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£$r 141.
IsmeOg Sei 20. Lezember
1900.
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rOS^T Die wichtigsten Ereignisse gehen uns durch Telegramme zu und werden wir dieselben nöthigen- AfaUs durch Extrablätter verbreiten.
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die Expedition.
Amtlicher Theil.
Hersfeld, den 17. Dezember 1900.
■ Nach § 99 des landwirthschaftlichen Unfallver- Usicherungsgesetzes vom 30. Juni b. I. sollen Unfallrenten, 8deren Jahresbetrag sich auf 60 Mark oder weniger S belauft, und die bereits vor dem 1. Oktober d. I. an» |gewiesen sind, fortab in vierteljährlichen Raten Rim Voraus gezahlt werden.
Die Herren Ortsvorstände des Kreises haben die be- U treffenden Rentenempfänger hiervon alsbald in Kenntniß zu setzen und bei Beglaubigung der Unterschrist unter bet Rentestquittung daraus zu sehen, daß Letztere auf ' den Vierteljahresbetrag lautet.
Der Sektionsvorstand der
I Hess. Nass. landwirthschaftlichen Berufs-Genoffenschaft Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Cassel, den 14. Dezember 1900.
Wie im Vorjahre wird auch im Jahre 1901 ein Kursus zur Unterweisung von Volksschullehrern im Obstbau sowohl im hiesigen pomologischen Garten, als auch in Gelnhausen abgehalten werden. Wir ersuchen, uns bis spätestens zum 5. Januar k. I«. diejenigen an den öffentlichen Volksschulen des Kreises angestellten Lehrer ru bezeichnen, die zur Theilnahme an einem der Kurse geeignet und bereit sind, auch eventuell anzugeben, an welchem von beiden sie theilzunehmen wünschen.
Bei Auswahl der Lehrer ist zu berücksichtigen, daß nicht allein Neigung und Verständniß für den Obstbau zeigen, sondern auch Gelegenheit haben das Erlernte praktisch zu verwerthen. Ferner ist es erwünscht, daß die Gemeinden ihr Interesse an der Ausbildung des Lehrers dadurch bekunden, daß sie sich von vornherein w einem, demnächst an unsere Hauptkaffe zu zahlenden Menbeitrag, dessen Höhe einzuberichten ist, verpflichten.
Einstweilig angestellte Lehrer werden zu den Kursen nicht zugelaffen werden.
Die in Vorschlag kommenden Lehrer sind darauf auf« merksam zu machen, daß sie sich im Falle ihrer Einberufung mit einem Arbeitsanzuge zu versehen haben. Auch auf jüdische Lehrer ist bei den Vorschlägen die erforderliche Rücksicht zu nehmen.
Königliche Regierung, Abtheilung für Kirchen- und
Schulsachen. Fliedner.
An die Herren Landräthe des Bezirks. * *
♦
Hersfeld, den 18. Dezember 1900.
Unter Mittheilung des Vorstehenden an die Königlichen Herren Ortsschulinspektoren ersuche dieselben ich hierdurch ergebenst um b a l dgefällige Namhastmachung von Ihnen unterstellten Herren Lehrern, welche geneigt sind, an den fraglichen Kursen theilzunehmen.
I. 6974. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.
Hersfeld, den 19. Dezember 1900.
Die alSbaldige Einreichung der noch rückständigen Ortsliste und Kontrolliste von der Volkszählung seitens der Herren OrtSvorstände des Kreises bringe ich hierdurch in Erinnerung mit Frist bis z u m 24. d. M t s., bei Vermeidung einer Ordnungsstrafe von 3 Mark.
I. I. 5846. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Caffel, den 6. Dezember 1900.
Bekanntmachung
Nachdem die Firma Aug. Gottlieb in Hersfeld eine eigene Fabrikkrankenkaffs errichtet hat und die Statuten derselben unter dem 25. September 1900 von dem Bezirks-Ausschuß genehmigt sind, wird unsere Bekanntmachung Über die zu entrichtenden Beiträge zur Invalidenversicherung im Kreis Hersfeld vom 14. Dezbr. 1899 wie folgt ergänzt: 4b. Mitglieder der Fabril- Kraukenlasse der Firma Aug. Gottlieb zu Hersfeld (vom 1. Januar 1901 ab): männliche Mitglieder der 1. Klaffe Beiträge der Lohnklaffe IV zu 30 Pfg., männliche Mitglieder der 2. Klaffe Beiträge der Lohnklaffe III zu 24 Pfg., weibliche Mitglieder der Lohnklaffe 1 zu 14. Pfg. (§ 5 des Statuts).
Für diejenigen Personen, welche als Lohn ober Gehalt eine feste, für Wochen, Monate, Vierteljahre oder Jahre vereinbarte baare Vergütung erhalten, sind Beiträge derjenigen Lohnklaffe zu entrichten, in deren Grenzen diese baare Vergütung fällt, sofern diese Beiträge höher sind, als die nach der vorstehenden Bekanntmachung maßgebenden.
Der Vorstand der Landes-Versicherungsanstalt Hessen-Naffau.
In Vertretung : Dr. S ch r o e d e r.
*
Wird veröffentlicht. Hersfeld, den 14. Dezember 1900.
V. 394. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, ________________________Geheimer Regierungs-Rath.
Hersfeld, den 18. Dezember 1900.
Nachstehend veröffentliche ich eine Bekanntmachung des Vorstands der Lehrschmiede zu Fulda über den ab- zuhaltenden neuen LehrkursuS.
Die Herren Ortsvorstände wollen die jungen Schmiede hierauf besonders aufmerksam machen und zum Besuche des Kursus anregen.
I. I. Nr. 6969. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Nath.
* * *
Montag den 7. Januar 1901 beginnt in der hiesigen Lehrschmiede »ein neuer Kursus. Derselbe dauert 3 Monate. Am Schluffe findet eine Prüfung statt, durch deren
Bestehen die Befähigung zum selbständigen Betrieb des Hufbeschlaggewerbes erlangt wird.
Der theoretische und praktische Unterricht ist unentgeltlich. Für ihre Beköstigung und Wohnung haben die Zöglinge selbst zu sorgen. Zur Beschaffung der Unterrichtsmittel wird ein wöchentliches Taschengeld von 1 Mk. gegeben. Für die Prüfung wird eine Gebühr nicht erhoben. Es steht eine Prämie von 50 Mk. für jeden Kursus zur Vertheilung.
Anmeldungen, welche Angaben über die persönlichen Verhältnisse, ein Führungsattest der Polizei und eine Nachweisung über die bisher erlangte technische Ausbildung enthalten müssen, sind bis zum 31. d. MtS. an den Unterzeichneten einzureichen.
Fulda, den 3. Dezember 1900.
Der Vorstand der Lehrschmiede daselbst: Kreisthierarzt Fröhner.
Nichtamtlicher Theil.
Str Unterm des WsWs ZNisem".
An demselben Tage, wo in der Rr^chshauptstadt den aus Ostasien heimkehrenden Kriegern ein begeisterter Empfang bereitet wurde, ist unsere Marine, der jene Tapfern zum größten Theil angehörten, von einem entsetzlichen Unglück betroffen worden: das Kadetten-Schulschiff „Gneisenau" ist an der spanischen Küste vor dem Hafen von Malaga im Mittelmeer bei einem furchtbaren Sturm gescheitert, und mit dem Kriegsschiff ist eine Menge Menschenleben von der Brandung verschlungen. Viele von ihnen genossen die erste kriegerische Ausbildung ; mit vollen Segeln waren sie auf das Meer hinausgefahren, mit glühender Begeisterung für ihren Beruf erfüllt. Run haben sie einen frühen Tod gefunden. Trauer und Herzeleid sind in zahlreichen Familien eingezogen, und mit diesen beklagt das Vaterland die Toten, die im Ringen mit Sturm und Wellen mitten aus dem blühenden Leben heraus, wie im Kampf mit dem Feinde, gefallen sind.
Schwer sind die Opfer, die unsere Flotte trotz ihrer Jugend dem Meere hat bringen müssen. Die lange Reihe eröffnet der Schoner „Frauenlob", der 1860 in einem Taifun in Ostasien unterging. Das zweite Opfer war das Kadettenschiff „Amazone", das an der holländischen Küste versank, ihm folgte im Juni 1878 der Untergang des Linienschiffs „Großer Kurfürst" bei Folkestone. Im Juni 1885 ging der Kreuzer „Augusta" im Roten Meer im Sturm verloren, am 16. März 1889 endeten die Kreuzer „Adler" und „Eber" in Apia auf Samoa ebenso wie jetzt der „Gneisenau". Am 23. Juli 1896 fuhren die Getreuen des „Iltis" an der chinesischen Küste mit einem Hoch auf Kaiser und Reich in die Tiefe, am 22. September 1897 wurde das Torpedoboot „8 26" vor der Elbmündung mit Herzog Friedrich Wilhelm von Mecklenburg von den Wellen verschlungen.
„Das Auge hat nicht gezuckt und die Hand nicht gezittert," rühmte der Kaiser von denen, die er als Heimkehrende begrüßte; „Ich bin fest überzeugt, daß jeder in schwerem Ringen seine Schuldigkeit gethan hat." Dasselbe Wort, — dessen sind wir gewiß — kann man auch von den blauen Jungen sagen, die vor der Rhede von Malaga starken: Ihr Auge hat nicht gezuckt und ihre Hand nicht gezittert, sie thaten ihre Schuldigkeit bis zuletzt. Ihre Haltung entsprach den Ueberlieferungen der deutschen Marine. Dies gilt vor allem von dem Kommandanten des gestrandeten Schiffes, dem Kapitän zur See Kretjchmann; er hat durch seinen Tod aufs neue Zeugniß abgelegt von der Pflichttreue und Opferfreudigkeit, die unsere Offiziere auszeichnet. Als er Iah — so erzählen Gerettete — daß alles verloren war, weil die Ankerketten den Dienst versagten, und daß eine Vorwärtsbewegung unmöglich war, weil Wasser in die Heizkammer eingedrungen war, rief er: „Kinder, Ruhe