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Drei Schritte oom Drive. „Das ist doch ein schnurriger, dummer Kerl, der Karo!" so denkt der kleine putzige Jakob, der gewissermaßen den Clown im Hause darstellt und dessen drollige Späße von

jedermann gebührend belacht werden. Er meint eS mit jedem so gut und ist

überall gern gesehen, daß er es gar­nicht begreifen kann, wie ihn gerade der Karo so über die Achsel ansehen kann. Wie oft er sich ihm auch freund­schaftlich nähern wollte, immer ließ er sich durch das grimmige Knurren und sürchterlichcZähnefletschenwieder zurück- schrecken; denn wenn er auch gerade

Ein

Gezähmter.

feine ihm wird sein, nach.

der 1. Seite hat der Künstler L. Cheviot in lebenswahrer, anschaulicher Weise wiederzugeben verstanden.

Angst hatte, ganz geheuer kam die Sache doch nicht vor. Er auch diesmal wieder der Klügere und der giebt bekanntlich immer — Die kleine Tierepisode auf

Dienstmädchen: „Die Madame hat befohlen . . . ."

Herr: „Wer hat hier zu befehlen, ich oder meine Frau? (Plötzlich seine Gattin gewahrend) natürlich meine Frau."

Her Trdölreichtum. Angesichts der fortgesetzten Anstrengungen des ameri- kanischen »Ringes," die Erdöl-Konsu­menten auszubeuten, ist es interessant, den bisher bekannten Vorrat der ganzen Welt an jenem BeleuchtungSstoff kennen zu lernen. Die hier wiedergegebene Statistik ist amerikanischen Ursprungs, also sicher nicht zu Ungunsten der penn- sylvanischen Oelkönige aufgestellt. Die Gesamtproduktion an Petroleum belauft sich demnach zur Zeit auf 22 Milliarden

Liter. Davon werden 11 Milliarden Liter, also die Hälfte, in den Vereinigten Staaten gewonnen, und sonst ebensoviel, nämlich über 10 Milliarden Liter in Rußland, so daß diese, beiden Länder zum weitaus größten Teile den ganzen Welt­bedarf decken. An dritter Stelle als petroleum- erzeugendes Land steht Oesterreich mit etwas über 380 Millionen Litern, dann folgt Suma­tra mit etwa 325 Millionen Litern, dann Java mit 135 Millionen, Canada mit 130 Millionen, Rumänien mit 108 Millionen, Indien mit 68 Millionen, Japan mit 36 Millionen, Deutschland mit 3tV2 Millionen, Peru mit 131/, Millionen, der kleine Rest verteilt sich auf Italien und die übrigen Länder. Der bedeutendste Konsument von amerikanischem Petroleum.iit England, das im letzten Jahre aus den Vereinigten Staaten nahezu 1100 Millionen Liter Erdöl bezog. Deutschland empfing von amerikanischem Petroleum rund 700 Millionen Liter, Japan 240 Millionen, China 200 Millionen Liter. Die verschiedenen andern europäischen Staa- ien mit Ausnahme von England und Deutsch­land empfingen von den Bereinigten Staaten zusammen über iy2 Millionen Liter Erdöl. Es geht hieraus hervor, daß die Bäume des gold- ourstigen Ringes nicht in den Himmel wachsen werden, zumal sich die Annahme, daß russisches Petroleum schlechter als amerikanisches sei oder doch wenigstens mit größerem Kostenaurwande raffiniert werden müsse, mehr und mehr als Vorurteil erweist,

Gin Diplomat des achyehnten Jahrhunderts. Als ein alter, in den Geheimnissen der Diplomatie ergrauter französischer Gesandter in Turin seinem Sterbestündchen sich nahe fühlte, erteilte er seinem Kammerdiener die letzten Befehle und sagte dann schließlich: „Nun decke mir das Gesicht zu, denn ich werde einige Grimassen schneiden." Nach einigen Stunden erschien ein vornehmer Kollege, um sich nach des kranken Gesandten Befinden zu erkundigen. Ehrfurchtsvoll flüsterte ihm der Kammerdiener'ins Ohr: „Bon Exceilence est mort, mais eile ne veut pas, qu’on le sache.“ (Seine Excellenz ist gestorben; aber sie will nicht, daß man es wisse.) Ein andrer als Autorität geltender französischer Diplomat jener

alten Schule schließt eine Abhandlung über die Vorrechte der Gesandten mit folgenden Worten: „Mais des qu’un ambassadeur est mort, il rentre aussidot dans la vi6 privSe.“ (Aber wenn ein Gesandter gestorben ist, tritt er alsbald in das Privatleben zurück.)

Der Kückelreih ist ein alter deutscher Tanz, der die eigentliche Hochzeitsfeier um Mitternacht des Freitags beschließt. Sein Zweck ist, die Braut „auszutanzen", nämlich aus der Gemeinschaft der Unverheirateten, zu welcher sie bisher gehörte. Zwei Burschen nehmen sie zwischen sich; um diese schließen

die jungen Mädchen, sich an den Händen fassend, einen Kreis, der wieder ebenso von ledigen jungen Männern umkreist wird, jedoch der Art, daß sich in diesem äußern Kreis zwei Männer nicht angc- faßt haben. Der eine von diesen reitet auf einer Greffel (d. i. eine beim Dreschen zum Strohwenden gebrauchte hölzerne Gabel), während der andre ihn mit Peitschenknall vertreibt. Sofort drehen sich beide Kreise um bie Braut und der Bräutigam

Schachbrett-Aufgabe.

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Die Buchstaben obiger gigur sind so zu ordnen, daß die wagerechten Reihen bezc-chnen: 1. Berg in den Sudeten, 2. ein Königreich, 3. eine Thonart, 4. berühmten englischen Theologen, 6- Stadt in Sachsen, 6. Schlachtenort aus dem siebenjährigen Kriege, 7. männi. Vornamen, 8. Stadt in Posen. So geordnet nennen die beiden Diagonalreihen je einen bekannten Dicht- r.

muß nun versuchen, jene von außen her durch­brechend, zu der Braut zu gelangen. Ist ihm dies nach heftigem Kampf gelungen, so drehen sich die Kreise von neuem, und es ist jetzt an den verhei­rateten Frauen, sich durch dieselben hindurch zu drängen. Die Verwirrung, das Kreischen und Jauchzen bei diesem Tanz, in dem oft viele Paare teilnehmen, ist kaum zu beschreiben.

Wichtig gestellt. „Man sagt, Deine jetzige Frau hätte Dich zuerst ausgeschlagen?" — „Bewahre, ch der Hochzeit!"

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Seltsam» Zusammentreffen von Zandoleuten. Aus einer Reise durch Arabien, die Karstens Niebuhr in den Jahren 1761 bis 1767 im Auftrage des Königs Friedrich V. von Dänemark unternahm, trat er eines Tages in das Zelt eines alten Scheikh mit dem üblichen Gruß „Salem aleikuml" „Friede sei mit Dir, mein Oheim!" dankte der Wirt und setzte hinzu: „Du bist willkommen, nimm an meinem Mahl teil!" Dasselbe wurde von einer Sklavin aufgetragen. Es begann mit dem Ruf des Scheitln-; „In Allahs Namen I" und endete mit den Wor.cn: »Allah sei gelobt!" dann rauchte Niebuhr, in weiche Kissen gelehnt, seinen Tschibuk. Nun erhob sich plötzlich in einem Winkel

des Zeltes Lärm. Der alte Scheikh stieß eine Menge Schimpfworte gegen seine Sklavin aus uud verließ da« das Zelt; die Sklavin aber rief ihm im schönsten Plattdeutsch nach: „Du vier Bullerballer 1" Niebuhr war die vom Donner gerührt. Hier, mitten ii Arabien, tönten plötzlich heimatliche Laute an sein Ohr I Als er sich in seinem Staunen ein wenig erholt HM>, fragte er die Sklavin: „Min hin Doern, wo büßt Du her?" Nun fugt das Mädchen erschrocken zusammc». Endlich sagte sie langsam: „Ut Lüding- worth in Land Hadeln 1" Lüdingworthl Das war ja auch Niebuhrs Heimats­dorf. Er erkundigte sich nun nähet nach dem Schicksal der Sklavin. Su hatte einen in Surinam wohnenden Bruder aufsuchen wollen, war aber einem tunesischen Seeräuber in die Hände gefallen uns von dem Scheikh als Sklavin gekauft worden. Niebuhr aber versicherte, daß nie in seinem Seben ihn etwas so tief ergriffen habe, als die Worte: „Du vier Bullerballer."

Aus der Kinderstube. Die vierjährige Cilly und der zweijährige Hans zankten sich und jeder erhielt eine kleine Züch­tigung. In der Nebenstube hörte man darauffolgendes Gespräch: „Du, Häus­chen, hast Du was gefühlt?" — „Nein." — „Ich auch nicht. Willst Du wei­nen?" — „Nein." — „Dann ineine ich

auch nicht."

Kefcheiden. Jäger (der einen Treiber ’nauf« geschossen): „Hier hast Du einen Thaler als Pflaster!" — Junge: „O, so groß ist die Wunde gar nicht, gnädiger Herr — a’ klcin's Zehnmarkstück! thät's auch!" '

Rätsel von P. Rieckhoff.

Als Städtchen im Hannoverland Bin ich wohl jedermann bekannt, Doch nimmst Du mir zwei Zeichen fort, So werde ich ein Abschie-swort.

Dreisilbige Scharade.

Die letzte wird von den ersten geboren. Ist bös und freundlich, warm und tot; Hat sie das Herz sich als Ziel erkoren, Dann, Mann und Weib, erliegst Du bald. DaS Ganze? Ach, kaum hast Du'S nur gedacht, So hat's den LebenSlaus auch schon vollbracht.

(Auflösungen folgen in nächster Numoicr.)

Erklärung bei Bcxirrbildc« aus voriger Nummer:

Schon oft hat der Sturm in dem wohlgepflegten Garten der Seniler« Müller sehr gehaust, jedoch so schlimme Bn- Wüstungen wie diesmal noch niemals angerichtet. Das Pracht­stück, die Zierde der Gartens wurde zerstört und man kann des Entsetzen begreifen, welches den Rentier erfaßt,' als er feine Lieblingsstatue zerschmettert am Erdboden liegen sieht. Nenn man mit dem Bild eine Wendung nach links macht, ist der Kops des Amors leicht zu finden; derselbe ruht aus dem Arm des Rentiers.

Auflösungen der Silbenkreuze«:

Wa | de

aus voriger Nummer:

der Rätsel«:

Verzeihen, verziehen;

der Logogryph:

Mamscl, Amsel.

Nachdruck au« dem Inhalt d. Bl. verdoteu. Gcley Dom 11./V1. 70.

«ernnnnoriL Redacteur M 3Oriitg. Berlin.

Druck und Verlag von

Sliring * Kadrcudaltz, Berlin s 12. Priazruür. 80.