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zu seinem himmlischen Vater sagen könne: Vater, hier sind die, welche du mir anvertraut hast und keins ist verloren gegangen! Dieser schöne Weihnachtsgottesdienst wird uns stets in heiliger Erinnerung bleiben. Möge unserem Lehrer noch eine recht gesegnete Wirksamkeit beschieden sein.

Hanau, 29. Dezember. Heute Mittag 12 Uhr wurde auf dem hiesigen Friedhofe ein von Angehörigen und Freunden für den im Jahre 1895 verstorbenen Justiz­rath Osius gestiftetes, von Prof. Eberlein in München hergestelltes Grabdenkmal enthüllt. Das Denkmal be­steht in einer trefflich gelungenen Büste des Verstorbenen. Osius war bekanntlich ein Schwiegersohn Gutzkows.

Bredelar, 31. Dezember. Auf der Ruhthalbahn, zwischen den Stationen Bredelar und Messinghausen, stürzte während der Fahrt ein Schaffner beim Kontro- liren vom Trittbrett, kam unter die Räder und wurde gelobtet.

Eisenach, 28. Dezember. Thüringen ist wohl der­jenige Theil Deutschlands, der nicht nur die Leichenver- brennung einführte, sondern auch im Verhältniß zu seiner Größe die meisten Crematorien aufweist. Zu den vor­handenen wird im neuen Jahre ein neues in Eisenach treten. Die im Crematorium vorgenommenen Probe- verbrennungen ergaben, daß die Einrichtungen nach jeder Richtung hin gelungen sind.

Göttingen, 29. Dezember. Eine unbekannte Dame von etwa 26 Jahren hat sich im Feuerteiche vor dem Albanithore gestern gegen Abend ertränkt. Auf dem Stacket am Teiche fand man nämlich einen roth carrirten Umhang, ein Pelzbarett und einen schwarz seidenenSchirm. Die Personalien sind noch nicht festgestellt.

$ t r «i i f 411 §.

Nach Eröffnung des Truppenübungsplatzes N e u h a m in e r für das 6. Armeekorps am 1. April 1901 werden wir 16 solcher Plätze haben, näm­lich außer Neuhammer Altengrabow, Arys, Döberitz, Elsenborn, Hagenau, Hammerstein, Jüterbog, LamSdorf, Lockstedt, Munster, Senne, Darmstadt, Posen und Wesel. Für die letzten drei UebungSplätze bestehen keine besonderen Kommandeure; deren Geschäfte nehmen die Kommandanten von Darmstadt, Graudenz und Wesel wahr. Daß diese Plätze für die Ausbildung von Truppen von großem Vortheil gewesen sind, wird in allen militärischen Kreisen als ganz sicher angenommen; namentlich für die Heran­ziehung der Kavallerie und ihre Verwendung in größeren Verbänden sollen sich auf den Uebungsplätzen manche neue Gesichtspunkte ergeben haben. Der Kaiser hat be­kanntlich wiederholt in Altengrabow mit den gesammten Garde-Kavallerie-Regimentern, denen Artillerie beigegeben war, Uebungen auSgesührt ; in Jüterbog zeigte er seinem Verbündeten Kaiser Franz Josef in vorigem Jahre die Wirkung der neuen Geschütze. Die Kommandanten der Truppenübungsplätze haben den Rang von Regiments­kommandeuren und beziehen eine nicht pensionsfähige Zulage bis zu 2880 Mk.

Wie der deutsche Consul in Malaga meldet, sind die Leichen des CapitänleutnanntS BerninghauS von der Gnsifenau", des Feuermeistermaats Ruehl und der Schiffsjungen v. Speel, Johannfen und Scheck geborgen.

Be'rli n. (Die i l l u st r i r t e Warnung.) Eine seltsame Warnungstafel hat der Maurer- und Zimmermeister Heinrich T. aus der Beuffelstraße vor feinem Neubau in der Wilhelmshavenerstraße anbringen laffen. Sie trägt die übliche Warnung: Unbefugten ist das Betreten des Bauplatzes streng, verboten. Der Eigenthümer." Vor den letzten beiden Worten befindet sich jedoch in sauberer Ausführung ein von geübter Hand gemalter Revolver.

lieber die Ermordung d es Wacht­postens der Kaiserlichen Werft in Kiel wird von dort derTgl. Rsch." geschrieben, daß es sich um den Mus­ketier vom 85. Infanterieregiment Tumforde aus Mulfum bei Stade handelt. Allem Anscheine nach liegt ein Meuchelmord vor. Mehrere Personen drangen in einem Boote in die Werft hinein, um einen Diebstahl au«zu- führen. Sie überfielen den Wachtposten, bemächtigten sich seiner und stürzten ihn von der Kaimauer in den Hafen hinab. Sein Gewehr wurde auf dem Kai und in der folgenden Nacht erst die Leiche gefunden. Anfangs glaubte man, daß der Soldat in Folge eines Fehltrittes ins Waffer gestützt sei. Jetzt ist die Aufstellung von Doppelposten bei dem Kohlenhof angeordnet worden.

Durch d e n brennenden W e i h na ch t s - baum zu Tode gekommen find die beiden 5 und 3 Jahre alten Töchter des Arbeiters Otremba in Löwen

(Schlesien). Ihr Onkel, der Arbeiter Krause, und bessert Frau, bei dem beide Kinder in Pflege waren, gingen am Weihnachtsmorgen in die Kirche, ließen die kleinen Mädchen in der Wohnung zurück und schloffen sie ein. Während der Abwesenheit der Pflegeeltern krochen die Kinder aus ihren Bettchen und zündeten den in der Stube stehenden Christbaum an. Dabei fiel der brennende Baum um und setzte ein Bett in Brand; binnen wenigen Augenblicken brannte das gesammte Mobiliar. Durch den entstehenden Rauch wurden Nachbarn auf den Brand aufmerksam. Als sie die Stube erbrachen, fanden sie die beiden Mädchen verbrannt am Boden liegend vor.

Der Brief eines Deutschen im Buren­lager, den derFrankfurter Generalanzeiger" ver­öffentlicht, klingt recht zuversichtlich. Es heißt darin: Krieg kostet Geld, Geld und nochmals Geld undjeder Brunnen schöpft sich aus", denkt man in Europa und bedauert die Buren, die aus diesem Grunde doch bald aufhören müßten. Bewahre! Der Bur, dessen Farm . verbrannt, dessen Vieh geraubt und dessen Frau ver­trieben, todt oder geschändet ist, hatseine Sach' auf nichts gestellt", für. ihn ist Geld zur Kriegführung nicht nöthig. Was er braucht, holt er sich zum Ueberfluß von den Engländern. Nimmt's ihm dieser heute wieder ab, holt er sich's morgen wo anders wieder. Bei seiner un­glaublichen Bedürfnißlosigkeit genügt ihm getrocknetes Fleisch und Maismehl, das ihm bereitwillig jeder Kaffer bringt, völlig zum Lebensunterhalt. Aus dem Mehl backt er sich Fettkuchen. Eine Feldbäckerei braucht er dazu nicht, denn überall finden sich natürliche Backofen in Afrika: die Termitenhügel. In einem solchen harten Ameisenbau wird unten in den Gängen Feuer gemacht, oben darauf legt man einen flachen Stein, auf den das Mehl mit etwas Hammelfett kommt, und bald ist das Mittagessen fertig. Dazu lassen wir uns dann meistens die schönen englischen Conserven schmecken. Mitunter giebt es ganze Wagenladungen von Spargel und süßem Eingemachten. Aber auch ohne das, was den Briten abgenommen wird, hat noch kein Burencommando jemals zu hungern brauchen. An Munition fehlt es niemals. Unsere schönen Mausergewehre sind, für die Briten un­auffindbar, eingegraben. Die ganze Armee der Buren ist jetzt mit den Briten abgenommenen Martini - Henry- und Lee-Metfprd-Gewehren ausgerüstet, für die jeder Ueberfall einer englischen Feldwache reichlichen Muni- tionsersatz schafft, Wenn der Engländer zu laufen an-' fängt, wirst er immer, seine ganze Munition weg. Der Bur aber ist damit sehr sparsam. Mit hundert Patronen kommt er sehr lange aus, denn er schießt nur dann, wenn er sicher ist, daß die Kugel auch fitzen wird, nicht so in'S Blaue hinein, wie Tommy Atkins. Daß das humane Mausergewehr jetzt außer Dienst gestellt ist, spüren die Briten zu ihrem lebhaften Mißvergnügen, denn die Lee-Metford reißM gründliche Löcher. Sie tragen ja nicht so weit, aber über 1000 Meter hinaus schießt der Bur doch sowieso nie. Die Pferde schließlich werden ebenfalls aus den englischen Beständen ergänzt. Es ist merkwürdig, wie die abgetriebensten englischen Pferde bei den Buren bald speckfett werden. Das kommt daher, weil die Engländer kein Herz für ihre Thiere haben, oder auch ihre Behandlung nicht verstehen, daß sie ihre Infanterie beritten machen, die gar keinen Pferdeverstand hat. Diese berittenen Infanteristen trotten stundenlang mit ihren Gäulen einher, ohne ihnen Ge­legenheit zum Stehenbleiben auch nur auf zwei Minuten zu geben. So schwillt den am Wasserlassen verhinderten Thieren dann die Blase aN und über kurz oder lang stürzt dies und jenes Pferd mit aufgetriebenem Leibe zusammen. Ganz anders bei den Buren." Der Brief­schreiber stellt einen weiteren Brief über den Antheil deutscher Mitkämpfer an der jetzt so viel energischeren Kriegführung der Buren in Aussicht.

Eine entsetzliche Seefahrt hat, wie aus Port Elizabeth gemeldet wird, die BarkeAlmora" durch­gemacht, die auf der Fahrt von Liverpool nach Sydney begriffen war. Das Schiff gerietst in Brand, als es noch über 700 Meilen von dem nächsten Hafen, nämlich Port Elizabeth, entfernt war. Der Qualm war so stark und die Hitze so sengend, daß Niemand in die inneren Räume des Schiffes bringen konnte. Man machte den Versuch, das Feuer dadurch zu ersticken, daß man den Raum, wo es brannte, möglichst luftdicht abschloß, und versuchte so nach Port Elizabeth zu steuern. Am nächsten Tage schon sprang ein Sturm auf und das Schiff hatte schwer gegen die Wellen zu kämpfen. Die Lage der Be­satzung wurde dadurch noch schlimmer, daß der Rauch der brennenden Ladung sich einen Ausweg durch die Fugen des Decks suchte. Der Kapitän wurde durch den

Rauch fast blind, schon nach zwei Tagen würdest feiüö Frau und sein Kind bewußtlos, und einige Tage später erging es einigen Leuten der Besatzung ähnlich. Dazu kam, daß nach einigen Tagen die erreichbaren Vorräthe vollständig aufgezehrt worden waren. Es blieb also nichts Anderes übrig, als zu versuchen, aus den unteren Räumen Lebensmittel heraufzubefördern oder aber Hungers zu sterben. Es wurde also eine der Thüren geöffnet und Leute, die Schwämme in den Mund gesteckt hatten, stiegen hinab. Zwei volle Stunden vergingen, ehe es gelang, einen Laib Brod und einen Sack Mehl heraufzubefördern. Nach zwanzig Tagen der entsetzlichsten Qualen und Sorgen kam das Schiff brennend und rauchend in Port Elizabeth an; es dauerte noch einige Tage, bis bann das Feuer vollständig ausgelöscht werden konnte. 300 Tonnen der Ladung waren zerstört worden.

(Der alte Fritz und derDorfschul- meister.) Der alte Fritz kümmerte sich um alles. Wie er einmal durch ein havelländisches Dorf kam, ging er auch in die Schule. Der Schulmeister war ein alter Soldat und unterrichtete, immer den Dreimaster auf dem Kopfe. Als der König eintrat, lüftete er nur etwas den Hut und schob dem König einen Stuhl hin mit den Worten:Wollen Majestät sich nicht setzen?" Dann unterrichtete er weiter. Der König hörte lächelnd dem Unterricht zu, der ihm gefiel. Als nun die Stunde um war und die Jungen hinaus waren, richtete sich der Schulmeister gerade, nahm den Hut ab und sagte:Ent­schuldigen Ew. Majestät, aber vorhin ging es nicht; denn, wenn die Jungens erst merken, daß einer noch über dem Schulmeister ist, so ist es mit dem Respekt vorbei!" Na," meinte der alte Fritz,dann halte er nur feine Jungen weiter ordentlich in Respekt, ich werde ihn daran nicht hindern !"

(Das Ende des Tauchers.) Ein be­kannter australischer Taucher, John Roderick, der lange Jahre im Dienste der Regierung von Neu-Süd-Wales gestanden hat, ist in Sydney eines schrecklichen Todes gestorben. Er arbeitete auf dem Schiffsboden eines Dampfers in Morts Dock und war eine Viertelstunde unten gewesen, als der Mann, der bei der Luftpumpe Wache hielt, ausrief:Die Pumpe ist verstopft". Er sollte sie mit Gewalt im Gange halten, und man ver­suchte, vermittels der Rettungsleine mit Roderick in Verbindung zu treten. Man erhielt aber keine Antwort, und da das Getriebe unten verwickelt war, vergingen zwanzig Minuten, ehe der Taucher an die Oberfläche gebracht wurde. Natürlich war er todt. Augenscheinlich hatte er einen schrecklichen Kampf um sein Leben geführt, aber das Gewicht der Taucherkleidung hatte alle seine Anstrengungen, zu entkommen, nutzlos gemacht.

Baku, 31. Dezember. Durch einen großen Brand sind 25 Naphta-Fontainen zerstört worden. Drei Magazine wurden eingeäschert, der Schaden ist bedeutend.

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