wünschte Auskunft erhaltet. Zunächst ein AdditionS- Exempel: Die um eins verringerte Zahl des Geburtsjahres, dazu der vierte, sowie der vierhundertste Theil dieser Zahl, dazu das Jahrhundert, ferner die Zahl der Tage der einzelnen Monate ab 1. Januar nebst der bis zum Geburtstage einschließlich gezählten Tage des betreffenden Geburtsmonats. Die sich ergebende Summe wird durch 7, die Anzahl der Wochentage, dividiert; der sich ergebende Rest bestimmt dann den Wochentag, an Wem die Geburt erfolgte, und zwar beginnt man am - Sonntag mit 1, Montag hat dann 2 u. s. w. Geht die °'mil 7 dividierte Zahl auf, bleibt also 0 als Rest, so bedeutet 0 den Sonnabend. Aber nicht nur zu solch' egoistisch-familiären Zwecken läßt sich diese Rechenmethode verwenden, sondern auch zur Wochentags - Berechnung wichtiger historischer Daten, z. B. von Schlachtentagen, Geburts- und Sterbetagen berühmter Persönlichkeiten |il s. w. Hier ein Beispiel für den 10. Februar 1899: .1899—1 gleich 1898; 1899:4 gleich 474; 1899:400 gleich 4; 18 . . gleich 18; Januar gleich 31: Februar (bis 10.) gleich 10. Das ergiebt in Summa 2435. |2435: 7 gleich 347. Rest 6, also Freitag.
Raboldshausen, 26. Januar. Ein junger Mann bier machte sich mit einem geladenen Tesching zu schaffen, t als plötzlich in Folge des unvorsichtigen Hantierens der pSchuß losging und einem im Zimmer anwesenden Lehr- ; ling die ganze Schrotladung in den Oberschenkel drang. Der Verletzte muß das Bett hüten; der Arzt hat bereits einige Schrotkörner entfernt. (C. A. Z.)
Cassel, 30. Jan. Ihre Majestät die Kaiserin hat sich von Berlin abermals nach Homburg begeben. !®ie Kaiserin traf heute mit dem Berliner Schnellzuge chm 5.30 Vormittags in einem besonderen Salonwagen hier ein und reiste nach 10 Minuten Aufenthalt weiter nach Homburg v. d. H. zum abermaligen Besuch der -Kaiserin Friedrich.
Caffel, 29. Januar. Zur Arbeit gehende Leute fanden heute Morgen im Tannenwäldchen einen gut ge- ' kleideten Herrn bewußtlos am Boden liegen, welcher eine Schußwunde im Kopfe hatte. Nicht weit von ihm lag der Revolver, mit welchem sich der Unglückliche den Schuß wahrscheinlich schon am Abend beigebracht hatte. Die Arbeiter benachrichtigten die Behörde, welche den schwer Verletzten fortschaffen ließ. Ueber die Persönlichkeit war noch nichts zu erfahren.
Waldau, 29. Januar. Gestern früh fand man die Witwe B. dahier in ihrem Bett als Leiche, Hände und Füße mit Stricken umwunden. Man vermuthet, daß nicht Selbstmord, wie es wohl den Anschein haben sollte, sondern ein Mord vorliegt. Es besteht auch bereits ein Verdacht in bestimmter Richtung.
Worbis, 28. Januar. Sonntag Abend 11 Uhr brach auf bisher unaufgeklärte Weise in der Bäckerei Schmidt, Langestraße, Feuer* aus, das sich bei dem herrschenden Sturme schnell auf die Nachbarhäuser von Grimm und Hartmann ausdehnte. Die Hintergebäude sind mit allem Inhalt völlig eingeäschert worden. Die Wohnhäuser sind durch Feuer und Waffer stark beschädigt.
Hann. Münden, 28. Jan. Durch herabstürzende Erdmassen, die sich vom Blümerberg ablösten, wurde in vergangener Nacht das Wedekind'sche Haus an der Göttinger Chauffee schwer beschädigt.
Arolsen, 26. Januar. In Ammenhausen ist gestern der 55jährige Gastwirth K. in der Scheune, wo er Futter für das Vieh herunterwersen wollte, in Folge eines Fehltrittes herab aus die Scheunentenne gestürzt. Er blieb mit zerschmettertem Kopf liegen und verschied, noch ehe die Angehörigen einen Arzt Herbeizurufen vermochten.
Dransfeld, 27. Jan. Der 13 Jahre alte Schul- knabe Glockemeyer löste in der hiesigen Mühle mulh- williger Weise das Mühlenrad, wurde aber von demselben - erfaßt, herumgeschleudert und so schwer verletzt, daß er Win die Slinit zu Göttingen gebracht werden mußte, wo »er alsbald verstarb.
Hanau, 28. Januar. Ein Ober-Postsekretär wurde «wegen Vergehen im Amte in Haft genommen.
$ t r m i f 411 §.
— Berlin, 29. Januar. Ueber Sturmverheer- juiigen melden die Morgenblälter, daß das Borkumer »Feuer schiff von seinem Ankerplatz losgerissen und »verschwunden ist und in Dresden ein Theil des HosopernHauses abgedeckt wurde, so daß kleine Vorstellungen in den nächsten Tagen möglich sind. I — Berlin, 30. Jan. Gestern sprang eine GeisteS- pante, welche von der Wärterin Josephine Beyer be- hieltet war, aus dem in voller Fahrt befindlichen lWannseebah»zuge, als dieser den Bahnhof Steglitz ver- |Men hatte. Die Wärterin sprang der Kranken nach, tgerieth dabei aber selbst unter den Eisenbahnzug, wobei ^hr der linke Arm und die rechte Hand vollständig vom kKörpsr abgetrennl wurden. Die Geisteskranke blieb ? unverletzt.
— Aus T s i n g t a u ist die Nachricht eingetroffen, daß Per Gouverneur des Kiautschougebietes, Kapitän zur Jäschke, am 27. d. MlS an den Folgeerscheinungen Pe$ Tarmtyphus verstorben ist.
| — Hannover, 29. Januar. Ueber die gestrige »Eturmfluth berichtet der „Hannoversche Courier" aus Weer folgende Einzelheiten: Durch die Fluth wurde ^hauptsächlich der westliche Stadttheil betroffen. Viele »Häuser haben durch Einsturz von Mauern und Unter- ripülung stark gelitten. Menschen sind im Stadtgebiet Wicht umgekommen, doch hat eine große Zahl nur mit
Mühe gerettet werden können, so mußten mehrere alte Leute, deren Bett bereits vom Waffer umspült wurde, nach höher gelegenen Räumen getragen, andere, denen das Waffer bis an den Hausboden ging, durch das Dach gerettet werden. Dagegen ist eine beträchtliche Menge von Hausthieren aller Art umgekommen. Viele Hausdächer sind ganz oder theilweise abgedeckt. Die Straßen sind von großen Eisschollen bedeckt, Bäume in Mannshöhe vom Eise durchschnitten. Verschiedene große Schuppen sind vom Erdboden verschwunden. In Bingum ist ein Haus eingestürzt. Zahlreiche Ortschaften und Gehöfte des Emslandes sind rings vom Wasser umgeben, Deiche vielfach stark beschädigt.
— Der Postschaffner des Abendzuges 553 Dirschau—Danzig wurde gestern von zwei Personen, die sich in den Postwagen eingeschlichen hatten, überfallen, durch Schüsse verletzt und geknebelt. Geld fanden die Räuber, obgleich sie den Wagen durchsuchten, nicht. Die Räuber sprangen auf der Station Ohra aus dem Wagen und entflohen.
— Zur Emordung des Dragoner-Rittmeisters von Krosigk in Gumbinnen wird bekannt, daß der wegen Verdachts der Thäterschaft verhaftete Unteroffizier der vierten Eskadron schwer belastet ist. Er soll nicht nachweisen können, wo er während der Mordthat sich aufgehalten. Der Ermordete stand unmittelbar vor seiner Versetzung, er sollte in das Leibgarde-Husarenregiment nach Potsdam kommen. Früher war von Krosigk Rittmeister beim 10. Husarenregiment in Stendal, und auch dort schon war, ebenso wie vor einigen Jahren in Stallupönen, auf ihn geschossen worden. Wie verlautet, hat der Kaiser ausführlichen Bericht über die Mordthat erstatten lassen.
— Cöln, 29. Januar. Amtlich wird gemeldet: Gestern Abend kurz nach 11 Uhr stieß bei Worringen der Güterzug 3031 bei der Ausfahrt in der Richtung auf Neuß mit dem von dort kommenden Güterzug 4280 zusammen. Ein Heizer des Zuges 4280 wurde getödtet, ein Bremser des Zuges 3031 schwer verletzt. Der Materialschaden ist erheblich. Durch den Unfall war die Strecke bis heute früh gesperrt.
— Wollin, 29. Januar. Das „Us.-Woll. Dampfb." dem die Gewähr für seine Mittheilung überlassen bleiben muß, berichtet Folgendes: In dem nahegelegenen Dorfs Schwanteshagen ist durch Zufall eine sechsfache Mordthat aufgedeckt. Bei der Ausgabe von Flachs an zwei Mägde wurde die von ihrem Manne geschiedene Mamsell S. auf kurze Zeit abberufen und ließ, was sonst nie geschah, die beiden Mägde in der Flachskammer zurück. Ein in der Kammer stehender sog. Mädchenkasten erweckte bei den beiden Mägden eine unbezwingbare Neugier; sie öffneten den Kasten, in dem sie nebeneinander gereiht fünf Kindesleichen fanden, die vollständig, wahrscheinlich durch Rauch, zusammengetrocknet waren. Eine sechste Kindesleiche soll bei näherer Haussuchung noch im Rauchfang, an den Beinen hängend, gefunden sein. Die dieser Mordthat beschuldigte Person ist bereits verhaftet, hat aber bis jetzt jede Mitwissenschaft an der Abscheu erregenden That geleugnet. Nach einer anderen Mittheilung soll sich ine unnatürliche Mutter nicht zu Hause befunden haben, jedoch den Schlüssel zu einer stets von ihr verschlossen gehaltenen Kammer im Schloß stecken gelassen haben. Durch ihr häufiges geheimes Kranksein schöpfte man Verdacht und entdeckte in ihrer Abwesenheit diese schrecklichen und unglaublich klingenden entsetzlichen Thatsachen. In ihrer Krankheit wurde sie Jahre lang von einer alten Dorfbewohnerin gepflegt, die muthmaßlich von den Verbrechen weiß, wenn nicht daran belheiligt ist.
— Diedenhofen, 28. Januar. Ein schweres Jagdunglück hat sich dieser Tage im Walde von M o l- Dingen zugetragen. Herr Planieux von dort jagte mit zwei Vettern, und es gelang dem Ersteren, einen zwei Centner schweren Eber weidwund zu schließen. Der Schwiegervater des Schützen, Herr Dühr aus Mol- vingen, ein 54 Jahre alter Familienvater, der an der Jagd nicht belheiligt war, kam, als er den Schuß hörte, auf das Jagdgebiet zu, um zu sehen, was es gäbe. Da brach aus dem Walde plötzlich der angeschossene Eber hervor, stürzte sich auf Herrn Dühr und riß ihm mit dem Hauer den Leib der Länge nach auf, so daß der Unglückliche nach zehn Minuten den Geist aufgab.
— Krüth, 26. Januar. Ueber ein furchtbares Brandunglück berichtet der „Elf. Kurier": Am Dienstag Abend gegen 8 Uhr brach im Hause des Mathias Fries Feuer aus. Im selben Hause wohnte eine Familie Böglin. Das Feuer griff außerordentlich schnell um sich. Die Familie Böglin konnte sich noch rechtzeitig retten, während der 82jährige Fries und seine 72jährige Frau in den Flammen den Tod fanden. Das Haus stand dreiviertel Stunden vom Dorfe entfernt, ganz abgelegen auf dem Berge. Als die Feuerwehr ankam, war dasselbe bereits gänzlich niedergebrannt, und es konnte nichts mehr gerettet werden. Am anderen Morgen fand man unter den Trümmern die verkohlten Leichen der beiden alten Leute.
— Brüssel, 29. Januar. In La Louviöre brach in einem von 200 Schülern besuchten Pensionat des Instituts St. Joseph Großfeuer aus. Sämmtliche Schüler und Priester sind gerettet. Mit Ausnahme der Capelle, des Festsaals mit) der Brauerei des Instituts wurden alle Gebäude, die sich über eine Fläche von 1*/, Hektar erstrecken, zerstört:
— Ueber den Brand des I a k o b i - K i r ch t h u r in s in Lübeck wird dem „B. T." gemeldet: Am Sonnabend um die Mittagsstunde überzog unsere Stadt beim dichte
sten Schneegestöber ein kurzes heftiges Gewitter. Einer der furchtbaren Schläge fuhr in den schlanken Thurm der aus dem 14. Jahrhundert stammenden St. Jakobi- Kirche. Eine Stunde später wurde dicht unter der Kugel eine Rauchsäule von einem Passanten bemerkt. Den Feuerwehrleuten war es unmöglich, an den Herd des Feuers zu gelangen, weil sich der Thurm nach oben hin stark verjüngt, sie mußte sich darauf beschränken, einer Ausbreitung des Feuers vorzubeugen. Infolge des heftigen Windes gelang es den Flammen nicht, hervorzuzüngeln, so daß man nur gewahrte, wie unaufhörlich aus den Kupferplatten Rauch hervorquoll und hin und wieder Funken herabfielen. Die Gefahr, daß die glühend gewordene Stange der Kugel sich vom Gebälk lösen und die 8 Centner schwere Kugel mit dem Hahn in die Tiefe stürzen könne, hielt die unten harrende Menge in athemloser Spannung. Mit Eintritt der Dunkelheit wurden Scheinwerfer herbeigeschafft, die den Thurm während der ganzen Nacht beleuchteten. Sonntag gegen 1 Uhr Mittags stürzte die Kugel herab. Sie schlug durch das Dach der Kirche und fiel, ein furchtbares Loch in das Dach reißend, ins Schiff der Kirche, ohne jedoch hier wesentlichen Schaden anzurichten. Das Feuer dauerte fort, doch hielten die Kupferplatten noch immer die Flammen auf und ließen nur Rauchsäulen sehen. Die Thurmspitze hing, nachdem das innere Gebälk ausgebrannt war, umgeklappt wie der Zipfel einer Düte etwa 20 Meter seitwärts am Thurme herab. Die Feuerwehr mußte sich damit begnügen, den unteren Theil des Thurmes vor den Flammen zu schützen. Der Thurm der St. Jakobi-Kirche bildet einen trigonometrischen Punkt der Königlich preußischen Landesaufnahme. Die Kirche ist nicht versichert. Eine Meldung des „W. T. B." besagt: Die Spitze des Thurmes stürzte, »achdem das Eichengebälk des Thurmes 24 Stunden gebrannt hatte, mit lautem Getöse auf das Kirchendach, durchschlug dieses und blieb auf dem Gewölbe liegen. Das Feuer ßwar 4 Stunden später gelöscht.
— Ein Rattenkrieg wird nach dem Vorgehen Kopenhagens in Kurzem auch in Stockholm begonnen werden. Er bezweckt eine gründliche Ausrottung dieser ekelhaften Nager, an denen auch Stockholm keinen Mangel leidet, und die Stadtvertretung hat für Auszahlung von Prämien die S u m m e von 6000 Mk. bewilligt. Die Vertilgung selbst bleibt nämlich der Allgemeinheit über« lassen, aber für jede eingelieferte todte Ratte werden 10 Pf. bezahlt. In Kopenhagen wurden im Laufe von 18 Wochen nicht weniger als 100 000 Ratten gesammelt.
— Eine Geschichte von^f u r ch t bja r e n Leiden, denen neunzig Mann zum Opfer fielen, wird aus Beludschistan berichtet. Eine Gesellschaft von hundert Händlern aus Beludschistan war mit einer großen KarawaneIvon Kameelen unb”"mit;wielenl'wertbDoUen Waaren nach Afghanistan gezogen.' Sie vielen in die Hände einer Bande von afghanischen Räubern, die sie aller ihrer Güter beraubten und ihnen auch alle Nahrungs- vorräthe fortnahmen. Dann schlugen sie sie mit Speeren und trieben sie aus dem Gebiet des Emirs aus. Als die unglücklichen Händler nun in ihr Land zurückkehren wollten, verirrten sie sich in der Wüste zwischen Kandahar und Peshin. Fünf Wochen wanderten sie umher und litten entsetzlich unter Hunger und Durst. Nachdem ihr letztes Kameel getödtetZwar, wurden viele verrückt, und bis auf zehn starken Alle nach einem furchtbaren TodeS- kampf. Die Ueberlebenden kamen in jämmerlicher Verfassung nach Peshin. Ihre Hände und Kniee waren völlig aufgerissen; denn da sie schließlich unfähig waren zu gehen, waren sie die^letzten 12 Meilen ihrer schrecklichen Reise gekrochen.
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Schtachtdericht des stndttscheu Schlachthauses
für den Monat Dezember 1900t
Geschlachtet wurden: 35 Ochsen, 4 Bullen, 34 Kühe, 18 Rinder, 525 Schweine, 107 Kälber, 29 Hämmel, 40 Schafe, 7 Ziegen und 2 Pferde.
Tuberkulose wurde feßgefieOt bei: 1 Ochsen, 1 Bullen, 1 Kuh, 1 Rind und 6 Schweinen,Minnen bei 1 Ochsen und 1 Rind.
Beanstandet wurden: 1 Rind und 4ZSchweine wegen Tuberkulose und 1 Rind wegen Finnen.
Hers seid, den 25. Januar 1901.
Thieraizt Friederich, Schlachthofverwalter.
Bestellungen auf das Hersfelder Kreisblatt mit den «Gratisbeilagen „Zllustrirtes Souutagsblatt"««» „Jllustrirte laudwirthschastl. Beilage" für die Monate Februar und März werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträaern und von der Expedition angenommen,