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mmE auf das

T Hersfelder Kreisblatt

(mit den Gratisbeilagen

iJllustrirtes Sonntagsblatt" und Mustrirte landivirthschastl. Beilage" für den Monat Dezember werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträaern und von M der Expedition angenommen.

taiM Sei 24. Wecker

1906.

Amtlicher Theil.

M Hersfeld, den 19. November 1900.

Es ist in neuerer Zeit der zunehmende Verkehr mit p verfälschtem und nachgemachtem Honig W® zur Sprache gekommen und auf die Schädigungen hin- I gewiesen worden, welche den Bienenzüchtern hierdurch zugefügt werden.

Die Ortspolizeibehörden werden deshalb angewiesen,

| bei den in Frage kommenden Verkaufsstellen von Zeit zu Zeit auch Proben von Honig zu entnehmen und solche von der amtlichen Stelle zur chemischen Untersuchung von Nahrungs- und Genußmitteln für den Regierungs­Bezirk Gaffel zu Marburg die Untersuchung erfolgt bekanntlich kostenfrei auf ihre Unverfälschtheit und Reinheit prüfen zu lassen. Auch scheint der aus Imker- kreisen stammende Vorschlag empfehlenswerth, zur Nach- weisung von Honigversälschungen sich nicht ausschließlich der Nahrungsmittel-Chemiker zu bedienen, sondern auch solche, durch praktische Erfahrungen und Zuverlässigkeit sich auszeichnende Sachverständige zu Hülfe zu nehmen, die durch die Geruchs- und Zungenprobe reinen Naturhonig von verfälschter und nachgemachter Waare zu unterscheiden verstehen.

Als ein derartiger Sachverständiger ist. für den hiesigen Kreis von dem Vorstände des Vereins zur Förderung der Bienenzucht im Regierungsbezirk Caflel Herr Lehrer Gonnermann zu Tann bezeichnet worden.

Ueber alle Fälle, in denen im größeren Umfange eine als Verfälschung im Sinne des Nahrungsmittelgesetzes zu betrachtende Bearbeitung des Honigs stattfindet oder Nachahmungen von diesen festgestellt werden, ist mir ein­gehend zur Sache zu berichten.

I. I. Nr. 6396. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

forderlichen Zeugnissen innerhalb 10 Tagen bei dem Königlichen Ortsschulinspektor Herrn Pfarrer Schäfer in Kruspis oder dem Unterzeichneten einreichen.

I. 6464. Der Schulvorstand von Holzheim: Freiherr von Schleinitz,

Königl. Landrath, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 22. November 1900.

Diejenigen Herren Ortsvorstände, welche meine Ver­fügung vom 23. März 1880, Nr. 3135, Kreisblatt Nr. 24, Ausräumung der Fluthgräben, Ent- und Bewässerungs­anlagen betreffend, bis heute nicht erledigt haben, werden mit Frist bis z'um 27. d. Mts. hieran erinnert. J. I. Nr. 6494. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 22. November 1900.

Die Abhaltung des Viehmarktes in der Stadt Fulda am 29. l. MtS. erfolgt unter den, in der Bekanntmachung vom 16. v. Mts. Kreisblatt Nr. 125 getroffenen Bestimmungen.

I. 6477. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Nichtamtlicher Theil.

3.

4.

5.

1.

2.

Hersfeld, den 19. November 1900.

Gemäß § 71 der Kreisordnung vom 7. Juni 1885 wird das Ergebniß der Ergänzungs-Wahlen zum Kreistag durH Veröffentlichung der nachstehenden Uebersicht zur allgemeinen Kenntniß gebracht.

Uebersicht

über das Ergebniß der im Monat November 1900 stattgefundenen Kreistags-Ergänzungs-Wahlen.

R a m e n und Stand der ausgeschiedenen Kreistags-Mitglieder.

Braun, Georg, Bürgermeister a. D. Braun, Friedrich, Tuchfabrikant.

Namen und Stand der

neu- bezwse wiedergewählten Kreistags-Mitglieder.

A. Im Wahlverbande der Stadt Hersfeld

Braun, Richard, Gutsbesitzer zu Oberrode. Braun, Eduard, Tuchsabrikant in Hersfeld. Seelig, Jakob, Fabrikant in Hersfeld.

Braun, Georg, Bürgermeister a. D. Braun, Friedrich, Tuchfabrikant.

Becker, Ludwig, Apotheker.

B. Im Wahlverbande der Großgrundbesitzer

etc.

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7.

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9.

A. 3324.

C. Im Wahlverbande der Landgemetnden.

Braun, Eduard, Tuchfabrikant in Hersfeld.

Hettler, Christian, Vorschußvereins-Direktor in Hersfeld.

Seelig, Jakob, Fabrikant in Hersfeld.

Gottlieb, August, Seilerwaarenfabrikaut in Hersfeld. Engelhardt, Heinrich, Bierbrauereibesitzer in Hersseld.

Nuhn, Conrad, Bürgermeister in Asbach.

Boß, Friedrich, Gutsbesitzer in Kirchheim.

Bätz, Hieronymus, Bürgermeister in Kalkobes bezwse Jffland, Heinrich, Bürgermeister in Mecklar, Reinhard, Adolf, Gutsbesitzer in Unterweisenborn.

Döring, Bürgermeister in Sieglos.

Klotzbach, Bürgermeister in Reckerode.

Bätz, Hieronymus, Bürgermeister in Kalkobes.

Reinhard, Adolf, Gutsbesitzer in Unterweisenborn.

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 22. November 1900.

Nachdem nach einer hierher gelangten Mittheilung die Anmeldungen zum Eintritt als Schiffsjunge in letzter Zeit abgenommen haben, wird hierdurch darauf aufmerksam gemacht, daß gerade jetzt eine größere 2ln« *9^1 von Anmeldungen entgegen genommen wird.

4111, Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 20. November 1900.

Den Herren Bürgermeistern der Landgemeinden des hiesigen Kreises werden in den nächsten Tagen zwei Exemplare des Auszugs aus den Ausführungs-Bestim- '»ungen des Ministers des Innern vom 14. September 1900 zu dem Gesetze betreffend die Bildung der Wähler-

Abtheilungen bei den Gemeindewahlen vom 30. Juni 1900 zugehen.

Diese Exemplare sind in das Gemeindeinventar ein- zutragen und deren Inhalt ist in Zukunft genau zu beachten.

I. 6322.

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersseld, den 22, November 1900.

Die Schulstelle in Holzheim, deren competenzmäßiges Einkommen neben freier Wohnung in 1000 Mk. Grund­gehalt besteht, wird in Folge Versetzung des Inhabers derselben vom 1. Dezember d. Js. ab frei. Der Ein­heitssatz der Alterszulage beträgt 120 Mk.

Bewerber wollen ihre MeldungSgesuche nebst den er-

Tsdtens-nntag.

Der letzte Sonntag im Kirchenjahr weist hin auf den letzten Tag im Menschenleben. Er ist dem Gedächtniß der Verstorbenen gewidmet. Wir sind im Gotteshause nicht allein, unsere Entschlafenen sind mit uns dort; wir stehen nicht allein an ihren Gräbern, sie treten zu uns hin und sagen:Euch verließen wir, und auch ihr werdet bald da sein, wo wir sind." Wir haben schon oft an den Gräbern gestanden und unsere Gedanken gehabt, wenn man einen Sarg hinabsenkte. Wir haben die bittern Thränen derjenigen gesehen, die in dem Sarge den letzten Rest von dem, was sie lieb gehabt, in die Erde betteten; aber der Tod blieb uns ein Fremdling, so lange, bis er uns selbst das Liebste vom Herzen riß. Dann erst erkannten wir, welch ein großer Unterschied es ist zwischen leiden sehen und selber leiden, zwischen Mitleiden und Leiden. So furchtbar ist der König der Schrecken, daß, wenn er die hinrafft, die uns ans Herz gewachsen sind, es uns wie ein Traum erscheint, weil die Wirklichkeit so entsetzlich traurig ist.

Da haben wir es erfahren, daß eigentlich kein Mensch trösten kann und daß unser eigenes Wissen um Trost noch lange kein Trost ist. Erst als Gottes Stunde ge­schlagen und er unsere Seele von dem bangen Traum des Wehes erlöste, wie er sie auch erlöste von ihren Sünden, erst als die Stimme des guten Hirten wieder Zugang fand zu unserm Herzen, da hat uns der Herr unser Gott getröstet, wie eine Mutter ihr Kind tröstet. Wir haben weinen können vor unsagbarem Trost, wie wir vordem weinten vor unsäglichem Schmerz. Nun geht uns kein Stich mehr durchs Herz, so oft wir daran denken, daß der Mund nicht mehr ist, der so freundlich und treu zu uns redete, und das Auge nicht mehr ist, in welchem die Seele, die uns liebte, erschlossen war, und die Hand nicht mehr ist, die so oft in der unsrigen ruhte. Es quält uns nicht mehr der Gedanke, daß wir fortan allein sein müssen, abgedrängt auf einen neuen Weg, dessen Einsamkeit uns erschreckt, wo jeder Schritt uns sagt, daß Gott uns genommen, was unsers Lebens Freude und unserer Augen Trost gewesen.

Es nagt auch nicht mehr in unserer Seele bie herbe Pein, daß wir uns Tag für Tag anklagen. Wie haben wir es empfunden, daß wir gegen unsere Entschlafenen viel besser hätten sein sollen. Zu der Größe des ^er= lustes ist noch ein Heer von Anklagen gekommen des Un­rechts, dessen wir uns gegen sie schuldig gemacht; den» je mehr man geliebt hat, desto mehr erkennt man, wie