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Ein indisches Hierhospilal. Die Orientalen halten meist zäh an ihren Gewohnheiten fest und es ist äußerst schwer, sie zu dem Neuen selbst, wenn es gut ist zu bekehren. Auch der Charakter der eingeborenen Inder ist so ge­artet, daß sie ihren Beherrschern, die sie mit neuen Einrichtungen beglücken wollen, ziemlich miß- trauisch gegenüberstehen. In­folge der tiefen Einwirkung ur­alter, für unantastbar gehaltener Institutionen wie auch infolge der Beherrschung durch fremde Nationen seit fast einem Jahr­tausend hat dieser Charakter sein eigentümliches Gepräge erhalten. Die neuerdings unter den Orientalen, insbesondere unter den Indern bemerkbare Fort­schrittsbewegung findet im eige­nen Lager oft zähen Widerstand, so z. B. bei Regelung der Frauen- frage. Auch die Heilkunde hat einen schweren Stand. Es sei nur an die Vorgänge in Indien bei Gelegenheit der Pest erinnert, wo die englischen Aerzte die größte Mühe hatten, ihre Maß­regeln gegen Ansteckung und Verbreitung der Seuche durch- zusetzen. Um so mehr fällt ein wissenschaftliches Institut in In­dien auf, wie es ähnlich selbst in Europa kaum existieren dürfte, es ist dies das Tierhospital in Bombay. Das Institut ist von einem indischen Millionär, Sir Diushaw Manackja Petit, be­gründet worden. Es bedeckt einen Flächenraum von 40 000 Quadratmetern und zählt etwa 40 verschiedene Gebäude. Von diesen ist der Brunnen auf der ersten Seite dieser Nummer und der Thorweg (Seite 31) in monu­mentaler Weise ausgestattet, ersterer in architektonischer Hin­sicht, an altindische Bauwerke erinnernd, von be- sonderm Reiz. Die Ausführung des Thorweges zeigt, mit welcher Liebe und Hingebung das Ganze erbaut worden. Rind und Pferd, die nützlichsten aller Haustiere find links und rechts angebracht, während im Mittelfelde ein Wagen mit einem ge­stürzten Pferde den Grundzweck des ganzen Bau­werks andeutet.

Deutsches Dolk, du herrlichstes von allen! An einer oer herrlichen Eichen zu Dallwitz bei Dresden -ist das Gedicht KörnersAbend wird's, des Tages Stimmen schweigen" angeheftet, das im Jahre 1811 gedichtet, mit den Worten schließt:

Deutsches Volk, Du herrlichstes von allen, Dein« Eichen steh'n, Du bist gefallen!"

Sechzig Jahre später, 1871 kurz vor dem geschlossenen Frieden, ließ der Direktor der Fabrik, auf deren Terrain die Eichen stehen, zum dauernden Gedächtnis neben der Klage Körners folgende Verse anheften:

Nicht gesallen sind wir! Aufrecht stehen Unsre Brüder, Söhne, heut im Feld Gegen 3hn, der Deutschland wagt zu schmähen, Denen Ahnen Du bekämpft als Held; Nicht nach fremder Hilfe mehr wir spähen. Aus die eigne straft sind wir gestellt.

Deutsches Volk, Du herrlichstes von allen, Deine Eichen steh'n, Du kannst nicht fallen!

Gin Vorläufer der Dampfschiff». Die königlich

spanischen Archive von Salamanka enthalten au«

tentische Nachrichten darüber, daß am 17. Juni 1540 auf der Rede von Barcelona mit Erfolg der Versuch gemacht wurde, ein Schiff von 200 Tonnen Gehalt mittels einer Maschine, die bom Dampf des siedenden Waffers getrieben wurde, in Be­wegung zu setzen. Kaiser Karl V., sein Sohn Philipp und viele Gründen sahen mit Erstaunen, mit welcher Schnelligkeit und Leichtigkeit sich das Fahrzeug bewegte. Der Großschatzmeister wieder- riet jedoch die Ausbeutung dieser Idee, weil er in seiner Engherzigkeit dieselbe für gefährlich und kostspielig hielt. Immerhin wurden bem Erfinder

Ue » ier- Kild.

(Erklärung folgt in nächster Nummer.)

Don Blasio dc Garay zweihunderltausend Mara- Vedi als kaiserliche Belohnung ausgezahlt.

Das Juristen-Söhnchen. Arthur (dem das Aus­wendiglernen schwer fällt), nachdem sein Bruder Fritz den Eltern einen langen Neujahrswunsch vorde­klamiert hat:Ich schließe mich dem Vorredner vollständig an."

Kre«;-Niitsel von P. Rieckhofs.

Die Buchstaben obiger Figur sind so zu ordnen, daß sowohl die wagerechien als auch die senkrechten Reihen bezeichnen: 1) eine deutsche Stadt, 2) eine Blume, 3) Gaben des Winters.

(Auflösung folgt in nächster Nummer.)

Für alle Fälle.Ihr neues Theater ist ja pompös, aber diese viererlei Beleuchtung . . . ." 's geht halt net anders: 's Gas ha'ni mer, wenn's Elektrische versagt, 's Petroljuni, wenn's Gas nich brennt und d' Kerzen, wenn's Petroljuni Hapertl"

Ach sol Tochter:Papa, das Barometer ist gefallen!" Papa:Viel?" Tochter:Ja, ei ist ganz gefallen.*

Die Deilchenfucht wird besonders in Potsdam sehr stark betrieben. Es giebt dort Gärtner, welche im Winter gegen 20000 Töpfe stehen haben, von denen gegen 5000 in Blüte gehalten werden. Auch in Leipzig und Charlottenburg werden viel Veil­chen gezüchtet. Selbst Veilchenbäume hat die kunst­reiche Hand des Gärtners zu erziehen vermocht. Er verhindert eine längere Reihe von Jahren das Blühen der Pflanze und sucht dieselbe immer auf­recht zu ziehen, indem er die untern Blätter und Ausläufer sorgfältig entfernt. Dadurch erhält er allmählich eine Art Bäumcheu von fast palmartigem Aussehen bis zur Höhe von vierzehn Centimetern, welche im Frühjahr durch ihre schöne Blätterkrone, sowie durch ihre auffallend reiche Blütenentwick- Inng einen reizenden Anblick gewähren.

Feidpostkarte. Im Februar 1871 unterhielt nach der neuesten im Generalpostamt zu Berlin bearbeiteten Feldpostkarte und Feldpostübersicht die Bundespost­verwaltung 265 Postanstaltcn auf dem sonst französischen Ge­biete, nämlich: 160 in Elsaß und Lothringen, 41 im Bezirke der Administration zu Rheuns und 74 Feldpostrelais in verschiede­nen Departements. Dazu traten etwa 80 mobile, unmittelbar bei den operierende» Truppen be­findliche Feldpostanstalten. Die Länge der im regelmäßigen deut­schen Postbetriebe befindlichen Linien auf französischem Gebiet betrug damals 377 Meilen auf der Eisenbahn und 419 Meilen Postkurse auf Landstraßen, zu­sammen 796 deutsche Meilen.

Napoleons I. Schneider. Am 18. Oktober 1866 starb im hun­dertsten Lebensjahre Leger, der Schneider Napoleons I., der Ver- fertiger des berühmtengrauen Ueberrocks" und der Schöpfer der grünen Jägeruniform, in welcher Napoleon beigesetztwurde. Der Grundbesitz, welchen dieser namhafte Schneidermeister hin­terließ, war sehr bedeutend. Leger erzählte gern von der Kaiserzeit, namentlich freute es ihn, dem General Kleber einen Vorwurf daraus zu machen, daß er gefallen sei, ohne ihm seine letzte Rechnung bezahlt zu haben.

Am Schalter. Beamter:Das Paket kann ich so nicht annehmen. Die Adresse ist zu undeutlich das WortMagdeburg" kann ich überhaupt nicht lesenI" ____

Sttbrn-Uiils-1.

Zwischen zwei gleichlautende Silben Setze das Wörtchenober" hinein, Leicht wirst, ein neues Wort Du so bilden, Aber schwieriger ist's, das zu sein.

Krebswort-Rälsel von F. v. Minra.

Ich hab' einen dicken Kopf, Doch nur ein dünnes Bein,

Und erst'rer noch dazu Wird hohl gar vielfach sein.

Doch stellst Du jetzt in Eile

Auf ihn mich mit Gewalt, Werd in Europas Westen Ich zur Erziehungsanstalt.

(Auflösungen folgen in nächster Nummer.)

Auflösungen aus voriger Nummer:

der Geheimschrift: Ordnet man die Silben nach der Zahl der zu ihnen gehörigen Zeichen, so erhält man:

Spar' Z»»g' und Zeit Und Galt' und Geld;

Du sparst viel Leib In dieser Welt.

des Rätsels: All, Allearo, Orgel; der zweisilbigen Scharade: Irrlicht; des Silbenrätsels: Wotjogen, Irene, Eisen, Göttinnen, Erato, WintertOur, Ober, Nagelprobe, Neusatz, Ebro.

Nemesis. (Wie gewonnen, so zerronnen.)

Nachdruck an? bem In ball b. Vk. verboten.

Gelen Dom 11./VL 70.

Verantwort!. Redacteur A. Jhrtun, Berllm ' Druck unv Verlag von

Jhrlug * Fahrenbolst, Berlin s. 12, Prmzenslr. s».