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Pfund Leser, welche sich für die Einzelheiten interes. sieren, finden Näheres in Nr. 40 der genannten Wochen­schrift, welche vom Geschäftsamt in Frankfurt a. Oder kostenfrei versandt wird.

Hersfeld- 9. Oktober. Das gewaltige Un­wetter, das am Sonntag Abend über unsere Gegend binwegbrauste, hat auch einen großen Teil von Deutsch, land und Belgien in Mitleidenschaft gezogen. Nebel und Südweststurm haben den Hamburger Hafen, die Elbmündung und die Nordsee heimgesucht. Schiffe konnten stundenlang infolge des dichten Nebels weder ein- noch auspasfiren. Zahlreiche Schiffsunfälle sind bereits gemeldet. An der Elbmündung kenterte ein mit vier Personen besetztes Boot des Lotsenversetzdampfers Kapitän Karpfanger". Während der eine der Insassen seinen Tod in den Fluten fand, konnten die drei anderen in Sicherheit gebracht werden. Ein Opfer der stür­mischen Witterung ist der Kapitän Schamker, Führer der Hamburger GaloitErnst" geworden. Das Schiff befand sich auf der Reise von Wyk nach Warkworth. Der Kapitän wurde durch eine Sturzsee über Bord ge­spült und ertrank, da Rettungsversuche bei der erregten See vergeblich waren. Besonders arg ist die Stadt Frankfurt a. M. mitgenommen worden. Es wird von dort gemeldet: Ein hestigerOrkan, der am Sonntag Abend, begleitet von Blitz und Donner, hier wütete, hat vielfachen Schaden angerichtet. Es wurden Bäume um» geworfen, Ziegel von Dächern gerissen und viele Fenster, scheiden, darunter große Ladenfenster, zertrümmert. Auf der Kaiserstrabe wurde eine Droschke mit vier Personen umgeworfen, die Fahrgäste kamen jedoch mit dem Schrecken davon. Im Kaffee des Hotel Bristol wurden zwei große Erkerscheiben durch den Winddruck aus dem Rahmen ge. Hoben und die Anwesenden mit Glassplittern übersäet, die Marmortische wurden umgestoßen und das ganze Geschirr am Büffet ging in Trümmer. Glücklicherweise gelang es, die Läden herabzuziehen und dadurch zu verhindern, daß die schweren, bereits ins Schwanken geratenen Kronleuchter herabstürzten. Aus Köln kommt die Nachricht, daß infolge des anhaltenden Regens die Mosel, Saar und Kyll wieder Hochwasser führen. Zu Königsberg i. Pr. herrschte bei einem Barometer­stand von 731 Süd-Süd-Oststurm. Aus Brüssel wird endlich gemeldet: Ein heftiger Sturm, verbunden mit Gewitter, Regengüssen und Hagel, wüthete heute in ganz Belgien. Namentlich in Lüttich ist der durch das Unwetter angerichtete Materialschaden bedeutend; auf dem Marktplatze wurden eine Anzahl Meßbuden zerstört; viele Bäume wurden entwurzelt und Laternenpfähle wurden umgerissen.

Cafsel, 8. Oktober. Herr Regierung-rath Schmidt- Schwarzenberg bei der hiesige» Regierung ist zum Ober-Regierungsrath befördert und zum Dirigenten der Finanzabtheilung der Königlichen Regierung in Magde­burg ernannt worden.

Helsa, 7. Oktober. Heute früh gegen 4 Uhr wurde die Familie F. Magersuppe in tiefe Trauer versetzt, indem der älteste Sohn, ein hoffnungsvoller Jüngling von 19 Jahren, bei einem Tanzvergnügen plötzlich im Saale todt niederfiel. Ein Herzschlag hatte dem jungen Leben ein Ende gemacht.

Hanau, 7. Oktober. Am Sonnabend Abend er­eignete sich im Hofe der Herberge zur Heimath eine schwere Unthat. Der dort wohnende Gelegenheitsarbeiter Klüber war mit zwei zugereisten Handwerksgesellen in Streit gerathen, der auf dem Hofe fortgesetzt wurde. Plötzlich packte der eine, der Schmied Heil aus Kaisers­lautern, den Klüber an der Brust und stieß ihm mit der anderen Hand das Messer bis an dem Griff in's linke Auge, dann entfloh der Unmensch. Die herbeige- eilten anderen Personen vermochten nicht das Messer aus dem Auge zu ziehen, so fest stak dasselbe. Blut­triefend, das Messer im Auge lief der Gestochene nach der Polizeistelle und von dort nach dem Landkcankenhause. In letzterem wurde das Messer entfernt. Die Ber- wundung ist sehr schwer, jedoch nicht lebensgefährlich.

Marburg, 7. Oktober. Am 10. und 11. d. M. findet an dem neugegründeten Seminar Hierseldst die l. Aufnahmeprüfung statt. Die Stadtverordneten­versammlung erhöhte die Alterszulage der hiesigen Lehrer von 140 auf 150 M.

Berka. Der in einem Pensionat zu Weimar wohnende Untersekundaner Bruno v. Kalte von hier sprang so unglücklich von einem Baume herab, daß er sich eine in der Erde steckende Bohnenstange in den Leib stieß, die dem jungen Manne den Mast- und Blinddarm vollständig zerriß. Er starb nach furchtbaren Qualen.

Bom Eichsfelde, 4. Oktober. Ein seltsamer Fall

von Scheintod ist in dem Dorfe Bramke vorgekommen. Dieser Tage verschied daselbst eine Frau; an demselben Abend kam der Schwiegersohn nach Hause, der die Schwiegermutter noch einmal zu sehen wünschte. Die Todte war bereits gewaschen und angezogen. Da auf einmal o Schreck dieTodte" hatte noch einen Wunsch:August" sagte sielech meck mohl up de anere Siete". Nur ein Krampf hatte sie starr wie eine Todte gemacht. Man brächte die Frau sofort wieder in's Bett; jedoch am folgenden Tage starb sie wirklich.

Büdingen, 6. Oktober. Ein 18jähriger Glasbläser machte aus seine Geliebte, an die er das vergebliche Ansinnen stellte, mit ihm den Ort zu verlassen, einen Mordversuch. Er schoß ihr mit dem Revolver eine Kugel in den Mund und ging dann flüchtig.

Gießen, 7. Oktober. Auf der Bahnlinie Gießen- Gelnhausen fand man gestern Morgen in der Nähe von Büdingen den Landwirlh Schnürle aus Aulen-Viebach entsetzlich verstümmelt auf dem Bahngeleife liegen. Der Mann war in der Dunkelheit auf den Bahnkörper ge­rathen und dort überfahren worden.

$ 11 b i f 411 §.

Elberfeld, 9. Oktober. Durch den Einsturz des Fabrikschornsteins in einer Herdfabrik in Gevens- berg wurden drei Personen getödtet und eine schwer verletzt.

Siegen, 8. Oktober. Heute erfolgte ein Dammbruch des Eisenzecher Weihers. Große Wasser­massen ergossen sich ins angrenzende Gelände und richteten namentlich in Eiferfeld Schaden an.

(Wie viel sind 21 Tage Lebens werth?) Jn Pittsburg findet gegenwärtig ein interessanter Prozeß zwischen den Erben des verstorbenen Millionärs Henry Curry und seinem Arzt Dr. Flower statt. Der Kranke war von der Fakultät aufgegeben worden, als Flower fich erbot, ihn nach Atlantic City zu begleiten und ihn dort zu behandeln. Curry lebte dann noch 21 Tage. Nach seinem Tode forderte Flower ein Honorar von 20000 Mk., indem er erklärte, daß er das Leben des Kranken um drei Wochen verlängert und daß Curry in diesen drei Wochen sein Vermögen um 5 Millionen vermehrt habe. Das Gericht wird sich nun mit dieser ganz neuen Theorie der amerikanischen Aerzte zu beschäftigen haben, nach welcher die Honoraransprüche nach den pekuniären Vortheilen zu bemessen sind, die der Patient während der Behandlung erzielt hat.

lEin unmenschlicher Bruder.) Vor Kurzem gelangte an das Florentiner BlattFieramosea" ein anonymer Brief, der den Advokaten Giulia Corsi, einen in Vinci bei Empoli wohnhaften Millionär, eines grauenhaften Verbrechens beschuldigt. Danach hat der Advokat mit seiner taubstummen Schwester Adele vor 20 Jahren die Millionen des Vaters geerbt. Als sich aber die junge Adele in einen Diener verliebte und diesen heirathen wollte, überantwortete der Bruder die Schwester einem Weibe, die sie in dunkler Kammer ein» schloß und aus das Grausamste behandelte. Die Polizei nahm sich auf diesen Brief hin der Angelegenheit an und fand in der That das Mädchen in kaum mensch­lichem Zustande auf. Der Bruder wurde sofort verhaftet.

Budapest, 9. Oktober. In Fejerpatak, im Liptauer Comitat, zerstörte ein Brand 207 Gebäude mit Nebengebäuden. Viele Hausthiere sind mitver­brannt.

Mit einer gelinden Strafe sind die fünf Leib-Garde-Husaren davongekommen, welche währenddes Manövers in dem Dorfe K a m p e h l bei Kyritz in Ge­meinschaft mit einem Infanteristen den nicht verwesten Leichnam des Spukritters Kahlbutz während der Nacht aus der Gruft hervorholten, demselben eine Pfeife und eine brennende Laterne anhängten und vor dem Hause des Kantors aufstellten. Es geschah dieser Unfug, bei dem auch einige Grabkreuze aus dem Kirchhof umgerissen wurden, in Folge einer mit einigen Bauern, die vor dem todten Ritter heillosen Respekt haben, abgeschlos­senen Wette. Als Strafe haben die Uebelthäter nun­mehr je drei Tage Arrest und je 9 Mk. Geldstrafe er­halten. Dieses gelinde Strafmaß erklärt sich, wie der greif. Ztg." mitgetheilt wurde, damit, daß die Gemeinde Kampehl sich für die fünf Uebelthäter verwandt und von der Stralverfolgung abgesehen hat. Die Strafe gilt nur für die Urlaubsüberschreitung.

(S ch u st e r j u n g e n w i tz.) Meister:Das merk dir, Junge, man muß immer die Gelegenheit beim Schöpse fassen!" Lehrling:Dann bin ich wohl Ihre Gelegenheit Meister?"

Ein merkwürdiger Fall einer Frau, die sich als Mann verkleidet und überall als Mann gegolten hat, ist soeben in New-York durch den Tod der Betreffenden bekannt geworden. Miß Caroline Hall, die Tochter eines Bostoner Millionärs und Architekten, hatte im Auslande Kunst studirt und sich als Malerin einen gewissen Ruf erworben. Vor zehn Jahren schlug sie ihren Wohnsitz in Mailand auf, wo sie Josephine Boriani kennen lernte, die dort an der Kunstschule war. Beide Frauen wurden intim befreundet, und als Miß Hall später männliche Kleidung anlegte, galt Signorina Boriani als Frau Hall. Bewunderung für Rosa Bon- heur halte die Erstere dazu geführt, männliche Kleidung und Gewohnheiten anzunehmen. Sie konnte so gut rauchen, trinken, schießen und jagen wie die Männer und galt überall als Bonvivant und guter Kerl. Als Gras Cassini war sie in der besten Pariser und Londoner Gesellschaft bekannt. Sie jagte und spielte Golf in England, besuchte die Kafees in Paris und war in Italien Dilettant. Als sie sich mit Signorina Boriani auf derCitta di Torino" alsMr. und Mrs. Hall" von Genua nach New-York einschiffte, wurde sie während der Reise so krank, daß der Arzt gerufen werden mußte, der ihr Geheimniß entdeckte. Sie räumte, ein, daß sie eine Frau wäre, bat ihn aber darum, es vor den Mit­reisenden zu verheimlichen, wozu der Arzt seine Ein­willigung gab. Die Krankheit verschlimmerte sich aber schnell, und als das Schiff in den New-Yorker Hafen einlief, starb sie.

(Nette Aussicht.) Bräutigam:Was be­wahrt Deine Mutter eigentlich so geheimnisvoll in jenem Schranke auf?" Braut:Das sind die Phonographen­walzen ihrer Gardinenpredigten, die bekomme ich mit in die Ehe."

Standesamtsbezirk Hersfeld.

Für den Monat September 1901.

Eheschließungen.

Am 5. Mützenmacher Abraham Bärko Blum mit Brünetta Kaufmann. 7. Schuhmachermeister Engelhard Hofmann mit Eva Wolfs. Fabrikarbeiter Peter Seipel mit Anna Katharina Weber. Arbeiter Heinrich Will mit Katharina Elisabeth Schaub. 14. Maschinenschlosser Johannes Freund mit Auguste Zander. 21. Gärtner Heinrich Göbel mit Anna Maria Göbel. Praktischer Arzt Dr. med. Otto Karl Eisenberg mit Anna Margarethe Helene Roll. 24. Praktischer Arzl und Knappschaftsarzt Dr. med. Heinrich Eduard Karl August Rössing mit Gertrude Wilhelmine Emma Rössing. 26. Hülfszeichner Wilhelm Heinrich Walpert mit Wittwe Maria Salzmann geb. Henning. 28. Landwirth Georg Friedrich Werth mit Christine Elise Steinweg. Eisenbahn-Stations- gehülfe Ludwig Eduard Wilhelm Lang mit Maria Georgine Euler.

Geburten.

Am 3. Johannes, S. des Uhrmachers Justus Schade.

Anna, T. des Fabrikarbeiters Heinrich Möller. 5. Ein S. des Schuhmachers Ludwig Bätz' 7. Maria, T. des Metzgers Anton Resch. 8. Martin, S. des Fabrikatbeiters Martin Roßbach. Hermann Friedrich Wilhelm, S. des Metzgermeisters Friedrich Ludwig Wolff. 9. Katharina, T. des Tuchmachers Georg Hermann Sauer. Ernstine Hermine, T. des Tuch­machers Georg Hermann Sauer. Valentin, S. des Fabrik­arbeiters Johann Georg Heußner zu Kalkobes. 11. Georg, S. des Brauerciarbeiters' Valentin Siebert. 18. Maria Karoline, T. des Schlossers Otto Umfahrer. Karl August, S. des Färbmeisters Karl August Wiemer. Georg, S. des Tuch­machers Jakob Willhardt. Ernst, S. des Eisendrehers Rein­hard Kneißel. 20. Charlotte Sophie Marie, T. des Gold­schmieds Johann Heinrich Läufer. 21. Karl, S. des Restaurateurs Johann Karl Brack. 22. Ein S. des Arbeiters Ferdinand Harthausen. Georg, S. des Ackermanns Georg Nieding in Allmershausen. 23. Emma, T. des Weißbinders Johann Heinrich Theodor Manns. Marie Elise, T. des Schuh­machers Johannes Langenberg. Ein Mädchen unehelich. 25. Karl Ludwig, S. des Komtoristen Caspar Wilhelm Koch. 26. Ernst Wilhelm Bruno, S. des Wirths Carl Louis August Saatze. 27. Hermann, S. des Heizers Michael Hof wann. Katharina Anna Gela, T. des Zimmermanns Georg Horst. 28. Kurt Friedrich Wilhelm, S. des Architekten Louis Wilhelm Ehrhardt. 29. Richard, S. de^ Maschinen­bauers Emil Paul Schulze.

Sterbefälle.

Am 1. Wilhelm Georg Heinrich Lotz, 9 Monate alt. Rentier Theodor Beck, 71 Jahre. 2. Wittwe Elise Caselip geb. Gebauer, 64 Jahre alt. 3. Auszüger David Kleinert, 66 Jahre alt. 4. Christine Hennig, 3 Monate alt. 5. Wittwe Maria Sauer geborene Unger, 73 Jahre all. 6. Wittwe Elisabeth Gebauer geb. Dürlam, 74 Jahre alt. 7. Charlotte Karoline Marie Eleonore Läufer, 36 Jahre alt. 8. Schachtarbeiter Georg Langlotz, 25 Jahre alt. 12. Katharina Sauer, 3 Tage alt. 13. Tagelöhner Justus Heupel, 53 Jahre alt. 15. Christian Wolfram, 4 Jahre alt. 17. Ernst Gustav Adolf Beck, 2 Monate alt. 18. Anna Möller, 15 Tage alt. Königlicher Förster Philipp Wilhelm Sorg, 50 Jahre alt. Briefträger a. D. Conrad Wasser- mann, 63 Jahre alt. 25. Anna Christine Möller, 4 Jahre alt. 26. Johanna Pfaff, 6 Jahre alt. Johannes Herbst, 2 Jahre alt. 27. Dachdecker Jakoh Mach, 45 Jahre alt. 28. Fabrikarbeiter Constantin Eichmann, 56 Jahre alt. 30. Elisabeth Opfer, 80 Jahre alt.

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