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N«chtq»«vtier 6er Hühner im Freien.

Es ist feststehende Thatsache, daß die im Freien le­benden Bögel durchweg das zahme Geflügel an Glanz der Gefieders, an Feurigkeit des Temperaments u. s. w. übertreffen und ist diese Thatsache hauptsächlich dem steten Aufenthalt im Freien zuzuschreiben. Der Raffegeflügel- züchter, der ganz besonders auch auf Gefiederglanz seiner Lieblinge Gewicht legen muß, wird diese Thatsache als einen Hinweis ansehen, seinen Tieren die unumschränkte Freiheit, so unbegrenzt wie möglich, zu gewähren. Ich sorge bei der jungen Nachzucht meiner Raflehühner (rebh. Italiener) nicht nur dafür, daß sie sobald wie möglich den ganzen Tag draußen sind, sondernn ich gewöhne sie auch daran, gleich nachdem die Glucke ihre Führerschaft aufgegeben hat, vom Juni ab bis zum Ende des Herbstes, auch die Nacht im Freien zuzubringen. Zu diesem Zwecke versperre ich ihnen eines Abends den Zugang zum Hühner­stalle und nötige sie dadurch, ihr Nachtquartier in den dicht hinter dem Hühnerstalle stehenden Zwetschenbäumen zu nehmen, deren dichte'Kronen sie ziemlich gegen Sturm und Regen schützen. Fliegen sie nicht ohne weiteres auf, so komme ich ihnen zu Hilfe, indem ich kleine Leitern gegen die Bäume stelle. Baldbäumen" sie auf und nach einigen Tagen denken sie gar nicht mehr daran, den dumpfen Hühnerstall (Pardon! dumpf darf der Hühner­stall ja überhaupt nicht sein) aufzusuchen. Bemerken will ich noch, daß die alsHühnerwiem" dienenden Zwetschen- bäume nach Westen durch einen großen Obstgarten, nach Norden und Osten durch dichtes Eichengehölz und nach Süden durch das Wohnhaus geschützt sind, auch werden die Tiere durch Raubzeug in keiner Weise bedroht. Nur unter ganz ähnlichen günstigen Bedingungen möchte ich mein Verfahren zur Nachahmung empfehlen. Will also z. B. das Junggeflügel aus irgend einem Grunde (viel­leicht wegen Milben, Ratten und dergl.) nicht in den Hühnerstall und sucht sich Nachtquartier in dichten Bäumen, so lasse man sie ruhig draußen, falls ihnen nicht durch Iltis, Marder u. s. w. offenbare Gefahr droht. Da bleiben die Tiere vom Ungeziefer, vor ansteckenden Seuchen u. s. w. am besten verschont. Wenn e ne längere Regen- periode eintritt und die Kücken sind noch nicht lange an das Nachtquartier beiMutter Grün" gewöhnt, so müssen sie abends unter Obdach gelockt werden. Man läßt sie dann einfach über Tag etwas hungern und streut ihnen dann abends ihr Lieblingsfutter in den Raum, in welchem

ste übernachten^sollen. Aehnlich^verfährt man, wenn bei und Schnee den

Beginn des Winters Kälte, Sturm Nachtaufenthalt im Freien verbieten, ganz in Freiheit ausgewachsene Tiere mit andereren, die ihr junges Leben

Kommen solche auf Ausstellungen immer im engen haben, in Kon-

Hühnerhof oder Hühnerstall zugebracht kurrenz, so siegen erstere bei sonst gleicher Rassequalität

sicher durch ihr gesundes Aussehen, durch ihr feuriges Temperament und durch den Glanz ihres Gefieders.

Reinigung der Gsflügelftaünngen.

Es kann nicht oft genug hervorgehoben werden, daß in der gegenwärtigen heißen Sommerszeit eine häufige und gründliche Generalreinigung der Geflügelställe, sowie der darin befindlichen Geräte 2c. unbedingt erforderlich, ist, wenn man die Geflügelzucht rationell betreiben will. Vergißt man, den Kampf gegen das im Stalle und in den Nestern sich ansammelnde und schnell ins Unglaubliche wachsende Ungeziefer (Milben und Läuse) energisch durch- Mühren, so ist nicht mehr daran zu denken, daß das Geflügel kräftig und gesund in den Winter eintritt. Da­her also sorge jedermann dafür, daß sein Hühnerstall frei von diesen Schmarotzern, den größten Quälgeistern der Hühner, ist. Mit einigem guten Willen kann jeder Be­sitzer von Geflügel leicht seinen Hühnerstall reinigen lassen; die Kosten sind sehr gering, der Nutzen aber, den das sehr dankbare Huhn ihm verschafft, ist ein großer.

Leicht ist eine Reinigung des Stalles auszuführen, wenn Fußboden, Wände und Decke glatt verputzt, das heißt glatte Flächen darstellen, in denen sich weder Ritzen, Fugen, noch sonstige Schlupfwinkel für Milben und Läuse vorfinden. Daher ist auf eine derartige Beschaffen­heit des Stalles bei der Anlage neuer Geflügelställe viel mehr Gewicht als bisher zu legen. Ferner sollen die Sitzstangen eine möglichst glatte Oberfläche besitzen; etwaige in denselben vorhandene Ritzen sind mit dicker Kalkmilch 2c. auszufüllen.

Nachdem auch der Dünger entfernt ist, werden Decke und Wände des Stalles mit Kalkmilch zweimal überstrichen. Empfehlenswert ist es, in jedem Eimer 300 g Creolin zu schütten und mit dieser Mischung das überstreichen der Wände des Stalles vorzunehmen. Der Fußboden wird mit Wasser gereinigt und bann gleichfalls mit der Kalk- milch-Creolin-Flüssigkeit überall besprengt. Auch die Innen­seite der Thür und die Sitzstangen werden mit dieser Lösung bestrichen. Die Nester sind gründlich mit heißer Sodalauge abzuwaschen, Drahtnester kann man langsam durch ein kleines Strohfener ziehen. Schön gesäubert und erhellt durch den frischen Kalkanstrich ist der Ge­flügelstall auch den Tieren ein angenehmer und gesunder Aufenthaltsort.

Sommeransfaat von Gemüse.

Wenn auch während der Sommermonate der Gemüse­garten den reichst«, Ertrag für die Küche liefert, so ver­säumt der erfahrene Züchter dennoch nicht, vom Juli ab, durch neue Aussaaten für mancherlei Herbst- und Frühlings­gemüse rechtzeitig Borsorge zu treffen. Spinat, Herbst­rüben, SÄat, Karotten, Radieschen und ähnliche können bis zum August gesät werden. Von der Erfurter Samenhandlung Stenger & Rotter, deren Herbstkatalog jeder Leser unentgeltlich verlangen kann, ist der Markt durch einige neue, sich gut bewährende Sotten, bereichert worden. Riesenblättriger Spinat Goliath. Dieser hervorragend fettblättrige Spinat giebt große Erträge, wenn er auf einigermaßen gutem Boden angebaut wird. Man darf ihn in den Reihen nicht zu dicht säen, wie andere Sorten, weil er sich ungleich üppiger entwickelt, denn die mastig dicken Blätter find bei entsprechender Breite oft bis 30 cm lang.

Wintersalat Nansen oder Nordpol. Ein wirk­licher Winter-Salat, der selbst den ungünstigsten Witterungs­und Bodeneinflüssen zu widerstehen vermag! Die Gewalt­probe mußte diese Neuheit im Winter 1894 bereits bestehen, wo ein größeres, geschlossen-stehendes Quartier in Folge Hochwassers ca. 10 cm unter Wasser geriet, worauf scharfer Frost eine über zollstarke Eisdecke hinterließ, die noch Tagelang nach Ablauf des Wassers liegen blieb. Unter solchen Umständen war die Anpflanzung bereits verloren gegeben, allein nach dem Schwinden der Eisdecke stellte sich heraus, daß die Pflanzen unbeschädigt geblieben und später in der Entwickelung zwischen diesen und jenen vom Wasser und Eis verschont gebliebenen keinerlei Unter­schied wahrzunehmen war. Die dadurch außer allen Zweifel gestellte Dauerhaftig­keit war Anlaß, die Züchtung dem berühm­ten Nordpolforscher zu Ehren Nansen oder Nordpol-Salat zu tau­fen. Die Sorte ent- wickelt sehr zeitig einen über mittelgroße« festen Kopf von grünlich-gelber Farbe und äußerster Zatthett, insofern sie auch allen seither bekannten Winter-Salatsorlen entschieden vorzuziehen ist. Zur Kultur sei erwähnt, datz es sich empfiehlt, den Samen so dünn in Reihen aurzusäen, daß er unverpflanzt über Winter stehen b^ben kann. Im zeitigsten Früh­jahre schon können die etwa dann zu dicht stehenden Pflanzen herausgezogen und verpflanzt werden, wodurch eine zweite oder Folgeernte erzielt wird.

Von dem Rabinechen, auch Samenwirbel, Schaf- mäulchen, Feldsalat u. s. «. genannt, werden in Deutsch­land entweder das gewöhnliche, kleine deutsche oder das breitblättrige Holländisch« kultiviert, wozu neuerdings das Hübsche, vollherzige, dunkelgrüne gekommen ist, was weite Verbreitung fand. Eine vierte Sötte ist das neue sog. Goldherz von der Größe des holländischen breitblättttgen, die Pflanze sieht mit ihren inneren goldgelben Blättchen reizend aus und der daraus zubereitete Salat ist besonders appetitlich.

Sie Wasserstoffen.

Auf älteren Obstbäumen siedeln sich mancherlei Schma­rotzer an, welche die Fruchtbarkeit derselben stark beein­trächtigen, z. B. die Wafferschossen, die Mistel und die Wurzelschossen oder Räuber. Die Wasserschossen sind die gefährlichsten unter ihnen. Sie entwickeln sich meistens in den Astwinkeln und stehen oben auf den Zweigen. Sie nehmen von vornherein ein rasches, freches Wachstum an und schädigen alle anbern Triebe. Die Entstehung der Wasserschossen kann eine doppelle Ursache haben; entweder hat sie ihren Grund in dem vorgeschttttenen Alter des Baumes, oder ein feuchter, naßkalter Boden begünstigt ihre Entwickelung. Im letzten Falle ist das Wegschneiden unnütz; es werden sich immer neue Wasserschossen bilden, wenn der Boden nicht entsprechend korttgiert wird. Wie schon oben bemerkt, können die Wasserschossen auch eine Folge der Altersschwäche der Bäume sein. Je älter der Baum wird, desto mehr verholzen sich die Zellen des Holz- ttnges, und das Rindengewebe wird immer kleinzelliger. Der Saft kann sich nur noch schwierig durch diese Zellen drängen, und an den Stellen, wohin der Saft noch in normaler Weise strömt, entsteht dann eine Anhäufung des Saftes und es bilden sich Wafferschossen. In solchem Falle hilft nur das Wegschneiden, falls der Baum noch nicht in das Stadium eingetreten ist, in welchem man ihn verjüngen muß. Man schneidet die Wasserschossen über der Ansatzstelle weg. Aus den schlummernden Reserve- augen entwickeln sich dann in diesem oder in dem folgenden Jahre neue Triebe, die man zu Fruchtzweigen umbilden kann. Für den Obstgärtner ist es von größter Wichttgkeit, daß er die Mittel kennt, mit deren Hilfe er solche Uebel­stände bekämpfen kann; viel wichtiger aber ist es für ihn, die Ursache ihrer Entstehung zu kennen, dann kann er das Eintreten derselben verhüten. Das kann man, wie

folgt: Wenn im Frühlinge sich der Saftstrom regt, dann übersetze man die jährlichen Verlängerungen der Zweige. An den bezeichneten Stellen werden uns dann einzelne Augen auffallen, die besonders groß und glänzend sind. Solche Augen breche man mit einer Messerspitze oder mit den Fingernägeln nach rückwärts aus. Nach dem Johanni- triebe entwickeln sich aus den Reserveaugen solche Triebe, wie wir sie wünschen. Wenn man aber diese Augen nicht ganz sicher erkennt, dann warte man ruhig so lange, bis die Triebe eine Länge von 67 an erreicht haben, dann zeichnen sie sich vor den anderen Trieben durch ein strafferes, glänzend-grünes Aussehen aus. Dann kneift man sie ab, oder man schneidet sie weg und benutzt die Triebe, die sich aus den Reserveaugen entwickeln.

Wie schon vorhin bemerkt, kann man die Wasserschossen zur Verjüngung eines Baumes benutzen. Wenn der Saft nicht mehr in normaler Weise in die äußersten Spitzen gelangt und wenn die Zweige verkümmern, dann muß man die krankhaften Aeste bis an die Wasserschossen ab­sägen. Von den Wasserschossen schneidet man dann nur soviel weg, daß sie sich nicht im Wachtum hindern; denn sie müssen mit ihren Blättern den Saft konsumieren und dem Baume die nötige kohlenstoffhaltige Nahrung aus der Luft zuführen. Die Wunden, die durch das Absägen der Aeste entstanden sind, werden mit Baumharz bestrichen. Ein solcher zugestutzter Baum ist nun zwar kein schöner Anblick, aber im nächsten Jahre kann man schon die meisten Wasserschossen entfernen, die übrigen bricht man zur Hälfte ab, damit der Saftstrom in die Leitzweige geht. Die Operation kann man aber nur dann empfehlen, wenn der Baum im Stamme und in seinen Hauptastteilen gesund ist, sonst pflanze man lieber einen neuen Baum.

Um an Rhododendron

einen reichlichen Knospenansatz zu erzielen, muß man den Pflanzen nach dem zweiten Trieb einen recht sonnigen Standort geben und darf nur soviel gießen, als nötig ist, um das Vertrocknen der Pflanzen zu verhüten. Wenn jedoch die Knospen sichtbar geworden sind, müssen die Pflanzen wieder reichlich Wasser erhalten. Das Sparrig- werden der Rhododendron verhütet man, indem man die Triebe, die gleichzeitig mit den Blüten erscheinen, ausbricht.

Da» Weidenröschen (Epilobium angustifolium)

da und dort in unseren Wäldern heimisch, gedeiht auch im Garten sehr gut und ist zur Zeit seines Blühens eine schöne Zierpflanze. Es wird 11,5 Meter hoch, wächst schlank und trägt eine Menge hellroter oder rosenroter Blumen. Bisweilen kommen in der freien Natur auch Pflanzen mit dunkler gefärbten oder auch weißen Blüten vor. Die abgeschnittenen Blütenstengel in eine Vase gestellt, gereichen jedem Zimmer zur Zierde, viele, die solche sahen, wollten anfangs nicht glauben, daß diese Blüten­stengel von einer bei uns wildwachsenden Pflanze stammen. Die Vermehrung geschieht durch Samen und Teilung schon vorhandener Pflanzen; auch aus dem Walde ge­holte kommen im Garten ganz gut fort. Das Weiden­röschen liebt einen lockeren Boden, wird auf solchem wenig­stens schöner, als auf schwerem.

Ein vsrtrefflicher Düngemittel für Kamelien

ist die sog. Kastanienerde, die man unter die Erde, welche bei der Kamelienkultur verwendet wird, mischt. Diese Erde wird auf folgende Weise gewonnen: Alte, im Ertrag gering gewordene Bäume werden gefällt, in Klötze zerhauen und in die Erde eingegraben. Sie bleiben so lange liegen bis sie verfault sind. Sind sie genügend morsch geworden, so werden sie wieder ausgegraben, in kleine Stücke zer­schlagen und möglichst klar pulverisirt. Das auf diese Weise erzielte Produkt giebt nun das vorzüglichste Dünge­mittel für Kamelien. Es kommt durch die etwas um­ständliche Zubereitungsweise ziemlich teuer und ist daher selten rein im Handel, dürfte jedoch in allen größeren Gärtnereien käuflich sein.

§ur Aussaat von niederen Zwergastern ist der Juli die geeignetste Zeit, wenn sie Anfangs No­vember blühen sollen, bamit sie am Allerseelen und Totenfeste da sind.

Asche von harten und weichen Hölzern ist besonders für Hülsenfrüchte und Zwiebeln eine vor­zügliche Düngung. Torfasche bringe man lieber auf den Kompost als in den Gemüsegarten; Holzasche vertreibt zugleich die nackten Schnecken.

® Wer sei

Da» elektrische Aschen. (Mt 4 Abbildungen).

Die Elektrizität erobert sich auch in der Landwirtschaft immer weitere Kreise. Da wird es mancher Hausfrau namentlich derjenigen, deren Gatte schon im Besitze eines elektrischen Betriebes ist willkommen sein, einmal etwas über das elektrische Kochen zu hören. Es herrschen dies­bezüglich noch große Vorurteile, gepaart mit einer gewissen Ungläubigkeit, so daß ein aufklärendes Wort wohl am Platze ist. DieIllustrierte Landw. Ztg." schreibt: Unsere Damen sagen:Die Anschaffungskosten für diese Apparate