Kapstadt, 15. Februar. General Smith-Dorrien hat Amsterdam besetzt.
Darnach hat Smith-Dorrien ziemlich lange Zeit gebraucht, sich von seiner Schlappe zu erholen und die ganzen 50 Kilometer von Ermelo ostwärts vorzudringen. Von einer wirklichen Gefahr für die Burenkommandos kann aber noch kaum die Rede sein.
Nicht weniger als drei Meldungen berichten heute über burische Beuteerfolge:
Cradock, 15. Februar. Eine Abtheilung von 50 Buren hat gestern 10 Meilen von hier einen Transport von 70 Pferden weggenommen, welche für die englischen Truppen bestimmt waren.
Standerton, 15. Febr. Die Buren sprengten zwischen den Stationen Vaal und Greylingstad einen Arbeiterzug in die Lust. Der den Arbeitszug folgende gepanzerte Zug eröffnete das Feuer; zwei Buren wurden gelobtet.
Port Elizabeth, 15. Februar. Einem Privat- briefe zufolge haben die Buren viermal Bahnzüge bei Edenburg in die Luft gesprengt. Beim letzten Mal verloren sie durch Schüffe welche aus einem englischen Panzerzuge abgegeben wurden, 12 Todte und Verwundete.
Bei der dritten Depesche handelt es sich in dem letzten Fall voraussichtlich um den in der zweiten erwähnten Zug. Immerhin ist es eine ganz stattliche Reihe von kleinen Erfolgen.
Hertzogs Kommando im Westen rückt auf Kenhardt vor, während die im Zentrum des Landes operierenden Kommandos unter Kritzinger und Scheeper zurückgegangen sind. Ersterer hat Murraysburg besetzt, man nimmt an, daß sie bestrebt sind, eine Vereinigung mit Dewet Herbei- zuführen. Im Uebrigen soll Plumer Dewet „verfolgen".
Die S t r e i t k r ä f t e, die die Buren Mitte Januar im Feld hatten, werden von den letzten englischen Berichten folgendermaßen berechnet: In Transvaal: Ermelo, Carolina, Bethel (unter Smuts) 1500; Pretoria und Mittelburg (Erasmus) 1500 ; Lydenburg 1000; Zout- pansberg und Warterberg (Beyers) 2000; Rustenburg (Delarey) 1500; Zeerust und Lichtenburg (Lemmer) 1500; Bloemhof und Wolmaransstad (De Beer) 600; Klerks- dorp (Siebenberg) 400; Potcheesstroom (Douthwaite) 400; Heidelberg 400 ; Standerton 400 ; Wakkerstrom, Utrecht und Vryheid 1000; zusammen 12 000. Im Freistaat: Hauptsächlich im Norden bei Heilbron und Lindley und östlich 3000; in zerstreuten Kommandos in anderen Theilen des Freistaats 2000; zusammen 5000. Kommandos in der Kapkolonie: 5000. Gesammtstärke 22 000 Mann.
General Kitchener meldet aus De Aar vom Sonnabend früh nach London: Dewets Streitkräfte überschritten gestern vor Tagesanbruch die Eisenbahn bei Baartmanns Siding nördlich von De Aar; Oberst Plumer folgte dem Feinde aus den Fersen. Die von Oberst Crabbe geführten Panzerzüge suchten den Feind am Ueber« schreiten der Eisenbahn zu verhindern, die Buren hatten jedoch die Schienen nördlich und südlich der Stelle, wo sie die Bahn passierten, aufgeriffen. Die Engländer erbeuteten über 20 Wagen, viele davon mit Munition beladen, ein Maximgeschütz und über 100 Pferde; 20 Buren wurden gefangen genommen. Die britischen Truppen sind auf der Verfolgung der Buren begriffen.
Kapstadt, 16. Febr. Die Eingeborenen stellten hier in Folge des Auftretens der Pest die Arbeit ein, 5000 derselben theilten der zuständigen Behörde mit, daß sie in ihre Heimath zurückzukehren wünschen. Die Behörde hat die Erlaubniß nicht ertheilt.
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* Der Entwurf für die neuen Lehrpläne der höheren Lehranstalten ist den Provinzialschulkollegien bereits zugegangen. Die neuen Pläne sollen schon Ostern b. I. zur Einführung gelangen, sie bringen den Schülern eine erhöhte wöchentliche Stundenzahl. So haben die Gymnasiasten der drei obersten Klassen von Ostern ab 33 verbindliche Stunden, b. h. Stunden, an denen alle Schüler theilzunehmen haben, das ist zwei Stunden mehr, als bisher; die Realgymnasiasten und die Oberrealschüler haben 34 verbindliche Unterrichtsstunden, statt bisher 33. Natürlich erfordert die Durchführung der neuen Lehr- pläne in Folge der vermehrten Stundenzahl erhöhte Geldmittel.
* Ein am 7. Februar 1901, Vormittags, von Straßburg aufgelaffener Registrirballon ist bis heute noch nicht aufgefunden worden. Da die Wahrscheinlichkeit besteht, daß er in einer selten betretenen Gegend liegt, bittet der meteorologische Landesdienst, daß Umschau gehalten wird nach dem Ballon. Er besteht aus gelben Papier und hat bei sich einen viereckigen, mit Silberpapier umgebenen Jnstrumentenkorb. Der meteorologische Landes- dienst bittet gegebenenfalls von dem Auffinden und sorgfältigen Bergen der gefundenen Gegenstände diesem Institut umgehend Nachricht gebe» zu wollen. Meteorologischer Landesdienst Elsaß-Lothringen.
Hersfeld, 18. Februar. Dem „Reichsanzeiger" zu Folge kann den bei der Generalstaatskaffe »och täglich einlaufenden Anträgen auf Auswechselung von Jubiläums- Denkmünzen nicht entsprochen werden, weil der Vorrath zur Zeit erschöpft ist. Eine Nachprägung der Denkmünze in größerem Umfange ist in Aussicht genommen. Um thunlichste Verbreitung Der Denkmünze zu ermöglichen, wird beabsichtigt, das Prägeergebniß auf die Königlichen Kassen der Monarchie dem Bedarf entsprechend zu ver- lheilen. Anträge an die Generalstaatskaffe aus Um» wechselung der Denkmünzen werden nicht mehr berück
sichtigt, auch ist die Beantwortung solcher Anträge unmöglich.
Hersfeld, 18. Februar. Sendungen neuer Möbel und AusstattungSgut sind mehrfach in den Eisenbahn- Frachtbriefen als Umzugsgut angegeben und zu einem billigeren Frachtsätze, als vorgeschrieben, befördert worden. Da als Umzugsgut nur Möbel und Gegenstände zu betrachten sind, die zur Veränderung des Wohnsitzes aufgeliefert werden und zum Haushalt des Verziehenden gehören, so dürfen andere Möbelsendungen (auch Hochzeitsgut) unter der Bezeichnung Umzugsgut nicht aufgeliefert werden. Die Umzugsgutsendungen sollen künftig scharf überwacht und falsche Inhaltsangaben nachdrücklich verfolgt werden.
)0( Hsrsfeld, 18. Februar. Nächsten Mittwoch Abends 8 Uhr wird Herr Schuldirektor a. D. GustavStoll aus Eisenach im Restaurant „H o h e n z o l l e r n" (Breitenstraße) dahier einen V o r - trag über „Thier-, Vogel - und Pflanzenschutz und die N o t h w e n d i g k e i t des Bestehens derartiger Vereine" halten. Bei der hohen idealsittlichen Bedeutung des Gegenstandes und dem großen wirtschaftlichen Werth der Gründung solcher Vereine ist eine recht zahlreiche Betheiligung aus der Bürgerschaft dringend erwünscht. Namentlich werden die Mitglieder des landwirthschaftlichen Vereins, des Verschöner- ungs-Vereins und des Obst- und Gartenbau- sowie des Geflügelzuchtvereins hierzu freundlichst eingeladen. Eintritt frei.
Cassel, 18. Febr. Die hiesige Frühjahrsmesse beginnt Montag den 18. März d. I. und dauert bis zum 26. desselben, Vormittags 10 Uhr.
Eassel, 14. Februar. Die Königliche Eisenbahndirektion in Lasset ist von dem Eisenbahn-Ministerium mit Ausführung der Vorarbeiten für eine Nebeneisenbahn von Raumland über Berleburg nach Frankenberg beauftragt worden. Diese neue Bahn berührt hauptsächlich die Kreise Biedenkopf, Wittgenstein und Frankenberg.
Fulda, 15. Februar. Der gestern hier abgehaltene „Bauerntag", wobei Landwirthe aus weitem Umkreise vertreten waren, stimmte einmüthig für Gründung eines Kornhauses bei Fulda. Die Einlagerung von 30,000 Zentner Getreide jährlich ist gesichert.
Fulda, 15. Febr. Dem Herrn Stationsvorsteher Häußer und dem Hilfsweichensteller Koch ist die Rettung eines Menschenlebens zu verdanken. Ein Hilfslade- meister wollte nämlich gestern Vormittag ein Gleis überschreiten, glitt aber infolge der Glätte aus und schlug mit dem Hinterkopfe derart auf eine Schiene auf, daß er bewußtlos liegen blieb. In diesem Augenblick brauste der durchgehende Riviera-Luxuszug heran. Den genannten Herren gelang es, unter eigener Lebensgefahr den Daliegenden von den Schienen zu reißen und eine Secunde später sauste der Zug vorbei. Glück im Unglück!
Melsungen, 15. Februar. Hier wird ein Genesungsheim für Bedienstete der Preußisch-Hessischen Staatsbahnen errichtet werden. Die Kosten der Heilanstalt sind auf 750,000 Mk. bemessen. 120 bis 130 Betten sind vorgesehen. Der Grundstein zu der Pfleg- stätte, die in einem von prächtigem Wald umgebenen Gelände errichtet wird, soll am 1. August ds. Js. gelegt werden. Ein ebensolches Heim wird in Hirschberg in Schlesien errichtet.
Rauschenberg, 15. Februar. Nachdem sich schon längere Zeit Wildschweine gezeigt hatten, ja, eines Tages bis vor die Thore unseres Städtchens kamen, wurden gestern im Bcachter Forst zwei feiste Schwarzkittel erlegt.
Frankfurt a. M., 14. Februar. Die Operation des an Blinddarmentzündung erkrankten Burenoffiziers Dewet wurde heute Morgen im Rothen Kreuz-Hospital in der Königswarterstraße vorgenommen. Sie nahm einen günstigen Verlauf. Der Patient befindet sich verhält- nißmäßig wohl.
WildUNgett, 15. Februar. Zwecks einheitlicher Regelung der Vor-, Haupt- und Nachkurzeiten in unserem Badeorte, ist jetzt seitens der Direktion Der Aktiengesellschaft bestimmt, daß die Vorkur bis 31. Mai, die Hauptkur bis 31. August dauert; die Nachkur beginnt am 1. September.
Mainz, 15. Februar. Gestern Abend stürzte der Schiffskapitän Hofmann von GernSheim beim Besteigen seines Schiffes in den Rhein und ertrank. Heute Vormittag fand man die Leiche.
$ t r m i f 611 §.
— Berlin, 19. Februar. Der Magistrat stimmte einer Schenkung zu, welcher der Rentner Zeitler der Stadtgemeinde widmete. Zeitler überläßt der Stadt zwei Häuser in der Nähe des Friedrichshains, damit sie dort besonders würdigen Studenten oder Kandidaten freie Wohnung gewährt.
— Waldenburg, 15. Febr. Auf dem fürstlich Pleßschen Bahnschacht wurden zwei Häuer uns ein Schlepper durch einen plötzlich herabstürzenden 40 Centner schweren Steinblock getödtet.
— Hattingen (Ruhr), 15. Februar. Die 18: jährige Tochter des in der Lembeck wohnenden Wirthes Ascherfeld sah vorgestern Nachmittag einem jungen Menschen zu, der in bem Garten ihres Vaters mit einer Flobertbüchfe nach Sperlingen schoß Als der Schütze das Gewehr wieder einmal laden wollte, glitt ihm der gespannte Hahn ab, der Schuß ging los und die Kugel drang dem jungen Mädchen in den Kopf. Der Tod trat fchon nach vier bis fünf Stunden ein.
— Essen a. d.R., 16. Februar. Durch verfrühtes Losgehen eines Schuffes auf der Zeche Osterfeld wurden 2 Bergleute getödtet und 3 schwer verwundet.
— Konitz, 16. Februar. Der Fleischergeselle Moritz Lewy wurde wegen wiffentlichen MeineidS in 3 Fällen zu 4 Jahren Zuchthaus und 4 Jahren Ehrverlust verurtheilt. — Nach Schluß der Sitzung im Lewyprozeß wurde der Redacteur Zimmer von dem Lehrer Weichel mit einem Stocke über den Kopf gehauen, worauf Weiche! in Haft genommen wurde. (Zimmer soll Berliner Blättern eine Mittheilung gemacht haben, wodurch Lehrer Weichel in der Winter'schen Mordsache verdächtigt wurde.)
— Der Mörder des Rittmeisters v. K r o s i g k ist zwar noch nicht entdeckt, aber es scheint doch die Thätigkeit des Kriminal-Kommissars von Bäckmann, der nun schon seit dem 25. Januar mit einem Schutzmann in Gumbinnen weilt, von Erfolg gekrönt zu sein. Unter den drei in Haft genommenen Angehörigen des Regiments dürfte zwar kaum der eigentliche Thäter fein, jedoch der Mitwiffenfchaft sind zwei von ihnen dringend verdächtig. Die Aufklärung der That ist deshalb zu erhoffen. Die obersten Militärbehörden verfolgen den Verlauf der Untersuchung mit gespanntestem Interesse.
— Tilsit, 14. Februar. Von einem „kaufmännischen Genie" berichtet die „Tils. Ztg.": Der Angestellte eines hiesigen Geschäfts erhielt von seinem Prinzipal den Auftrag einen Tausendmarkschein zu wechseln. Statt diesen Auftrag auszuführen, begab er sich auf den Pferdemarkt, kaufte dort ein Pferd, veräußerte dies schnell wieder mit einem Verdienst von 150 Mk. und kehrte nun, nachdem er den Auftrag aus« geführt, ins Geschäft zurück.
— Aus Jekaterinoslaw wird folgende abenteuerliche Geschichte von dem „Pridn. Krai" erzählt: Ein deutscher Kolonist, der auf dem örtlichen Bazar verschiedene Einkäufe gemacht hatte, befand sich auf bem Heimwege in der Richtung auf Nikopel. In der Steppe begegnete ihm ein dicht verhülltes Weib mit einem kläglich schreienden Kinde auf dem Arm und bat ihn, sie auf seinen Wagen zu nehmen, da sie sehr ermüdet sei und das Kind vor Kälte nicht aushören wolle zu jammern. Der mitleidige Kolonist erfüllt ihren Wunsch. Langsam ging die Fahrt weiter, während das Kind sich noch immer nicht beruhigen konnte. Als der Kolonist sich zufällig umschaute, bemerkte er, daß unter dem mit einem Tuche dicht umwundenen Kinn seines Passagiers ein Büschel Barthaare hervorguckte. Der Deutsche trieb seine Pferde an und ließ dabei, scheinbar zufällig, die Peitsche fallen, worauf er das „Frauenzimmer" bat, die Peitsche auszuheben, da er die Zügel nicht loSlassen könne. Nach einigem Zögern stieg das „Weib" aus, und in demselben Augenblick versetzte er den Pferden ein Paar kräftige Hiebe mit den Zügeln, sodaß sie im Galopp davonjaglen. Weiterhin am Wege traf er noch zwei verdächtige Subjekte, die irgend Jemand zu erwarten schienen, ihn jedoch passiren ließen, wohl weil sie ihren Spießgesellen nicht auf dem Wagen sahen. Zu Hause wurde das „Kind" näher in Augenschein genommen. Es erwies sich als eine große Puppe mit einer mechanischen Vorrichtung zur Erzeugung eines Tones, der dem Geschrei eines kleinen Kindes ähnelte.
— London, 15. Februar. Laut einer Depesche aus St. Johns ist der Dampfer „Lucerne" an der Küste von Neufundland mit dreißig Per fönen unter» gegangen.
— Wie aus Kiel der „Tgl. Rdsch." gemeldet wird, bestreute der Assistent Ruppert am physikalischen Institut der Universität sein Frühstücksbrot anstatt mit Salz versehentlich mit Arsenik. Der Tod erfolgte nach 15 Minuten.
— Victoria (Britisch Columbia), 16. Febr. Sieben- undzwanzig Weiße, 29 Chinesen und 9 Japaner wurden in einer der Union-Kohlenminen in Cumberland verschüttet, welche in Flammen steht. Alle Hoffnung, die Verunglückten zu retten, ist aufgegeben.
— (Aus einem Plaidoyer.) „ . . Wenn auch die Schriftzüge unverkennbar auf eine Damenhand- schrift hindevlen, so bleibe ich dennoch dabei, daß ein Mann den Brief geschrieben hat . . . Oder glauben Sie vielleicht, meine Herren, daß sich je eine Dame unterzeichnet : Eine alte Abonnentin?"
— (Fata l.) „Warum haben Sie Ihren Schreiber entlassen ?" „Ja, wissen Sie, der Halte von Natur aus so eine kolossale Nase; da er nun obendrein immer kurzsichtiger wurde, so hat er mit der Nase stets das ausgewischt, was er mit der Hand geschrieben!*
— (Raffinierte Probe.) A. (im Wirthshaus) : „. . . Warum trinkst Du denn nicht noch ein Glas?" — B.: „Ach, ich traue mich nicht! Ich muß immer, wenn ich heimkomm' — zur Probe, ob ich nicht zu viel getrunken — eine Nadel einfädeln!"
— (Ein Zeitkind.) Hans (der eben von feinem ersten Schulbesuch nach Hause kommt): „Papa, wenn Dir etwas nicht verständlich ist, so frag' nur mich!"
Uerkaufskurs der ^oiiH!rti)ilMtii - WliArschmIMW Serie 18 (3«/4 °/0) 93 °/0
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Landes-Nenterei Hersfeld