. Auf dem Wege zur Artilleriekaserne begegnete der „Herr Oberstleutnant" einem Artillerie-Vizewachtmeister und Regimentsschreiber, den er um seine Urlaubskarte fragte. Der Angeredete berief sich darauf, daß er
als Träger eines Osfiziersäbels selbstverständlich stets Nachturlaub habe. „Mensch, das ist mir neu", antwortete der Pole, und stellte den Säbel seines Oberstleutnants stolz vor sich hin, „hier, das ist ein Offizier- säbel. Sie gehen mit zur Wache." Gehorsam folgte der „Vize" zur Artilleriekaserne. Dort wurde der Wachthabende „angehaucht" und der „Vize" wegen Nichtstillstehens sogar thätlich angegriffen. Endlich aber schöpften die Gemaßregelten durch die stereotype Redensart dieses „Herrn Vorgesetzten": „Mensch, wie kommen Sie mir vor, was soll ich mit Ihnen anfangen?" Verdacht. Zugleich bemerkte der Wachthabende die unter dem Offiziersmantel hervorschimmernden weißen Knöpfe einer Livräehose. Nun folgte die Katastrophe. Man ließ den „Oberstleutnant", der auch Lunte roch und jetzt den „Vize" jovial zu einem Glase Bier einlud, nicht mehr aus dem Wachtlokal heraus und schickte einen Boten zum Regimentsadjutanten. Als dieser eintrat, erkannte er sofort die Lage und begrüßte ironisch den „Kameraden". Die Abführung des jetzt geknickten Polen zum Militär- Arresthause bildete den wirkungsvollen Schluß des Lustspieles.
— Metz, 7. Okt. Gestern wüthete hier ein fürchterlicher Sturmwind, welcher das am Hauptportal der Kathedrale angebrachte Gerüst in's Schwanken brächte. Der darauf angebrachte Krahnwagen stürzte ab und verletzte einen vorübergehenden Mann sehr schwer.
— Carlsbad, 9. Oktober. Im Erzgebirge schneit es seit gestern Nacht ununterbrochen bei 2 Grad unter Null. Auf den Höhen liegt der Schnee theilweise einen halben Meter hoch.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelischer Hottesdienst.
S o n n t a g, den 13. Oktober. Vormittags: Herr Pfarrer Schrader. Nachmittags: Herr Pfarrer Feyerabend.
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