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Nr. 148

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Aus Peking meldet einReuter"-Telegramm vom |'14. Dezember: Die Verhandlungen mit den chinesischen Bevollmächtigten haben noch nicht begonnen. Der bri- tische Gesandte hat noch keine endgültigen Instruktionen B' erhalten, aber man erwartet, daß alle Fragen in wenigen Tagen erledigt sein werden.

Wie aus Paris mitgetheilt wird, sind eine Anzahl Ausländer, welche sich bet den Kämpfen in China aus­gezeichnet haben, mit dem Orden der Ehrenlegion dekorirt | warben. Von Deutschen befinden sich darunter der

»Gesandtschaftsarzt in Peking Dr. Beide und Oberleut­nant Graf Soden, der Führer des deutschen DetachementS in Peking. Beide sind zu Rittern der Ehrenlegion er- M | nannt worden.

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DieTimes" meldet aus Tokio:Die japanische Regierung und das japanische Volk sind beseelt von dem ehrlichen Verlangen, Frieden und Wohlfahrt Chinas zu fördern und seine territoriale Integrität zu wahren. Was das Vorgehen Rußlands in Korea betrifft, so liegt kein Grund vor zur Annahme, daß Japan deshalb seine

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' vorsichtige Politik des Abwartens midifizieren könnte, ' besonders. da die letzten Ereignisse die Ansicht bestärkt haben, daß Japan es sich leisten kann, die Entwicklung des Spieles abzuwarten. Es kann keinen schlagenderen Beweis sürJapans Verlangen,China zu erhalten, geben, als f feinen schnellen und vorbehaltlosen Beilritt zum deutsch- englischen Abkommen."

Dos Oberkommando meldet am 14. aus Peking: «Kolonne Rohrscheid hat in Thang bedeutende Vorräthe Man Waffen und Munition gefunden, unter Anderem W mehrere noch in Kisten verpackte 15 Zentim.-Kanonen, Mund hat sie theils vernichtet, theils mitgenommen.

H Kapitän v. Usedom hat heute durch Sturz mit dem D Pferde Bruch des rechten Unterschenkels erlitten.

Berlin, 16. Dezember.

Se. Majestät der Kaiser traf gestern Nach­mittag mit Sr. Kaiserlichen und Königlichen Hoheit dem Kronprinzen und den übrigen Jagdgästen um l/4 Uhr in Saupark bei Springe ein und fuhr ohne Aufent­halt nach dem Revier Hallermundskopf weiter, wo ein

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(Nachdruck verboten.)

1 (Errungen!

Novelle von Carl v. Wardenberg.

(Schluß.)

MMein Bruder Charles hat nun schon vor Jahren M auf das Majorat für sich und seine Erben verzichtet, also wäre alles klar!"

O, wie mich das beruhigt!*Ich lasse sie un- Ugern ziehen, Miß Milton. Setzen Sie sich noch einen RAugenblick an diesen Tisch."

Sie nickte befangen und setzte sich ihm gegenüber an I bin bekannten Tisch. Er strich sich über die Stirn und I fuhr fort:Sie sollen mich heute, wo Sie scheiden, nicht I mehr in einem falschen Lichte sehen, Miß Ellinor! Jene I unheilvolle Zeit, welche zwei Brüder auf Tod und Leben I Einander gegenüberstellte, hat mir viel Herzeleid gemacht, ja manche thörichte Menschen, die mich nicht besser | kannten, hielten mich gar für Norberts Mörder, oder I doch für einen Egoisten, der sich aus der Sachlage be- | reicher! und seinen Vortheil im Auge gehabt. Da» ist I alles nicht so. Mein Bruder Norbert hatte schlecht | ^wirthschaftet, ich übernahm nothgedrungen das Majorat | und unter den denkbar ungünstigen Bedingungen. Bald I darauf traf mich der Schlag mit meiner Schwester Jane. I Das verbitterte mir die Heimath. Ich überließ das Gut

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einem geschickten Verwalter und ging nach Egypten, Folien, Griechenland, Kleinasien, Zerfielt und Indien. Dort blieb ich lange Jahre und kam bereichert heim. Aber ich bin darüber alt geworden!" Sehen Sie mein

eingestelltes Jagen mit Findermeute auf Sauen statt, fand. Die Fürstlichen Jagdgäste sind Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen, Prinz Rupprecht von Bayern, der Fürst und Prinz Adolf zu Schaumburg-Lipps sowie der Herzog Friedrich Ferdinand und Prinz Albert zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg. Die Jagd war vom Wetter begünstigt und dauerte eine Stunde. Se. Majestät der Kaiser erlegte 32, Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit, der Kronprinz 8 Sauen. Nach der Jagd legte Se. Majestät mit den Gästen die kurze Strecke zum Jagdschlösse zu Fuß zurück. Am Abend fand ein Jagddiner statt.

Se. Majestät der Kaiser, welcher mit dem Kronprinzen und dem Prinzen Rupprecht von Bayern gestern Abend uus Hannover zurückkehrte, wurde auf dem Bahnhöfe der Station Wildpark von Ihrer Maj. derKaiserin empfangen. Heute Morgen besuchten beide Majestäten den Gottesdienst in den Communs und unternahmen darauf mit dem Prinzen Ruprecht von Bayern einen Spazier- gang über die Orangerie und den Park von Sanssouci. Der Kaiser zeigte bei der Gelegenheit bem Prinzen die historischen Räume im Schlosse von Sanssouci. Zum Neuen Palais zurückgekehrt, erledigte Seine Majestät Regierungsangelegenheiten. Zur Mittagstafel war außer dem Prinzen Rupprecht der Kronprinz geladen. Kurz vor 2 Uhr begaben die Majestäten sich nach Berlin zum Empfang der mit dem TransportdampferCöln" in die Heimath zurückgekehrten Abtheilung des Kreuzerge- fchwaders und der Marine-Infanterie.

Reichskanzler Graf v. Bülow benutzt einen Theil der parlamentarischen WeihnachtSferien dazu, um sich an den süddeutschen Höfen vorzustellen. Er wird am Montag in München eintreffen, wo er vom Prinz- regenten Louitpold empfangen werden wird, und sich von dort nach Stuttgart und Karlsruhe begeben. Als Graf v. Bülom das Präsidum im Bundesrate übernahm, be­nutzte er die Gelegenheit dazu, um feiner Achtung vor den verfassungsmäßigen Rechten der Bundesstaaten nach­drücklichen Ausdruck zu geben, und in ähnlichem Sinne hat er sich auch im Reichstage ausgesprochen. Die bevor­stehende Reise des Grasen v. Bülow darf als eine erste Bethätigung dieser seiner Gesinnung aufgefaßt werden; sie bedeutet eine Huldigung des neuen Reichskanzlers vor dem bundesstaatlichen Charakter des Reiches.

Der Kaiser hat unter dem 29. November d. I. be, stimmt, daß bei den Ulanen für den Exerzier- und Feld-

Haar fängt an zu ergrauen. Ich kehrte zurück, ich sah Sie, Miß Ellinor, und spann mir einen süßen Traum aus, wie ich ein liebes Mädchenherz nach und nach ge­winnen wollte! Aber die Kleine will nicht, will nicht einmal meine Rose."

Jetzt ward Ellinor todtenbleich. Hilflos blickte sie umher. Aber ein einziger Blick, der jetzt auf ihn fiel, genügte ihm, schon lag er vor ihren Knieen und flüsterte heiße Liebesworte, während er ihre Hand leidenschaft­lich küßte.

Da hatte Ellinor die Schwäche plötzlich überwunden: Mylord, stöhnte ste leise,sollte die alte Susan doch Recht behalten? Mögen Sie mit einer armen Gouver­nante so spielen?"

Da sprang er auf:Um Gott, Ellinor, was denken Sie auch von mit ? Nein, Mädchen, seit dem Tage, wo du an der Kirchhossmauer die Sachen der armen ge­hetzten Hasen so tapfer vertratest ich habe seitdem die Hasenhetz aufrichtig gehaßt habe ich dich geliebt und als du meinen Neffen William so klug Heimschick­test, da hat mein Herz gejubelt. Willst du mein sein für Zeit und Ewigkeit ? Willst du als Herrin von Walkhill- House hier schalten und walten, als mein guter Geist, der mir den Besitz der Väter erhalten?"

Er beugte sich zu ihr nieder und ihre Thränen ver. bürgten ihm ein Glück, welches er schon verloren ge­geben.

Errungen!" triumphirte er nun jubelnd.Ich habe dich errungen, du liebe Holde, Stolze, die Rose von Walkllill-House." '

dienst die am Haken- bezw. Knebel des Tschapkadeckels befestigte F a n g s ch n u r einmal um den Tschapkahals geschlungen wird.

Der Kaiser hat genehmigt, daß die Altersgrenze der in die Unteroffiziervorschulen Aufzu- nehmenden auf 17 Jahre erweitert wird.

Der Werth der Ausfuhr Deutschlands nach den Vereinigten Staaten 1898 erreichte nach den Aufzeichnungen der amerikanischen Konsuln in Deutschland einen Werth von 83 810 453 Doll., wovon 41 400 740 Doll. auf das zweite Halbjahr 1898 und 42 409 713 Doll. aus das erste Halbjahr 1899 entfallen.

Zur Unterstützung von bedürftigen Schulverbänden bei Volksschulbauten wird der nächstjährige preußische Staatshaushaltsetat dem Vernehmen nach erhebliche außerordentliche Mehraufwendungen enthalten, nämlich 13 Mill. Mark. Das geht noch über den Betrag hinaus, der in der letzten Session anfänglich von dem Kultusminister Dr. Studt in Aussicht gestellt werden konnte, nämlich 10 Mill. Mark. Im Jahre 1896 belief sich der Titel auf 1 Mill. Mark, im Jahre 1898 stieg er aus 3 Mill. Mark; ebenso viel ist für das laufende Rechnungsjahr bewilligt worden.

Im Hafen von Lissabon gab es ein großes Fest. Ein englisches Geschwader war gekommen, um den König zu begrüßen. Reden voll herzlicher Gesinnung wurden ausgetauscht, man sprach von der alten durch neue Akte bekräftigten Allianz zwischen dem kleinen Por­tugal und dem großen Albion. Ein schönes Schauspiel, doch ach, ein Schauspiel nur! Wenn man freilich demo- kratiichen und alldeutschen Blättern glauben darf, so hätten die Liffaboner Festlichkeiten keinen anderen Sinn als den eines perfiden Schachzugs der englischen Politik gegen die deutsche. Nämlich so: Deutschland hat be­kanntlich vor zwei Jahren mit England ein geheimes Abkommen getroffen, das sich auf die portugiesischen Be- sitzungen in Afrika bezieht. Portugal ist tief verschuldet, die Zeit kann kommen, da es, um dem Bankerott zu ent­gehen, neue Anleihen gegen Verpfändung seines Kolonial­besitzes aufnehmen muß. Wir sind dabei nicht wenig interessiert, da ein erheblicher Theil der portugiesischen Papiere in Deuschland untergebracht ist. Ader nicht allein der Schutz der deutschen Kapitalisten ließ jenes Ab­kommen rötlich erscheinen, in gewisser Weise ist, so widersinnig es klingt, der deutsch-englische Geheimvertrag eine mittelbare Folge des Krüger-Telegramms unsers

Nachdem der erste Sturm der Gefühle sich gelegt, die Thränen der Freude getrocknet waren, begaben sich beide Liebenden zu John, der kaum wußte, wie ihm ge­schah. So sehr er auch auf Eile gedrungen, bis nach Tisch mußte er sich gedulden. Im Speisesaal aber ward auf des alten lächelnden Waltons Befehl geheimnißvoll für vier Gäste gedeckt, worüber sich Lady Anny beson­ders verwunderte.

Auch ging Walton jetzt mit geheimer Botschaft nach dein Pfarrhause, nachdem Sir Roger sich mit seinem Neffen Arthur eine halbe Stunde lang eingeschlossen hatte. Auch das Gesicht der jungen Mannes glänzte im Wider­scheine innerer Freude und dankend hatte er dem Oheim die Hand geschüttelt.

Hiernach trat Sir Roger wieder bei John und der erröthenden Braut ein, indem er rieth, nicht zu viele Reiseeffekten mitzunehmen!Nicht zu viel, meine süße Ellinor, bat er, wir kehren doch bald zurück!"

Wir?" Natürlich begleite ich dich, Goldkind, um mir gleich den Segen deiner würdigen Eltern zu holen. Um eine Milton muß man in allen Ehren werben. Sie sah ihn glückselig an.Geliebter einziger Mann."

Er drohte mit dein Finger:Du hast es mir schwer genug gemacht. Doch im Ernste, wenn Papa seine Kräfte wieder errungen, so soll er uns für ewig vor dem Altare verbinden und du siehst Walkhill-House als seine junge Herrin wieder." , ,

Sie reichte ihm beide Hände und er küßte »hre reine hohe Stirne.

Da meldete Walton, daß gedeckt sei und Se. Hoch-