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Jnfanterie-Regiment von Wittich von der Kaserne, Hohenzollernstraße, den Marsch in das Manövergelände an. Dasselbe bezieht zunächst Quartiere in der Nähe von Jstha und finden zunächst die Excercitien im Re- gimente bei dem genannten Orte statt. Das Infanterie­regiment Nr. 167 folgt am Sonnabend, das 2. hessische Husaren-Regiment Landgraf Friedrich von Hessen-Hom­burg am Montag, das hessische Feldartillerie-Regiment Nr 11. am Dienstag, das hessische Train-Bataillon Nr. 11 compagnieweise in der darauffolgenden Woche.

§ Gaffel, 21. August. (Getreide-, Futter- und Düngermarkt.) Der heutige ziemlich stark besuchte Markt verlief in träger Haltung; Roggen, der reichlich angeboten war, fand willig Nehmer; Weizen hatte infolge erschwerter Absatzverhältnisse nur beschränkten Verkehr. Hafer war nur in vereinzelten Partieen am Markt, deren Qualitäten wenig befriedigte. In Futter- und Düngemitteln vollzogen sich größere Umsätze. Wir notiren: Weizen 16,2516,50, Roggen 14,2514,50, Hafer 14,0014,50, Gerste 14,5016,00 Mk., alles per 100 Kg. ab oder Parität. Hier für Ladungen von 10 000 Kg.

Hanau, 21. August. Von einem fürsorglichen Selbstmörder kann unsere Nachbargemeinde Bürzel be­richten. Der Bürgermeister der genannten Gemeinde erhielt vorgestern eine Postkarte mit der Mittheilung, daß sich der Schreiber derselben erhängen werde; der Herr Bürgermeister möge ihn aber nicht so lange hängen lassen. Nach Einlauf der Karte begab man sich sofort an den bezeichneten Ort und fand den Schreiber der Karte bereits als Leiche. Es war der 40 Jahre alte ledige Maurer Stürmer aus Pflaumheim.

Gelnhausen, 20. August. Sonnabend Abend passirte hier ein eigenartiges Unglück. Herr Bürger­meister Kunkel von Mosbürn bei Bieder begleitete feine Tochter nach Frankfurt. Auf dem Heimwege wurde er in Gelnhausen beim Verlassen des Zuges von einem Posthandwägelchen dermaßen angefahren, daß er Ver­letzungen der Gedärme erlitt und auf dem Transport in seinem Heimathsort verstarb.

Lispenhausen, 21. August. Gestern Nachmittag wurde das etwa 5 Jahre alte Töchterchen der Wittwe Gerhardt von einem von Bebra kommenden Automobil überfahren. Das arme Kind erlitt einen doppelten Rein-, sowie einen Armbruch und schwere innere Ver­letzungen. Das Kind wird kaum am Leben erhalten werden können. Die Mutierest um so mehr zu bedauern, als sie vor gerade einem Jahr ihren Mann dadurch verlor, daß er von einer Strohpresse überfahren wurde.

Biedenkopf, 21. August. Heute Mittag gegen 12 Uhr entstand in der Untergasse dahier Großfeuer, welchem innerhalb einer Stunde 10 Oeconomiegebäude zum Opfer fielen. Die Gefahr für die benachbarten Wohngebäude, welche zum Theil bereits Feuer gefangen hatten, wurde durch das energische Eingreifen der Feuerwehr beseitigt. Sämmtliche Fruchtvorräthe, Schreinerholz und dergleichen sind verbrannt. Ein Feuerwehrmann ist verunglückt.

Frankfurt a. M«, 21. August. Gestern Morgen ereignete sich am Rathschildsring am Neubau des Unter­nehmers Hämel ein schwerer Unfall. In der Höhe des dritten Stockwerks löste sich plötzlich ein etwa 1 Cent- ner schwerer Stein los und traf den unten stehenden 17 Jahre alten Maurer Heinrich Becker aus Volldorf. Dem armen jungen Mann wurde der Schädel voll­ständig zertrümmert.

Marburg, 20. August. InAldorpsen wurden in einer Mergelgrube vier Polinnen ver­schüttet; zwei davon sind todt, zwei schwer ver­wundet.

Aus Thüringen. In E b e r S d o r f bei Ludwig­stadt kam es gelegentlich der Kirchweih auf dem Tanz­platze zu Streitigkeiten, die in Thätlichkeiten ausarteten. Der verheirathete Brauer Roth wurde auf dem Nach­hausewege Nachts verfolgt und niedergeschlagen.

! Heinrich Babel,^WM

Grösstes Lager

mit Fabrikation.

K e r in i f d) t1 §.

Eine seltsame Bitte hat eine Thüringerin an einen Danziger Looshändler gerichtet. Das Schreiben lautet:Sehr geehrter Herr I Ich komme mit einer großen Bitte zu Ihnen erfüllen Sie mir meine herzliche Bitte ich bin eine unglückliche Frau ich brauch es so nothwendig, ich habe so viel Unglück gehabt lassen Sie mir einmal eine glückliche Nachricht zukommen es liegt in Ihrer gütigen Hand machen Sie eine arme unglück­liche Familie glücklich ach lassen Sie mich das große Loos gewinnen ich wende es gut an und die Marienburg bekommt wieder ein gut Theil davon lassen Sie sich erweichen Gott lohnt es tausendfältig wieder, was Sie Gutes einer armen Familie thun ich schicke sauer ver­dientes Geld ich denke es bringt Glück und daß ich durch Ihre gütige Hand Glück habe. Es ist ja doch egal wer es bekommt bei uns kommt es in gute Hände bitte noch- mal uns diesmal glücklich zu machen. Hochachtungsvoll Frau A "

Berlin, 22. August. Ein seit einiger Zeit beschäftigungsloser Kaufmann Köhler vergiftete seine zwei 4 beziehungsweise 6 Jahre alten Kinder und dann sich selbst.

Berlin, 21. August. (Selbstmord eines Liebespaares.) Unmittelbar hinter der Station Grünau hat sich heute Nacht ein Liebespaar vom Schnell­zuge Görlitz Berlin überfahren lassen. Die Räder der Maschine trennten beiden den Kopf vom Rumpf. Aus einem Arbeitsbuche, das der getödtete junge Mann bei sich trug, konnte er als der zwanzigjährige Schrift­setzer Willy F. recognoscirt werden, der in einer Druckerei in der Köpenicker Straße beschäftigt war. Ferner fand man bei ihm noch ein leeres Portemonnai, eine Nickel- Uhrkette mit Uhr und ein abgebrochenes, haarscharf ge­schliffenes Küchenmeffer. Das junge Mädchen, dessen Persönlichkeit noch nicht festgestellt werden konnte, trug ein weißes Kleid, weiße Unterröcke und braune Leder­stiefel.

Eine schaurige Eisenbahnfahrt mit einem wahnsinnigen Lokomotivführer machten dieser Tage die Passagiere eines Personenzuges der Nordost- bahn-Nebenlinie Hinweil Effretikon. Mitten auf der Fahrt wurde der Lokomotivführer wahnsinnig. Er setzte, wie derN. Fr. Pr." aus Zürich geschrieben wird, den Zug in vollen Lauf, rasend donnerte dieser über die Schienen und achtete kein Halt- und Warnungssignal mehr. Bald aber setzte der Irrsinnige auch die Sig­nalpfeife in Funktion, gellend ertönten in rascher Auf­einanderfolge die Pfiffe, so daß Alles erschreckt ausfuhr. Der Kranke hatte den Wahn, die Linie sei mit Hinder- nissen gesperrt, und das diente zur Rettung der Passa­giere. Das Zugpersonal eilte an die Bremsen, und dem Lokomotivheizer gelang es, den irrsinnigen Führer in einer Station zum Anhalten zu veranlassen. Aber den Wahnsinnigen zum Verlassen der Lokomotive zu bringen, vermochte man nicht, und schon wollte er weiter dampfen, als rasch der Zug losgekoppelt ward. Jetzt erst verließ der Mann seine Maschine, und die Gefahr war vorüber.

Philadelphia, 20. August. In der ver­gangenen Nacht erfolgte in den Gruben der Standard Oil Compagnie eine Explosion. Fünf Mann wurden getödtet. Es brach ein ungeheures Feuer aus, das sich weiter ausbreitet. Achtzehn Tanks sind zerstört. Die deutschen SchiffeGutheil" undMarie," die Petroleum luden, wurden den Fluß hinabgeschleppt und so in Sicherheit gebracht.

München, 22. August. Die Möbelfabrik von Wild mit großen Lagern ist in Folge Brandstiftung völlig niedergebrannt. *

Ueber den Zusammenstoß der Alaska- DampfersIsländer" der Kanadischen Pacific- Gesellschaft in der Nähe von I u n e a u , Alaska, mit einem Eisberge am letzten Freitag Morgen wird noch

Besohlen der Stiefel innerhalb 1 Stunde

Folgendes gemeldet: Der Dampfer sank binnen 20 Mi­nuten. 65 Mann, theils Passagiere, theils Leute der Besatzung, fanden ihren Tod in den Wellen. Einer der Passagiere erzählt, daß, wenn nicht bei dem Zusammen­stoß der Kapitän erklärt hätte, daß keine Gefahr vor­handen sei, alle Passagiere hätten gerettet werden können. So blieben Viele unter Deck. Der Dampfer war nicht einmal eine Meile vom Ufer entfernt und das Wasser war vollkommen ruhig. 107 Personen wurden gerettet. Einer der zurückkehrenden Goldsucher hatte 8000 Dollars in Gold um seinen Leib geschnürt. Dieses Gewicht machte den Rettungsgürtel wirkungslos und der Betreffende ertrank. 1 Million Dollars in Gold gingen mit zu Grunde. Einem Telegramm derDaily Mail" aus Victoria (Britisch Columbia) zufolge lief der 1888 er­baute Dampfer beim Zusammenstoß mit dem Eisberg 14 Knoten. Der Lootse stand zur Zeit des Zusammen­stoßes auf der Kommandobrücke und schaute mit seinen Nachtgläsern nach Eis aus, und obgleich der Eisberg am Steuerbord gesehen wurde, sah er sonst kein Eis. Plötzlich hörte er das Krachen des Zusammenstoßes an der Back­bordseite und eilte dorthin, sah aber auch dann das Eis nicht, das scheinbar unter den Dampfer gegangen war. Kapitän Foote stürzte auf die Brücke, und gleichzeitig wurde gemeldet, daß das Schiff sich fülle. Der Kapitän schien die Gefahr nicht für dringend zu halten, und als der Lootse das Schiff hart Steuerbord halten und mit Volldampf voraus an Land fahren wollte, gingen durch die Anordnung des Kapitäns, nach der Hilda - Bai zu fahren, wo die Landung besser zu bewerkstelligen und das Schiff vielleicht zu retten sei, einige Minuten verloren. Als er die Gefahr völlig erkannte, war das Schiff mit feinem Vordertheil bereits gesunken und gehorchte dem Steuerruder nicht mehr, sondern drehte sich im Kreise, während die Räder in die Höhe gehoben waren. Eine Anzahl Passagiere bemächtigte sich, trotz der Drohungen der Offiziere, sechs Boote, ohne an die Sicherheit der Frauen und Kinder zu denken, und stieß ab. Die Mann­schaft hielt sich gut. Kapitän Foote blieb auf der Brücke, bis das Wasser ihn fast fortschwemmte. Er klammerte sich dann an eines der Rettungsboote, auf denen die Mannschaft mit den übrig gebliebenen Passagieren den Dampfer verließ. Nach Abfahrt der Boote war die Szene unbeschreiblich. Die Passagiere, die in den Salons ein- geschlossen waren, deren Thüren durch den Anprall verrammelt worden waren, jammerten um Hülfe. Vielen gelang es, aus den Fenstern zu entkommen. Später brach der Steward und seine Leute die Thüren mit Aexten auf. Als die Fluth viele Güter vom Wrack an das Ufer warf, wo die Ueberlebenden gelandet waren, kamen Indianer und plünderten. Dampfer von Juneau haben 10 Leichen geborgen. Von der Mannschaft sind 14 Mann umgekommen. 2 Heizer starben den Helden­tod, indem sie dem Befehl gemäß eine Luke schloffen. Hätten sie ihre Pflicht nicht gethan, wäre das Schiff in 5 statt in 18 Minuten untergegangen. So aber retteten sie mit ihrem Tode viele Leben. Das Unglück erinnert in vielen Einzelheiten an den Untergang des Nord­deutschen LloyddampfersElbe", der auf der Höhe von Lowestost 1895 sank. In den beiden Fällen geschah das Unglück am frühen Morgen, ehe die meisten Leute an Bord wach waren. Beide Dampfer sanken bei ruhiger See, und nur die Schnelligkeit, mit der die Katastrophe sich vollzog, verhinderte er, daß Jedermann gerettet wurde.

Kirchliche Nachrichten.

Kvangelischer Hottesdieust.

Sonntag den 25. August.

Vormittags : Herr Superintendent Dr. V i a l.

Nachmittags: Herr Pfarrer Feyerabend.

Die sparsame Hausfrau ver­wendet

der Suppen, Saucen, Gemüse, Salate u. s. w.

Wenige Tropfen genügen.

Soeben wieder eingetroffen bei

Lorenz Schäfer,

obere Frauenstraße.

reine, kräftig schmeckende, frisch gebrannte

It 6 i. s

Kaffeeschnellrösterei

Frdr. Weber.