als 100 dieser Anstalten in 61 Städten wahlfrei und in einer großen Anzahl von derartigen Anstalten privatim gelehrt; an allen städtischen Fortbildungsschulen Berlins wird das Einigungssystem gelehrt. In die mittleren Schulen von 29 Städten ist dasMnigungssystem pflichtig und wahlfrei eingeführt, privatim wird in 116 Städten und Anstalten dieser Art stenographischer Unterricht nach Stolze-Schrey erteilt. Die Mädchenschulen von 86 Städten lehren das System Stolze-Schrey, Seminare und Präparandenschulen in 99 Orten. Pflichtig wird ' das Einigungssystem an einer höheren Lehranstalt, der ; Lateinschule zu Kornthal in Württemberg, wahlfrei in höheren Lehranstalten von 35 Städten und privatim in solchen von 178 Städten gelehrt. Im hiesigen Verein sind in diesem Sommerhalbjahr 3 junge Leute von Vereinswegen, 12 privatim unterrichtet worden. Hoffen wir, daß sich an dem nächsten Freitag zu eröffnenden Kursus recht viele Freunde dieser edlen Bestrebungen beteiligen.
(:) Hersfeld, 23. Septbr. In einer der letzten Nummern unseres Blattes brachten wir die allgemeinen Bestimmungen für die vom 4. bis 7. Oktober d. Js. im Bolenderschen Garten stattsindende B e z i r k s o b st a u s st e l l u n g. Verschiedenen Wünschen unserer Leser, auch die Preisaufgaben mitzuteilen, kommen wir gern nach. Besonders sei daraus aufmerksam gemacht, daß bei der Beurteilung richtige Benennung, sorgfältige Auswahl und gute charakteristische Ausbildung der Früchte in Betracht kommen. Die zuzuerkennenden Auszeichnungen bestehen in Ehrenpreisen und Ehrenurkunden i. und II. Classe. Die Bewerbungen sind in 8 Hauptgruppen eingeteilt: 1. Obst von Hoch- und Hälbstämmen, 2. Obst von ywergbäumen, 3. Pomologische Sammlungen, 4. Neuheiten,
5. Obsthandel, 6. Obsterzeugnisse, 7. Obstbaumschulartikel,
8. Maschinen, Geräte und Sonstiges. Die ersten beiden Hauptgruppen der Bewerbungen sind: A. Obst von Hoch- und Halb- stämmen. 1. Für 10 Sorten Aepfel je 20 Stück für Tafel. und Wirtschaft, die sich zur Anpflanzung in der betr. Gegend eignen und sich durch reiche Tragbarkeit, durch gesundes Gedeihen der Bäume und durch Güte und hohe Verwerthung ihrer Früchte vor anderen auszeichnen. Auch müssen die Sorten so gewählt sein, daß für die ganze Obstzeit Früchte vorhanden sind. Ausgestellt: a) von Einzelzüchtern, b) von Vereinen oder Körperschaften. 2. Für 8 Sorten Birnen je 20 Stück für Tafel und Wirthschaft von Hochstämmen, die sich zur Anpflanzung in der betr. Gegend eignen, mit denselben Eigenschaften wie in Nr. 1. AusgestelM a) von Einzel- züchtern, b) von Vereinen oder Körperschaften. 3. Für 6 Sorten Aepfel, je 20 Stück von Straßenbäumen geerntet, die sich ihrem Wüchse entsprechend für Straßenpflanzung besonders eignen, sich auch durch Tragbarkeit, gutes Gedeihen der Bäume und hohe Verwerthung der Früchte besonders auszeichnen.
4. Für 4 Sorten Birnen je 20 Stück von Straßenbäumen geerntet, für Straßenpflanzung in rauher Lage geeignet, mit Eigenschaften wie bei Nr. 3. 5. Für 6 Sorten Aepfel je 20 Stück zum Massenanbau geeignet, mit Eigenschaften wie bei Nr. 1 gefordert. Ausgestellt: a) von Einzelzüchtern, b) von Vereinen oder Körperschaften. 6. Für 4 Sorten Birnen je 20 Stück, zum Massenanbau geeignet, mit Eigenschaften wie unter Nr. 1 gefordert. Ausgestellt: a) von Einzelzüchtern, b) von Vereinen oder Körperschaften. 7. Für werthvolle Lokalsorten (Sorten, welche nicht zu den, mit einem bestimmten pomologischen Namen bezeichneten. Sorten gehören, sondern in der betreffenden Gegend entstanden sind oder dortselbst eine im allgemeinen örtlich beschränkte Verbreitung besitzen) von Aepfel und Birnen je 20 Stück, dieselben müssen mit ortsüblicher Bezeichnung versehen sein. 8. Für die besten 5 Sorten Mostäpsel je 20 Stück. 9. Für die besten 5 Sorten Dörrbirnen je 20 Stück. 10. Für die besten 5 Sorten Einmach- birnen je 20 Stück. 11. Für die besten Zwetschen und Pflaumen je 20 Stück. B. Obst von Zwergbäumen. 12. Für 10 Sorten Aepfel je 5 Stück, die sich für Zwergbäume eignen und reiche Erträge vorzüglich ausgebildeter wohlschmeckender Früchte bringen. Auch müssen hier die Sorten so gewählt sein, daß für die ganze Saison Früchte vorhanden sind. 13. Für 10 Sorten Birnen je 5 Stück, die sich für Zwerg- bäume eignen, mit denselben Eigenschaften wie bei Str. 12 gefordert. 14. Für die besten Pfirsiche und Aprikosen. 15. Für die besten Quitten. 16. Für die besten Weintrauben a) aus dem Freien, b) aus dem Gewächshaus. 17. Für die besten Nüsse. 18. Für die besten Bcerensrüchte. — Die Gruppen C. bis H. theilen wir unseren Lesern in der nächsten Nr. mit.
— Nunmehr hat der Vorstand des Bezirksobstbauvereins das Preisrichterkollegium gewählt. Demselben gehören an die Herren: Hofgärtner Virchow-Wilhelmshöhe, Garteninspektor Junge-Cassel, Obergärtner Blöthner-Offenbach, Garteninspektor Tutter in Lohne: bei Hannover, Obergärtner Eugen Rasper in Hess. Lichtenau, Kaufmann Bernhard Schüfer-Karlshafen, Obergärtner Junge-Geisenheim, Kammerherr von Gilsn Cassel, Rebholz-Oppenheim, Lehrer Schäfer Hersfcld, Weinhändler Schüfer-Cassel. Zur Bestimmung unbenannter oder unrichtig bezeichneter Obstsorten werden geladen die Herren: Obergärtner Schintzky-Cassel, Eubell Cassel, Obergärtner Müßig- brodt-Escheberg, Obergärtner Kramer-Großenengiis, Kreis ObstgäHner Jlgen in Fambach bei Schmalkalden, Kreis-Obst- gärtner Riebeling in Göttingen bei Marburg. — Zur besseren Uebersichtlichkeit und zum bequemeren Studium der ausgestellten Gegenstände werden die einzelnen oben bezeichneten Preisbewerbungsaufgaben und Tafeln gedruckt über den hierzu gelieferten Einsendungen angebracht. Dem hiesigen "Obst- und Gartenbauverein ist der landwirtschaftliche Kreisverein Hersfeld als Mitglied beigetreten.
-6- Hersfeld, 23. September. (Herbstes A ii - f a n g.) Der Herbst hält heute seinen Einzug. Am 23. September tritt die Sonne in das Zeichen der Waage und macht Tag und Nacht gleich. Somit hat offiziell der Herbst angefangen, und die schönste Zeit des Jahres liegt hinter uns. Wenn auch noch schöne Tage erscheinen: die welken Blätter fallen, die Blumen verblühen, die langen Abende machen sich schon sehr bemerkbar, Nebelscheine liegen öfters schon auf Wald und Feld! Wie der Frühling die Lebenskraft der Seele schwellen macht, der Sommer uns die Empfindungen des Gesättigtseins bringt, so ruft der Herbst eine elegische Trauerstimmung hervor, die man kaum abzuschütteln vermag. Das fallende Laub unsers Nordens bereitet uns langsam aus die Oede des Winters vor! Wie sich im Frühling allmählich Feld und Wald durch gefiebem Sänger beleben, so ziehen sich diese mit Ablauf des Sommers nach und nach zurück, um Gegenden mit neuem Frühling aufzusuchen. Im Frühling steigert die Natur ihre Gestaltungsart im Blumenleben mit Kraft und Kunst; in den Gräsern entstehen Kompositen, Marien-
blümchen und Löwenzahn, bis im Sommer sich diese | Gestaltungskraft in Schmetterlingsblütlern, Rosaceen, Glockenblütlern und andern Formenbildungen sozusagen i erschöpft hat, um dann im Herbst wieder zu den Kompo- - fiten, Astern, Sonnenblumen, Disteln, und zu den mas- ‘ kirten und Kreuzblüten zurückzukehren, gleichsam, uns auf das allmähliche Absterben der Natur vorzubereiten. Ueberall in der Natur keine gewaltsamen Sprünge, sondern ein allmähliches Nebergehen von einer Form in die andre. Der sinnige Naturbetrachter kann im Herbst die Hände nicht dankbar genug zusammenfalten zum Gebet! Nicht nur, daß der allgütige Schöpfer die Getreide-Ernte verliehen, den goldenen Schnitt am Buch der Natur mit den wundervoll farbigen Bildern von Himmelsbläue, Morgen- und Abendrot, er verleiht ihm auch gütig die schwellende, saftige Traube voll Himmelsblut, sich zu kräftigen und sein Herz zu erfreuen, er bietet ihm Pomonas herrliche Fülle von unzählichen Obstarten, die ihn anlachen in rötlichen Farben wie ein schöner Hochsommer-Morgen. Wahrlich, die Bewohner der Tropen ahnen gar nicht, wie wunderbar belebend bei uns Frühling und Sommer auftreten, wie traurig der Herbst stimmen, welche wunderbare Wirkung der Jahresring auf den Menschen haben kann.
(8) Hersfeld, 23. September. Der Reservist mit den gerollten Achselklappen und mit dem Stock in der Hand zeigt sich wieder in den Straßen als ein jährlich wiederkehrendes Bild. Man sieht es ihm an, daß ihm die Handhabung des Stockes ungewohnt geworden ist. Er ist der erste, der bereits nach zweijähriger Dienstzeit die Waffen abgelegt hat. Mit so großer Freude im allgemeinen der Tag der Entlaffung erwartet wird, mit so großem Ernst tritt er an manchen heran, i Der Waffendienst ist zwar ein strenger und eiserner, der . eine ganze Männlichkeit beansprucht, allein, er hat das! Gute der Unverantwortlichkeit außer der Dienstzeit und der vollständigen Sorglosigkeit bezüglich der Ernährungsfrage. Nun heißt es wieder, auf eigenen Füßen stehen, und statt des Ernstes des Dienstes tritt nun der Ernst des Lebens an den neuen Civilisten heran. Doch im allgemeinen kann man sagen, er ist jetzt zu vielen Lebensstellungen geeignet, zu denen er früher weniger tauchte. Zwischen einem eintretenden Rekruten und einem Reservisten ist schon äußerlich ein merklicher Unterschied. Der letztere hat viel gelernt an Ordnung, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und im ganzen Auftreten. Der Militärstand erzieht nicht bloß den Krieger, sondern er ist eine gründliche Schule für alle männlichen Tugenden.
Hersfeld, 21. Sept. Unter dem Vorsitze des Herrn Oberbürgermeisters Dr. G e b e s ch u s - Hanau hielt am heutigen Tage hier der Vorstand des „Hessischen Sparkassenverbandes" eine Sitzung ab. Den Hauptgegenstand der Berathungen bildete der Antrag der Nassauischen Sparcassen, ihnen den Anschluß an den „Hessischen Sparkassenverband" zu gestatten. Einen gleichen Antrag haben in letzter Zeit auch noch einige Sparcassen des Fürstenthums Waldeck eingebracht. Der Vorstand beschloß, der Hauptversammlung des „Hessischen Sparkassenverbands" vorzuschlagen, dem Wunsche der Nassauischen und Waldecker Sparkassen zu entsprechen, und somit den „Hessischen Sparkassenverband zu einem Sparkassenverband für die Provinz Hessen-Nassau und das F ü r st e n t h u m W a l d e ck zu erweitern. Die Zahl der Mitglieder des Vorstandes des Verbands soll auf 10 vermehrt werden, wobei auf die Nassauischen und Waldecker Sparkassen mindestens je ein Vertreter entfallen wird. Bezüglich der „Versicherung der Bestände der communalen Sparkassen gegen Diebstahl" wurde beschlossen, nach Vornahme entsprechender Feststellungen den Abschluß eines bezüglichen Vertrags mit einer Versicherungs-Anstalt in die - Wege zu leiten. Die übrigen Beschlußgegenstände betrafen innere Verbands-Angelegenheiten. Von den Sparkassen im Regierungsbezirk Cassel gehören bereits über 30 mit einem Einlagenbestand von über 100 Millionen Mark dem Verbände an.
Hersfelv, 23. September. Die der Reichsbank- Hauptstelle in Stettin untergeordnete Reichsbanknebenstelle Anclam wird vom 16. Oktober d. Js. ab zur Vermittelung von Wechsel- und Lombard-Geschäften mit Kasseneinrichtung und beschränktem Giroverkehr versehen werden. Wechsel auf Anclam, die nach dem 16. Oktober fällig sind, werden von jetzt ab von der Reichsbank an- gekauft.
t Hersfeld, 23. September. Wegen Verdacht des Meineids bezw. Verleitung hierzu wurden heute Morgen die Witwe des Tagelöhners Heinrich Sippel und die Ehefrau des Emanuel Heß dahier verhaftet.
Cassel, 21. September. Die Conferenz deutscher | Jünglingsvereine wurde heute in Anwesenheit von 600 Theilnehmern aus Deutschland und dem Auslande feierlichst eröffnet. An den Kaiser wurde ein Huldigungstelegramm abgesandt.
Frankfurt a. M., 21. September. Der „Frankfurter Zeitung" wird aus Worms gemeldet: Kurz nach 4 Uhr stürzte das Haus der Gebrüder Hartenbach ein, das bereits unter Dach stand. Fünf Personen, darunter die Gebrüder Hartenbach, wurden verschüttet, allein theils weniger, theils schwerer verletzt aus den Trümmern hervorgezogen.
Marburg, 22. September. Der Lehrer Veiken- hops und der Förster Wienand von Bücke hatten mit Geschirr einen Ausflug gemacht und traten spät in der Nacht die Rückfahrt an. Unterwegs ist nun das Pferd von der Chaussee abgekommen, wahrscheinlich weil der Führer des Wagens eingeschlafen war, und der Wagen
stürzte mit den Insassen eine hohe Böschung hinunter. Dabei wurde ber, Lehrer Berkenkopf so unglücklich gegen einen Stein geschleudert, daß er einen Schädelbruch erlitt und der Tod auf der Stelle eintrat. Der Förster Wienand erlitt nur geringe Verletzungen. B. war erst 43 Jahre alt, er hinterläßt Frau und 4 Kinder.
Frankenberg, 20. September. Der bisherige Oberlehrer Dr. Polack in Mühlhausen i. Thür. (Sohn des bekannten Kreisschulinspectors Polack in Worbis) ist mit der Einrichtung des neu zu begründenden Seminars dahier betraut worden.
81 r m i f d h §.
— Eine lustige Geschichte, die man „S ch n a u f e r l in Nöthen" überschreiben könnte, passirte neulich einem Herrn und einer Dame, die per Automobil von Drulingen nach Saarunion (Elfaß) wollten. Als sie nämlich in der Mitte des Weges waren, wo weit und breit kein Dorf zu sehen ist, wollte Schnauferle, trotz aller angewandten Mittel, plötzlich nicht mehr weiter. Was nun thun? Kein Mensch ringsum, nur im fernen Felde ein Bauer, der mit seiner Kuh seinen Acker bestellte. Schnauferle konnte man auf offener Straße nicht liegen lassen, und mit der Hand konnte man es auch nur schwer vorwärts bringen. Kurz entschlossen begab man sich zu dem einsamen Bauer und rief ihn um Hülfe an. Durch ein gutes Trinkgeld und gute Worte ließ sich der Mann endlich bestimmen, den Herrschaften und dem Schnauferle aus der Noth zu helfen. Er spannte seine brave Blässe vor den störrischen Töf-Töf, und nun ging's, zwar nicht mit Schnellzugsgeschwindig- i feit, aber doch Schritt vor Schritt, die Landstraße ent- ; lang nach Saarunion zu, allwo das seltsame Fuhrwerk, ' die Hörnerträgerin voran, mit großer Heiterkeit empfangen wurde.
— Eine im Frauen-Zuchthaus in Delitzsch sitzende Strafgefangene erhielt vor einigen Tagen eine Ansichtspostkarte mit folgendem Wortlaut: „Olle! Nächsten Freitag komme ich nach Delitzsch und werde Dir ein Ständchen bringen. Wenn Du einen Leierkasten hörst, so denke daran, daß es Dein Dich liebender Mann ist." Der musikalische galante Ehemann erschien auch pünklich, die Anstaltsverwaltung ließ ihn jedoch alsbald entfernen.
— Die Einführung einer Katzensteuer in Berlin hat der T h i e r s ch u tz v e r e i n durch eine Petition beim Magistrat angeregt. Es wird in der Petition ausgeführt, daß die Zahl der Katzen in Berlin sich ungeheuer vermehrt habe. Offenbar verfolgt der Thierschutzverein die Absicht, im Interesse der Vogelwelt, die in den Berliner Parks und Gärten an sich schon schwach genug vertreten ist, die Zahl der Katzen einzudämmen.
— Der 1000 jährigeRosenstockzuHildes- heim war vor einiger Zeit im Wachsthum bedenklich zurückgeblieben und hatte namentlich keine Blüthen mehr getrieben. Eine genaue Untersuchung ergab, daß er über und über bis an die Wurzeln mit Schildläusen bedeckt war. Um dieselben zu vertilgen, bestrich man Wurzeln, Stamm und Aeste mit Kalkmilch. Indessen half dieses Mittel dem Uebelstande nicht gründlich ab. Die Schildläuse vegetirten weiter. Es wurde darauf das Gutachten einer hervorragenden amerikanischen Autorität auf diesem Gebiete eingeholt, welche, der „Weser Ztg." zufolge, Bestreichen mit einer Petroleum- lösung empfahl. Nach Anwendung dieses Mittels sind die Schildläuse nunmehr verschwunden, und dem Nosenstock ist sein früheres Wachsthum zurückgegeben worden.
— (B ä r e n p l a g e i n U n g a r n.) Aus Besztercze wird gemeldet: Die in den Borgoer Alpen seit einigen ; Tagen herrschende Kälte, welche es der Bevölkerung un- i möglich macht, ihre Haferernte einzuheimsen, hat die im ■ Gebirge hausenden Bären frühzeitig aus ihrem Versteck verscheucht. Die hungrigen Bestien dringen bis in die Nähe der Dörfer vor und richten unter dem weidenden Vieh große Verheerungen an. Im Hotter der Gemeinde Les überfielen sie dieser Tage eine Schafheerde und raubten 24 Schafe. Der Eigenthümer der Heerde und sein Sohn suchten die Bestien zu vertreiben, doch griff sie ein Bär von ganz ungewöhnlicher Größe an. Es entspann sich ein harter Kampf, bis es endlich gelang, das Thier mit einem wohlgezielten Schusse zur Strecke zu bringen.
Standesamtöbezirk Schcnklengsseld. Monat August 1901.
Eheschlie ß u n g c n.
Am 27. Jsaak Kahn, Viehhändler und Mepger von Stammheim mit Beile Tannenberg zu Schenklengsfeld.
Geburt c n.
Am 2. Marie Elisabeth, T. des Müllers Georg Bein in Schcnklengsseld. — 7. Wilhelm, 5. des Lohnarbeiters Adam Döring zu Dünkelrode. — 20. Walther Ernst Gustav. S des Gerichtsdieners Rudolf John zu Schenklengsfeld. — E Verer, S, der unverehelichten Anna Catharina Henkel ;u Schenk lengsfeld.
Sterbefälle.
Am 28. Catharina, T. des Krämers Valentin Zui zu Schenklengsfeld, 20 Jahre alt.
M* Von dem bekannten Kur-Institut Spiro- Spero (Paul Weidhaas), das mit seinen Erfolgen bei Behandlung von den verschiedensten Asthma- und Lungen - leiden seit 1881 wiederholt das öffentliche Interesse erregt hat, liegt der heutigen Nummer ein Prospekt bei, den wir der Beachtung unserer Leser empfehlen.
^er Hierzu Nr. 19 der „Jllnstrirten land- wirthschaftlichen Beilage".