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aus nach China gesandt. KreuzerGeier" wurde von Amerika,Schwalbe" von Ostafrika undSeeadler" von Australien nach China beordert, so daß in kurzer Zeit 22 deutsche Kriegsschiffe in Ostasten versammelt waren. Den Kriegsschiffen folgte auf 18 großen Transport- dampfern eine aus rund 20000 Mann bestehende Land­streitkraft, welche jetzt mit Erfolg in China operirt, während die Marine ihre Mannschaften an Bord der Schiffe zurückgezogen hat. Die Marineverwaltung kann die Zahl der in Ostasien befindlichen Kriegsschiffe erst dann reduziren, wenn die Zustände in China sich ge­bessert haben. Insbesondere wird eine Heimberufung der Brandenburg"-Division gewünscht. § ie Opfer, welche unsere Marine gerade in diesem Jahre an Menschenleben hat bringen müssen, sind besonders groß. Viele starben im Kampfe unter der Kriegsflagge, Viele erlagen, fern von der Heimath, in Feindesland Seuchen und Krank­heiten, und nicht minder Viele find im Sturme dem Meere zum Opfer gefallen. Aber durch die Art, wie deutsche Matrofen zu kämpfen, zu siegen und auch zu sterben wissen, haben sie die Anerkennung der ganzen Welt gefunden. Möge es unserer Flotte niemals an dem Geiste und der Thatkraft fehlen, welche sie besonders in diesem Jahre ausgezeichnet haben.

Die gestrige Generalversammlung der Pfandbriefbe- fitzer der Preußischen Hypotheken-Aktienbank ermächtigte einstimmig ihre Vertretungen zur Stund un g aller bis zum 2. Januar und 1. April 1901 fälligen Pfandbrief­zinsen, nachdem festgestellt worden, daß der Stand der Bank erfreulicher ist, als erwartet worden war.

Weimar, 1. Januar. Das heute früh 8 Uhr über das Befinden Sr. Königlichen Hoheit des Groß- herzogS ausgegebene Bulletin lautet:Im Laufe des gestrigen Tages trat ein ausgesprochener Fiebernachlaß ein. Die Temperatur betrug Abends 38, heute srüh 37,6 Grad. Der Schwächeansall hat sich nicht wiederholt. Die Zahl der Athemzüge betrug noch Abends 34. Der Tag verlief günstiger. Am späten Abend hat sich eine geringe Fiebersteigerung wiederholt. Von 2 Uhr an ruhiger Schlaf durch Husten nicht mehr gestört. Nahrungs­aufnahme genügend.

Lhina.

Pekin g, 31. Dezember. Die Bedingungen der gemeinsamen Note der Mächte sind gestern Nachmittag bedingungslos angenommen worden. Die Vollmachten der chinesischen Friedensunterhändler sind völlig regel­recht. Man glaubt, daß die Unterhandlungen in einigen Tagen beginnen werden.

New-Dork, 31. Dezember. Eine hier einge­troffene Depesche aus Peking vom 30. Dezember meldet: Die chinesischen Bevollmächtigten waren äußerst erstaunt, den Befehl.zu erhalten, daß sie den Bestimmungen der gemeinsamen Note zustimmen sollen. Weder Li-hung- tschang noch Tsching glaubten, daß es gelingen werde, den Hof vor 10 Tagen zur Nachgiebigkeit zu bewegen. Die Befehle des Kaisers gehen dahin, die Note völlig anzunehmen, aber sich zu bemühen, möglichst günstige Einzelbedingungen zu erlangen, besonders bezüglich einer Beschränkung der Zahl der GesandtschaftSwachen und be­züglich ihres Standortes, sich ferner zu bemühen, die Zahl der militärischen Posten längs der Eisenbahn mög­lichst einzuschränken, und schließlich die verbündeten Mächte zu ersuchen, die Festungen nicht zu zerstören, sondern zu desarmiren. Der Gesundheitszustand Li- Hung-tschangs ist schlecht. Es ist zweifelhaft, ob ihm etwas anderes zu thun übrig bleibt, als Tsching seine Vollmacht zu übertragen, bis ein anderer Bevollmächtigter ernannt worden ist. Li-hung-tschang ließ sich heute Morgen in einer Sänfte zu Tsching tragen und hatte mit diesem eine lange Unterredung. Tsching berief den spanischen Gesandten zu sich und ersuchte ihn, den üb­

rigen Gesandten mitzutheilen, daß vom Kaiser der Be­fehl zur Unterzeichnung der gemeinsamen Note einge­troffen sei.

Peking, 31. Dezember. Aus der Umgegend von Peking, an der Eisenbahnlinie Peking-Paotingfu, werden Ansammlungen vonBoxern gemeldet. Um Ueberraschungen zu vermeiden, sind die Posten verdoppelt worden. Oberst Gaillot ist mit 500 Mann bei Schinghingfu von mehreren tausend Mann regulärer Truppen bedroht. General Bailloud ist zu seinem Entsatze aufgebrochen.

London, 1. Januar. Die Blätter melden aus Peking, 31. Dezember: Die gestern von den chinesischen Bevollmächtigten den fremden Gesandten unterbreitete Note, .daß die vorläufigen Forderungen angenommen werden, hat folgenden Wortlaut: Tsching und Li-hung- tschang nehmen Namens Chinas die diesem auferlegten Bedingungen an und bitten um eine Zusammenkunft.

Berlin, 1. Januar.Wolff's Bureau" meldet aus Peking vom 31. Dezember: Enhai, der Mörder des deutschen Gesandten von Ketteler, ist Nachmittags 3 Uhr an der Mordstelle mit dem Schwerte hingerichtet worden.

Rückkehr des Generalmajors v. Hoepfner.

Generalmajor von Hoepfner, der im ostasiatischen Expeditionskorps mit dem Kommando der 3. Infanterie- Brigade betraut war, hat leider infolge von Erkrankung die Enthebung von feinem Posten nachsuchen müssen. Man erfährt über die betrübende Thatsache, die das Expeditionskorps einen der tüchtigsten Offiziere kostet, folgende Einzelheiten: Generalmajor v. Hoepfner befindet sich seit Ende November in Pokohama und leidet, wie aus seinen Briesen zu schließen ist, an einer Darmer­krankung. Telegraphisch hat Herr von Hoepfner seine Heimreise am 29. d. Mt», angekündigt. Damit steht in Zusammenhang, daß eine KabinetSordre vom 29. De­zember den Generalmajor v. Hoepfner von der Stellung als Kommandeur der 3. ostasiatischen Jnfanteriebrigade und von der Führung des Expeditionskorps der Marine enthoben hat und der Oberst v. Rohrscheidt, Kommandeur des 5. ostasiatischen Jnf.-Regiments, mit der Führung der genannten Brigade beauftragt worden ist.

Str Stieg in Siiiairita.

London, 31/ Dezember. Die Kriegsnachrichten aus Südafrika rufen allgemeine Beklemmungen hervor. Die militärische Thätigkeit der Buren bei Helvetia kam hier ganz unerwartet. An anderer Stelle halten die britischen Truppen sich gerade nur in der Defensive. Es wird gemeldet, General Elements findet Widerstand auf dem Marsche gegen Rustenburg, was offenbar heißt, daß er nicht im Stande ist, vorzudringen. Die Delagoa-Bahn ist bei Pan zerstört, auf der Natat-Linie ist ein Zug bei Standerton aufgehalten. Knox und Dewet stehen sich gegenüber, aber Knox ist anscheinend zu schwach, um an- zugreifen. Kitcheners Appell an die Kolonien um Ver­stärkungen beweist, daß er mit seinen abstrapazierten Truppen nicht mehr aus und ein weiß.

London, 31. Dezember. Lord Kitchener meldet in einem Telegramm aus Pretoria von gestern über die Ueberrumpelung des Postens in Helvetia folgende Einzel­heiten : Der Posten wurde um 2^/2 Uhr nachts über­rascht. Der Feind stürzte sich zuerst auf das 4,7 mm Geschütz des Postens. In der Morgendämmerung sandte der Offizier, welcher den Posten in den Swartkopjes kommandiert, eine Abtheilung aus, vertrieb die Buren durch Geschützfeuer aus Helvetia und nöthigte sie, vor­übergehend das Geschütz zu verlassen. Die Buren jedoch formirten die englischen Gefangenen um das Geschütz herum und führten es fort. Möglicherweise haben sie keine zu dem Geschütz gehörende Munition erbeutet. Vier englische Offiziere sind verwundet, 11 Mann sind todt und 22 verwundet. Von Machadodorp wurde eine eng­

lische Abtheilung ausgeschickt, die aber auf den schlechten Wegen nicht mehr rechtzeitig herankam.

London, 1. Januar. Nach einer Depesche Kitcheners aus Pretoria, 30. Dezember, meldet General Knox, er folge Dewet auf dem Fuße und habe einige Pferde und 5 Wagen mit Munition erbeutet. Knox ließ 76 ge­fangene Buren frei, die gezwungen unter Dewet mit­gefochten hatten und in seine Hände gerathen waren. r French machte kürzlich 12 Gefangene und erbeutete eine große Anzahl Karren und Vieh.

As Provinz nni) MDnrztM.

* Die Ziehung der 1. Klasse 204. Königlich preußischer Klassenlotterie wird am 8. Januar ihren Anfang nehmen.

Hn. Hersfeld, 2. Januar. Der Winter hat seine Herrschaft angetreten. Am 22. Dezember erreichte die Sonne ihren südlichsten Stand, von diesem Zeitpunkte an rechnet man den astronomischen Winter, der mit dem meteorologischen ziemlich zusammenzufallen pflegt. Denn die eigentliche Winterkälte stellt sich in den Monaten Januar und Februar ein. Obwohl im November und Dezember der Stand der Sonne ebenso niedrig ist wie im Januar und Februar, wir also von unserm Central- feuer nicht mehr Wärme empfangen, sinkt in den beiden letzten Monaten des Jahres die Temperatur doch nicht so tief, wie in den beiden ersten, weil noch vom Sommer her Wärme-Vorrälhe im Erdboden ausgespeichert sind, die uns einen Theil der fehlenden Sonnenstrahlen er­setzen. Nachdem nun aber auch der Erdboden abgekühlt ist, macht sich der Mangel an. Sonnenwärme fühlbar. Mit weißer Hülle decken sich die Felder, die Seen, die Flüsse werden von eisigen Flächen überbrückt, selbst die Häfen des Weltmeeres werden von dem krystallenen Bollwerke gesperrt, das die Flotten des Handels und des Krieges zur Unthätigkeit verurtheilt.

Aber schon macht es sich fühlbar, daß des Winters Regiment nicht ewig währen kann. Siegreich dringt die Sonne wieder nach Norden vor. Am Neujahrstage steht sie 23 Grad südlich vom Aequator, sie erhebt sich daher nur zu einer Höhe von 14 Grad über unsern Horizont. Am 31. Januar steht sie 6 Grad weiter nörd­lich und steigt daher bis zu 20 Grad an unserm Hori­zonte empor. Die Dauer, die das Tagesgestirn über unserm Horizonte verweilt, nimmt entsprechend zu. Am 1. Januar erfolgt der Sonnen-Ausgang erst nach 8 Uhr, der Sonnen - Untergang bereits vor 4 Uhr. Am 31. Januar erhebt sich die Sonne gegen 7'/^ Uhr und sinkt erst gegen 4/4 Uhr wieder hinab. Unser Mond zeigt sich bei Beginn des Jahres zunehmend nach dem ersten Viertel und ist am 5. Januar voll. Er steht dabei ziemlich hoch am Himmel, weil er doch der tief stehenden^. Sonne sich gerade gegenüber befindet. Am 12. Januar zeigt sich unser Trabant im letzten Viertel, am 20. steht er zwischen Sonne und Erde, ist also als Neumond unsern Blicken entzogen. Wenige Tage darauf erscheint er als schmale Sichel bei Sonnenuntergang am Abend­himmel und erreicht am 27. Januar das erste Viertel. , ** Untergeis, 2. Januar. Am Abend des ersten Weihnachtsfeiertages wurde unter dem brennenden Christ­baume in unserer freundlichen Kirche ein liturgischer Gottesdienst verunstaltet. Unsere Schüler trugen Gottes- worte und passende Gedichte ausdrucksvoll vor. Die zwei- und dreistimmigen Weihnachtslieder wurden von unseren Schulkindern recht gut zu Gehör gebracht. In einer Ansprache, welche von Herzen kam, gedachte unser Lehrer der hohen, heiligen Bedeutung des Weihnachts- festes für die ganze Christenheit. Er erinnerte auch daran, wie das Christentum immer weitere Fortschritte in der Heidenwelt mache. Die Eltern wurden ermähnt, stets der Schule beizustehen in dem schweren Werke der Erziehung ihrer Kinder, damit der Lehrer dermaleinst

»Danke! ja, du kannst lachen. Du bist fein raus! I Eine gute Stelle, und dann noch die kleine Erbschaft von deinem Vetter, der Schneider in Ostindien gewesen ist!" 1

Klaaßen wird puterrot, als Willems mit unschuldiger Miene fragt:War er denn nicht Oberkontrolleur

Kontrolleur? Nein, wir haben noch nie einen Kon­trolleur in unserer Familie gehabt, nicht, Mine?"

Nicht, daß ich wüßte, Trine!"

Glücklicherweise dauert diese Folter für Klaaßen nicht länger, denn die Table dhote ist zu Ende, und die Gäste entfernen sich.

Es schlägt sieben Uhr, und Tante Trine ruft:Lieber Himmel, schon sieben! Wir müssen eilen, denn der Zug fährt ein Viertel nach acht!"

Klaaßen atmet auf.

Sie haben Zeit genug!" fagt Willems auf seine Uhr sehend.Mit der Pferdebahn sind Sie in zehn Minuten am Bahnhof!"

r »Mit der Pferdebahn? Nein, das ist Verschwendung! Wir können ganz gut gehen! Die Mädchen haben junge Beine, und wir haben uns hier ausgeruht! Kommt, Kinder, wir müssen gehen!"

Während die Damen ausstehen, sieht Tante Trine eine kleine Schale mit Mandeln und Rosinen, die noch unangerührt auf der Tafel steht. Im Nu ist die Niesen- tasche geöffnet, und der Inhalt der kleinen Schale gleitet hinein mit der Bemerkung: Es ist schade, wenn sie nicht gebraucht werden! Die Mädchen können sie unterwegs ausknabbern!"

Wollen Sie nicht diese Biskuits noch dazunehmen?" fragt Willems spöttisch, und mit einem geradezu teus- lischen Lächeln sagt er: Klaaßen, reich deiner Tante mal die Biskuits herüber!"

Inzwischen hat sich der Oberkellner genähert, um ab- zurechnen. Tante Mine bezahlt 18 Mark für fünf Couverts, und obgleich sie es seufzend thut, muß sie doch gestehen, daß sie noch nie so viel und so gut gegessen hat.

Jetzt wollen wir auch abrechnen, Kellner!" ruft Tante Trine. Sie holt ihr Geldtäschchen hervor und fragt:Wieviel macht e» ?"

Der Kellner schreibt aus:Viermal Beefsteak mit Ei, K 1,40 Mark, macht 5,60 Mark!"

»Was sagen Sie, 1,40 Mark? und Ihr Kollege sagte, Beefsteak kostet 1,20 Mark!"

Da» stimmt, gnädige Frau, aber zwei Eier macht 1,40 Mark!"

Aber Mann, die Eier waren doch für den Salat!"

Pardon, gnädige Frau, der Salat ist extra. Den hätte ich beinahe vergessen! Ich dank« Ihnen! Also vier­mal Salat, ä 20 Pfennige, macht 80 Pfennige!"

Alle Wetter! Kostet das bißchen Salat 20 Pfennige pro Person?"

Finden Sie das so teuer?"

Mine! Mine!"

War ist los?"

Er rechnet 80 Pfennige für den Salat!"

Mine zuckt mit den Achseln und unterhält sich weiter mit Klaaßen, der innerlich wüthend ist, sich aber eigent­lich freut über die Entrüstung einer seiner Quälgeister.

Dann viermal Omelette aux confitures st 60 Pfennig = 2,40 Mark."

Aber Mensch, sind Sie verrückt? Solch kleine Omelette mit etwas PlaumenmuS 60 Pfennig?"

(Schluß folgt.)

Itzeh 0 e (Schleswig), 30. Dezember. Ein selten anzutreffendeö Brautpaar schloß vor dem hiesigen Standes­amte den Bund für's Leben. Beide Brautleute zählen nämlich zusammen 147 Jahre. Der unternehmungslustige Bräutigam stand im 76., die junge Frau im 71. Lebens- ahre.

- Laufcha, 28. Dezember. Durch die Explosion eines Acetylengas-Apparates im Hoffmann'schen Gasthof wurden der Wirth getödtet und fünf Gäste unter den Trümmern verschüttet und verletzt.

. (Erster Gedanke.) Andreas Brttbach, der stets lebenslustige Bauer vom Westerhos ist mit seinem Gespann in der Stadt und sieht da einen Wotorwagen. Die Neuheit gefällt ihm ausgezeichnet und kurz ent­schlossen ersteht er sich denselben. Als Anzahlung gibt er seinen Wagen und sein Pferd her. Die neue Fahrt beginnt, alles geht soweit gut, aber auf der Heimfahrt versagt kurz vor seinem Gehöft der Mechanismus und Andreas ist wohl ober übel gezwungen, den Motorwagen heimznziehen. Schon von weitem wird er von seiner lieben Ehehälfte also empfangen:Lump, elendiger, hast denn in der Stadt schon wieder 'mal den Gaul versassen!"