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einmal wieder eine Nachricht vom edlen Lord Methuen, der mit seinem Corps zwischen der genannten Stadt und dem Orte Ottoshoop den Buren ins Kreuzfeuer kam und außer einigen Todten und Verwundeten einige Trans­portwagen mit speziellen Weihnachtsliebesgaben für seine Truppen verlor.

Johannesburg, 27. Dezember. Vierhundert bis fünfhundert Buren unter Ben Viljoen griffen mit einem Maximgeschütz eine Abtheilung von 24 Mann in der Nähe von Modderfontein an. Die Stellung wurde tapfer vertheidigt bis Verstärkungen von Boksburg eintrafen, welche den Feind vertrieben. Den Buren gelang es die Batterie von New-Kleinfontein und Chimes zu beschädigen und die Posten zu vernichten. Sie versuchten auch die Cyanitwerke durch Feuer zu zerstören, doch wurde der Brand von den Kaffern gelöscht.

ZL Neujahr. ^

Wenn die Berge weichen

Und der Fels zerbricht, Wanst doch Gottes Gnade Gottes Treue nicht. Gottes Wort und Wahrheit Sind uns Schutz und Wehr, Fester als die Berge Und der Fels im Meer.

Mögen Jahre wechseln, Mag die Zeit vergehn, Was uns Gott verheißen, Das bleibt ewig stehn. Wie die Fluten rauschen, Wie das Meer auch schäumt, Ueber uns ist einer Der uns nicht versäumt.

Ueber uns der Himmel, Eine ew'ge Welt,' Unten in der Tiefe Unser Wanderzelt. Aber aus der Tiefe Ziehen wir hinauf, Schlagen unsre Rüsten Einmal droben auf

Aus dem Berliner Gerichtssaal.

(Gans nach polnischer Art.) Unter der breiten bartlosen Oberlippe ein scharfgeschnittener Mund und darunter ein spitz gehaltener blonder Kinnbart. Das gab seinem Gesicht etwas Hämisches,. Verbissenes und entsprach der That, der er beschuldigt war. In der Hand hielt er ein augenscheinlich schon viel benutztes Exemplar des Bürgerlichen Gesetzbuches. Ohne erst die Anrede des Vorsitzenden abzuwarten, legte, er los: Herr JerichtShof, nächst Bürjerliche Jesetzbuch stimmt et mit die Anklage nich. Da steht Sachbeschädijung un Haus­friedensbruch drin, nächst neie Bürjerliche Jesetzbuch Vors.: Ach was, legen Sie das Buch da mal fort und antworten Sie mir, was ich Sie frage. Sie sind der Zimmermann Wilhelm Lehmann? Angekl.: Jawohl, so bin ick wenigstens gedooft, nächst neie Bürgerliche Gesetzbuch müßte ick aber anders heeßen, denn meine Mutter Vors.: Lassen Sie alle überflüssigen Redens­arten. Sie sind, wie Sie ganz richtig sagen, der Sach­beschädigung und des Hausfriedensbruchs angeklagt. Bekennen Sie sich schuldig? Angekl.: Wenn icknee" sage, denn i« et nich janz der Wahrheit demjemäß, sage ick dajejenja", denn is et ooch nicht janz richtig, denn inst janze Bürjerliche Jesetzbuch is von die Strafthaten nischt zu finden. Hier, uf Seite 177 steht ja wat Vors.: Nun sage ich Ihnen zum letzten Male, lassen Sie mich mit Ihrem Bürgerlichen Gesetzbuch zufrieden. Wir haben hier mit dem Strafgesetzbuch zu thun. Verstanden ? Angekl.: So ? Na, denn muß ich mir darin finden, aber so jetzt et mir immer, erschtens kommt et anders un zweetens wie man denkt. Vors.: Nun erzählen Sie kurz, was sich am 21. Oktober in der Wohnung des Zimmermanns Stanjick zugetragen hat. Angekl: Mein Freind Karl Sohm un ick arbeeten schon einije Jahre zusammen bei demselben Meester. Denn kam noch der Pollack, der Stanjick hinzu, in so weit een janz juter Kolleje, aber jroßspurig bi« uf die Knochen. An den genannten Sonntag waren wir bet Vormittags bei unsern Budiker in be Müllerstraße. So jejen Zwölfe rum sagt mein Freind Karl, bet er zu Hause jehen wollte, seine Frau hätte Brühsuppe jekocht.Die habe ick ooch," sage ick.Ach, Ihr Volk hungriges," meent da der Pollack so recht aus iebermielhigen Herzen, habe ich doch zu Haus eine Gans gekochtes." Wat? rufen wir Beede, eene jekochte Jans ? Det muß ja een schnurriges Jericht sind. Ja, sagt der Pollack, was Deutscher nicht kennt, er frißt nicht. Un denn erzählt er uns, wie seine Frau so'n Thier zurechte macht, so daß sie ausnahmsweise delikat schmecken thäte. Na, wat wollen Sie sagen? Karl un ick wir werden neijierig, und da den Pollack seine Wohnung dichte bei war, jingen wir mit ihm rum, um uns die Maskerade von die Jans mal anzusehen. Wir kommen rin in eene kleene Stube, wo man in die ersten fünf Minuten vor Qualm un Dunst keene Hand vor Ojen sehen kann und wo eene balbarische Hitze war. Mensch/ sage ick zu den Pollack, wat is bet hier vtzr'u unbekömmlicher Jeruch, der hier vertreten i«, deine Olle besorgt wohl die Kinderwäsche von't verfangene Jahr ? Als unsere Dosen sich denn nu een bieten durch den

Qualm durchjearbeit hatten, da sehen wir wat, bet wir denken, wir sollen lang hinschagen. Ick habe zwee Feld- züje mitjemacht un bin een janzet Endeken in be Welt herumgekommen, aber Herr JerichtShof, fowat war mir denn doch noch nich vor Oojen gekommen Bors.: Aber erzählen Sie doch nicht zu weitläufig. Angekl.: Also denken Se sich, in die Ecke steht een kleenen Kanonen- ofen mit'n jlühenden Leib. Oben uf steht eene jroße eiserne Pfanne mit kochendet Wasser, un dadrin lieft eene Jans. Vor den Ofen is eene Holzbanke hinjestellt, und dadruf steht een Topp. Nu war die Jans so in die Pfanne rinjelegt, bet sie mit den Hals über den Rand hing un mit den Schnabel in den Topp rinkiekte, der vor den Ofen stand. Wie die Suppe in be Pfanne nu so derbe kochte, lief sie so langsam durch den Hals von die Jans und durch den Schnäbel in den Topp rin. Wie inne richtige Destilation. Karl un ick, wir wollen uns dodtlachen. Is sie denn ooch ausjenommen ? frage ick den Pollack. Und er stecht mit fein Taschen­messer so'n bieten rin und hebt sie so 'n Endeken hoch. Richtig, ausjenommen war sie. Von die Därme machte sie Jänseklein, erzählte uns Frau Stanjick. Und die Suppe wäre sehr schön und kräftig, da käme ooch noch Paprika ran. Karl un ick, wir wollten uns trudeln vor Lachen. Als Karl aber die Jans von unten besehen un ihr noch Mal hochheben wollte, da wurde die Frau, die mittlerweile woll merken dhäte, bet wir sie uzen wollten, unjemiethlich un sagte, wir sollten machen, bet wir raurkämen. Wir jingen denn ooch. Unterwejens sage ick zu Karin:Du, dadruf muß ick erst eenen jenehmijen, mir dreht sich AllenS in'n Leibe rum." Karl hatte detselbe Bedürfniß. Ehe wir aber zu unsern Budiker kommen, müssen wir an eenen Drojeristen-Laden vorbei. Dabei triefe ick mit eenem Male eenen putzijen Jnsall. Ick rin in'n Laden un lasse mir vor'n Jroschen jestoßenen Zimmt un vor'n Jroschen gestoßenen Kardemum zusammen in eene Tüte machen. Denn sage ick zu Karl, er soll man immer voran jehen, ick käme jleich noch. Ick denn schnell wieder zurück nach den Pollacken seine Wohnung un frage die Frau, ob ick nich mein Taschen­tuch hätte liejen jelassen. Die Frau sucht uf alle Stühle un uf'n Fußboden. Nee, sagt sie denn, hier is et nicht. Mit eenem Male verändert sich der Jeruch in be Stube so merkwirdig, halb riecht et nach Schokelade, halb nach Fett und halb nach janz wat Sonderbarst.Nu aber raus", dachte ick un machte, bet ick fort kam. Wie so'n kleener Feez nach't Bürgerliche Jesetzbuch als Vors.: Ach was, halten Sie jetzt den Mund. Sie haben das Gewürz heimlich in die Pfanne geschüttet? Angekl.: Ja, bet kann ick nich abstreiten. Vors.: Sie haben den armen Leuten das Essen dadurch verdorben. Angekl.: Ick habe an den Mittag ooch nischt essen können. Jbrigens habe ick den Stanjick an'n anderen Morjen eene Mark achtzig Fennije zu drei Fund Schweinebauch jejeben. Vors.: Es war immerhin ein recht schändlicher Scherz. Der Gerichtshof hielt nur eine Sachbeschä­digung für erwiesen und erkannte hierfür auf 20 Mk. Geldstrafe.

Aus Provinz M Achbargebiet.

* Im Verkehre mit der Schweiz sind fortan Post­karten mit Bilderschmuck und Ausklebungen auf der Rück­seite wie im inneren deutschen Verkehre und im Verkehre mit Oesterreich-Ungarn (einschl. BoSnien-Herzegowina und Liechtenstein) insoweit zulässig, als dadurch die Eigen­schaft des VersendungSgegenstandes als offene Postkarte nicht beeinträchtigt wird und die aufgekleblen Zettel u. f. w. der ganzen Fläche nach befestigt sind.

Hersfeld, 31. Dezbr. (N e u e F r a ch t b r i e f e.) Am 31. Dezember läuft die vom Reichseisenbahnamte festgesetzte Frist für den Aufbrauch der alten Frachtbrief- Formulare ab. In den neuen Formularen ist für die Adresse die Angabe von Straße und Hausnummer in dem Sinne vorgeschrieben, daß der Absender für die Folgen mangelhafter Adressenangabe haftet. Statt der WorteDeklarirtes Interesse an der Lieferung" und Jnteressedeklaration" ist überall der Ausdruck:Interesse an der Lieferung" gesetzt worden.

-e- Hersfeld, 31. Dezember.Wenn die Tage langen, kommt der Winter gegangen," heißt'« im Volke; der erste Monat des Jahres, der Januar, welcher seinen Namen nach dem römischen Gölte Janu« führen soll, bringt da« wachsende Tageslicht, aber auch den Winter. Wie groß die Zunahme der Tageslänge fein soll, spricht das Verslein au«:

Am Weihnachlstage wächst der Tag, Soweit die Mücken gähnen mag;

Am neuen Jahrstag wächst der Tag, So weit der Häushahn schreien mag;

Am Dreikönigstag wächst der Tag, Soweit das Hirschlein springen mag.

Ein starker, frostfester Januar ist des Landmanns Freude:

Januar muß vor Kälte knacken, Wenn die Ernte gut soll sacken.

Ist'« aber milde draußen, und gehen statt der Schnee­wirbel Regenströme vom Himmel nieder, sokratzt die Katze dem Winter die Augen aus." Dann heißt'« mit Recht:

Im Januar viel Regen, wenig Schnee, Thut Bergen, Thälern und Bäumen weh.

Wächst Gras im Januar, Ist'« im Sommer in Gefahr.

Ist der Januar naß,

Bleibt leer das Faß.

Der Landmann sieht in dem JaNUaL den Monat, in welchem er ausruhen und über die Arbeiten des neuen Jahres nachdenken kann. Bei diesem Ausschauen und Hoffen auf den kommenden Lenz ist er frohen Muthes, umso mehr, als auch in der Natur die ersten Zeichen des Werdens sich bemerkbar machen. Am 20. Januar ist Fabianstag, da heißt es:

Fabian Sebastian

Läßt den Saft in die Bäume gahn.

Einer der Hauptwettertage ist der Vincenztag (22. Januar). Von ihm sagt der Volksmund:

Vincenz Sonnenschein

Verheißt viel Korn und Wein.

Ihm schließt sich der 25. Januar (Pauli Bekehrung) würdig an:

Pauli Bekehr

Kommt der Winter wieder her.

Wenn Pauli Bekehr viel Nebel fällt,

Der Tod gern Ernte im Lande hält.

An diesem Tage kommt der Bär aus seiner Höhle her­vor, und wenn die Sonne scheint und er seinen Schatten erblickt, so kehrt er in die Höhle zurück und legt sich auf die andere Seite, b. h. der Winter wird noch lange dauern. An Pauli Bekehrungstage wenden die jungen Mädchen an manchen Orten allerlei Liebes - Orakel an, um ihren Zukünftigen zu erspähen.

Hersfeld, 31. Dezember. D e r Verein von Lehrern an höheren Unterrichtsanstalten der Provinz Hessen-Nassau und des Fürstenthums Waldeck hält seine nächstjährige (26.) Hauptversammlung bekanntlich in Hersfeld ab. Als Tag hierfür ist der 15. Mai bestimmt worden.

Hersfeld, 31. Dezember. Beim Jahreswechsel kommen nicht selten Postkarten und offene Karten mit beleidigendem Inhalt und mit unsittlichen Angaben zur Versendung. Wir machen darauf aufmerksam, daß nach den Bestimmungen der Postordnung die Postanstalten verpflichtet sind, solche Sendungen von der Beförderung auszuschließen.

(§) Sorgn, 29. Dezember. Gestern feierten Herr Jakob Seelig und Gemahlin von hier das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Die ältesten Leute können sich nicht erinnern, daß jemals ein solches Fest hier ge­feiert worden wäre. Beim Morgengrauen brächte der Schülerchor dem Jubelpaar ein Ständchen. Die kirch­liche Feier, zu der sich die Kinder, Enkel und viele Glieder der Gemeinde eingefunden hatten, fand im Bet- saal statt. Im Anschluß hieran überreichte Herr Pfarrer H o s b a ch dem Ehepaar ein Geldgeschenk von Seiner Majestät dem Kaiser und König. Die Festtheilnehmer weideten sich an dem Glück, das das Jubelpaar ob der vielen Ehrenbezeugungen empfand. Mög ihm ein fröh­licher Lebensabend beschieden sein!

O Hanau, 30. Dez.br. Am 3. Januar feiert Herr Lehrer Christoph Mauz in Bergen Kr. Hanau sein 50jähriges Dienstjubiläum. Derselbe war vom Jahre 18571865 Lehrer in Kerspenhausen und vom Jahre 18651873 in Kirchheim Kr. H ersfeld. Herr Manz erfreut sich noch seiner vollsten geistigen und körperlichen Frische, und denkt noch nicht daran, sein Schulscepter niederzulegen.

Cassel, 31. Dez. Der Landes-Ausschuß tritt am Montag, den 7. Januar 1901, Vormittags 10 Uhr, im Ständehaus zusammen.

Cassel, 22. Dezember. Ein Agent, welcher bei dem Bemühen, ein Grundstück und Haus zu verkaufen, falsche Vorspiegelungen über die Rentabilität deS Besitzthums den betreffenden Kaufliebhaber gemacht hatte, wurde vom hiesigen Schöffengericht auf Grund der Zeugenaussagen wegen versuchten Betruges zu einer Gefängnißstrafe von 6 Wochen und zur Tragung sämmtlicher Kosten ver- urtheilt.

Kassel, 28. Dezember. Heute Abend nach 5 Uhr ereignete sich in einer hiesigen Fabrik ein Unglücksfall. Der erst vor Kurzem aus dem Militärdienst aus­geschiedene Schlosser B. aus Cassel-Wehlheiden, war, auf einer Leiter stehend, damit beschäftigt, ein Transmissions- wellelager an einem Ständer zu befestigen, stürzte aber von der Leiter herab und brach das Genick, fodaß der Tod sofort auf der Stelle eintrat. Durch Arbeiter der Fabrik würbe die Leiche nach der Wohnung des Ver­unglückten überführt.

Ziegenhain, 29. Dezember. Gestern Abend wurden die Einwohner hiesiger Stadt durch Feuerlärm erschreckt. Es brannte in der Scheuer des Bäckers Reidt in der Festung. Die reichlichen Heu- und Strohmassen boten dem Feuer gute Nahrung und gar bald lohte eine mächtige Feuersäule empor, welche in Folge des starken Sturmes die ganze Umgebung mit einem wahren Feuer- und Funkenregen überschüttete. Die Situation war ebenfalls eine äußerst gefährliche, doch gelang es, das Feuer auf feinen Herd zu beschränken. Ueber Entstehung des Feuers ist noch nicht« bekannt.

Marburg, 26. Dezember. Der Bremser Neuhaus aus Altenhagen, der am heiligen Abend den Zug nach Hagen i. W. begleitete, stürzte während der Fahrt bei der Station Messinghausen vom Trittbrett und gerieth unter den Zug; ihm wurden beide Beine abgefahren. Im Krankenhause starb der Verletzte.

Kirchliche Nachrichten. KvangeNscher Hottesdienft.

Am Neujahrsfest.

Vormittags: Herr Superintendent Dr. Vial.

Nachmittag«: Herr Pfarrer H o sb a ch.