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das Verzeichnis einfach, wünscht er eins ausdrückliche Bescheinigung, so ist es doppelt vorzulegen. Die Marke oder Empfangsbescheinigung ist bei der Ausreichung der neuen Zinsscheins zurückzugeben.

Durch die Post sind die Erneuerungsscheine an die Kontrolle der Staatspapiere nicht einzusenden.

Wer die Zinsscheine durch eine der obengenannten Provinzialkassen beziehen will, hat derselben die Erneue­rungsscheine mit einem doppelten Verzeichniß einzureichen. Das eine Verzeichniß wird, mit einer Empfangsbescheinig­ung versehen, sogleich zurückgegeben und ist ^bei Aus­händigung der Zinsscheine wieder abzuliefern. Formulare zu diesen Verzeichnissen sind bei den gedachten Provinzial- kaflen und den von den Königlichen Regierungen in den Amtsblättern zu bezeichnenden sonstigen Kassen unent­geltlich zu haben.

Der Einreichung der PrioritätS-Obligationen bedarf es zur Erlangung der neuen Zinsscheine nur dann, wenn die Erneuerungsscheine abhanden gekommen itnb; in diesem Falle sind die Obligationen an die Kontrolle der Staalspapiere oder an eine der genannten Provinzial­kasien mittelst besonderer Eingabe einzureichen.

Hauptverwaltung der Staatsschulden. (Unterschrift.)

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Casiel, den 28. Dezember 1900.

Die vorstehende Bekanntmachung wid hierdurch mit dem Bemerken veröffentlicht, daß die in derselben be­zeichneten Formulare von der hiesigen RegierungS-Haupt- kasie und den Kreiskaffen unseres Bezirks verabreicht werden.

Königliche Regierung. M a u v e.

Casiel, den 17. Dezember 1900.

Nach erfolgtet Vereinbarung mit dem Vorstand der Landwirthschaftskammer sollen vom Jahre 1901 an die Landwirthschaftskammerbeiträge, die auf die so r st fis­kalischen Liegenschaften des Bezirks entfallen, alljährlich in einer Summe durch unsere Hauptkasse an die Kasse der Landwirthschaftskammer gezahlt werden.

Wir ersuchen die Herren Landräthe, Vorstehendes den Gemeinden mit der Aufforderung bekannt zu geben, daß künftig bei Berechnung der Landwirlhschastskammerbei- träge die forstfiskalischen Liegenschaften außer Acht zu lassen sind.

Königliche Regierung, Abtheilung für direkte Steuern, Domänen und Forsten B.

Schwarz.' Schönian. Hintz.

An die Herren Landräthe des Bezirks.

Hersfeld, den 3. Januar 1901.

Vorstehendes wird den Herren Ortsvorständen des Kreises zur Beachtung mitgetheilk.

I. 37. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Nichtamtlicher Theil.

Berlin, 5. Januar.

Se. Majestät der Kaiser ist gestern Nach­mittag 3*/4 wieder im Neuen Palais eingetroffen. Heute Morgen empfing Se. Majestät der Kaiser den GeneralmajorBuddevomGroßenGeneralstabund hörte die Vorträge des Chefs des Generalstabes der Armee, Gene­raladjutanten Generals der Kavallerie Grafen von Schlieffen und des Chefs des Militärkabinets, General­adjutanten, Generals der Infanterie v Hahnke. Um 12 Uhr empfing Se. Majestät den neuen,serbischen Gesandten Stejitsch zur Entgegennahme seines Beglaubigungsschrei­bens. Zur Frühstückstafel bei Ihren Majestäten waren geladen Reichskanzler Graf v. Bülow und General­oberst v. Los; zur gestrigen Abendtafel waren keine Einladungen ergangen.

wie grenzenlos hätte er sie angebetet, denn er liebt sie ja, liebt sie tausendmal heißer und inniger, als der junge Gardeoffizier, dem ihr Herz sich zugewandt. Noch ein­mal zuckt die Rechte des Mannes empor, um das ver­hängnisvolle Briefblatt der Flamme zu überliefern, doch dann besinnt sich Reginald er kann sich von dem armseligen Papiersetzen nicht trennen. Hastig zieht er ein Schubfach seines großen Schreibtisches auf und verschließt Melittas Zeilen.

Mit einem dumpfen Ton rasselt der Schlüssel im Schloß. Reginald in seiner erregten Stimmung dünkt es wie das Schließen eines Grabgewölbes.

Ein Grab hat sich auch geschlossen über allen Hoff­nungen, welche noch vor einer Stunde in berauschender Glücksempfindung seine Brust erfüllten.

Reginald beginnt auf dem weichen Teppichstoff, mit dem der Fußboden des Gemaches belegt ist, auf- und abzuschreiten. Ihm ist'S als zöge sein bisheriges Leben in schnell einander folgenden Bildern an ihm vorüber.

Beide Eltern starken ihm früh, sein viel älterer Bruder war verschollen schon seit Jahren. Mit einer Kunstreiterin war er aus und davon gegangen, heim­lich damals lebten die Eltern noch; in der Wiek, in den Verwandten- und Freundeskreisen hatte man Rolf von Kreutz fast vergessen, nur zuweilen sprach man noch vomtollen Junker," wie er genannt worden war.

Mütter stellten ihn ihern Söhnen als ein abschreckendes Beispiel hin, und Baroneß Grünrot, die sich bereits auf einer Altersstufe befand, auf der man ungern über die Jahreszahl seines Taufscheines zu reden pflegt, zuckle Nvchin der Erinnerung schaudernd mit den eckigen Schultern,

wenn sie eines Kotillons gedachte, den sie einmal mit Rolf von Kreutz getanzt. O, er war eben ein Thunichtgut gewesen, ein verdorbenes Gemüt; wie wegwerfend, wie mißachtend hatte er über die Frauen geurlheilt! Freilich, wenn jemand mit einer Cirkusdams durchgeht..... Baroneß Grünrot gerieth vor sittlicher Entrüstung in einen heiligen Eifer.

Daß sie es damals als eine Auszeichnung betrachtet, von dem wegen seiner tollen, rücksichtslosen Streiche von der Jugend angestaunten Rolf zum Tanz ausgesordert worden zu sein, verschwieg die Dame. Hatte sie doch später in das allgemeinekreuzige, kreuzige" der über einen Verlorenen das VerdammungSurtheil sprechenden guten Gesellschaft mit eingestimmt, als Rolf Kreutz mit Miß Maud, der Schulreiterin eines Tages aus Reval ver­schwunden.

Rolf Kreutz bildete eine Zeit hindurch das Tagesge­spräch der Gegend, dann traten neue Ereignisse in den Vordergrund, dertolle Junker" ward vergessen, man warf ihn zu den Todten.

Viele hielten ihn ja auch für todt, man sprach nie über ihn in seiner Familie.

Der alte Freiherr von Kreutz hatte vielleicht durch zu große Strenge bei der Erziehung Rolfs dessen Wider­spruchsgeist herausgefordert. Als der Sohn welcher der Liebling des Vaters gewesen trotz aller Härte, mit welcher er von letzterem behandelt worden war, Heimat und Elternhaus verlassen, und dazu noch in einer Art und Weise, welche einem öffentlichen Skandal gleichkam, da hatte der Freiherr zu seiner sanften, stillen Frau, welche ganz unter seinem Willen und Einfluß stand, ge­sagt:Fortan besitzen wir nur einen einzigen Sohn

Am Sonnabend, Abends 6/+ Uhr ist der Groß­herz o g Carl Alexander von Sachsen-Wei­mar, der älteste unter den Bundesfürsten Deutschlands, nach kurzer Krankheit im 83. Lebensjahre dahinge­schieden.

Die Volkszählung am 1. Dezember hat ein mächtiges Wachsen der großen Städte gegenüber der vor 5 Jahren vorgenommenen Zahlung ergeben. Berlin bei­spielsweise hat in der Zeit um mehr als 200 000 Seelen zugenommen. Auf dem Lande ist die entgegengesetzte Erscheinung zu beobachten. Im großen und ganzen ist hier die BevölkerungSziffer gleich geblieben, vielfach ist sie kleiner geworden, ein erschreckender Beweis, welchen Umfang die Landflucht, der Zug in die Städte ange­nommen hat. Die Folge des schnellen Wachsens der großen Städte ist eine empfindliche Wohnungsnoth. Vor einigen Tagen lasen wir in Berliner Blättern eine Notiz, die diesen Uebelstand anschaulich schilderte. Es hieß da:Ueber 200 000 Einschreibe-Briese sind auf der Post Berlins am 27. Dezember aufgegeben worden, weit über die Hälfte waren Stadtbriese und dürften zweifellos Kündigungen und Mieths-Steigerungen enthalten haben. Die Steigerungen betragen 17 bis 50 v. H. der Jahrss- miethen, ja sie gingen in einzelnen Fällen noch über den genannten Prozentsatz hinaus. Schon jetzt häuft sich die Zahl der Exmissionsklagen, weil die Miether nicht in der Lage sind, den Miethrpreis pünktlich zu entrichten. Ebenso ungünstig wie in Berlin liegen die WohnungS- Verhältnisse in den Vororten. In Reinickendorf, Schöne­berg, Rixdorf und Charlottenburg haben ebenfalls nam­hafte Steigerungen stattgefunden. Leerstehende Wohnungen sind in diesen Ortschaften so gut wie gar nicht zu haben, und die Bauthätigkeit ist in denselben z. Z. außerordent­lich schwach, sodaß auf längere Zeit hinaus an eine Aenderung diese« Zustandes nicht zu denken ist." So weit die Notiz der Berliner Blätter. Auch in andern Städten wird über die Wohnungsnoth geklagt. Unauf­hörlich steigen die Miethen, getrieben von denHaus­besitzern," welche oft nichts weiter sind als die geplagten Opfer der wahren Besitzer, der Hypotheken-Gläubiger. Wer nicht jeden Winkel seiner Wohnung an Schlaf­burschen und sonstige Nachmiether abgeben und sich da­durch seines eigenen Heims und jeder Gemüthlichkeit begeben will, der muß einen bedeutenden Theil seines Einkommens allein für die Wohnung aufwenden und an andern Lebensbedürfnissen sparen oder in Spelunken ziehen, wo es an Luft und Licht mangelt. In Berlin giebt es über 20000 Wohnungen, die nur aus einem heizbaren Zimmer bestehen und 6 und mehr als 6 Be­wohner haben; in BreSlau hat man 5000 Wohnungen dieser Art gezählt. Man vergegenwärtige sich die Luft in einem solchen Raume! Und welche Gefahren für Ge­sundheit und Sitte bergen solche Höhlen! In Hamburg, der reichen Hansa- und Handelsstadt, gab es 5991 Woh­nungen, die entweder gar kein heizbares Zimmer oder nur ein einziges enthielten. In solchenWohnungen" waren 47370 Menschen gezwungen, zu hausen, und zwar je sechs ober mehr Personen beider Geschlechter zusammen in einem Zimmer. Darf man sich wundern, daß dort die Cholera gut vorbereitete Brutstätten fand und Tausende jener Unglücklichen ihr zum Opfer fielen? Mit Recht sagt das Sprichwort:Trautes Heim, des Glückes Keim"; aber auch das Umgekehrte ist wahr: Schlechtes Wohnen, halbes Sterben". Glückliche Land­bewohner, bleibt auf eurer Scholle, bei Licht und Luft, Grün und Sonnenschein, den unersetzlichen Gütern, die der Großstädter fast immer entbehren muß. Meidet das unsichere, nervöse Treiben der Großstädte, in denen zwar nach außen Glanz, nach innen aber desto mehr Elend und Verzweiflung zu finden ist. Ein wahrer Ozean von Elend fluthet durch die moderne Großstadt. Ein an­näherndes Bild dieser dunkeln Fluth ergiebt sich, wenn man erfährt, daß von 18701886, also in l 6 Jahren,

zusammen 1,4 Millionen obdachlose Männer und 308 497 obdachlose Frauen in der Reichshauptstadt gezählt wurden. Wo und wie mögen diese Opfer der Großstadt geendet haben? Wieviel Tausende mögen unter ihnen gewesen sein, die, gleißenden Lockungen folgend, ihr Heim auf dem Lande verließen, um das Glück in Berlin zu suchen. Arme, bemitleidenswerthe Opfer der Landflucht, möge euer Schicksal wenigstens manchem eine Warnung sein!

Ein preußischer Lehrertag soll im Lause des Jahres 1901 einberufen werden, um die Frage der Lehrerbildung, des Lehrermangels, der Durchführung des Besoldungs-Gesetzes u. s. w. eingehend zu berathen. Während seines 30jährigen Bestehens hat der Preußische Lehrerverein erst einmal getagt und zwar 1890 aus Anlaß des damals vorliegenden Goßlerschen Schulgesetz- Entwurfes.

Eine für die Tuberkulose-Bekämpfung in Deutschland sehr bedeutsame Verordnung hat das Königlich sächsische Ministerium des Innern erlassen. Es wird darin zunächst die für alle weiteren Maßnahmen unerläßliche Anzeigepflicht den Aerzten, Hauehaltungs­und Anstalts-Vorständen, sowie den Leichenfrauen bei Strafandrohung auferlegt. Die Anzeige jedes Falles von Lungen- oder Kehlkopf-Schwindsucht ist binnen drei Tagen bei den OrtSpolizeibehörden, deren Zuständigkeit im Einzelnen erörtert wird, zu bewirken. Als zweite für die Tuberkulose-Bekämpfung dringend erforderliche Maßregel ist die Desinfektion der Wohnungen, in denen Tuberkulöse untergebracht waren, ungeordnet. Bei mittel­losen Kranken oder Verstorbenen sind die Kosten auf die Gemeindekasse zu übernehmen.

Von den Provinzial-Rentenbanken sind seit ihrem Bestehen bis zum 1. Oktober 1900 an Rentenbriefen für 553 007 115 Mark in Umlauf gesetzt, wovon 54 585 270 Mark auf das Rentengutsgesetz vom 7. Juli 1891 kommen. Davon waren bis zum angegebenen Zeitpunkt für 238 011 105 Mark, darunter für 2 326 380 Mark auf Grund des angeführten RentengutSgesetzes, ausgeloost, so daß am 1. Oktober 1900 noch Rentenbriefe für 314 995 010 Mark, darunter für 52 258 890 Mark auf Grund des RentengutSgesetzes, unverloost im Umlauf waren.

Sicherem Vernehmen nach wird die neue wasserwirth-' schaftliche Vorlage dem Landtage bald nach dem Beginne der Session zugehen.

Köln, 5. Januar. Heute Vormittag 11 Uhr brach in einem hiesigen Materialwaarengeschäft Feuer aus, welches sich im Nu im ganzen Hause verbreitete und den Bewohnern den Ausweg versperrte. Die Frau des Geschäftsinhabers und ein 12 järiges Kind sind ver­brannt, zwei weitere Kinder des Geschäftsinhabers wurden in's Spital gebracht. Eine in der ersten Etage wohnende Frau erlitt den Erstickungstod, eine andere Frau, welche ein in der dritten Etage im Bette lügendes krankes Kind retten wollte, brach in der ersten Elag^^M« [U das Kind bereits gebracht hatte, bewußtlos zusammen. Beide sind verbrannt. Insgesammt hat das Feuer fünf Menschenleben vernichtet.

C^ina.

Generalfeldmarschall Graf Waldersee meldet unterm 3. d. M. aus Peking: Patrouillen haben bei Mafang- tschwang Feuer erhalten. Kolonne Madai marschiert von Tung tschou auf linkem Peiho-Ufer nach Norden, die am 31. gemeldete Kolonne unter Hiuptmann Hering über Tschi-tun-tschwang auf Iang-ko-tschwang, Kolonne Gruber von Neuem über San-ho-hsien auf Ping-ku hsien.

Eine überaus schmerzliche Kunde berichtet General­leutnant v. Sessel aus Tientsin: Beim Salutschießen um Jahreswende im Peitang-Fort wurden von 2. Batterie schwerer Feldhaubitzen und 3. Pionierkompagnie 6 Mann gelobtet, 15 verwundet.

Reginald er wird uns Ehre machen und unsern alten Namen niemals in den Schmutz ziehen, wie Rolf es gethan."

Die Freifrau hatte ihr bleiches, verhärmtes Antlitz noch tiefer geneigt, damit der Mann, der seinen Erst­geborenen verstieß, die heiß hervorquellenden Thränen, welche ihre müden Augen umflorten, nicht sehen sollte. Das Mutterherz drohte zu brechen um den verlorenen Sohn mag die ganze Welt richten und verdammen, Mutterliebe ist langmütig, ist tief und treu und groß im Verzeihen.

Und nicht lange dauerte es, da brach das Mutter­herz. ,

(Fortsetzung folgt.)

Aus N e u st r e l i tz, 3. Januar, wird ge­schrieben: Auf dem etwa eine Stunde von dein Land­städtchen Woldegk entfernten Gute Hildebrands­hag e n kamen in der Neujahrsnacht zwei auf dem Gute bebienftete Personen, der Milchkutscher und ein Ochsen­knecht, dadurch um« Leben, daß sie ihren Tod bei einem Feuer fanden, durch das das Viehhaus auf dem Gute völlig zerstört wurde. Außer dem Verlust zweier Men­schenleben ist noch ein großer materieller Schaden ent­standen; es sind nicht weniger als 40 Pferde und 140 Kühe, unter denen sich das ganze nichtversicherle Vieh der Dorfleute befand, in den Flammen umge- kommen.

New-York, 5. Januar. Eine heftige Jn- fluenzaepidemie ist hier ausgebrochen. An Bord eines Dampfers sind der Kapitän und 150 Mann daran er­krankt. Die Epidemie greift weiter um sich.