werden gehörig tief ausgehoben und vollständig fertig geputzt, und ist ein einziger Mann mit feinem Gespann imstande, die bisher zeitraubende Art des Furchen-Schoren und -Putzens in befriedigender Weise aufzuführen. Die Glättvorrichtung, ein gußeiserner, nach oben offener, hohler Körper dient neben seiner Bestimmung, die gezogene Furche zu glätten, auch noch zur Aufnahme von etwaigen Steinen rc. Der Pflug eignet sich sowohl zum Auffahren von Wasser- wie auch der sog. Randfurchen und ist überall da verwendbar, wo die Kartoffelaushebemaschine mit Erfolg gearbeitet hat. Der Gebrauch selbst ist ein äußerst einfacher, und ist Jeder imstande, den Pflug in die richtige Stellung zu bringen und damit zu arbeiten. Außer zum Wasserfurchenziehen ist dieser Pflug auch zum Bessern der Wege verwendbar. Die Anschaffungskosten stellen sich dadurch, daß es möglich ist, denselben jeder fast überall bereits vorhandenen Kartoffel-Aushebemaschine mit Flügelrad anzupassen, äußerst billig, und verschafft man letzterer, welche sonst fast das ganze Jahr im Maschinenschuppen steht, eine viel größere Verwendung. Die von der liefernden Firma I. Kemna-Breslau, Höfchenstr. 36—40, angegebenen Preise sind 245 Mk. für den Wasserfurchenpflug in Verbindung mit einem Graf Münsterschen Kartoffelgraber und 75 Mk. für den Pflug nebst Deichsel allein.
Die Samen der Sesam.
Sesamkuchen gehören zu den wichtigsten Rohstoffen der Fettindustrie. Sie werden aus dem Orient und aus Indien, wo der Sesam die tägliche Nahrung vieler Millionen Menschen bildet, importirt. Unter den verschiedenen Arten ist der indische Sesam die am meisten vertretene, er ist am häufigsten und bei den besseren Sorten weiß; jedoch kommt auch eine Abart mit gefärbtem, schwarzem Samen in den Handel. Die ausgepreßten Sesamkuchen sind ein sehr intensives, und für die Tiere schmackhaftes Futter, welches dabei leicht verdaulich und bekömmlich ist. Die
Sesamkuchen eignen sich ganz besonders zu Mastzwecken bei Ochsen und werden für letztere von den tüchtigsten Praktikern mit besonderer Vorliebe verwendet. Die Sesamkuchen wirken nicht nur günstig auf die Vermehrung des Körpergewichts im Allgemeinen, sondern auch namentlich auf die Fleischproduktion, ohne dabei in zu großem Maaße die Fettbildung zu fördern. Nach Prof. Pott haben sich die Sesamkuchen auch bei Pferden als Haferersatzmittel bewährt. Man giebt bis 1 Kilo auf das Haupt und den Tag. Auch zur Fütterung von Milchkühen sind die Sesamkuchen vorzüglich geeignet und werden dieselben in manchen Wirtschaften hinsichtlich ihrer Wirkung auf die Milchproduttion den wesentlich teureren Palmkuchen gleichgestellt. Es dürfen jedoch nicht größere Quantttäten als 1 Kllo gegangen werden, da
sonst die Butter zu weich wird. Wo aber Futtermittel gereicht werden, die eine harte Butter erzeugen, tönn unbedenklich über dieses Maaß hinausgegeben werden. Es empfiehlt sich, bei Beginn der Verabreichung von Sesamkuchen anfangs nur mit ganz geringen Quantttäten zu beginnen, bis sich die Tiere an ben Geschmack der Sesamkuchen gewöhnt haben. Ist dies einmal geschehen, dann fressen sie die Rinder sehr gern und lohnen den Mehraufwand in der Fütterung durch eine erhöhte Leistung. Von allen Landwirten, welche Sesamkuchen verfüttern, haben wir bisher nur die günstigsten Berichte über die Verwendung derselben erhalten und können wir daher die Sesamkuchen als sehr preiswürdiges und gedeihliches Kraftfuttermittel empfehlen.
W Forstwirtschaft. W
Die Holzpreis«
find in den letzten 150 Jahren auf das Zehnfache bis Sechszehnfache gestiegen. Deutschland, besonders Norddeutschland, kann aber darauf rechnen, daß hier voraussichtlich in nächster Zeit die Preise höher steigen müssen, weil selbst das einst so waldreiche Amerika bald g^wungen sein wird, teils seine Holzbedürfnisse aus unsrer Gegend zu befriedigen. Die dortigen Wälder sind nicht allein durch großartige Brandverwüstungen zu Grunde gerichtet, sondern auch durch unsinnige Abtriebe so verwüstet, daß ihre Anwohner schon jetzt gezwungen sind, ihr Holz auf Entfernungen herzuschaffen, auf denen es die Transportkosten nicht mehr ertragen kann und deshalb oft schon jetzt aus Norddeutschland billiger bezogen werden könnte. Schweden und Norwegen schließt sich Amerika in gleich schlechter Forstbewirtschaftung an und Rußland, Oesterreich usw. folgen deren Beispiel. Deutschland sollte deshalb seine Wälder in größerem Umfang schlagbar werden lassen, als dies gegenwärtig geschieht, um sein Holz dann zu hohen Preisen absetzen zu können. Leider wird jetzt in Deutschland in vielen Forsten alles brauchbare Material zu Grubenholz geschlagen, wobei häufig die Bestände bis zur Reiserholzstange herab abgenutzt werden, weil den Besitzern der dafür erzielte Erlös hoch erscheint.
Wie Pn» gemischte Bestände jn durchforsten?
Bei gemischten Beständen, welche aus mehreren Holzarten zusammengeset find, ist bei der Durchforstung zu beobachten, daß die lichtbedürftigen Holzarten den schatten
liebenden meist vorauswachsen; es erscheinen daher letztere „unterdrückt", dürfen aber gleichwohl nicht herausgenommen werden, da sie das erhaltendeTeil der gemischten Bestände sind und auch im Schatten der Licht bäume noch guten Zuwachs zu haben pflegen. Bei der Durchforstung hat man daher den Bestand von Lichtbäumen und denjenigen von Schattenbäumen gewissermaßen je für sich zu behandeln, so daß man aus den ersteren nur diejenigen Stangen entfernt, welche von Lichtbäumen „unterdrückt" oder „beherrscht" werden, und von den Schattenbäumen nur solche, welche von Schattenbäumen überwachsen sind oder im Begriffe stehen, es zu werden. Im Ganzen ist übrigens dieses Geschäft schwierig und darf den Holzhauern nicht allein über lassen werden.
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Viehzucht.
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Schwere Wunden bei Pferden.
Bei einer ganzen Reihe von schweren Wunden, darunter einige Sprunggelenkswunden, hatte ich durch ständige Berieselung der erkrankten Stellen mit einer lauwarmen 1 proz. Kreolinlösung — nachdem vorher eine gründliche Desinfektion der Wunde mit einer 2 pro Mille Sublimatlösung erfolgt war — sehr günstige Erfolge. Bei schweren Verletzungen in der Nähe des Hufes, Stich mit dem Zahn einer Egge in den Ballen, schweren, zuerst vernachlässigten Krontritten, bei denen es möglich war, einen Verband an- zulegen, habe ich statt der ständigen Berieselungen öftere Befeuchtungen des Verbandes mit einer 1 pro Mille Sublimatlösung mit demselben günstigen Erfolg vornehmen lassen. Bei üppigen, außerordentlich starken Granulationen, die sich in der Köthe eines P erdes nach dem brandigen
Dreschers Wasserfurchenpflug.
Absterben einer V- handtellergroßen Hautpartie trotz Druckverbandes (der natürlich erst nach dem Absterben der Haut angelegt worden war) und absoluter Ruhe des Pferdes entwickelten, wirkte eine Mischung von Zinc. chloret. und gebranntem Gips (1:3), die auf die Granulationen gestreut und über die dann noch ein Verband gemacht wurde, ganz vorzüglich. Bei einem Fohlen mit schwerer klaffender Sehnenwunde gelang es, trotzdem die Wunde einige Tage vernachlässigt worden war, durch gründliche Desinfektion und Druckverbände vollkommene Heilung zu erzielen.
Dungfressen der Fohlen.
Die Ursache, daß manche Fohlen Mist freffen, ist eine Verdauungsstörung, und diese ihrerseits wird wieder durch das den Fohlen gereichte Futter veranlaßt. Daraus folgt, daß bloße arzneiliche Behandlung des hier bestehenden Magen- und Darmkeidens ohne eine gleichzeitige Aenderung der Fütterungsweise das Uebel nicht heben kann, daß dagegen umgekehrt eine Futteränderung allein höchstwahrscheinlich ausreicht, den abnormen Zustand zu beseitigen. Der Futterfehler dürfte in den meisten Fällen darin liegen, daß zu große Mengen Knollen und Rüben, namentlich von rohen Kartoffeln, neben zu geringen Mengen von Rohfutter den Fohlen gereicht werden. Es ist daher zu empfehlen, beim Auftreten dieses Uebels, die Menge der rohen Kartoffeln erheblich zu kürzen, die zertteinerten Kartoffeln obendrein von einer Fütterungszeit zur anderen auszulaugen und daneben mehr Heu oder, falls dieses nicht zur Verfügung steht, mehr Strohhäcksel oder Weizenkleie beizumengen, womit man ohne Zweifel eine Beseittgung des Uebels erreichen wird.
Anballen der Schnee» an den pferb^nfen.
Bei längerem Fahren auf beschneiter Straße passiert ee leicht, falls der Schnee nicht infolge starken Wagenverkehrs eine sehr feste Bahn bildet, daß der durch das Hufeisen gebildete leere Raum sich voll Schnee setzt und daß der Schnee, ohne daß es Thauwetter zu sein braucht, sich immer mehr anballt, so daß es den Pferden schließlich schwer wird, zu stehen und zu gehen. Sollen die Pferde nur für kurze Zeit gegen diese« lästige Uebel geschützt werden, so genügt es, das Innere des Hufes mit Seife oder Fett gut einzureiben. Eine dauernde Wirkung erzielt man, wenn man zwischen der inneren Eisenwand auf die Hufsohlen ein passend geschnittenes Stück Guttapercha von der Stärke einer Schuhsohle legt. Vor dem Gebrauch wird das Stück Guttapercha in heißem Wasser erwärmt
und beim Einlegen und WiederherauSnehmen stellt ma den Fuß des Pferdes in warmes Wasser. — Bei diese Gelegenheitsei erwähnt, daßbeigewöhnlichem, also schneefreier Wetter, die Pferde des kaiserlichen Marstalles in Berlin wenn sie in den größtenteils mit Asphalt belegten und deshal glatten Straßen der Stadt verkehren müssen, ein Stü< Filz in die Oeffnung der Hufeisen gelegt bekommen,
Der Standplatz für trächtige Aühe
darf nicht zu glatt sein. Cementpflasterung empfiehlt fit deshalb für Ställe, wo hochträchttge Kühe aufgestellt sind nicht. Auch der sog. rauhe Cement ist für trächtige Kübr noch zu glatt. Dieselben gleiten in diesem Falle leich aus beim Ausstehen, fallen um und verletzen sich.
Folgen davon sind Verwerfen, Brüche der Becken- unj Schenkelknochen oder starke Muskelquetschungen. M Kühe können nach diesen Beschädigungen dann nicht mch aufstehen und gehen in den meisten Fällen mit samt bei Kalbe zu Grunde, wenn sie vorher nicht geschlachtet werben, Man sorge deshalb dafür, daß der Standplatz hochträchtige, Kühe nicht zu glatt, daß die Streu reichlich ist und das sie den aufspringenden Kühen einen sicheren Halt gewährt In der ersten Zeit der Trächtigkeit soll man auch h» Klauen der Kühe etwas zustutzen. Sobald sich einmal Pantoffelklauen ausbilden, die an den Zehen in die stehen, verlieren die Kühe den sicheren Halt beim Ausstkhm und fallen sehr leicht um. Bei vorgeschrittener TrächtiM macht aber das Zuschneiden der Klauen einige Schwierigkeiten, besonders dann, wenn die Tiere recht widersetzlich U
Die Raffekennzeichen der englischen Windhund«; sind in aller Kürze folgende: Größerer, überaus sW und schmächtig gebauter, durch Schnelligkeit, aber nW Intelligenz und wohl auch geringe Anhänglichkeit w gezeichneter, kurzhaariger Hund. Kopf: lang, mit flchm Schädel, wenig entwickeltem Hinterkopf, dunklen glänzend» Augen und kleinen, dünnen, mit der Spitze Überhängen!» Ohren. Schnauze: zumeist sehr lang und spitz zulaufend. Hals: lang, rund, muskulös. Rumpf: gestreckt, mit tiefe, ziemlich schmaler Brust, schräg angesetzten musfulöfe Schüttern, langem etwas gebogenem Rücken und hoch ch gezogenem Bauch. Ruthe: lang, dünn, spitz zulaufend, leicht gekrümmt, hängend. Läufe: lang, gerade und zierlich, aber dabei immer starkknochig und muskulös; Pfoten mit sehr harten Ballen. Behaarung: kurz, weich, dicht. Farst verschieden; meist schwarz, rot oder fahlgelb. Dunkelbraun« Färbung ist nicht gestattet.
Die eigentlich naturgemäße Nahrung für Hund« wäre rohes Fleisch und jedenfalls einige Monate lang nach der Entwöhnung der Muttermilch noch (Kuh- ober Ziegen-) Milch. Allein, wenn wir nicht zum Pferdefleisch greifen wollen, ist die Fleischfütterung sehr teuer. Sodm hat diese noch andere unangenehme Eigenschaften im Gefolge. Vor Allem die widerlichen Hautausdünstungen; st erfordert viele Bewegung. Die Portionen müssen nach dieser reguliert werden, die Hunde bleiben nur bei sch mäßigem Genuß desselben gesund. Zu empfehlen ist md hat sich am besten bewährt die Mischung von Fleisch und Cerealien, gekocht, leicht gesalzen, in Ermangelung bei Fleisches Fleischbrühe, weiche Knochen und Gemüse, als» Tischabfälle. Ein sehr gutes Futter sind auch die in Fabrik«» hergestellten Hundekuchen — eine in der That sehr st- queme und zweckmäßige Fütterung, aber ziemlich teuft und deshalb nur in Verbindung mit Küchenabfällen unter gewöhnlichen Verhältnissen anwendbar. Die Griven * Seifensieder find ein schlechtes Futter, man sollte sie M Allem keinem Jagdhunde geben: das ist SchweineM, sie erzeugen Hautausschläge. Anders die Griven ^r Schmalzsabriken, sie sind eine gute Zugabe in MehlsuM«'
Verschimmelter He«.
Stark verschimmeltes Heu hat nicht nur an feine® Nährwert ganz erheblich gelitten, die eingetretene Schimmel- bildung hat zugleich ungünstige Zersetzungen im Heu hn- vorrufen, so daß bei der Verfütterung desselben Mtf teilige Einflüsse auf die Gesundheit der Tiere kauml» vermeiden sein dürften. Zwingen aber die wirtschaftlich« Verhältnisse dazu, solches Heu zu verfüttern, so darf«« wohl sagen, daß man sowohl bei Jungvieh wie namenK auch bei trächtigen Tieren solches Heu nicht versüM sollte. In kleineren Wirtschaften brüht man solcher Heu vielfach vor der Verfütterung an, in größeren Betriebe!« ist dies selbstverständlich ausgeschlossen. Hier sollte «an dagegen solches Heu vor der Verfütterung durch die Dreschmaschine schicken, indem dadurch wenigsten« der HauM der vorhandenen Pilze, so auch die Hauptgefahr für W Tiere, beseitigt wird. Vielfach genügt allein eine es sprechende Salzzugabe zu solchem Futter, um den schädlich« Einwirkungen vorzubeugen. — Daß aber daneben um 1° mehr auf Zufuhr geeigneter Kraftfuttermittel geachtet werd« muß, ergiebt sich schon au« der außerordentlichen WP Wertverminderung der Heue«. Da in einem derartig beschädigten Heu oft an verdaulichem Eiweiß höchstens n« 3 bis 4 pCt. und an Fett höchstens 1 pCt. Vorhand« sind, während bei wirklich gutem Heu der Eiweißgehalt ° bis sogar 10 pCt. beträgt, der Fettgehalt dagegen 2 pw und mehr. Gutes Heu enthält deshalb mehr als den doppelten Nährwert von so beschädigtem Heu, und kai« selbstverständlich da« Fehlende nur durch besseres Kraft- futter ausgeglichen werden.