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Erscheint wöchentlich drei Mal

Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.

Die Jnsertionsgebühren betragen für den Raum einer Spaltzelle 10 Pfg., im amtlichen Theile 15 Pfg. Reklamen die Zeile 20 Pfg. Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.

Abonnementspreis vierteljährlich 1 Mark 40 Psg. excl. Postaufschlag.

Nr. M. Woll den 27. August WOL

Bestellungen auf das Hersfelder Kreisblatt mit den Gratisbeilagen Jllnstrirtes Sonntagsblatt" -* Wustrirte landwirthschaftl. Beilage" für den Monat September werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Theil.

Es zu unserer Kenntniß gekommen, daß im dies­seitigen Bezirke Schulkinder mehrfach zum Grabgefolge Verstorbener, sowie zum Singen bei Begräbnissen seitens der Lehrer herangezogen werden, ohne daß dabei auf die Krankheiten, welche den Tod herbeigeführt, Rücksicht ge­nommen wird.

Da durch die Theilnahme von Lehrern und Schülern an Leichenbegängnissen solcher Personen, die an an­steckenden Krankheiten gestorben waren, diese Krankheiten leicht weiter verbreitet werden können und thatsächlich auch weiter verbreitet sind, so sehen wir uns zur Ver­hütung der Weiterverbreitung von ansteckenden Krank­heiten durch die Theilnahme von Lehrern und Schülern an Leichenbegängnissen zu folgender Anordnung veranlaßt:

Die Betheiligung von Schülern bei Leichenbegängnissen ist ausgeschlossen, wenn der Verstorbene von einer an­steckenden Krankheit dahingerafft, oder wenn auch nur der Verdacht vorliegt, daß dieses geschehen sei. Vor der Zulassung der Kinder zum Leichenbegräbniß (Singe- leichen) ist der Lehrer verpflichtet, in jedem Falle zu­verlässige Nachrichten einzuziehen. Die Lehrer selbst haben sich der Theilnahme an Leichenfeiern, sofern sie am offenen Sarge im Sterbehause abgehalten werden, überhaupt möglichst zu enthalten. Sollte jedoch der Verstorbene einer ansteckenden Krankheit erlegen sein und der Lehrer ein Betreten des Sterbehauses nicht um­gehen können, so hat er vor der Ausnahme des Schul­unterrichtes die dabei getragenen Kleider zu wechseln und, sofern eine andere Desinfektion nicht ausführbar

Herzenskiimpfe.

Roman von Hedda von Schmid.

(Fortsetzung.)

Jella hält mich selbstverständlich für taktlos. Ob­gleich Tante Martha auf der andern Seite des Hauses schläft, wurde sie doch durch die Musik gestört. Oh, dieser Champagner I das kommt davon, wenn man seine täglichen Sorgen, die Gedanken an seine trübe Zu­kunft betäuben will! Walter hatte ebensoviel getrunken, wenn nicht mehr, sonst hätte er mir die Idee, seiner Schwester ein Ständchen zu bringen und den alten Damen ihren Schlaf zu stören, ausgeredel."

Walter und Alfred kannten einander nur oberflächlich, sie empfanden gegenseitig keine besondere Zuneigung, doch lag auch nichts vor, was ihre Beziehungen störte; und so gestaltete sich ihr Verkehr leidlich gut.

Jella hatte Alfred wenig von Walter erzählt; er wußte nicht, daß sich die Stiefgeschwister eigentlich recht fern standen.

Gerüchtweise hatte er vernommen, daß Walter auf der Universität Schulden gemacht und über seine Ver- Hältniffe gelebt, ja, daß er einmal irgend einer dummen Geschichte halber für zwei Semester aus der Korporation, welcher er angehörte, gestrichen worden. Weshalb dies geschehen, dessen entsann sich Alfred nicht mehr. Wahr­scheinlich war der Wein an allem schuld gewesen wo­zu der die schwachen Menschen verleitete, das wußte Alfred ganz gut.

ist, sie sogleich im Luftzuge oder in der Sonne zu des­infizieren.

Wir veranlassen die Herren Kreis- und Lokalschul- inspektoren für die genaue Befolgung dieser Bestim­mungen innerhalb ihres Schulbezirks Sorge zu tragen und den Ihnen unterstellten Lehrern demgemäß das Er­forderliche zu eröffnen. (B. 4100.)

Cassel am 20. März 1901.

Königliche Regierung, Abtheilung für Kirchen- und Schulsachen.

* * *

Hersfeld, den 23. August 1901.

Die Ortspolizeibehörden des Kreises mache ich hier­mit auf die vorstehend abgedruckte Verfügung der König­lichen Regierung, Abtheilung für Kirchen- und Schul­sachen zu Cassel vom 20. März d. Js. (veröffentlicht im Schulverordnungsblatt Nr. 2) besonders aufmerksam, um auch Ihrerseits dazu mitbeizutragen, daß Begräbniß- feiern unter Zuziehung von Schulkindern (Singeleichen) bei ansteckenden Krankheiten nicht abgehalten werden. Nöthigen Falles wäre die Abhaltung derartiger Begräbnißfeiern im Einzelfalle polizeilich zu untersagen. I. 4668a. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersseld, den 11. August 1901.

Königliches Landrathsamt ersuche ich um Vorladung der nachfolgenden Trichinenbeschauer zur Nachprüfung in meine Wohnung, Marktplatz 227, und zwar auf: Montag den 2. September, 1901 Vormittags 9 Uhr

1. Justus Schmidt in Allendorf.

2. Conrad Nuhn in Asbach.

3. Andreas Orth in Asbach.

4. Jakob Schmidt in Aua.

5. Justus Götz in Ausbach.

6. Jakob Nikolaus Glebe in Beierstzaufen.

7. Georg Wenk in Bengendorf.

8. Jakob Kehl in Biedebach.

Dienstag den 3. September 1901, Vormittags 9 Uhr:

1. Ludwig Mohr in Conrode.

2. Johann Heinrich Möller in Friedewald.

3. August Eichmann in Friedewald.

4. Peter Hahn in Friedlos.

5. Georg Otto in Frielingen.

Er seufzte bei diesem Gedanken.

Sehr verstimmt begab er sich in das Friedensgericht.

Dort ward die Angelegenheit, die ihn hingeführt, so­gleich vorgenommen und rasch erledigt. So kam es, daß er bald wieder dem Hause seiner Verwandten zuschritt.

Er wollte sofort nach Schönheide zurückkehren. Jella vorher zu besuchen, wagte er nicht, da er sich ja denken konnte, daß sie ihm zürnte. Er wußte, sie haßte der- gleichen auffallende Huldigungen, die in ihrer beider Lage so gar nicht am Platze waren.

XII.

Als Jella am Morgen nach dem Ball blaß und müde am Kaffeetisch erschien, fand sie ihren Bruder und Tante Jettchen bereits dort vor.

Walter ließ sich mit der Bequemlichkeit eines Paschas von dem alten, kindischen Tantchen bedienen.

Ah, Jella, guten Morgen, wie ist dir der Ball be­kommen

Mit dieser, von einem halbversteckten, unverschämten Lächeln begleiteten Frage streckte er, ohne sich von seinem Sitz zu erheben, der Stiefschwester nachlässig seine Hand entgegen.

Danke, gut I" erwiderte Jella kurz.

«Du flehst übernächtigt aus," fuhr Walter fort. Konntest du vielleicht nach der musikalischen Störung keinen Schlaf mehr finden? Es war unklug von mir, daß ich den Hausschlüssel zur Verfügung stellte; draußen hätte aber nicht gespielt werden können, denn es war sehr kalt."

6. Hermann Schwerer II. in Frielingen.

7. Heinrich Schwalm II. in Gersdorf.

8. Jakob Fink in Gershausen.

Mittwoch den 4. September 1901, Vormittags 9 Uhr:

1. Georg Croll in Gittersdorf.

2. Andreas Kehl in Goßmannsrode.

3. Georg Wiegand in Harnrode.

4. Heinrich Schmauch in Hattenbach.

5. Wilhelm Görke in Hattenbach.

6. Friedrich Grau in Heddersdorf.

7. Adam Schade in Heenes.

8. Wilhelm Brandenstein in Heimboldshausen.

Donnerstag den 5. September 1901, Vormittags 9 Uhr:

1. Adam Sippel in Herfa.

2. Friedrich Carl Manstus in Heringen.

3. Georg Wilhelm Bommer in Heringen.

4. Johann Georg Engelhardt in Heringen.

5. Johannes Müntzel in Hillartshausen.

6. Heinrich Deißenroth II. in Hilmes.

7. Adam Schäfer in Hilpertzausen.

Dieselben haben zur Nachprüfung ihr Mikroskop nebst sonstigen Geräthschaften, das Fleischbeschaubuch und 3 Mark Prüfungsbebühr mitzubringen.

Medizinalrath Dr. C. Vietor, Kreisarzt. An Königliches Landrathsamt in HerSfeld.

* *

Hersfeld, den 22. August 1901.

Die Herren Ortsvorstände der oben aufgeführten Ortschaften haben die Vorladung der betreffenden Trichinenbeschauer nach dem vorstehend bekannt gegebenen Ersuchen des Kreisarztes Herrn Medizinalraths Dr. Victor hier zu bewirken.

I. 4698. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath

Zur Zweikuiser-Begegnung.

Die Theilnahme des Kaisers von Rußland an den Danziger Flotten-Manöoern ist nun amtlich bekannt ge­geben worden. Der Zar folgt einer Einladung, die Kaiser Wilhelm ergehen ließ, weil er damit einem

Allerdings habe ich fast garnicht geschlafen," erwiderte Jella.Tante Martha war durch die unerwartete nächt­liche Störung ganz aus der Ruhe gekommen und be­durfte für einige Stunden unausgesetzt meiner Pflege."

Schade, daß Euch das Ständchen so alarmirte," meinte Walter, sich behaglich eine Cigarre ansteckend.

Ich konnte mir denken, daß Du die Hand mit im Spiele gehabt, Walter", nahm Jella das Wort.

Sehr schmeichelhaft für mich, diese Voraussetzung," schaltete Walter ein wenig verbissen ein.Im ganzen finde ich es höchst lächerlich, über das Ständchen soviel Worte zu machen. Das ist echt kleinstädtisch!"

Du und Alfred ihr beide wußtet doch, daß der Doktor Tante Martha die größte Ruhe anbefohlen. Diese plötzliche nächtliche Störung hätte für die arme Leidende verhängnißvoll werden können. Gottlob, daß es nicht der Fall ist!"

Ich habe einmal gehört und gelesen, daß Galeeren­sklaven ihre Ketten mit der Zeit lieb gewinnen. Nun vernehme ich die Bestätigung dieser ungewöhnlichen Thatsache aus Deinem Munde. Dein freiwilliger Frondienst au« eingebildeter Schwärmerei, liebste Jella, ist mir völlig schleierhaft."

Lassen wir das, es gehört nicht hierher. Die An­sichten über die Pflichten gegen unsere Nächsten sind ja auch verschieden", versetzte Jella in herbem Ton.

Aber der Heirathsmarsch ausLohengrin" ist doch so schön," lachte Walter spöttisch.

Ich begreife nicht," fuhr Jella jetzt unwillig auf, wie Alfred so so" sie suchte augenscheinlich nach