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Gratisbeilagen:3llufttirtes Senntagsblatt'* «.^Onftrirte landwivthschaftNche Beilage/' n Donnerstag in 21 Januar 1961

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Bestellungen auf das ] Hersfelder Kreisblatt

| A mit den Gratisbeilagen JJllustrirtes Sonntagsblatt"» Mustrirte landwirthschaftl. Beilage" für die Monate Februar und März werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträaern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Theil

Hersfeld, den 22. Januar 1901.

Die diesseitige Verfügung vom 23. August 1893, Nr. 4921, im Kreisblatt Nr. 100, betreffend die viertel­jährliche Mittheilung eines Verzeichnisses der in den Gemeinden vorhandenen Gewerbetreibenden, welche Ge- 8 feilen oder Lehrlinge 2C. beschäftigen, an den Rechnungs- führer der ländlichen Ortskrankenkasse, dermalen Büreau- gehülfen Wolff hierselbst, wird nach einer hierher gelangten Mittheilung seitens der Mehrzahl der Herren Ortsvor­stände des Kreises nicht beachtet. So z. B. ist derselben pro I. Quartal 1901 nur von 5 Bürgermeistern ent- j sprochen worden. Zur Durchführung einer nothwendigen Kontrolle, ob alle versicherungspflichtigen Personen zur Anmeldung gekommen sind, ist jedoch die genaueste Be- , achtung der erwähnten Verfügung erforderlich.

!®u rückständigen Herren Ortsvorstände werden darum hiermit angewiesen, dieselbe bis spätestens zum 30. d. Mts. zu erledigen und auch künftig ba 6 betreffende Verzeichniß pünktlich an Eden 2C. Wolsf einzureichen.

- I. I. 377. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 17. Januar 1901.

Die Herren OctSvorstände erhalten hierdurch die jel Weisung, das im § 8 Absatz 3 des Reglements vom -' 4« März 1875 (Amtsblatt Nr. 15) vorgeschriebene P' Verzeichniß derjenigen noch nicht geimpften Kinder, welche in den Gemeindebezirken nicht geboren, .^sondern dahin verzogen sind, bis zum 10. Feb-

a Endlich gefunden.

Roman von H e d d a von S ch m i d.

(Fortsetzung.)

Zwei und ein viertel Jahr waren seit Ewalds Tode ( ins Land gegangen, da endlich theilte Melitta ihren - Eltern mit, daß sie Sehnsucht habe nach Treuenhoff;

1 stellte daher ihr Kommen für den Junimonat in Aussicht.

M Dre Landräthin begrüßte diese Nachricht mit großer Freude. Sie war wie elektrisiert durch den Gedanken, I ihre Lieblingstochler bald in ihre Arme schließen zu können. Sie hatte Melitta, seit diese verwitwet war, noch kein einziges Mal gesehen; das natürlichste wäre ja gewesen, wenn die Mutter nach dem herben Schlag, welcher die Tochter getroffen, sofort zu ihr geeilt wäre, allein die Landräthin haßte alle seelischen Aufregungen. Seit Dagmars Geburt kränkelte sie, und dieser Umstand , bot ihr einen bequemen Vorwand, alles, was ihr nur I einigermaßen lästig erschien, von sich zu weisen. Doch nun erwachte auch plötzlich das grobmütterliche Empfinden ^ in ihr, sie konnte es kaum erwarten, den kleinen Alfred, ,,. den sie bei seiner Taufe auf ihren Armen gehalten hatte, an ihr Herz zu drücken.

p$ Wenn nun doch auch Axel auf Urlaub käme, dann Wäre sie vollkommen befriedigt gewesen. Ihre beiden ^ Aeltesten, ischöne elegante Menschen, waren ihr Stolz,

r u a r d. Js. mir einzureichen. Die Herren Standes­beamten werden angewiesen, unter Benutzung des Ihnen in den nächsten Tagen zugehenden Formulars, die vor­geschriebenen Jinpflisten durch Eintrag der im Jahre 1899 geborenen noch lebenden Kinder (Spalte 2 bis 5) vorzurichten und bis zum obigen Termine gleichfalls mir einzureichen. Bei Aufstellung dieser Liste ist noch zu beachten, daß die Impflinge einer jeden Gemeinde zu­sammen in unmittelbarer Reihenfolge eingetragen werden.

Gleichzeitig ersuche ich die Herren OrtSschulinspektoren unter Benutzung des Ihnen übersandten Formulars durch Eintragung der sämmtlichen Schüler, welche im laufenden Jahre das 12. Lebensjahr zurücklegen werden, die Listen für die Wieder-Jmpfung seitens der Herren Lehrer vor­richten und hiernächst dieselben bis spätestens zum 15. k. Mts. einreichen zu lassen. Falls Schüler sich vorfinden sollten, von welchen ein Nachweis der Erst­impfung nicht erbracht werden kann, sind solche in einem Begleitschreiben besonders namhaft zu machen.

A. 150. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 22. Januar 1901.

Diejenigen Herren OctSvorstände, welche die dies­seitigen Verfügungen

1. vom 9. Februar 1884 Nr. 1721, Kreisblatt Nr. 20, Revision der Feuerungsanlagen betreffend,

2. vom 17. Oktober 1900, J. I. Nr. 2546, Kreisblatt Nr. 125, Einreichung der Nachweisung über die am 2. November vorhandenen Bullen, Kühe und deck- fähigen Rinder betreffend, bis heute nicht erledigt haben, werden mit Frist bis zum 28. d. M t s. hieran erinnert.

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Rtgierungs-Rath.

Fulda, am 16. Januar 1901.

Die Abhaltung des Viehmarktes in der Stadt Fulda am 31. Januar 1901 ist unter den seitherigen Beding­ungen gestattet worden.

Der Königliche Landrath. Steffens.

An das Königliche Landrathsamt zu Hersfeld.

Wird veröffentlicht. Hersfeld, den 22. Januar 1901.

I. 408. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

während Dora und Friedel sich nur zu oft in Derb­heit und Nachlässigkeit gehen ließen. Und Dagmar, das Nesthäkchen, diese unbedeutende Tochter mit ihrem stillen in sich gekehrten Wesen, bildete gar keine Ziffer im Leben der Mutter.

Die Landräthin war in Erwartung Melitta» gleich­sam aus dem Rahmen ihrer eigensten Natur heraus­getreten..

Die Postkarte aus Riga hatte sie ihre gewohnte Gleich- giltigkeit für den Augenblick vergessen lassen ; sie erkundigte sich bei Dagmar, ob Melittas Zimmer bereits in stand gesetzt seien, wünschte mit dem Koch und der Wirth- schasterin persönlich eine Besprechung zu haben, und ihre Absicht, mit dem Verwalter da« Senden der Wagen in den Hafen zu besprechen, rief bei Dora eine spöttische Bemerkung hervor.

Sie wünschten mich zu sprechen, gnädige Frau," mit diesen Worten verbeugte sich ein junger, auffallend hübscher Mann, der soeben den Balkon betreten hatte.

Die Landräthin machte eine halbe Kopfwendung zu dem Sprechenden hin.Ach ja, der Pferde wegen, seien Sie so gut Befehl zu geben, daß morgen die Kutsche und der Char-a-banc nach Hapsal gesandt werden, mein Mann und meine Tochter treffen mit demKonstantin" aus Riga ein."

Die Landräthin sprach mit Untergebenen stet« in sehr huldvoller Weise, durch welche jedoch der Standesdünkel durchsichtig hervorleuchtete.

Hersfeld, den 19. Januar 1901.

Unter den Schweinebeständen in der Gemeinde Mecklar ist die Rothlaufseuche ausgebrochen.

I. 337. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungsrath.

Nachrichten für diejenigen jungen Leute, welche in die Unter­offiziervorschulen einzntretea wünschen.

1. Die Unteroffiziervorschulen haben die Bestimmung, geeignete junge Leute von ausgesprochener Neigung für den Unteroffizierstand in der Zeit zwischen dem Verlassen der Schule nach beendeter Schulpflicht und dem Eintritt in das wehrpflichtige Alter derart fortzubilden, daß sie für ihren künftigen Beruf tüchtig werden. Bei militärischer Erziehung sollen fie dort Gelegenheit finden, ihre Schul- kenntnisse so weit zu ergänzen, wie dies nicht nur im Hinblick auf den militärischen Beruf, sondern auch für ihre spätere Verwendbarkeit im MilitärverwaltungS- bz. Zivildienst wünschenswerth ist. Daneben wird der körperlichen Entwickelung und Ausbildung, unter vorzug»- weiser Berücksichtigung der Anforderungen des Militär- dienstes, besondere Aufmerksamkeit zugewendet.

2. Die Ausbildung in den Unteroffiziervorschulen dauert in der Regel zwei Jahre.

3. Wer in eine Unteroffiziervorschule ausgenommen zu werden wünscht, hat sich, nachdem er mindestens 14» Jahre alt geworden ist, begleitet von seinem Vater oder Vormund, persönlich bei dem für seinen Aufenthaltsort zuständigen Bezirkskommando oder bei dem Kommando einer Unteroffiziervorschule vorzustellen und hierbei fol­gende Papiere vorzulegen:

a) ein Geburtszeugniß (A. V. Bl. 1892 S. 182 Nr. 212), b) den Konfirmationsschein bz. einen Ausweis über den Empfang der ersten Kommunion,

c) ein UnbescholtenheitSzeugniß der Polizei-Obrigkeit, d) etwa vorhandene Schulzeugnisse,

e) eine amtliche Bescheinigung über die bisherige BeschäftigungSweise, über früher überstandene Krank­heiten und etwaige erbliche Belastung.

Der Bezirkskommandeur 2C. veranlaßt die ärztliche Untersuchung, die schulwissenschaftliche Prüfung und die Aufnahme einer schriftlichen Verhandlung über die unter 3 erwähnte Verpflichtung, welche vom Vater oder Vor­mund mit zu unterzeichnen ist.

4. Insoweit Stellen frei sind, erfolgt die Einberufung in der Regel nach vollendetem 15. Lebensjahre in di

Der junge Gutsverwalter verbeugte sich hierauf schweigend.

Den Char-a-banc werde ich selbst fahren, Herr Wald, rief Dora nachlässig über den Tisch hinüber, lassen Sie die Oeselschen Falben anspannen, und nehmen Sie das englische Geschirr.

Der Ton, in dem Dora gesprochen hatte, war etwa der, in dem man zu einem Kutscher oder Stallmeister redet, jedenfalls erschien er durchaus unstatthaft dem jungen Manne gegenüber, der in zwar bescheidener, aber sicherer und ungezwungener Haltung dastand und aus dessen dunkeln, ausdrucksvollen Augen es blitzartig zu der Tochter seines Brotherrn hinübersprühte.

Gnädiges Fräulein verzeihen," erwiderte er dann ruhig, aber die Falbeu dürften doch noch zu wenig ein­gefahren sein, um von den Händen einer Dame gelenkt werden zu können."

Das ist meine Sache," rief Dora schroff, schob ihren Stuhl zurück uub trat, dem Sprecher den Rücken wendend, an die Balkonbrüstung neben Ruth, welche mit leicht gerunzelten Brauen dem kleinen Vorgang ge­folgt war.

Dagmar errötete heiß über die Ungezogenheit ihrer Schwester, welche der, dem sie gegolten, jedoch vollkommen unbeachtet zu lassen schien. Nach einem höflichen :Haben gnädige Frau sonst noch Befehle für mich," machte er Miene, sich mit einer stummen Verbeugung zurückzu- ziehen.