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K. 14. ^merstag tat 31. ^imt 1961.

Amtlicher Theil.

Hertzfeld, den 24. Januar 1901.

Der Bürgermeister Valentin Jffland in Mecklar ist cheute als Ortsschätzer für den Gemeindebezirk rMecklar bestellt und eidlich verpflichtet worden; auch ist her bisherige Ortsschätzer-Stellvertreter Friedrich Prenntzell daselbst nunmehr als Orts schätz er für denselben "Bezirk bestellt.

|I. 393. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.

Bekanntmachung.

Die Interessenten der Ludolph'schen Familienstistung werden auf die diesseits in dem Amtsblatts der König­lichen Regierung zu Cassel heute erlassene Bekanntmachung, betreffend Anmeldung der Ansprüche an den Zinsengenuß der Stiftung hierdurch aufmerksam gemacht. Rotenburg a. F., den 5. Januar 1901.

Der Königliche Landrath T u e r ck e.

Kkaüiltiilchllilg.

In der Stadt Hersfeld wird am 11. Feb­ruar d. J. eine

Ueichsbauk-Nebrustelle

zur Bermittelung von Wechsel-, Lombard- und Giro-Geschäften "richtet, deren Leitung dem Herrn Bankbuchhalter Pagel aus Cottbus übertragen ist. Fulda, den 25. Januar 1901.

Reichsbankstelle:

Knothe. Clement.

Nichtamtlicher Theil.

Lhina.

EinNcuter"-Telegramm aus New-Aork vom 28. Ja- uuar berichtet: Nach einer Meldung aus Peking von

Endlich gefunden.

Roman von Hedda von Schmid.

(Fortsetzung.>

Seit wann fürchtest du Strafpredigten, Dora?"

»Ich fürchte sie nicht, ich gehe doch immer meinen "genen Weg und bleibe^Herrin meines Willens. Aber langweilig ist es mir, es in allen Tonarten geschildert M hören, daß die jungen Mädchen jetzt ganz anders er­wogen würden, als früher, daß man ihnen vielmehr Frei­heiten gestatte, als es in alten Zeiten Sitte gewesen u- s. w. Ich wollte, Melitta und Papa wären schon da, nnd ich kutschierte heimwärts.

Die Albernheit von Herrn Wald," fuhr Dora fort, ..heute mit nach Hapsal zu kommen! Die ganze Fahrt hierher ist mir eigentlich durch seine Gegenwart verdorben. Warum muß dieser verhängnisvolle Herr Verwalter auch ü"ade heule einen Mastochsenhandel hier abschließen. Ich hätte am liebsten geweint vor Aerger, als ich ihn heute morgen auf dem Char-a-banc sitzen sah; einzig und allein deshalb, weil ich nicht mit ihm zusammen eine Equipage benutzen wollte, verzichtete ich darauf, auf dem Herwege selbst zu fahren und setzte mich lieber in den Wagen. Aber den Triumph, zu glauben, ich fürchtete mich, die wilden Falben zu lenken, gönne ich ihm doch nicht, aus dem Rückweg fahre ich, meinetwegen kann

gestern herrscht in der Provinz Staust in Folge einer Hungersnoth großes Elend. Tausende von Ein- geborenen starken bereits. Der Hof ordnete an, daß Reis in großen Mengen «ertheilt werde. Die Ge­sandten erhielten Bericht, daß die eingeborenen Christen anders wie die übrigen Christen behandelt und schon bestraft würden, wenn sie betteln. Die Gesandten Conger, Satow und Pichon erhoben daraufhin bei dem Prinzen Tsching und Li-Hung-Tschang Protest dagegen, daß solche Unterschiede gemacht würden. Nach einem weiteren Telegramm aus Peking ordnet ein am 26. d. M. erlassenes kaiserliches Edikt an, daß alle chinesischen Be­amten und Soldaten bei Strafe der Enthauptung die Christen im ganzen Reich genau ebenso behandeln sollen wie die übrigen Chinesen

Dieselbe Quelle theilt aus Peking vom 28. Januar mit: Hsutschenyi, der Sohn des bekannten Fremden­gegners Hsutung, und Tschihsiu, Mitglied des Tsungli- Aamens, welche Beide bei den jüngsten Unruhen eine verantwortliche Führerrolle gespielt haben, sind gestern im japanischen Viertel in Peking verhaftet worden; sie werden bis zu ihrer Bestrafung gefangen gehalten.

S h a n g h a i, 28. Januar. Ein chinesisches Blatt meldet, Rußland habe eingewilligt, die Mandschurei wieder China zu übergeben und keine Kriegsentschädigung zu verlangen.

S h a n g h a i, 28. Januar. Einem Telegramm der North China Daily News" aus Peking zufolge leide Li-Hung-Tschang an hochgradigem Fieber. An seinem Wiederaufkommen werde gezweifelt. Gestern sind Tschwang uud Allhsien hingerichtet worden.

Politische Nachrichten.

Berlin, 29. Januar.

Kaiser Wilhelm ist an seinem Geburtstage von König Eduard zum Feldmarschall der englischen Armee ernannt worden. Das Feldmarschalls-Schwert ist dem Kaiser in London von dem Herzog von Connaught über­reicht worden. Eine Sonder-Ausgabe derLondon Gaz." veröffentlichte die Ernennung. Wie die Londoner Blätter melden, sind dem Kaiser ferner die Diamanten zum Hosenband-Orden und zwar noch auf Befehl der ver­ewigten Königin Viktoria verliehen worden, die beab­sichtigt hatte, dem Kaiser an seinem Geburtstage diese Auszeichnung zukommen zu lassen.

Wie dasMilitärwochenblatt" vom 23. d. MtS. aus Osborne meldet, ernannte Seine Majestät der Kaiser

er hinter mir sitzen, wir fahren ja auch sonst stets mit einem Diener."

Es war ein fast trauriger Blick, mit dem Dagmar ihre Schwester streifte. Weshalb nur verleugnete Dora stets ihr besseres Selbst ? Es klang alles so hochmüthig und herzlos aus ihrem Munde. Glühte nicht dennoch ein reiner, edler Funke unter der Kruste starrer Vor- urtheile?

Die Schwestern hatten den kurzen Weg von der Promenade bis zum Hause ihrer alten verwitweten Tanten zurückgelegt und standen nun vor der halbgeöffneten Gartenpforte.

Eine schnurgerade Allee, von Jasminbüschen ein­gefaßt, führte bis zum Wohnhaus, welches mitten im Garten lag. Auf der Veranda stand ein gedeckter Mittagstisch, und eine der drei alten Damen beugte sich über das Geländer und schaute nach den saumseligen Nichten aus.

Wo sie nur so lange bleiben I Die Suppe verdirbt, und der Braten wird hart. Natürlich hat Dora wieder irgend einen Streich verübt!

Wozu gleich etwas Schlimmes voraussetzen, meinte begütigend die zweite Schwester, eine sanft und leidend aussehende Dame, welche emsig strickend in einem bequemen Gartenstubl saß.

Da kommen sie," rief die dritte der Schwestern, welche als nie jüngste über die ungeschwächteste Sehkraft

den König von England zum Chef des 1. Garde- Dragoner-Regiments, dessen Chef die verstorbene Königin Viktoria gewesen ist.

Ein Telegramm aus C o w e s von Dienstag meldet: Bei der Zeremonie der Investitur desDeutschen Kronprinzen mit dem Hosenbandorden, die am Montag Vormittag vollzogen wurde, stand der König in Feldmarschall-Uniform vor dem Throne, die Königin zu seiner Rechten, der K a i s e r zu seiner Linken in Uniform der englischen Gardedragoner. Der Kronprinz trug die Uniform des ersten Garderegiments zu Fuß und kniete auf einem seidenen Kissen vor dem König, als dieser ihm den Orden um den Hals legte. Alsdann hielt der König an den Prinzen eine herzliche Ansprache und wandle sich hierauf in tief bewegten Worten an den Kaiser; er besprach dessen Besuch, der in eine Zeit schmerzlichen Verlustes falle, und verweilte dann bei den persönlichen und den anderen Beziehungen, welche beide Länder verbinden. Während der Feier standen hinter dem König die Herzoge von Cambridge und von Sachsen-Koburg und Gotha, Prinz Karl von Dänemark und die übrigen Fürstlichkeiten, Alle in Uniform. Pathen waren Prinz Christian zu Schleswig- Holstein und der Herzog von Connaught. Zur Linkend«! Königin standen die Prinzessinnen. Lady Roberts und Lady Norfolk waren gleichfalls anwesend. Die Ansprache des Königs machte großen Eindruck.

sD i e Erhöhung der Getreidezölle.j Wer noch daran gezweifelt hat, daß die Regierung ernstlich gewillt ist, die Landwirthschaft wirksamer als bisher durch Zölle gegen den Wettbewerb des Auslandes zu schützen, dessen Zweifel werden geschwunden sein. Der preußische Ministerpräsident, Graf Bülow, hat im Abgeordneten» hause bündig erklärt, daß die Staatsregierung erstens auf einen erhöhten Zollschutz für die Landwirthschaft hin­wirken und zweitens die Vorlegung des neuen Zolltarifs in jeder Weise beschleunigen werde. Nach dieser Er­klärung wird wohl die Erörterung der Frage aufhören, ob Graf Bülow bei seinem ersten Auftreten im Abge­ordnetenhause von einem gesteigerten oder einem ge­sicherten Schutze der Landwirthschaft gesprochen habe. Jetzt ist der Beweis geliefert, daß die Regierung einen gesteigerten Zollschutz befürworten wird. Die erdrückende Mehrheit von 238 gegen 43 Stimmen, mit welcher das preußische Abgeordnetenhaus für den sich mit der Er­klärung des Ministerpräsidenten deckenden Antrag des Grafen Limburg-Stirum gestimmt hat, steht durchaus im Einklang mit dem Reichstage, wo ja die Entscheidung fallen wird. Auch hier hat sich schon in der vorigen

verfügte. Als Bestätigung dieser Worte knarrte die grün- angestrichene Gartenpforte in ihren Angeln.

Die drei runzeligen Matronengesichter wurden beim Anblick der Nichten von einem freundlichen Lächeln über­strahlt.

Rasse haben alle Nordlingen," sagte die älteste der Tanten, auf die hohen eleganten Gestalten der beiden Mädchen deutend, welche raschen Schrittes daher» kamen.

Das edle Blut verleugnet sich nie, ergänzte die zweite Tante.

Sehen Sie nicht aus, wie die drei Parzen, flüsterte Dora ihrer Schwester zu, ich weiß allerdings nicht, ob die so wohlgenährt waren."

Dora spotte nicht; die armen Tanten, sie stehen so verlassen da verwitwet, kinderlos, alles, was sie so lieb hatten, mußten sie begraben."

Dora brach einen Jasminzweig und drückte die halb­erschlossenen Blüten an ihre Lippen.

Es muß furchtbar sein, das zu begraben, was man lieb hat," sagte sie leise und kaum hörbar fügte sie hinzu:

Ihr Atem heiß wie des Samums Glut,

So erbarmungslos wie der Tod."

Der großeKonstantin," der aus Riga kommende Dampfer, hatte in Hapsal angelegt.