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NR 1

1901

Beilags

Zum

zur 200jäbrl9en Seier der Erhebung Preussens zum Königreich am 18. Januar 1901.

Friedrich t

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S-m 18. Januar 1901 wird die preu- J ßische Königskrone 200 Jahre i alt. Sie ist in dieser Zeitspanne r von neun Königen getragen wor­den, die jeder für sich eine ausgeprägte und interessante Persönlichkeit in der europäischen Regentengeschichte darstellen und unter denen sich ein Friedrich der Große, ein Wilhelm I. finden. Daß natürlich Gestalten von sol- Höhe des Verdienstes und des Rubines, tote die beiden genannten Herrscher, oder wie da Große Kurfürst notwendigerweise die ge­schichtliche Erscheinung ihrer Nachfolger und Vorgänger herabdrücken müssen, selbst wenn iMn, wie dem König Friedrich Wilhelm I., ! keineswegs durchschnittliche Bedeutung lulemmt, dürfen wir nicht vergessen. In Melden 200 Jahren ist das Königreich Aeußen, welches am 18. Januar 1701 zu Königsberg begründet wurde, zur europäi­schen Großmacht und zur Weltmacht empor- gestiegen und hat den Deutschen eine besser üefugte Einheit und erfolgreichere Führung Fracht, als sie jemals unter den berühmte­ssen Kaisern ihrer alten Geschichte besessen haben.

. Zur Zeit der staufischen Kaiser wohnten '»1 fernab liegenden baltischen Nordosten, von Weichsel bis zum Pregel und über diesen Maus, die heidnischen Pruzzen oder Preu- K ein nichtdeutsches, mit den Letten und Litauern zusammengehöriges und daher

auch mit den Slaven ziemlich nahe ver­wandtes Volk. Sie waren erbitterte Feinde aller ihrer christlichen, meistens slavischen Nachbarn, und diese riefen gegen sie nach der Hilfe der deutschen Volkskraft. So hat es denn zur Zeit Kaiser Friedrichs II. der im heiligen Lande einige Jahrzehnte vorher ge­stiftete deutsche Ritterorden unter der Füh­rung seines großen Hochmeisters Hermann von Salza unternommen, nach dem Gut­heißen jener christlichen Nachbarn der Preu­ßen diese letztern zu unterwerfen und ihr Land für sich und für das deutsche Volkstum zu erobern.

Schon früh entstand während dieser Un­ternehmungen die Burg und Stadt Könias- berg im preußischen Samlande, in den ersten Tagen des Jahres 1255. Königsberg ward die neue Gründung geheißen, weil der junge König Ottokar von Böhmen dem Orden in seinen Kämpfen gegen das preußische Heiden­tum militärische Hilfe leistete. Dieser Böh­menherrscher war alles eher als ein Gegner des Deutschtums. Sein Bild ist nur dadurch von der Geschichte auf die feindliche Seite hin­übergeschoben worden, weil er schließlich im Kampfe um die deutsche Ostmark im Süden, um Oesterreich und seine deutschen Neben- lande, seinem Wettbewerber Rudolf von Habsburg in der Schlacht auf dem March- felde 1278, unterlag. Er hat in seinem eig­nen böhmischen Lande ganz ähnliche Ziele j wie der deutsche Orden in Preußen verfolgt, | hat deutsche Kolonisten nach Böhmen gezogen, Städte begründet und hat die Zukunft seines Reiches, die Kultur­entwicklung seines Volkes in der Be­günstigung des Deutschtums erblickt. Wer weiß, wie es in Böhmen aussähe, wäre er in seinen österreichischen Hoff­nungen Sieger geblieben und dadurch zu einem großen Fürsten im Osten ge­worden, dessen Verbindungen, politi­scher Rückhalt, Regierung und Ziele auf das Deutschtum angewiesen ge­blieben wären?

Was der große Kurfürst im nor dischen Kriege begonnen: ein niemand Unterthan und verantwortlicher Fürst und energischer Souverän, das voll­endete sein Sohn, Kurfürst Fried­rich ITT., als er sich am 18. Januar

1701 zu Königsberg mit eigner Hand die Krone aufs Haupt setzte.

Friedrichs I. Sohn, Friedrich Wilhelm I., kommt das Hauptverdienst zu, die für diesen Zweck vorhandenen inneren und äußern Macht­mittel neu gefestigt und erweitert zu haben: auf seinen Schultern stehend, war es dem großen Friedrich beschieden, das erste Wort in der damaligen Welt mit dem Degen zu er ringen. Dann hat ja Preußen leider nach ihm eine schlimme Zeit gesehen.

Der Tag von Jena 1806 und der Tilsiter Friede haben Preußen nur allzuschmerzlich aus diesem Rasten und Rosten aufgerüttelt.

Auch wir leben heute in einer Zeit, wo der Hohenzollernkrone neue und nicht leichte Aufgaben gestellt sind. Daß ihr Träger sie klar, mit bewußter Energie ins Auge gefaßt hat und auch verfolgt, weiß jedermann; möge ihm auch ferner das Verständnis des deut­schen Volkes und dessen- Mitarbeit nicht fehlen.

(Mit Genehmigung des Prof. Dr. Ed. Heyck, München.)

Kaiser Wilhelm H.