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ersselder meisblatt.

Gratisbeilagen rAUnstrirtes Sonntagsblatt" «.Illustrirte landwirthschaftliche Verlage."

Sr. 136.

$1*0 ita 26. November

1906.

Vestellnngen auf das i Hersfelder Kreisblatt

mit den Gratisbeilagen Jllustrirtes Sonntagsblatt" -«» Jllustrirte landwirthschaftl. Beilage" für den Monat Dezember werden von allen kaiserlichen Poftanftalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Theil.

Hersfeld, den 19. November 1900.

Für die Pflege der nach China entsandten Truppen sKretsblatt Nr. 84) sind weiter eingegangen: von der Gemeinde BeierShausen 7,30 Mk. Kathus 11,50 Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Negierungs-Rath.

J Avsvrvche m die Beviilkerviiss

^ über die Kedeutung und Ausführung der Uo!ks;nhlung sowie der Uieh- und Obstbnum- Zaktuna

am 1. Dezember 1900.

. « Mit dem 1. Dezember b. Js. kehrt in Preußen wie ' M im ganzen Deutschen Reiche der Tag der Volkszählung i V wieder.

J Die Nothwendigkeit periodischer Aufnahmen dieser Art 1 ist unbestritten. Kein Volk vermag sie zu entbehren, das 1 sich mit Sicherheit über sich selbst und die ersten Beding- $ ungen seiner Entwickelung und Größe, über Zahl, Ge- | ; schlecht und Alter, Familienstand, Beruf, Religions- £ bekenntniß und sonstige persönliche Verhältnisse seiner R Angehörigen unterrichten will. Die Ergebnisse der VolkS- M zählung dienen aber bei uns nicht nur als Hülfsmittel W wissenschaftlicher Erforschung wichtiger Verhältnisse des Volkslebens, sondern auch zu mancherlei praktischen K Zwecken, wie zur Vertheilung gemeinsamer Einkünfte und | Lasten der einzelnen Bundesstaaten, zur Regelung der | Münzprägung, zur Ordnung vieler Verhältnisse, welche

"M | Ihr einziger Schutz.

I Von Ellen S v a l a.

(Fortsetzung.)

Durch den mondbeschienenen Garten über die schim­mernden Kieselsteine des Weges rennt Cecil wie ein Gehetzter, schwingt sich über das leichte Gitter und rutscht, "ich an den Ranken haltend, die ihm die Finger blutig reißen, auf den taufrischen Rasen hinunter in dasParadieschen," vor dessen Steinstufen eine Gruppe Menschen flüsternd mit verstörten Gesichtern zusommen- stehen. Alle weichen zur Seite, und einer, der da oben an der Thüre steht, reißt dieselbe vor ihm auf, und er tritt ein.

Der Parlour ist dunkel, abgerissene Fetzen Leinwand schimmern geisterweiß aus der Dunkelheit hervor, es riecht nach Salicilwatte und Karbol, und in dem kleinen Wohnzimmer steht mit dem Rücken nach der Thüre des anstoßenden Schlafgemaches die ernste Gestalt eines jungen Arztes, den er kennt.

Eine Handbewegung, ein schmerzlicher Blick sagen ihm alles, dicht vor ihm weint jemand fassungslos und herz­zerreißend, und eine röchelnde junge Stimme spricht da­zwischen:

Violet Violet was was wird es jetzt mit dir ich bin ja dein einziger Schutz I"

z. B. die Zuständigkeit von Behörden der allgemeinen Landesverwaltung, die Bildung von Stadtkreisen und Urwahlbezirken, die Wahl von Abgeordneten zu den Kreis- und Provinziallandtagen, das Gemeindewahlsystem usw. sich nach der Volkszahl richten.

Eine Aufnahme von dem Umfange der Volkszählung ist natürlich ohne erhebliche Mühe nicht durchzuführen. Ein Blick auf den allgemeinen Verlauf des Zählverfahrens zeigt aber sogleich, daß der Bevölkerung selbst hieraus verhältnißmäßig nur wenig Arbeit und Belästigung er­wächst.

In den Tagen vom 28. bis 30. November d. Js. werden im ganzen Staate Zähler, insgesammt wohl eine Viertelmillion und darüber, bei den einzelnen Haushalt­ungen vorsprechen, um für jede vom 30. November bis 1. Dezember d. I. voraussichtlich dort übernachtende Person eine »Zählkarte A" und für jede Haushaltung einHaushaltungSverzeichniß B" zu überreichen. Als Umschlag für diese Papiere, dem zugleich eineAnleit­ung C" zu ihrer Ausfüllung sowie je eine Musteraus­füllung für beide aufgedruckt ist, dient einZähl- brief D".

Die HauShaltungSvorstände haben nur

a) die Zählpapiere in Empfang zu nehmen,

b) sie gemäß der Anleitung auszufüllen oder durch geeignete Vertreter ausfüllen zu lassen,

c) sie vom 1. Dezember d. I. mittags 12 Uhr ab zur Abholung durch den Zähler bereit zu halten.

Die Viehzählungen, welche das nothwendige Material für die Beurtheilung und Bedeutung des Viehstandes in unserer Volkswirthschaft zu liefern haben, sind der Be­völkerung bereits bekannt und geläufig. Anders ist es mit der Obstbaumzählung. Eine solche hat für das ganze Land bisher nicht stattgefunden, ist aber auf die Dauer nicht zu entbehren. Das Obst als Nahrungs- und Genuß­mittel erfreut sich in der Bevölkerung einer steigenden Beliebtheit. Um aber dem Obstbau die nöthige Pflege angedeihen zu lassen, muß man zunächst seinen bisherigen Umfang und seine Bedeutung ermitteln, was nur durch eine statistische Aufnahme geschehen kann. Es darf daher erwartet werden, daß vor Allem die Besitzer größerer Gärtnereien und Baumschulen, die Obstzüchter sowie die Mitglieder von Obstbauvereinen als die zunächst Be- theiltgten mit allem Eifer an dieser bedeutsamen Erheb­ung mitzuwirken bereit sein werden. Ihr Gelingen würde ferner wesentlich gefördert, wenn alle Obstbaum­besitzer und deren Vertreter, den Zählungstag nicht erst abwartend, schon jetzt an der Hand einer örtlichen Jn- Laugenscheinnahme sich rechtzeitig genaue Angaben über

Todtenbleich tritt Cecil ein, und von dem blüthen- weißen Bett kommt es wie ein Erlösungsschrei:

»Cecil o Cecil ich sterbe!" während eine kleine Hand sich ihm mühsam entgegenstreckt.

Mein Junge mein lieber, lieber Junge!" kommt es fast schluchzend von Cecils Lippen, der, die kleine Hand ergreifend, sich über den sterbenden, aus tiefer Brustwunde blutenden Knaben beugt und ihn fest und innig küßt.

Cecil was wirdjaus Violet sie ist ganz, ganz allein wenn wenn ich gegangen bin"

Der junge Mann lächelt nur. Ohne zu fragen, ob er darf, ohne ein Wort, ruhig, als verstände es sich von selbst, mit unendlich innigem Blick seiner blauen Augen zieht er die ganz Gebrochene, herzzerreißend Schluchzende an sein Herz, streicht ihr die wirren Haare aus der Stirne und sagte dann ernst und weich:

Violet ist mein, mein Junge, ich habe sie lieb, und du weißt ja, was man lieb hat, behütet und beschützt man doppelt."

Es geht wie ein tiefer erleichterter Athemzug durch die ganze Gestalt des Knaben, aber zugleich auch zuckt er zusammen, und der Kopf sinkt zurück. Doch die Lippen lächeln so wunderbar, und als er nun von Cecils Armen gestützt an der breiten Brust des Freundes ruht, ist der Schmerz von seinem Antlitz gewischt, und die tiefen, grauen Augen leuchten fast fröhlich.

die Anzahl der ihnen zugehörigen Obstbäume jeder der vier in Betracht kommenden Obstgattungen aufzeichneten, damit sie dieselben am 1. Dezember d. I. ohne irgend welche Schwierigkeit vollständig in die Zählkarte eintragen oder dem Besitzer des Gehöftes angeben können.

Es ist sorgfältig zu beachten, daß, abweichend von dem Verfahren bei den Volkszählungen, die Vieh- und Obstbaumzählung nicht nach Haushaltungen, sondern nach Gehöften ausgesührt werden soll. Das als Zähleinheit geltende Gehöft (Anwesen) kann aus einem oder mehreren Häusern bestehen. Im Nebligen verweisen 4r wegen der Ausführung der Vieh- und Obst^mnzählyng auf die besonderen dieserhalb an die Erhebungsbehörden er- gangenen sowie an die Zähler ergehenden Anweisungen.

Die Vieh- und Obstbaumzählung ist eine selbständige, nach ganz anderen Grundsätzen als die Volkszählung zu bewirkende Erhebung. Wenn es daher aus Mangel an geeigneten Personen auch vielfach nicht zu vermeiden sein sollte, daß dieselben Zähler mit der Ausführung beider Aufnahmen befaßt werden, so sind doch die Zählpapiere einer jeden Erhebung völlig von einander getrennt zu halten.

Die Fragen der Zählpapiere der Volks- wie auch der Vieh- und Obstbaumzählung sind wenig zahlreich, dabei durchweg einfach und völlig unverfänglich. Niemals werden die durch beide Zählungen gewonnenen Nachrichten über einzelne Personen und deren Besitz veröffentlicht oder für andere als statistische, besonders auch nicht für steuer- liche oder fiskalische Zwecke benutzt. Die aus den Zähl- papieren gewonnenen Ergebnisse gehen in allgemeine Tabellen über, in welchen der einzelne Mensch und sein Besitz nicht mehr erkennbar ist. Die Zählpapiere selbst werden nach beendigter Arbeit eingestampft, Jedermann darf danach insbesondere auch sicher sein, daß die An­gaben seiner Zählkarte über Alter, Bekenntniß, Staats­angehörigkeit, Militärverhältniß, Beruf und Erwerb, etwaige Mängel und Gebrechen u. s. w. niemals vor unberufene Augen kommen oder an die Oeffentlichkeit gelangen werden.

Auf ein vertrauensvolles Entgegenkommen der Gehöft­besitzer und HauShaltungSvorstände wie überhaupt der ganzen Bevölkerung dürfen die Zähler hiernach wohl um so eher rechnen, als diese Männer ihre umfangreiche und mühevolle Arbeit fast sämmtlich freiwillig übernommen haben und dem Gemeinwesen dadurch werthvolle Dienste leisten. Auf bezahlte Zähler wird diesmal hoffentlich nur noch ausnahmsweise zurückgegriffen werden müssen, nach­dem die zuständigen Behörden Anordnung dahin getroffen haben, daß den Beamten der verschiedenen Dienstzweige,

Wie es geschehen, wußte eigentlich niemand. Die Knaben waren der Jagd gefolgt und hatten sich wohl zu weit vorgewagt. Alles was die andern sagen konnten, war nur, daß Percy halbgebückt hinter einem Busche plötzlich mit wildem Schrei in die Höhe gefahren war und zu gleicher Zeit ein Schuß geknallt hatte. Ehe auch nur einer wußte, was geschehen, lag er bereits blutendund röchelnd am Boden, und doch konnte nur ein von fern auf Geradewohl abgefeuerter Schuß ihn getroffen haben, denn in seiner Nähe war niemand.

Mit zerschossener Brust, sich innerlich verblutend, hatten Waldwärter ihn nach dem Hause des Arztes geschafft, während die Polizei den Wald durchstreifte und der Jagd nachging.

Draußen fällt perlender Tau in die Blüthenkelche der Herbstrosen, und vom Lindenbaume tönt verschlafenes Zwitschern der gefiederten Sommerbewohner, die, von ihrer sonnigen Südlandsreise träumend, aufgeplustert in dem weichen Nest liegen. .

Leise, mit heuchlerischer Behüt,amkert, li^ hie und da umsehend, schleicht ihr Feind, der schwarze Kater, über das Gras, gleichsam, als wisse er, daß ihn heute kein Steinwurf trifft und die kleinen Vögel unbeschützt seinem mordlustigen Begehren ausgesetzt sind.

In Cecils Armen ruhend, die Hand der Schwester mit seinen beiden umschlossen haltend, so geht Percy schmerzlos dem Tode entgegen.