Einzelbild herunterladen
 
  

Kilder-Sssl

Karl Klerander von Sachsen-Weimar +. Vor kurzer Zeit entschlief in feiner Residenzstadt sanft im Alter von 81 Jahren der Großherzog Karl Alexander, ein feinsinniger und kunstliebender Fürst, der letzte, der unsern Dichterfürsten Goethe noch perffönlich gekannt. Trauernd steht sein Volk am Grabe des verehrten Landesvaters, und trauernd gedenken weit über die Grenzen seines Landes hinaus Tausende und Abertausende dieses Fürsten, der bis zum leiten Atemzug, den Traditionen seiner Väter getreu, allzeit ein glühender Verehrer und thatkräftiger Förderer jeglicher Kunst und Wissenschaft war. Noch vor etwa Jahresfrist hat er ein Rundschreiben an das litterarische Deutschland gerichtet, in dem er von neuem betonte, daß stets, wie bisher, sein Haus fortkahren werde, den Geist der klassischen Zeit zu hüten und zu Pflegen. Und wahrlich, in seiner 48jährigen Regierungszeit hat er be­wiesen, welch hohen Wert er allem Schönen und Hehren beimaß. Der Museumsbau in Weimar, der Wiederaufbau der Wartburg, da? find glanzvolle Punkte seiner Herrscherthätigkeit, die ihm nicht genug verdankt werden können. Wenngleich die Trauerkunde bei dem hohen Alter des Verewigten nicht unerwartet ge­kommen ist, so trifft sie doch jeden tief schmerz­lich und bedeutet für unser Vaterland einen herben Verlust. Die sterblichen Ueberreste des teuren Toten wurden in der Hofkirche aufge- bahrt und nach einigen Tagen in der Fürsten­gruft zu Weimar mtt allen Ehren zur letzten Ruhe bestattet. Die Regierung des Landes übernimmt der Enkel des Verstorbenen, Groß­

a Wilhelm Ernst, da Erbgroßherzog Karl , der Vater des jetzigen Fürsten, schon 1884 verstarb. Wie Wilhelm Ernst bei der Uebernahme seines Herrscheramtes in einer Proklamation ver­sicherte. wird auch er es sich angelegen sein lassen, das ihm überkommene Erbe nach Kräften zu ver­walten und, wie sein Großvater, die alten Ueber­lieferungen seines Hauses zu bewahren und zu pflegen. Möge er diesem Vorsätze in allen Punkten gerecht werden, so wird ihm auch die Liebe und Verehrung aller seiner Unterthanen zu teil werden, deren Besitz sich sein Großvater so lange Jahre hindurch erfreuen konnte.

Verkannt.

Ein abgelehntes Geschenk. Der ..königliche privilegirte preußische Volksfreund" vom Jahre 1800 bringt nachstehende, von ihm als wahr verbürgte Mitteilung von Friedrich dem Großen: Im baye­rischen Erbfolgerkrieg (1778/79) verlor ein preußischer Offizier bei Gabel fein Leben. Der König, der ihn >ehr geschätzt hatte, erkundigte sich, ob er Familie hinterlassen habe, und als man ihm sagte, nur eine Witwe, setzte er dieser eine jährliche Pension von zweihundert Thalern aus. Die Dame war von der Großmut und Wohlthätigkeit des Königs sehr :jerührt, schrieb dem Monarchen aber:Sie danke Sr. Majestät für die Gnade; da sie jedoch bei einer bemittelten Tante ihr Auskommen gefunden habe und sich soweit ohne Pension behelfen könne, so bitte sie, Se. Majestät möchten geruhen, sich ihres jungen in der Armee dienenden hoffnungsvollen Neffen anzunehmen und auf diesen die Allerhöchste Gnade zu erstrecken." Der König nahm diese Ant­wort sehr gnädig aus und ließ den jungen Offizier kommen. ' Letzterer machte einen sehr günstigen Eindruck auf den Monarchen, der ihn zum General- stabe in Potsdam kommandierte, wo der junge Mann unter den Augen des Königs zu einem tüchtigen Offizier sich bildete. Fünf Jahre nach . icsem Vorgang geriet die alte Tante auf den Ge- -anken, sich zu verheiraten. Die Folge aber hiervon

: war eine bekümmerte Lage ihrerseits; sie geriet in | Geldverlegenheiten. In dieser Not wendete sie sich - an den König um Unterstützung. Um sicherer zu gehen, übergab sie ihr Bittgesuch ihrem Neffen mit dem Hinweis, es dem König bei einer guten Ge­legenheit zu geben. Der Offizier kam seinem Auftrag nach und überreichte Friedrich, als dieser bei trefflicher Laune zu sein schien, die Bittschrift. Der König aber gab dem Ueberbringet für die Tante einen Friedrichsdor. Der junge Offizier wollte seiner Tante den Verdruß über die fehlgeschlagene Hoff­nung ersparen und gab ihr von dem Erfolg seines

Auftrages gar keine Antwort. Nach etwa vier Wochen nahm er Urlaub, um die Tante zu besuchen. Nun stellte er derselben den erhaltenen Friedrichsdor zu und tröstete sie damit, daß er vielleicht bald im stande sein würde, sie zu unterstützen. Die Dame nahm den Friedrichsdor an und sendete ihn mit einem entrüsteten Schreiben an den König zurück. Friedrich aber antwortete in folgenden Reimen:

Den Friedrichsdor schick' ich zurück, Neun und neunzig noch daneben I Machen diese nun Dein Blück?

Nun, so wünich ich wohl zu leben 1 Außerdem erhielt sie von nun an die ihr früher schon bestimmte jährliche Pension von zweihundert Thalern."

Satpre.

Der Esel ist ein braves Tier, Zwar sagt man, er sei dumm. Doch wenn ich's offen sagen soll, Ich weiß es nicht warum.

Er hat vier Beine lmanchma! zwei), Ein reiches saust Gemüt, lind auch den Menschen oftmals er Die schwersten Lasten zieht.

In einem man vielleicht bei: Grund Zu seiner Dummheit sah, Er bleibt sich stets konservativ Und sagt zu allem Ia.

Spirituosa. Als nach der Schlacht bei Ligny der Arzt den verletzten Marschall Bülcher mit etwas einreiben wollte, fragte er:Was ist bnS?"ES sind Spirituosa!" erwiderte der Arzt.So?" riet Blücher,aus­wendig hilft das Zeug nichts!" Dabei riß er ihm das Glas aus der Hand und trank dessen Inhalt aus.

Splitter. Das Wasser ist der Lebenssaft der Erde.

Auflösung des Verstellrätseli aus vor. Nummer:

Gabel Bofenoel Augiifta Flieberbufth Wisse Atlas Lehrer Datota Elnfinm Beimund Schachtel Eber es 4» Elf

|eu« Geschützkugeln. Als die Engländer im Jahre 1793 eine indische Stadt belagerten, hatten die Franzosen keine eiserne Munition, überhaupt keinerlei Eisen mehr; sie wurden aber durch einen anhänglichen und opferfreudigen, sehr reichen Jndier in ihrem Widerstand bestärkt. Sandira Poulö, das Oberhaupt der Sekte der Vellajas, opferte nichts geringeres, als seine Rupien und stellte der Gießerei fünfzig Kisten Gold- und Silbermünzen zur Verfügung. Man nahm sein Angebot mit Hurra an und fetzte die Verteidigung fort. Zwanzig Tage lang sollen Kugeln aus Edelmetall auf die Engländer abgeschossen und solcher Art und Weise über zehn Millionen Franken aus den Schlünden der Geschütze verfeuert worden sein. Die verdorbene Ueberraschung. Bedienter: Liebe Leute, ich habe Euch etwas wichtiges zu sagen. Euer Gutsherr wird in zwei Stunden hier sein, ich bin auf der vorletzten Station heimlich davon geritten, um Euch so schnell als möglich in Kenntnis zu setzen, daß der Herr Gras sich geäußert hat:Meine braven Dumm-- häuser werden große Augen machen, wenn ich sie mit einem Besuch überrasche." Ortsrichter: Habt Jhr's gehört, Männer, überraschen hat er uns wollen, der gute gnädige Herr Graf, und so ein Hallunke von ein'm Bretelhupfer hat die Keckhett und verdirbt ihm 's G'spiell Ich bitt' Euch, Leuteln, es ist das beste, wir thun, als hätten wir nichts g'hört und stellen uns, wenn der Gutsherr kommt, recht überrascht und dumm, das wird uns so schwer nit werden." Seltsamer letzter Wille. Der holländische Maler Heems-Kerke, welcher zu Hartem im Jahre 1574, 76 Jahre alt, starb, vermachte testa­mentarisch ein Legat, mit welchem alljährlich ein braves Mädchen seines Geburtsortes, von dem er seinen Namen angenommen hatte, eine Heiratsausstattung bestimmen sollte, unter der Bedingung, daß die Braut nebst ihrem Bräutigam und die Hochzeitsgäste um sein Grab einen

Reigen tanzen sollen.

Großmut AaseweisheU gegenüber. Kaiser Rudolph

von Habsburg, der eine sehr große Nase hatte, begegnete aus einem engen Pfad einen Schalks­narren. Als die Trabanten ihm auszuweichen be­

meine

fahlen, weil der Kaiser käme, rief er, er käme wegen der großen kaiserlichen Nase nicht vorbei. Während nun jeder meinte, den Narren werde seine Naseweisheit übel zu stehen kommen, lächelte Rudolph, bog mit der Hand seine Nase etwas zur Seite und sagte:Geh, mein Sohn, ich habe Nase abgewendet, sie soll Dich nicht mehr

hindern!

Dahlen-Kuchstabenrätsel.

Von A. I.

ES war einmal ein I 2 3, Der war noch ziemlich 4 2 3, Doch wär er e6 6 6 7 3, Dann hätte ihn der 3 1 2 5 6 7 und 3 4 2 3, Kann ich Euch sicher sagen, Entschieden nicht getragen.

A

A

D

D

E

E

0

G

h

N

Q

0

11

S

Quadrat-Rätsel.

Vorstehende Buchstaben fhib in der gleichen Form so zu ordnen, daß die senk- rechten und die wagerechten Reihen fol­gendes ergeben: 1. Mythische Erzählung. 2. Biblischer Name. 3. Edles Metall. 4. Abschluß.

Buchstabenrätsel.

Mit K hinkt'« langsam durch die Reit, Erbettelnd mühsam sich sein Selb. Mit B steigt» kühn und fest empor Und zwingt oft Geld als Zoll hervor.

(Auflösungen folgen in nächster Nummer.)

Auflösungen aus voriger Hummer: ber Schachaufgabe:

I. SbO, GK;

I. . . . ©c5;

I. . . . M;

S. Se7, bet;

2. Sc4f;

2. Sd7f;

8. Sgö Sv^ ober T67 | 3. S«7 i

8. S oder B :j:

des Rätsel«: Löffel; deS Buchstabenrätsel«: HauS. Hang, Hand, Hanf.

yiactibrint aus dem Julian o. »i. uerooieiL Gcsev vom 1 t. VL 70. ____

Lerantwortl. ReoaNknr A" Ah'llüü Berlin" Druck und Vertag »an

36t in» * Fahren»»«,, Berlin s. «z, P-'nz'-br. 8«.