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Gratisbeilagen rSUnfirirtts Sennragsblatt" «.AllnftrirLe landwirthschaftliche VeUage.'

ir. 107

Sicuftng i« 1-. geteilte

Amtlicher Theil.

Caffel, den 28. August 1901.

Im Verfolg der Verfügung vom 8. Mai v. Js. p. II. W. 0. 3154 ersuchen wir Sie, die Ortsvorstände i nzuweisen, die nach der Verfügung vom 20. Dezember 2 880 A. I. 14459 aufzustellenden Loosholzverzeichnisse & us Verlangen den Verwaltern der Obersörstereien, aus I enen das Loosholz abgegeben worden ist, zur Einsicht zur Entnahme einer auszugsweisen oder vollständigen ^lbschrist vorzulegen.

Königliche Regierung, ^lbtheilung für direkte Steuern, Domänen und Forsten B. 3 Behrendt. Kurlbaum.

f In die Herren Landräthe des Regierungsbezirks (mit t Ausnahme derjenigen zu Hanau, Gersfeld und f Rinteln). F. 0. 4269.

3 *

Hersfeld, den 6. September 1901.

Unter Mittheilung der vorstehenden Regierungsver- ügung an die Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises h Derben dieselben hierdurch angewiesen, den betreffenden Sperren Oberförstern die fraglichen Loosholzverzeichnisse ? conf, diesseitige Verfügung vom 9. Februar 1881, 2 lir. 14897, im Kreisblatt Nr. 14) auf Verlangen vor- F Ziegen.

^ 4980. Der Königliche Landrath f | Freiherr von Schleinitz,

Geheimer Regierungs-Rath.

' Hersfeld, den 4. September 1901.

In dem Verlage der Buchhandlung von Alwin Staude , in Berlin W 35, ist ein von dem Direktor der Provinzial- j Hebammen-Lehranstalt in Breslau, Dr. Paul Baumm, herausgegebenes Werkchen,Die praktische GeburtShülfe" erschienen.

Da sich das Werkchen nach seinem Inhalte und . wegen seiner klaren und leicht verständlichen Ausdruck- I weise zum WiederholungSbuche für Hebammen eignet, ' wird dasselbe hiermit zur Anschaffung, eventuell auf i Gemeindekosten, empfohlen.

4911. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz,

Geheimer Regierungs Rath.

Herjenskämpfe.

Roman von Hedda von Schmid.

(Fortsetzung.)

In Elmershort wird davon nichts recht zur Geltung kommen," gestand sie sich jedoch seufzend, als sie, nach der Anprobe einiger Gesellschaftstoiletten von ihrer Schneiderin kommend, an einem Spätnachmittage durch die belebte Kaufstraße mit ihren glänzenden Läden da- hinschritt.

m Nur im wechselvollen Leben der großen Welt konnte sie dauernd Befriedigung finden.

| Welch' ein entzückendes Dasein an der Seite eines geliebten, geistvollen Mannes! Welch' ein berauschendes ®efül)I, vereint mit ihm die Schönheiten ferner Länder kennen zu lernen!

DWalter! Walter I" schreit es plötzlich in Thea auf, schütze mich, rette mich vor mir selber, vor der Macht Her Verhältnisse, die mich erbarmungslos in mein Un­glück hinabzieht I"

| »Liebt er mich aber auch wirklich?" fragt sie sich, indeme, eine Beute erregter Empfindungen, immer schneller durch die Straßen dahinschreitet, in denen man schreibt Ende Februar, und wird noch verhält­nismäßig früh dunkel die Laternen angesteckt werden. 1 Sie achtet kaum auf ihren Weg, bemerkt nicht, daß sie in die zu dieser Stunde fast ganz menschenleeren Anlagen hineingeraten ist.

Seine Blicke sagen es, daß er mich liebt," murmelt

Hersfeld, den 5. September 1901.

Die unter den Schweinebeständen in der Gemeinde Kohlhausen ausgebrochene Röthlaufseuche ist erloschen.

I. 4965. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.

Hersfeld, den 4. September 1901. Die unter den Schafbeständen in der Gemeinde Wippershain ausgebrochene Räude ist erloschen. L 4905. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Nichtamtlicher Theil.

MMM oui bra Wanten her Pmichteil ginnten.

Aus den Präsidenten Mac Kinley ist ein leider erfolgreiches Attentat verübt worden. Präsident Mac Kinley wohnte in Buffalo am 6. d. M. Nach­mittags einer Aufführung in der Music Hall der Pan­amerikanischen Ausstellung bei. Plötzlich fielen kurz hintereinander zwei Schüsse. Mac Kinley sank bewußt­los in die Arme des Ausstellungs-Kommissars, der ihn dann mit Hilfe einiger Freunde nach der Rettungsstation trug. Eine Kugel drang dem Präsidenten in die linke Brustseite, die andere durchschlug beide Magenwände.

Der Name des Thäters ist Leo Czalgosz, ist deutsch-polnischer Abkunft und in Detroit geboren. Er ist von Cleveland hierher gekommen. In einem von ihm unterzeichneten Geständniß erklärte er, keine Mit­schuldigen zu haben. Der Gefangene ist ruhig, bekundet keine Reue und sagt, durch Lesen anarchistischer Schriften sei er zu der Ueberzeugung gekommen, daß die Regierung der Vereinigten Staaten durch und durch schlecht sei, und er habe gedacht, der beste Weg, dies zu ändern, sei, den Präsidenten zu tödten. Czalgosz zeigt keinerlei An­zeigen von geistiger Gestörtheit.

In Chicago sind fünf Anarchisten unter dem Verdacht der Mitschuld verhaftet worden.

Ueber den Hergang des Attentats wird weiter bekannt: Der Präsident kehrte Nachmittags 3 Uhr

sie vor sich hin, sich auf ihre Frage Antwort gebend, seine Augen verraten es, aber sein Mund schweigt. Darf er denn reden! Ich bin ja die Braut eine« andern I"

Ein Haßgefühl gegen Odo steigt in ihr auf, sie er­blickt ihn in einem häßlichen Licht. Sie vergißt, wie zartfühlend, wie liebevoll dieser edel und vornehm ge­sinnte Mann sich stets gegen sie gezeigt; sie meint ein Recht daraus zu haben, ihn zu hassen, weil sie an ihn gebunden ist.

Aber noch ist sie ihm ja nicht angetraut!

Noch kann sie das Band lösen, das sie an ihn fesselt!

Klarer denn je erkennt sie, daß sie Odo nicht liebt. Die Sucht, eine Rolle zu spielen, der lockende Glanz des Elmerschen Reichthums hat sie seine Braut werden lassen.

Thea bleibt stehen und macht eine Gebärde, als wolle sie etwas Widerwärtiges, das ihr gegen ihren Willen anhaftet, von sich abschütteln.

Frei sein aller Fesseln ledig---

In ihrer Aufregung hat sie sich in die entlegensten Theile der Anlagen verirrt. Ein Aufschrei entringt sich ihren Lippen, als sie den schmalen Weg, den sie be- ; schritten, plötzlich von einem Mann versperrt sieht.

Sie begreift, daß ein Vorbeischlüpfen an dem Unbe- i kannten unmöglich ist, und wendet sich zur Flucht. Der Fremde eilt schnellen Schrittes hinter ihr drein. Nun ist er bereits an ihrer Seite, sein weindunstiger Atem streift ihre Wangen.

Auf ein Wort, mein schönstes Fräulein!" flüstert er.

40 Minuten, begleitet von seinem Gefolge und Geheim­polizisten, von einem Ausflug nach dem Niagara zum Besuch der Ausstellung in Buffalo zurück. Vielen aus dem Spalier bildenden Publikum schüttelte er die Hände. In diesem Augenblick näherte sich ihm ein elegant ge­kleideter, mit einem Cylinder bedeckter Mann, der die rechte Hand mit einem Taschentuch umwickelt trug. Aus einem darin verborgenen Revolver feuerte er plötzlich auf drei Schritte Entfernung auf den ihm entgegen­tretenden Präsidenten zwei Schüsse ab, dann wurde der Attentäter von Geheimpolizisten niedergeschlagen. Der Präsident fragte zusammenbrechend:Bin ich geschossen ?" Er wurde sofort nach dem Krankenhaus übergeführt, wo die Kugel aus der Brust entfernt, die im Unterleib sitzende dagegen nicht gefunden wurde. Die letztere Ver­wundung ist nicht unbedenklich. Frau Mac Kinley, die selbst leidend ist, wurde erst drei Stunden später bei der Ueberführung des Präsidenten nach der Wohnung benachrichtigt. Der Attentäter, ein 23jähriger polnischer Anarchist aus Detroit, konnte nur mit Mühe vor der Wuth des Publikums geschützt werden.

Buffalo, 7. September. Die behandelnden Aerzte geben folgenden Bericht aus: Ein Geschoß traf den Prä­sidenten in den oberen Theil des Brustbeins, prallte jedoch ab. Das zweite Geschoß drang in den Unterleib 4 Zoll unterhalb der linken Brustwarze. Der Unterleib wurde durch das Geschoß durchbohrt. Der Wundkanal wurde gefunden. Das Geschoß drang in den Magen, ihn von vorn durchschlagend. Die Magenwand wurde sorgsam mit Seide zugenäht, sodann wurde die Hintere Wand des Magens untersucht und ebenso befunden; sie wurde auf dieselbe Weise geschlossen. Der weitere Lauf des Geschosses konnte trotz sorgsamer Untersuchung nicht gefunden werden. Die Wunde im Unterleib wurde ohne Schaden geschlossen. Es wurde keine Verletzung der Eingeweide oder anderen Organe des Unterleibes fest­gestellt. Der Patient hat die Operation gut überstanden. Ueber das Ergebniß der Operation kann noch nichts Bestimmtes gesagt werden. Sein augenblicklicher Zu­stand berechtigt zur Hoffnung, daß der Präsident wieder genesen wird. Ein 10 Uhr 40 Minuten abgegebenes : Bulletin besagt: Der Patient erholt sich in befriedigen- der Weise. Temperatur 100,4 Puls, 124, Athmung 24.

Buffalo, 7. September. Der Mörder Czol - gosz hat nervöse Anfälle, wenn man ihn anredet. Er i giebt auf die an ihn gerichteten Fragen ausweichende

Thea preßt die Lippen aufeinander und verdoppelt ihren Laufschritt.

Sie versteht nicht, was ihr Verfolger, der unauf­hörlich auf sie einredet, spricht; ihr Herz pocht vor Angst und vom atemlosen Lauf da endlich ein Kreuzweg im Labyrinth der Gänge, und hinter den entlaubten Boskets ein Laternenpfahl und sie traut ihren Augen kaum auf der Bank unter der Laterne eine ihr wohl­bekannte Männergestalt Walter von Härtung ....

Retten Sie mich!"

Es liegt mehr als die Bitte um Schutz gegen einen zudringlichen Straßenbummler in diesem verzweifelten Ausschrei.

Thea fühlt ihr Bewußtsein schwinden, in ihren Schläfen hämmert es rasend, sie taumelt, und als sie wieder Herrin ihrer Sinne geworden, findet sie sich neben Walter auf der Bank, von seinem Arm umschlungen.

Ihr Kopf lehnt an seiner Brust, eine süße Erschlaffung strömt durch ihre Glieder.

Was gilt ihr in diesen Augenblicken Odo, was Elmershort! Sie fühlt sich geborgen am Herzen des Mannes, der ihr Ideal geworden nach ihrer ersten Be­gegnung mit ihm. , m

Dann steigt eine heiße Schamröte in ihre Wangen, das Unpassende der Lage, in der sie sich eben befindet, kommt ihr jetzt zum Bewußtsein.

Herr von Härtung", stammelt sie verwirrt und macht den Versuch, sich aufzurichten,ich bitte lassen Sie mich gehen ich ich danke Ihnen, Sie haben mich von der Aufdringlichkeit eines Unverschämten befreit."