Einzelbild herunterladen
 

^----------- ^..y

Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.

Abonnenientspreis vierteljährlich 1 Mark 40 Psg. excl. Postanfschlag.

k---------

Die Jnsertionsgebühren betragen für den Raum einer Spaltzeile 10 Pfg., im amtlichen Theile 15 Pfg. Reklamen die Zeile 20 Pfg. Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.

- ......-J

Xr. 21 Innerste in 21. Febrmr 1901.

Bestellungen auf das Hersfelder Kreisblatt

mit den Gratisbeilagen Jllustrirtes Sonntagsblatt" --» Wustrirte landwirthschaftl. Beilage" für den Monat März werden von allen Kaiser» lieben Postanstalten, Landbriefträgern und von der Gx. pedition angenommen.

Amtlicher Theil.

Es wird zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Gewerbeaufsichtsbeamten des Regierungsbezirks bestimmte Sprechstunden für Arbeitgeber und Arbeitnehmer fest­gesetzt haben und zwar:

der Regierungs- und Gewerberath zu Caffel (Regie- rungsgebäude I. Stock Zimmer 23), Montags, Vor­mittags 11 bis 12*/a Uhr,

der Gewerbe-Inspektor zu Caffel Büreau (Emilien- straße 1) an jedem Isten und 3ten Sonntag im Monat, Vormittags von 8 bis 9'/, Uhr und Sonnabends Vormittags von 9 bis 12 Uhr,

der Gewerbe-Inspektor zu Fulda (Büreau im Schloß) an jedem 1sten und 3ten Sonntag im Monat, von 8 bis 9</2 Uhr Vormittags und an jedem 2ten und 4Hn Montag im Monat, Nachmittags von 4 bis 8 Uhr,

der Gewerbe-Inspektor zu Eschwege (Büreau Fried­rich-Wilhelmstraße 21) an jedem Isten und 3ten Sonn­tag im Monat, von 8 bis 9*/.2 Uhr Vormittags und an jedem 2ten und 4ten Montag im Monat von 8 bis 11 Uhr Vormittags, bei vorheriger Vereinbarung auch an anderen Tagen und anderen Stunden.

Soweit die Königlichen Gewerbe-Inspektoren mit Bestimmtheit ihre Anwesenheit in anderen industriereichen Kreisstädten ihres Bezirkes zeitig genug voraus bestimmen können, werden sie auch bei ihren Dienstreisen den Arbeit­gebern und Arbeitern an diesen Orten Gelegenheit zu Besprechungen geben.

Zu dem Zwecke werden die Königlichen Landräthe

rechtzeitig in dem betreffenden Kreisblatte Tag, Stunde und Ort, wo diese Sprechstunden stattfinden können, be­kannt geben. (A, II. 1.)

Caffel, am 3. Januar 1901.

Der Negierungs-Präsident. I. V.: Mauv e.

Hersfeld, den 18. Februar 1901.

Die Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises werden hierdurch angewiesen von denjenigen Militärpflichtigen ihrer Gemeinden, welche sich zur Stammrolle gemeldet, bezwse. sich dahier zur Musterung zu stellen haben, die Losungsscheine, soweit solches nicht bereits geschehen sein sollte, alsbald einzuziehen und mir dieselben mit einem namentlichen Verzeichniß umgehend einzureichen.

I. II. Nr. 491. Der Königliche Landratb

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 18. Februar 1901.

Bis spätestens zum 25. d. Mts. haben mir die Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises darüber Bericht zu erstatten, ob aus ihrer Gemeinde mehrere Söhne einer Familie bei dem diesjährigen Ersatz-Geschäfl gestellungs­pflichtig sind, sowie ob Brüder der Gestellungspflichtigen sich bereits im aktiven Dienst befinden. Zutreffendenfalls ist das Geburtsdatum der in Betracht kommenden Per­sonen genau anzugeben und dabei zu berichten, ob die Eltern derselben auf Einreichung einer Reklamation an die Ersatz-Kommission um Zurückstellung des Jüngern aufmerksam gemacht worden sind, sowie ob seitens der­selben auf Reklamation verzichtet wird.

Einer Fehlanzeige bedarf es nicht.

I. II. Nr. 492. Der Königliche Land rath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Negierungs-Rath.

Zugelaufen: ein kleiner brauner Hund. Der Eigen­thümer kann denselben gegen Erstattung der Futterkasten bei dem Landwirth Heinrich Bauer zu Unterbaun in Empfang nehmen.

Nichtamtlicher Theil.

Berlin, 19 Februar.

Se. Majestät der Kaiser und Ihre Majestät die Kaiserin wohnten am Sonntag Vormittag dem GotteS­

dienst in der Schloßkirche zu Homburg v. d. H. bei. Darauf empfing Se. Majestät der Kaiser den Ziseleur Kohleff und hatte eine Besprechung mit dem Geheimen Baurath Spitta und dem Baurath Jacobi. Zur Früh­stückstafel waren geladen der kommandierende General, General der Infanterie von Lindequist und General­leutnant v. Deines nebst Gemahlin. Nachmittags unter» nahmen Beide Majestäten einen Spaziergang im Kurpark. Montag Vormittag nahm Se. Majestät der Kaiser den Vortrag des Chefs des Zivilkabinets, Wirkl. Geh. Raths Dr. v. Lucanus entgegen und machte darauf den ge­wohnten Morgenspaziergang. Nachmittags trafen Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin in Cronberg ein, verweilten eine Stunde bei Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich und kehrten dann nach Homburg zurück. In dem Befinden Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich ist irgend eine Aenderung nicht eingetreten. Die Kron­prinzessin von Griechenland kehrte am Nachmittage nach Cronberg zurück.

DieNordd. Allg. Zlg." schreibt: In einem Theile der Presse ist kürzlich auf Differenzen zwischen den deutschen und den amerikanischen statistischen Anschreibungen über die Weizen- und MehlauS- fuhr aus den Vereinigten Staaten nach Deutschland hin­gewiesen wotden. Hierzu sind wir in der Lage, Nach­stehendes mitzutheilen: Zwischen den Handelsstatistiken der Vereinigten Staaten von Amerika und des Vereins- zollgebiels werden immer Verschiedenheiten vorhanden sein, weil die amerikanischen Angaben sich auf die Aus­fuhr nach Deutschland beziehen, die in der deutschen Statistik nachgewiesenen Zahlen aber nur die Einsuhr in das deutsche Zollgebiet darstellen, sonach der gesammte recht erhebliche Handel der Freihafengebiete, insbesondere des Freihafens zu Homburg, nicht berücksichtigt wird. Außerdem ist in Betracht zu ziehen, daß die Ausfuhr der Waare eines Landes in einem bestimmten, nicht allzu großen Zeitraume nicht der Einfuhr der nämlichen Waaren des anderen Landes in genau dem gleichen Zeit­raums gegenübergestellt werden kann, weil die für die Beförderung der Waare nach dem Bestimmungsorte noth­wendige Zeit in Rechnung zu ziehen ist. Sodann läßt sich nicht immer die Ausfuhr eines Landes mit der im Spezialhandel eines anderen Landes nachgewiesenen Ein­fuhr vergleichen; zum Vergleiche kann nur der Gesammt- eigenhandel herangezogen werden. Die größte Bedeutung ist der Sonderstellung der Freihafengebiete beizumeffen. Nach der Hamburgischen Statistik wurden aus den Ver-

Endlich gefunden.

Roman von Hedda von Schmid.

(Fortsetzung.»

Fräulein Hillarius verschwieg nämlich sorgfältig, welche Anhänglichkeit ihr alle fortgesandten Manuskripte dadurch W bezeigten, daß sie so prompt in ihre Hände zurückkehrten, um in einem Geheimfach ihres Schreibtisches zu ver­schwinden.

Ihre Geisteskinder dem Feuertods zu weihen, dazu konnte sich Fräulein Hillarius nicht entschließen, lieber wartete sie geduldig auf den Zeitpunkt, in dem sich eine Redaktion vielleicht einmal der rührenden Produkte er­barmen würde.

Greis' nur hinein ins volle Menschenleben, und wo du's packst, da ist es interessant!" sagt ja bereits einer der großen Dichter,ob eS Schiller oder Goethe ist, weiß ich nicht genau!" fuhr Dora fort,warum also mit der Feder in der Hand sich ins Reich der Phantasie flüchten, wenn sich im täglichen Leben die schönsten Romanstoffe darbieten? Und Sie meinen, mann könne es übelnehmen ^atan Erlie ich mich, wie gesagt, nicht kehren. Selbst gekrönte Häupter müssen es sich gefallen lassen, im Rahmen eines Romans eine Rolle zu spielen. Denken Sie nur daran, was Heine sagt, ich glaube dochdaß es Heine ist, ich werfe in der Litteratur gewöhnlich alles durch­einander :

Luischen Mühlbach sitzt und strickt

Am welthistorischen Strumpfe."

Allerdings hörte ich neulich, wie sich Frau von Flügel darüber ereiferte, daß in einem Roman, den sie kürzlich gelesen, bekannte Persönlichkeiten geschildert wären. Aber mit dem Wahlspruch: Was werden die Menschen dazu sagen ?" kommen Sie nicht weit, Fräulein Hillarius. Schildern Sie also getrost, wen Sie wollen; ein kluger Mensch, auch wenn er sich getroffen fühlen sollte, wird dazu schweigen. Wir finden unser eigenes Selbst ja so oft in Büchern wieder und sollten uns eigentlich nicht darüber wundern, denn mir Menschen sind ja allesammt mit den gleichen Fehlern und Vorzügen behaftet. Bei manchen sind erstere vorherrschend wie z. B. bei mir, bei andern treten letztere wohlthuend hervor!"

Aber Fräulein Hillarius ließ sich von Dora nicht überzeugen, sie war viel zu sehr von dem,was die Menschen sagen," abhängig, neigte auch zu stark zu einer sentimentalen Richtung, um in6 volle Leben zu greifen. Sie suchte sich Doras widerholten, indiskreten Fragen inbezug auf ihre Schriftstellerei dadurch zu entziehen, daß sie diese neuerdings ganz in Abrede stellte.

Das nennt man, glaube ich,nicht inspiriert sein!" hatte da Dora mit ihrem gewohnten spöttischen Lächeln gemeint.Warten Sie nur, bis Reginald Kreutz Heim- kommt, das ist der Romanheld, wie er im Buche steht: groß, schlank, blond, ich wette, Fräulein Hillarius, Sie schildern doch noch einmal nach dem Leben!"

DorasVoraussage schien sich dieömals zu bewahrheiten:

Wenige Wochen nach Reginalds Heimkunft tauchte Fräu­lein Hillarius, an ihrem Schreibtisch sitzend, die Feder tief in das Tintenfaß und schrieb in ihrer verschnörkelten, etwas gezierten Handschrift:Adolar, groß von Gestalt, trug sein Haupt kühn wie ein moderner Apoll, dem nur die Leier im Arm fehlte. Und während er sich zu Lu- kretia herabbeugte, umspielten ihn seine goldenen Ringel­locken wie tausend Sonnenfunken. Und Lukretia, den heißen Blick seiner--" hier stockte der Schreibefluß plötzlich Fräulein Hillarius blickte durch das Fenster in den Park hinab, wo Reginald und Ruth Arm in Arm die breite, zur Pforte führende Allee heraufkamen und, den Hof betreten, sich den Wirthschaftsgebäuden zu- wandten. Nun weiß ich wirklich nicht, ob Herr von Kreutz blaue ober braune Augen hat!" dachte das alte Fräulein ratlos, ich muß ihn heute bei Tisch darauf an« sehen, unterdessen kann ich ja das Kapitel schreiben, wo die um ihre Liebe betrogene Lukretia den Entschluß faßt, sich zu vergiften."

Während Fräulein Hillarius sich in die Ausführung dieser schriftstellerischen Idee vertiefte, schritten Ruth und Reginald inspizierend durch ihr Besitzthum.

Du hast vortrefflich Haus gehalten, Ruth!"

Dein Lob ist mir der schönste Lohn, Reginald, aber aus der Ferne hast du mir ji mit deinem Rathe beige« standen. Siehe nur die wunderhübsche Darre hier genau nach dem von dir entworfenen Plan und nach deinen Angaben gebaut!"