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Amtlicher Theil.
Hersfeld, den 1. Dezember 1900.
Im Monat November d. I s. sind diesseits für die nachbezeichneten Herren Jagdscheine ausgestellt worden und zwar:
A. Jahresjagdscheine:
a. entgeltliche:
1) am 1/11. für Landwirth Georg Adam Weitz in Harnrode;
2) „ 1/11. „ Amtsgerichtsrath Or. Born inHersfeld;
3) „ 2/11. „ Lohmühlenbesitzer Bernhard Heinrich Nößing in Hersfeld;
4) „ „ „ Gymnasialoberlehrer Waffermeier in Hersfeld;
5) „ „ „ Bürgermeister Johs. Rüger in Unterweisenborn ;
6) „ „ „ Gutsbesitzer Burghard Rüger daselbst;
7) „ „ „ Gulsbesitzer Heinr. Burghard Rüger daselbst;
8) „ 3/11, „ Amtsrichter Roßbach in Hersfeld;
9) „ 5/11. „ den Jäger im 2. Jäger-Bataillon Richard Lose in Hersfeld;
10) „ 6/11. „ Verwalter Johs. Bock in Hattenbach;
11) „14/11. „ Gutsbesitzer Adolf Reinhard in Unterweisenborn ;
12) „ „ „ Landwirth Arnold Rüger daselbst;
13) » „ „ Bäckermeister Conrad Frank in Vacha;
14) „ 15/11. „ Gastwirlh Georg Büttner in Mecklar;
15) „ „ „ Gutsbesitzer Georg Gliemeroth sen. in Wölfershausen;
(Nachdruck verboten.) Errungen!
Novelle von Carl v. Wardenberg. (Fortsetzung.)
Sir Roger zuckte die Achseln: „Ein wenig Rauch und Ruß wird unserer schönen, frischen Luft hier wenig schaden. Oder halten Sie Churchill-House für gesünder ? Dieser prosaische Dampfhammer wirft mir jährlich eine bedeutende Rente ab, und das Kapital verzinst sich vortrefflich ?" — Churchill - House war das Gut der Lady Anny.
Sie verzog deshalb den Mund, als ob sie Schlehen gespeist hätte und griff schweigend nach den Briefen, die sie durchsah.
„Ab," unterbrach sie schweigend die Lektüre, hier ist etwas für Sie, Sir Roger, Arthur meldet seine Ankunft als bevorstehend. Sie wissen doch, daß er seit dem Verlassen des Kolleg sich bei Mr. Hapkins, dem gesuchtesten Anwalt Londons, weiter praktisch ausbildete." Sir Roger nickte. „Sehr erfreut! Er kann an meinen Fuchs- und Parforcejagden theilnehmen." Er sah dabei lächelnd dem blauen Dampfe seiner Havanna nach. „Und °>S Glückes ist fast zu viel," fuhr Lady Anny fort, auch William hat nach beendigten Manövern Urlaub erhalten, kr kann noch heute eintreffen." „Vortrefflich," lächelte Hausherr.
»William ist ein guter Schütze und Reiter. Unser luuger Drogonerleutnant kann meine Pferde reiten und '"" mir nach der Scheibe schießen. Ich lasse im Stein
16) am 16/11. für Hauptmann Erxleben in Hersfeld;
17) „ 19/11. „ Landwirth Heinrich Pfalzgraf in Willingshain;
18) „ „ „ Landwirth Johs. Hewig in Kemme- rode;
19) „ „ „ Amtsgerichtsrath Drießen in Schenk« lengsfeld;
20) „ „ „ Oekonomie-Verwalter Heinrich Krug in Oberlengsfeld;
21) „ 22/11. „ Rentier Hellmuth Rechlin in Hersfeld ;
22) „ 24/11. „ Landwirth Peter Steinweg daselbst ;
23) „ „ „ Landwirth Otto Reinhard in Landershausen ;
24) „ „ „ Musikus Philipp Priester in Kirch- heim;
25) „ 27/11. „ Oberleutnant Freiherr Otto von Eyb in Hersfeld;
26) „ 29/11. „ Oekonom Karl Eschstruthin Frielingen;
27) „ 30/11. „ Landwirth Heittr. Allendorf in Allmers- hausen.
b. unentgeltliche:
28) „ 7/11. „ Forstasseffor von Druffel in Hönebach;
29) „ 12/11. „ Forstaffessor Sezekorn in Philippsthal ;
30) „ 26/11. „ Forstaffessor Euler in Hersfeld.
B. Tagesjagdscheine:
31) am 8/11. für Rentier Galopin aus Genf, z. Zt. in Hattenbach;
32) „ 10/11. „ Amtsrichter Bertram in Vacha. Wird bestehender Vorschrift gemäß veröffentlicht.
Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Hersfeld, den 4. Dezember 1900.
Die Herren Ortsvorstände des Kreises weise ich hiermit besonders darauf hin, daß die O r t S l i st e (E) von der Vieh- und Obstbaumzählung in zwei Exemplaren einzureichen ist.
J. I. Nr. 6734. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierung« Rath.
Hersfeld, den 4. Dezember 1900.
Nach der Bekanntmachung vom 22. August 1892 (Amtsblatt S. 208) dauert an den letzten drei Sonn-
bruch einen Schießstand anlegen." — „Ich danke Ihnen, Herr Schwager, für Ihre Theilnahme an dem Wohlergehen meiner Söhne," beeilte sich Lady Churchill zu versichern und sah dabei ihr Gegenüber mit feucht schimmernden Augen an. Sir Roger mußte das aber wohl nichts Neues sein, denn er ignorierte den Umstand ganz und gar, scherzte vielmehr mit Sir Francis und empfahl sich dann, indem er durch die kleine Thür in sein Zimmer trat. Bald darauf hörte man eine sonore Stimme im Wirthschastshofe.
„Wie findest du ihn seit seiner Rückkehr, Francis?" meinte Lady Anny.
„Wie immer, grob und ungeschlachtet," gab jener zurück. „Unausstehlich!" bestätigte sie. „O, roeitn —" „Wenn wir nicht so viel verloren," redete er leise weiter, „aber so, meine Teuerste, müssen wir uns wohl fügen." „Aber das soll er mir büßen, ich meine, die Niederlage in den Augen der Gouvernante. Wie er uns vor ihr beschämte. Und dann dieser Wink in Bezug auf Churchill- House, das mit so vielen Hypotheken . . ." Sir Francis schien seine Lethargie abgeschüttelt zu haben, warnend hob er den Finger: „Denke an unsere Söhne, Anny, er ist der Herr'"
„Daß Falcon nicht auch glücklicher stürzte," flüsterte sie. Dann wärest du ..." „O stille, gab er zurück, hier haben Wände und Thüren buchstäblich Ohren. Der alte Walton ist ihm durchaus ergeben und kennt keine Rücksichten!" „Leider!" Und das saubere Paar verließ den Speisesaal.
tagen vor Weihnachten die zulässige Beschäftigungszeit in allen Zweigen des Handelsgewerbes im ganzen Regierungsbezirk bis 7 Uhr Abends.
Auf Grund ministerieller Ermächtigung hat der Herr Regierungs-Präsident gestattet, daß der Gewerbebetrieb in offenen Verkaufsstellen an den beiden letzten Sonntagen vor Weihnachten, nämlich am 16. und 23. Dezember b. I. bis 8 Uhr Abends für die Dauer von 10 Stunden unter Wahrung der für den vormittägigen Hauptgottesdienst festgesetzten Pause freigegeben wird.
Die Herren Ortsvorstände haben Vorstehendes alsbald auf ortsübliche Weise zu veröffentlichen.
I. 6696. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Hersfeld, den 3. Dezember 1900.
Mit Bezug auf das Ausschreiben vom 24. November d. I. — I. I. Nr. 6517, Kreisblatt Nr. 139 — bringe ich hierdurch weiter zur Kenntniß der Herren Ortsvorstände des Kreises, daß auch die Verlags-Verwaltung des ref. Waisenhauses zu Cassel Lohnzahlungsbücher vorräthig hält.
I. 6625. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Hersfeld, den 4. Dezember 1900.
Unter dem Viehbestände in der Gemeinde OberlengS- feld ist die Bläschenkrankheit ausgebrochen. I. 6685. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Hersfeld, den 29. November 1900.
Der Ackermann George M a n n e l zu Wehrshausen ist heute als Ortsschätzer für die dortige Gemeinde widerruflich bestellt und eidlich verpflichtet worden. I. 6628. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz,
Geheimer Regierungs-Rath.
3.
Ellinor Milton hatte seit dem geschilderten Vorfall vor Lady Anny und Sir Francis Ruhe bekommen, nur mit Blicken noch zeigte die Lady ihren Haß gegen ein Wesen, welches ihr niemals das mindeste Böse zugefügt.
Es war im Schlöffe lebhaft geworden, seitdem Sir Arthur, der junge Rechtsgelehrte, und Sir William, der junge Leutnant aus Woolwich, dort eingetroffen. Der Erstere benahm sich anfänglich sehr zugeknüpft gegen die Gouvernante, obwohl er Lady Anny ein Verhältniß zu verbergen suchte, welches die Luchsaugen der Mutter längst durchschaut.
Alice Green, die Tochter des tödtlich gehaßten Pfarrer«, war die Jugendliebe Sir Arthurs, und der junge Rechts« gelehrte war fest entschlossen, alle Hindernisse hinwegzu- räumen, die ihn von Miß Aliee, einem schönen und feingebildeten Mädchen zu trennen drohte. Er wollte unter allen Umständen eine eigene Advokatur installieren und dann Miß Alice heirathen, mochte es kommen, wie es wollte. Lady Anny sah seinen Aufenthalt in Walkhill- House deshalb auch nicht besonder« gern und so sehr sie auch die Gouvernante haßte, so schien diese ihr nun doch sehr geeignet, den Sohn von der Pfarrerstochter abzuzieyen, denn das ließ sich ja nicht leugnen, daß Miß Milton hübsch, ja sogar sehr hübsch fei. O, wenn bie Lady gewußt, daß die Gouvernante mit der Pfarrerstochter einen intimen Freundschaftsbund geschlossen, infolgedessen sie die Liebenden protegierte und deren Korre. spondenz vermittelte, welche auch dieses Liebespaar als