eficht, glatt rasut mit Schnurrbart. Seine Haltung it stolz und sebstbewußt. — Er befindet sich seit chreren Monaten in England und soll, nachdem er ine Zugehörigkeit zur britischen Krone erklärt hatte, imlich Informationen von Wichtigkeit an die Buren Südafrika gesandt haben. Seine Verhaftung soll it der Merrimans auf seinem Gut in der Kapkolonie Verbindung stehen, und man glaubt, daß Krause zur erhandlung nach Südafrika ausgeliefert werden soll, »eitere Verhaftungen dürften folgen, da die englische egierung die Mißerfolge in Südafrika jetzt mit angeb- chem Verrath beschönigen möchte.
London, 3. September. Die „Times" meldet rs Middelburg vom 1. September: Die letzten Maß- chmen scheinen die Wirkung gehabt zu haben, eine jarfe Linie zwischen den beiden Parteien unter den uren zu ziehen. Etliche, vielleicht erbittert durch ilcheners Proclamation, schloffen sich in der elften äunde dem Feinde an; aber Andere bekunden die bhafte Neigung, offen zu uns überzutreten. Im Laufe it Vorwoche liefen zwei Anerbieten von Holländern n, Sondercorps zu bilden, um die Kaprebellen ein- ifangen. (Das werden wohl wieder englische Phanta- -n sein!) __________________________________________
Aus $ro#ini mit AllHargebitt.
Hevsfeld, 4. September. In der letzten Sitzung w Geflügelzucht-Commission der Land- irthschastskammer wurde hinsichtlich der Ver- endung der verfügbare» Mittel zur Hebung der Ge- Ügelzucht beschloffen, zunächst alle Maßnahmen zu treffen, eiche zur Unterhaltung und eventl. Verbesserung der gehenden Stationen sich nothwendig oder erwünscht :weisen, auch denjenigen Zuchtstationsinhabern, welche ,re Station gut führen, bei anderweiten Wünschen in »ezug auf Hebung der Geflügelzucht nach Möglichkeit atgegenzukommen. Ferner sollen in .den Kreisen, wo ch ein Bedürfniß zeigt, E n t e n z u ch t st a t i o n e n crichtet werden, die mit Peking-, Aylesburey- oder touen Stämmen besetzt werden sollen.
Hersfeld, 4. Sept. Beim Einernten von Kraut, Lirsing, Kohlrabi rc. nehme man auch die -trünke aus dem Boden und verbrenne sie, denn der kohlgallenrüßler ist wieder in großer Menge an den Lurzeln. Diejenigen Pflanzen, welche falsche Köpfe ebildet haben, verbrenne man ebenfalls sofort.
* Hersfeld, 4, September. Eine allgemein ver- rettete Anschauung geht dahin, daß, sobald im lrbeitsvertrag vereinbart wurde, „Kündigung findet icht statt", der Arbeitsvertrag von jeder Seite in jedem lugenblick gelöst werden könne. Das Gewerbegericht stünchen hat nun in Uebereinstimmung mit dem Ge- lerbegericht Berlin dahin entschieden, daß auch bei tündigungsausschluß der Arbeitsvertrag nur für den Schluß eines Tages gelöst werden kann, der Arbeitgeber lfo den Arbeiter erst nach Ablauf des angefangenen Lages entlassen und umgekehrt der Arbeiter erst nach Üblauf dieser Zeit die Arbeit verlassen darf.
Ziegenhain, 31. August. Gestern Mittag gelang 15 dem außerhalb der Anstalt beschäftigten Zuchthaus- iräfling Antowiak zu entfliehen. Trotzdem man sofort ille umwohnenden Behörden benachrichtete und die Waldungen absucht, gelang es bis jetzt noch nicht, des Verbrechers habhaft zu werden.
Cafsel, 3. September. Aus B e b r a wird geschrieben: zerrte Morgen 8 Uhr passirte der chinesische „Sühne- irinz" mit Gefolge in einem Extrazug unseren Bahnhof. Die bezopften Herren erregten in ihrer eigenthümlichen Lracht das lebhafteste Interesse des am Bahnhof an- vesenden Publikums. Prinz Tschun schien in heiterster Stimmung zu sein. Nach einem Aufenthalt von 10 Minuten, während welcher Zeit ein Maschinenwechsel sorgenommen wurde, setzte die Sühnemission ihre 9Hfe iber Eichenberg Göttingen nach Berlin fort. („C. T.") Casfel, 2. September. (Viehmarktsbericht.) Schlachtvieh. Es kosten die 50 kg Schlachtge- vicht von Ochsen L Qualität 66—68 M.. II. Qualität 34—65 Mk., III. Qualität 61—63 Mk., Bullen I. Qualität 57—59 Mk., II. Qualität 53—56 Mk., Kühe Ü Qualität 57—59 Mk, II. Qualität 54-56 Mk., III. Qualität 51—53 Mark; Schweine I. Qualität 65—66 Mark, II. Qualität 63-64 Mk., III. Qualität 61—62 Mark. Ausländische Kälber das kg Fleischgewicht 60—65 Pf., Hämmel 60-65 Pf.
Casfel, 2. September. Viel Scherben gab es noch am letzten Tag auf der Herbstmesse am Ständeplatz. Ein großer Bernhardiner Hund sprang nämlich aus Freude über das Erscheinen seines Herrn mitten in eins der auf der Erde ausgebreiteten Porzellanläger hinein, fodaß links und rechts die Scherben flogen und eine beträchtliche Anzahl der kleinen Gegenstände in Stücke ging. Der Besitzer des Hunde« mußte für den Schaden auskommen und die Verkäuferin hatte ein rasches und glattes Geschäft gemacht.
Hanau, 2. September. Gestern Nachmittag wurde die Leiche des früher der Capelle des 97. Infanterie- Regiments angehörenden Musikers Schulz in dem Wasser der Bruchkölber Steinbrüche gefunden und nach dem Friedhofe verbracht. Die Hingabe zum Trunk führte den talentvollen Mann zum Selbstmord.
Frankfurt, 3. September. Zwischen einem Offizier in Uniform und einem Referendar, der Reserveleutnant ist, ereignete sich heute auf der Straße ein nicht unblutiger Zusammenstoß. Der Vorgang trug sich an dem Hause Kronbergerstraße 35 zu. Um
4 Uhr Nachmittags, so berichten Augenzeugen, fuhr dort der Offizier mit einer Dame in einer Droschke vor. Das Paar ging in das Haus, während der Wagen wartete. Gleich darauf kamen drei Herren in Civil eilig zu dem Hause und besetzten die Thür. Als das Paar nach kurzer Zwischenzeit aus dem Hause kam, vertraten ihm die Drei den Weg und der Referendar griff den Offizier mit Stockschlägen an. Der Ueber, faüene zog den Säbel, hieb auf den Gegner ein und verwundete ihn. Der Kutscher sprang dazwischen und verhinderte weiteres Blutvergießen. Die Ursachen des Streites und die Namen der Betheiligten sind zur Stunde noch nicht festgestellt.
Frankfurt a. M., 2. Sept. Wie die hiesigen Abendblätter melden, ist am Sonnabend der Buchhalter der Architectenfirma Beck u. Grünewald, Namens Wend - land, der im Austrage seiner Firma 50 000 Mk. bei zwei hiesigen Bankhäusern eintragen lassen sollte, mit dem Gelde verschwunden.
Heiligeustadt, 29. August. Ein bedauernswether Unfall ereignete sich beim Bau der neuen Telephonanlage in Über. Dem Arbeiter Karl Baumgarten aus Heringen wurde mittels eines eisernen Gegenstandes ein Auge ausgestoßen.
Gießen, 27. August. Kürzlich wurde der frühere Straßenwart Wilhelm Döll von Langd wegen einer Krankheit, der man nicht recht auf die Spur kommen konnte, nach Gießen in die Klinik gebracht. Da Döll im Feldzuge 1870/71 einen Schuß in das Schulterblatt erhalten hat, kam man auf die Vermuthung, daß möglicher Weise die Kugel noch im Körper stecke. Und richtig, mittels Röntgenstrahlen wurde die Kugel oberhalb des Hüftknochens aufgefunden! Der Mann hat also die Kugel, die nach und yach tiefer gerutscht war, über 30 Jahre im Leibe getragen.
Herieshausen, 2. Sept. In dem benachbarten Gerstungen wurde heute Mittag der Rangirer Schlosser bei dem Rangiren eines Güterzuges auf dem dortigen Bahnhöfe übersahren, so daß sofort der Tod eintrat. Der Bedauernswerthe hinterläßt eine junge Wittwe mit zwei unmündigen Kindern.
$ t r in i f 1611 §.
— [®in Urtheil über das Handwerk.) Ueber das Handwerk finden sich recht beachtenswerthe Bemerkungen in einem Berichte des Gewerberathes der Provinz Pommern. Es heißt darin: Nach wie vor macht sich der Mangel an Lehrlingen im Handwerk recht fühlbar. Ueber die Abneigung der jungen Leute, sich für ihren Lebensberuf dem Handwerk zuzuwenden, klagten die Meister öfters bei Besichtigungen sowie in den Sprechstunden. Die Lehrlinge gehen fast nur noch aus den allerärmsten Volksklassen mit der geringsten Schulbildung hervor, während Knaben mit guter Handschrift meistens die Laufbahn als Schreiber dem Lehrlingsstande vorziehen. Haben sie außerdem noch gute Schulzeugnisse und besitzen Gewandtheit im Rechnen, so glauben die Eltern den Sohn zu einem höheren Beruf befähigt und lassen ihn oft unter großen Entbehrungen lieber Kaufmann werden oder schicken ihn sogar einige Jahre auf das Gymnasium. Das Vertrauen auf den goldenen Boden des Handwerks ist in den Kreisen, aus denen früher seine Angehörigen hervorgegangen sind, leider entschwunden, obwohl gerade bei dem großen Mangel an Nachwuchs junge strebsame Handwerker die allerbeste Aussicht auf eine gute Zukunft haben. Viel Schuld hieran tragen die in manchen Blättern immerfort wiederholten Behauptungen, daß das Handwerk seine Berechtigung verloren habe und demnächst ganz von der wachsenden Großindustrie verdrängt werden würde. Diese Behauptung ist durchaus falsch. Das Handwerk lebt noch recht kräftig und wird niemals durch die Groß Industrie beseitigt oder ersetzt werden können, wohl aber sind die geistigen und künstlerischenAnforderungen, welche an ein Handwerk gestellt werden, gewachsen, und ein Tischler ober Schlosser, der die Fortbildungsschule nicht mit Erfolg besucht hat, wird nur geringe Aussicht haben, weiter zu kommen. Das steht fest, ein Handwerker, der sein Geschäft versteht und den Anforderungen entspricht, welche die fortgeschrittene allgemeine Wohlhabenheit und der auSgebildetere Kunstgeschmack stellen, wird stets in allgemeiner Achtung stehen und der klingende Lohn wird ihm nie fehlen. Leider wird den Handwerksmeistern die Ausbildung der Lehrlinge sehr erschwert durch den Geist der Unbotmäßigkeit, der vielfach unter den jungen Leuten herrscht und leider nicht selten von den Eltern genährt wird.
— Ein schreckliches Unglück hat sich in Kehr- walde im Kreise Marienwerder ereignet. Nahe beim Schulhause war ein neuer Brunnen angelegt worden Als der Lehrer Gzella in die Tiefe sehen wollte, löste sich, wie der „Ges." berichtet, von dem ausgeworfenen Sande eine bedeutende Masse los, riß den Lehrer mit sich in den 52 Fuß tiefen Brunnen und bereitete ihm hier ein schreckliches Ende. Der Arbeiter Gavriel aus Barloschno, die einzige Stütze seiner armen Eltern, wurde ebenfalls mitgerissen und in dem Sande begraben. Ein Lehrling, der im Brunnen beschäftigt war, wurde dadurch gerettet, daß er sich an die Mauer drückte und mit den Händen festhielt. Bei dem Lehrer war die halbe Rumpf- seite völlig zerquetscht und der linke Fuß von dem Beine abgerissen. Gzella hinterläßt eine sehr leidende Frau mit vier unversorgten Kindern. ww
— (Tödtlich er Unglücksfall eines Düsseldorfer Offiziers.) Gelegentlich einer Ausfahrt,
die der Hauptmann v. Diemar der 3. Compagnie dein Düsseldorf garnisonirenden Niederrheinischen Füsilier- Regiments Nr. 39 in Begleitung seines Burschen unternommen hatte, gingen die Pferde durch, und der Wagen wurde schließlich mit großer Gewalt gegen einen Prellstein geworfen, wodurch das Gefährt umstürzte und die Insassen auf das Pflaster geschleudert wurden. Hierbei erlitt der Hauptmann schwere Verletzungen, an deren Folgen er schon in dem Flur eines Hauses, wohin man ihn schleunigst gebracht hatte, verschied. Er hatte einen doppelten Beinbruch und einen Schädelbruch davonge- tragen. Sein Bursche wurde ebenfalls am Kopfe schwer verletzt, doch befindet er sich außer Lebensgefahr.
— Eine internationale wissenschaftliche Ballonfahrt findet am 6. d. Mts. statt. Es steigen bemannte und unbemannte Ballons auf in Trappes, Paris, Straßburg, München, Wien, Krakau, Bath, Berlin, Petersburg, Moskau. Der Finder eines jeden unbemannten Ballons erhalt eine Belohnung, wenn er der beigegebenen Jnstruction gemäß den Ballon und die Instrumente sorgfältig birgt und an die angegebene Adresse sofort telegraphisch Nachricht sendet. Auf eine vorsichtige Behandlung der Ballons und Instrumente wird besonders aufmerksam gemacht.
— Eine heitere Szene erzählt die „Truth" von einem Gutsbesitzer und seinen Leuten: Der Herr lustwandelte an einem heißen Augusttage in seinem Park und begegnete dabei dreien seiner Arbeiter, die sich in der glühenden Hitze abmühten. Einer von ihnen erlaubte sich in der Hoffnung, das harte Herz des Herrn zu rühren, die Bemerkung: „Es ist heute sehr heiß, Herr." „Wenn Ihr .... wollt, so wißt Ihr ja, mb der Brunnen und der Eimer ist!" war die barsche Antwort. Der Baron setzte seinen Weg fort, als es ihm plötzlich einfiel, daß er seinem Diener den Auftrag gegeben hatte, drei Flaschen Sekt vermittels des Eimers in den Brunnen zur Abkühlung zu versenken. Mit Windeseile stürmte er dem Brunnen zu, aber er kam zu spät. Drei weißköpfige leere Flaschen bezeugten, daß seine Arbeiter die „Früheren" waren.
— Ein Mißgeschick ist der in A l l e n st e i n garnisonirenden auf dem Manövermarsche weilenden 3. Batterie des Feldartillerie-Regiments Nr. 73 zugestoßen. In der Nacht zum 26. August wurde, dem „Ges." zufolge, in Bladiau aus der Wohnung des Wachtmeisters der Akten kästen, in dem sich auch die Batteriekasse mit etwa 1000 M Inhalt befand, fortgetragen. Der Kasten ist hinter einer Scheune erbrochen und die Kassette gestohlen worden.
— (Der gewissenhafte Curgast.) Das „Karlsbader Tageblatt" berichtet: Kam da vor einigen Tagen ein Curgast zu einem Arzt, und nachdem der Letztere den Patienten gehörig untersucht hatte, und ihm genaue Vorschriften Über Diät usw. gegeben hatte, sagte er zum Schluß: „Und was das Rauchen anbelangt, so beschränken Sie sich auf drei Cigarren und nicht mehr." Nach einigen Tagen kommt der Patient wieder zum Doctor. „Na, wie geht's?" fragte dieser. „Es ging ganz gut," sagte der Mann verlegen, „nur mit dem Rauchen fällt es mir schwer." „Thut mir leid," meinte der Arzt categocisch. „Drei Cigarren täglich; Sie müssen sich den Anordnungen fügen." „Ja, Herr Doctor, das wird mir sehr schwer; ging's nicht vielleicht mit zwei? Mir wird nach jeder Cigarre schlecht . . ." „Ja, Mensch," rief der Doctor entsetzt aus, „warum rauchen Sie denn dann überhaupt?" „Ja, aber Herr Doctor, Sie haben mir doch gesagt: Sie rauchen drei Cigarren per Tag und nicht mehr, und da hab' ich geglaubt, ich muß drei Cigarren rauchen; ich hab' bisher noch niemals in meinem Leben geraucht und hab' mich gezwungen, Ihre Anordnung zu befolgen." Dem Arzt wurde es sehr schwer, ernst zu bleiben, denn ein derartiges Miß- verständniß war ihm noch niemals in seiner langjährigen Praxis vorgekommen.
— Aus Zernez (Graubünden) schreibt man der „N. Zürch. Ztg." In der Nacht vom Sonnabend auf Sonntag hausten Bären in einer urtserer Alpen, Barlatsch genannt. Der Schäferhund wurde unruhig und bellte in der Richtung thalabwärts. Da der Hirt glaubte, es käme etwa ein Alpgenosse, ihn zu besuche«, sperrte er den Hund in die Hütte ein. Morgen« fand er acht vom Bären aufgeriffene Schafe, denen dieser Lunge, Leber, Herz gefressen hatte; eine« davon hatte Meister Petz bereit« ganz verspeist. Da« Schlachtfeld zeigte aber noch mehr Todte. In der Angst flohen die Schafe die stark steinige, theil« felsige Alp hinauf, wurden aber wieder heruntergetrieben und.dabei brachen sie Beine, Rippen, Schädel. Im Ganzen find 30 Thiere todt und noch acht verwundet, die geschlachtet werden müssen. Der Betroffene ist ein Bergamasker. Vier bewährte Jäger aus Brail und Cinuskel gingen zur Stelle ; der Bär kehrt gewöhnlich nach acht Tagen wieder,^ um seine Beute wegzuholen, d. h. das, was er in der Fülle zurückgelassen. Hiesige Bürger glauben, daß eine alte Bärin mit zwei Jungen dagewesen sei.
— Der „Pol. Corr." wird berichtet, daß es unter Anwendung der Brandtschen Bohrmaschine gelungen ist, den Si mplo n-Tun nel bis auf 10 300 Meter vor- zutreiben. 6000 Arbeiter, nahezu sämmtlich Italiener, sind bei diesen Arbeiten beschäftigt, 3700 auf der.Brieger Seite und 2300 auf der Seite von Jselle. Die Simplon- Tunnel-Bauunternehmung, Brandt, Brandau u. Cie, versichert, daß, wenn keine unvorhergesehenen Fälle ein« treten, die Riesenarbeit im Mai 1904 beendet sei.