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Hersselder Kreisblatt.

Gratirbettagen rIUuftrtvter Konntagrblatt" «.Illuftrirte landwiethschaftliche VeUage."

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«rs Blatt.

VesteUnngen auf das Hersfelder Kreisblatt mit den Gratisbeilagen Jllustrirtes Soimtagsblatt" -» Mustrirte landwirthschaftl. Beilage" für die Monate August und September werden von allen Kaiserlichen Poftanftalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Theil.

Hersseld, den 1. August 1901.

Im Monat Juli d. Js. sind dahier für folgende Herren entgeltliche Jahres-Jagdscheine aus­gestellt worden:

1. am 1/7. für Schreiner Georg Lotz II. in Lengers;

2. 6/7. Kgl. Gymnasialoberlehrer Dr. Stamm in Hersseld;

3. 10/7. Adalbert von Baumbach aus Caffel, z. Z. in Kirchheim;

4. 10/7. Obervorsteher von Baumbach aus Caffel, z. Z. in Kirchheim;

5. 22/7. Königl. Oberlandmeffer Breitung in Hersseld.

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.

Hersfeld, den 22. Juli 1901.

Der bisherige Ortsschätzer-Stellvertreter, Bürger­meister Friedrich Mohr zu Friedewald, ist nunmehr als Orlsschätzer für den Bezirk der Gemeinde Friedewald widerruflich bestellt worden.

Der Bauer Heinrich Budesheim und der Schmied Wilhelm Deiseroth daselbst sind heute als Ortsschätzer- Stellvertreter für denselben Bezirk widerruflich bestellt und eidlich verpflichtet worden.

I. 4008. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 1. August 1901.

Für die am 25. Dezember 1884 zu Niederaula ge­borene Anna Martha Kraushaar ist um Ertheilung eines Reisepasses behufs Auswanderung nach Amerika nach­gesucht worden.

4301. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersseld, den 2. August 1901.

Für den am 2. Dezember 1884 zu Hersfeld geborenen Carl Bernhard Brack ist um Entlassung aus dem preußi­schen Staatsverbande behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht worden. I- 4291. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersseld, den 25. Juli 1901.

Der Bürgermeister Bechstein zu Aua ist am 20. b. Mts. als solcher für einen weiteren achtjährigen Zeit­raum, vom 23. August d. Js. ab beginnend, wieder- gewählt worden und hat diese Wiederwahl die diesseitige Bestätigung gefunden.

2150. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 29. Juli 1901.

Der Bürgermeister Brandenstein in Heimbolds­hausen ist am 19. d. Mts. als solcher für einen weiteren achtjährigen Zeitraum, vom 19. August d. Js. ab be­ginnend, wiedergewählt und ist diese Wiederwahl dies­seits bestätigt worden.

A. 2194. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 25. Juli 1901.

Der Bürgermeister Faulhaber zu Gershausen ist am 20. d. Mts. als solcher für einen weiteren achtjäh­rigen Zeitraum, vom 17. August d. Js. ab beginnend, wiedergewählt und ist diese Wiederwahl diesseits be­stätigt worden.

A. 2149. Der Königliche Land rath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Gefunden: eine Bindekette. Meldung des Eigen- thümers bei dem Ortsvorstand zu Ransbach.

Gefunden: eine Pferdedecke.Meldung des Eigen- thümers bei dem Ortsvorstand zu Kirchheim.

Nichtamtlicher Theil.

Berlin, 1. August.

Von der N o r d l a n d r e i s e S r. Majestät des Kaisers wird gemeldet: Molde, 30. Juli. Se. Majestät der Kaiser besuchte heute Nachmittag das Admiral- schiff des heute hier eingetroffenen norwegischen Ge, schwaders und wohnte Abends einem Ball an Bord des PanzerschiffesBaden" bei. Der norwegische Admiral und die Kommandanten der norwegischen Schiffe waren mit Einladungen zur Kaiserlichen Tafel an Bord der Hohenzollern" beehrt worden. Das Wetter ist regnerisch.

Molde, 31. Juli. Am Montag arbeitete Seine Majestät der Kaiser an Bord und machte am Abend einen Spaziergang an Land. Am Dienstag nahm Seine Majestät den Vortrag der drei Vertreter entgegen' An der Abendtafel nahm auch der Kaiserliche Gesandte in Stockholm, Graf Leyden, Theil, der zum Vortrag nach Molde befohlen war. Es ist kühl und windig. An Bord Alles wohl.

Se. Majestät der Kaiser ließ anläßlich der Wiederkehr des Sterbetages des Fürsten Bismarck einen Lorbeerkranz mit weißer Schleife, auf welcher sich der Kaiserliche Namenszug nebst Krone befindet, in der Gruft­kapelle in Friedrichsruh niederlegen. Von Freunden und Verehrern des verewigten Fürsten sind zahlreiche Kränze gesandt worden.

Der frühere Kultusminister D. Bosse ist am Mitt­woch Mittag in Berlin gestorben. Mit ihm ist ein Mann aus dem Leben geschieden, der sich um Preußen und um das deutsche Reich große Verdienste erworben hat. D. Bosse war ein Staatsmann von nicht geringer Be­fähigung, eine Autorität auf dem Gebiete des gesammten höhern Verwaltungs-Wesens. Als Direktor im Reichs- amle des Innern hat D. Boffe die ersten Arbeiter-Ver- ficherungs-Gefetze, das Unfall- und das Krankenversiche- rungs-Gefetz, in die Wege geleitet und mit unermüdlicher Ausdauer sich an der Ausarbeitung der verschiedenen Entwürfe beteiligt, die notwendig waren, ehe die Gesetze im Parlament zur Verabschiedung gelangte». Bekannt sind die hervorragenden Verdienste, die sich D. Boffe um das Zustandekommen des Bürgerlichen Gesetzbuches er­warb, als er in seiner damaligen Eigenschaft als Staats­sekretär des Reichsjustizamts den Vorsitz in der für dieses Werk eingesetzten Kommission führte. Seine bedeutendsten Thaten als preußischer Kultusminister, als Nachfolger des Grafen von Zedlitz-Trützschler, stellen das Lehrer­und das Pfarrer-Besoldungsgesetz dar, die unter seiner Leitung trotz der größten Schwierigkeiten glücklich durch- geführt wurden. Die Interessen der Geistlichen und der

Lehrer hat er als aufrichtiger Freund und Berater bis an sein Lebensende vertreten. Mit unermüdlichem Eifer ist Boffe allezeit bestrebt gewesen, der Schule einen aus­geprägt christlichen Charakter zu wahren, und dafür wird er von dem ganzen deutschen Volke, wo immer christliche Herzen schlagen, in treuer und dankbarer Erinnerung behalten werden. Als markantes Beispiel dafür, wie der Verewigte dachte, von welcher tiefen nationalen und christlich-idealen Anschauungsweise er beseelt war, mögen folgende Stellen aus einer bedeutsamen Rede dienen, die der Minister bei der 150jährigen Jubelfeier des Volks- schullehrer-Seminars in Köpenick gehalten hat:Man hat unser preußisches Vaterland das Land der Schule genannt. Vor andern Herrschern haben zuerst unsere Hohenzollernfürsten den grundlegenden und unvergleich­lichen Wert erkannt, den gute Schulen und insbesondere gute Volksschulen für ein Land und für die Erziehung eines freien, charaktervollen, tüchtigen, tapfern, einsichtigen und umsichtigen Volkes haben. Ich weiß sehr wohl, daß andere den Schwerpunkt preußischer Größe anderswo suchen, insbesondere in der Armee. Und sie haben nicht unrecht. Aber es wäre eine bedauerliche Kurzsichtigkeit, wenn sie den engen Zusammenhang unsers nationalen Heeres mit der Schule außer Augen lassen oder gar leugnen wollten. Die allgemeine Schulpflicht steht in engster Wechselwirkung mit der allgemeinen Wehrpflicht. Beide gehören zusammen. Aus beiden ist die Stellung erwachsen, die Preußen in Deutschland und Deutschland im Rate der Völker einnimmt.Wir können nicht sagen, was uns die Zukunst bringen wird. Aber eines wissen wir sicher; leichter als im 19. Jahrhundert wird die Generation, die ins 20. Jahrhundert Übertritt, es nicht haben. Jeder, der mit offenen Augen in den wogenden Kampf der Zeit blickt, muß sich sagen, daß wir uns von der stillen Behaglichkeit unserer Väter, wie etwa in den ersten drei Jahrzehnten nach den Freiheitskämpfen, immer mehr entfernen. Zwar hat Gott unser Volk reich gesegnet; aber unter den Fittichen des starken deutschen Aars wogt der heiße Kampf um die höchsten Friedens­güter, auch der Kampf um die Schule. Unverzagt und freudig wollen wir ihn aufnehmen. Aber den Sieg be­halten wir nur, wenn wir alle, auch die Lehrer aller Grade, ihre volle christliche, ganze Persönlichkeit einsetzen für die Mitarbeit an den großen Aufgaben, die vor uns liegen. Nur wenn jeder seine Schuldigkeit thut, wenn alle Lehrer auf dem ewigen Grunde des göttlichen Wortes Fuß fassen und, tief eingewurzelt im Evangelium, sich durchdringen lassen von dem alten preußischen Pflicht­gefühl, dem schönen Erbe unsrer Väter, nur dann wird es uns gelingen, ein Geschlecht zu erziehen, das fähig ist, den Stürmen der Zeit zu trotzen und in der Liebe zu König und Vaterland ein glückliches und auf unerschütterlichen Rechtsgrundlagen gefestigtes Vaterland zu tragen bis in den Tod."

Große Kavallerie-Uebungen, an denen sich die berittenen Abtheilungen des ersten und dritten Garde-Feldartillerie-Regiments belheiligen, finden vom 17. bis 22. August auf dem Exercier-Platz bei Loburg statt. Dort werden zehn Kavallerie-Regimenter zusammen- gezogen, und zwar die beiden Garde-Dragoner-Regimenter, das erste und dritte Garde-Ulanen-Regiment, die Branden­burger und die Halberstädter Kürassiere, die Zieten- Husaren aus Rathenow und die drei Husaren-Regimenter aus Merseburg, Wandsbek und Schleswig.

Der Kaiser hat, wie jetzt näher bekannt wird, in seiner Fürsorge um das Schulwesen im Laufe der letzten Monate für Schulbauten ganz erhebliche Mittel aus seinem Dispositionsfonds an leistungsunfähige Ge­meinden überweisen lassen. Die Gesammtsumme beträgt über 2 Millionen Mark, von welchen allein nach der Provinz Posen über 500 000 Mark fielen. Bemerkt sei, daß die katholischen Gemeinden in demselben Maße be­rücksichtigt werden wie die evangelischen. Von den letzt­genannten 500 000 Mark wurden über 300 000 Mark katholischen Gemeinden gewährt.

Wie aus Friedrichsruh gemeldet wird, ist Fürst Herbert Bismarck vor fünf Wochen von einem