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Landeskrieger-Verbandes über die Bedürfnißfrage ein­holen und bei einer ablehnenden Stellungnahme des Verbandes die Bestätigung nur mit Zustimmung des vorgesetzten Regierungspräsidenten ertheilen.

-o- Hersfeld, 12.November. (Die Pflege der Augen im Winter.) Augenpflege ist namentlich deshalb von großer Wichtigkeit, weil sie auf Körper und Geist zurückwirkt. Der Kernpunkt der Augenpflege gipfelt in dem einen Grundgedanken, Extreme oder einseitige Reize möglichst zu meiden und zu beachten, daß das Auge seine Energie aus der Gesundheit und Lebenskraft

- des Gesammt-Organismus schöpft. Man vermeide in erster Linie jeden plötzlichen Lichtwechsel und schraube vi« , ~ - - ------ - "

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auch abends die Lampe erst allmählich zur gewünschten Helle auf. Man vermeide, wenn man überhaupt leidende oder schwache Augen hat, alle nervenerregenden geistigen

wurde eine mit Conditoreiwaaren deklarirte Kiste ver- dachtshalber polizeilich beschlagnahmt und geöffnet und sechs darin verpackte Rehe zum Vorschein gebracht, über deren Besitz der Eigenthümer keinen Ausweis zu liefern vermochte.

Eisenach, 9. November. Nachdem erst vor einigen Tagen eine Ladendiebin der besseren jStände in einem hiesigen Fleischergeschäft bei ihrem sauberen Handwerk erwischt wurde, sind auch in einem hiesigen größeren Kurzwaarengeschäft Waarendiebstähle vorgekommen, an welchen allein drei Verkäuferinnen, Töchter hiesiger acht­barer Familien, betheiligt sind. Haussuchungen haben bereits seitens der Polizei resp, der Staatsanwaltschaft stattgefunden. Mehrere Dienstmädchen sollen sich dabei der Hehlerei schuldig gemacht haben.

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Getränke. Man lese niemals, wenn man liegt, und niemals, wenn man sich körperlich oder geistig ermüdet fühlt, daher auch das Lesen abends im Bett zu ver­meiden ist. Ist man mit Lesen oder Arbeiten beschäftigt und fühlt Ermüdung in den Augen, so schone man sie dadurch, daß man in die Ferne schaut, daran erholen sie sich am schnellsten. Vor allen Dingen sorge man für eine geregelte Verdauung, kein Organ wirkt so auf die Sehnerven, wie der Magen. Man kaufe niemals Brillen oder Augengläser ohne augenärztlichen Rath.

8c Alte Leute sollten nur briTageslicht lesen oder arbeiten, miete I niemals, wenn es ihre Verhältnisse irgend gestatten, bei isikM künstlich erzeugtem Licht. Stellt sich irgend ein ernstliches ends: Uebel der Augen ein, so schiebe man es nie auf, einen äm Augenarzt zu fragen.

fe. §" Kassel, 12. November. Eine aufregende Scene »i- spielte sich in bet. vorgestrigen Nacht um die Mitternachts- upf: stunde in einem Hause der oberen Königsstraße ab. oben i Ein daselbst wohnhafter, an der Mondsucht leidender inM Mann verließ in einem Anfälle der traurigen Krankheit iem ? seine Lagerstätte und trat, nur mit dem Hemd bekleidet, nen W seine Wanderung durch ein Fenster auf das Dach an. Aus» Von dem Dach stieg der Arme durch das offenstehende irwet Fenster in die Wohnung einer Stickerin ein, die durch 5 M die nächtliche Erscheinung auf das Höchste erschreckt, laut r M um Hilfe rief. Hierdurch wachte der Kranke auf, ergriff Plar ein Messer und brächte mit demselben sich eine große

Anzahl Verletzungen bei, die einen derartigen Blutverlust zur Folge hatten, daß der Bedauernswerthe erschöpft zusammenbrach. Die inzwischen herbeigeeilte Frau veran­laßte die Uebersührung ihres Mannes nach ihrer Wohnung. Marburg, 8. Novbr. (Schwurgericht.) Wegen Meineids halte sich heute der Landwirth Adam Heinrich St. aus Oberhülsa bei Homberg an der Efze zu ver­antworten. Der Angeklagte war beschuldigt, am 14. April dieses Jahres vor dem Homberger Amtsgericht eine wissentlich falsche Aussage beschworen zu haben. Nach scharfen juristischen Controversen zwischen Vertheidigung und Staatsanwaltschaft über sogenannte Scheincessionen verneinten die Geschworenen die Frage auf wissentlichen Meineid, bejahten aber die Unterfrage aus fahrlässigen Meineid. Daraufhin wurde der Angeklagte, dem übrigens allerseits das beste Zeugniß ausgestellt wurde, und der jetzt Vorsteher der Darlehnskasse in Oberhülsa ist, zu inera «6 Monaten Gefängniß verurtheilt. Der StaatSanwalt r heiW 6<itte 1 Jahr beantragt. Seltene Einmüthigkeit zwischen wickilK Vertheidigung und Staatsanwaltschaft herrschte in MG foer Beurtheilung des auch als Zeugen vernommenen 5 M Denuncianten, des Schreiners Adam aus Oberhülsa, rvei-Ä cines verschiedentlich, u. A. auch wegen Sittlichkeitsver- -rhälHW brechens bestraften Menschen.

^ m| Marburg, 9. November. Heute Morgen e r- ^ nniMw ch o ß- sich in einem hiesigen Hotel ein Reisender aus ii - Mordhausen.

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besti«, . Kleinern, 8. November. Wohl der älteste Mann im ganzen Kreise ist dieser Tage in dem benachbarten

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l I Dorfe Oberwerbe in dem Alter von 97 Jahren gestorben. Es war der Landwirth Wilhelm Hufeisen. Derselbe war in seinem ganzen Leben niemals krank und bis

kurz vor seinem plötzlichen Tode in der Landwirthschaft thätig. Während der Arbeit klagte er plötzlich über ein Unwohlsein, ging dann hinein in's Haus, legte sich aus's

Ohr, um zu ruhen, und schlief dabei zur ewigen Ruhe ein.

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Rotenburg a. b. F., 9. November. Heute früh zwischen 6 und 7 Uhr wurde in der Nähe von Nons- Hausen ein Bahnwärter vom Zuge derartig überfahren, ^" ^ das der Körper in vier Stücke zerrissen vorgefunden EMUwucde. Der Verunglückte hinterläßt eine sehr starke ^'MFamilie.

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Frankfurt a. M., 8. Nov. Der Minister des Innern lvelfügte die Vermehrung der hiesigen Schutzmannschaft [um 40 Mann.

f^ Marburg, 7. November. Auf Bahnhof Laasphe

Ein furchtbares Eisenbahnunglück hat sich am Freitag bei O f f e n b a ch am Main ereignet. Es liegt darüber folgende amtliche Meldung vor: Gestern Abend/Jl Uhr ist Personenzug 238 HanauFrank­furt bei Block 11 zwischen Mühlheim und Offenbach auf den dort haltenden D - Zug 42 aufgefahren. Der letzte Wagen des D - Zuges wurde theilweise zertrümmert. Hierbei explodirte der Gasbehälter, das ausströmende Gas entzündete sich und setzte die beiden letzten Wagen augenblicklich in Brand. Die Reisenden des vorletzten konnten sich retten, während die des letzten anscheinend sämmtlich in den Flammen umgekommen sind. Gefundene unkenntliche Reste lassen auf den Tod von 6 bis 8 Reisenden schließen. Sonst erlitten 3 Reisende und ein Schaffner unerhebliche Verletzungen. Ueber die Namen der Personen war nichts festzustellen. Drei gefundene Goldringe tragen folgende Inschriften: Willy 28. 1. 1892, Elsa 28. 1. 1892 Tak 1892, A. B. Koxcebxukcba 27 Cexon 1892. Ursache des bei sehr dichtem Nebel vorgekommenen Unfalles noch nicht fest­gestellt. Untersuchungen sind eingeleitet. Der Block- wärter der Blockstation hat den O-Zug zu früh nach Mühlheim als passtrt zurückgemeldet. In dem Augen­blick, wo dieser Beamte die Meldung abgab, kam jedoch der O-Zug vor dem Blocksignal zum Halten, und zwar wegen heißgelaufener Achse. Station Mühlheim konnte nach obiger Meldung der Blockstation ohne Weiteres den Personenzug ablassen, der, in vollster Fahrt auf den V-Zug auffuhr und dabei völlig entgleiste. Das Unglück ist in seinen Einzelheiten schaudererregend. Es konnte nur der vordere Zugtheil, bestehend aus einem Packwagen, einem Postwagen, einem Personenwagen und einem Speisewagen, durch rasche Trennung und Vorwärts­bewegung vor dem Feuer geschützt werden, dieser Zug­theil fuhr alsdann, nachdem die Feuerwehr von Mühl­heim und Militär von Offenbach zur Hilfeleistung ein­getroffen war, mit den Verwundeten, deren Zahl sich nicht genau an Ort und Stelle feststellen ließ, nach Frankfurt weiter, mittlerweile stürzten die brennenden Wagen um und in sich zusammen. Aus dem vorletzten Wagen gelang es 2 Damen aus Berlin sich dadurch zu retten, daß sie aus den Fenstern des brennenden Wagens sprangen. Diese Damen schilderten in Frankfurt die sich abspielenden Scenen auf das schauderhafteste. Mitt­lerweile waren die Rettungswagen von Frankfurt und Hanau eingetroffen und begannen ihr trauriges Werk. Bemerkt sei hier noch, daß die Telegraphendrähte durch die starke Hitze schmolzen und eine Verständigung mit den Stationen Mühlheim und Offenbach nicht möglich war. Wie viele Personen verbrannten, läßt sich bis jetzt gar nicht feststellen, da eigentliche Leichen gar nicht auf- zufinden waren, verkohlte Knochenreste, Uhren, Corset- stücke, Schirmrests und Kinderspielsachen sprechen eine leider traurige, aber sehr beredte Sprache. Die Knochen- reste wurden in das Leichenhaus zu Offenbach verbracht. Man kann sich einen Begriff von der Hitze und der Ge­walt der Explosion machen, wenn man erfährt, daß der Wagen, an welchem der Gasbehälter platzte (der Pfalz­bahn gehörig, Nr. 1756), mit 2245 Liter Gas gefüllt war. Die ganze Strecke vor dem Streckenblock Bom liegt voll Trümmer, Spiralfedern aus den Sitzen und sonstigen verglühten Eisentheilen. Die Maschine des Personenzuges, welche in Mühlheim steht, ist vollständig ausgeglüht und der Schornstein abgebrochen, sonstige Sachbeschädigungen an dem Personenzug, welcher zum Glück fast leer war, kamen nicht vor, nur war ein Zweiter-Klassewagen auf einen Vierter-Klassewagen auf­gefahren und hat dessen Plattform abgerissen. Frank­furt a. M., 10. November. Nach Meldungen der Abend­blätter aus Offenbach, betreffend das Eisenbahnunglück, werden, soweit bisher festgestellt ist, folgende zehn Per-

sonen vermißt: Frau Direktor Hoffmann-Mainz, Fabri­kant Klein-Mainz, das Ehepaar Willy und Elfe Fuchs- Homburg ö. d. H., Joseph Feidel-Frankfurt a. M., Dr. Freitag-Schönebeck a. Elbe, Fräulein Jungermann-Berlin, Fräulein Pochhammer, Jnstitutsvorsteherin in Lausanne, eine Schwester des Generalleutnants Pochhammer, eine Aufwartefrau aus Berlin, Herr Hohebruck. Im Laufe des Vormittags traf der Eisenbahnminister v. Thielen an der Unfallstelle ein.

Hannover, 10. November. Heute, am Ge­burtstage des Reformators, wurde auf dem hiesigen Marktplatze ein Luther-Denkmal enthüllt.

Halle, 9. November. Im chemischen Institut der Universität wurden dem Studenten Hans Sachse durch die Explosion eines selbstangefertigten Präparats beide Hände abgerissen.

Tübingen, 10. November. Der Lustmörder Steinacher, der zwei kleine Mädchen vergewaltigt und getödtet hat, wurde heute früh im Hofe des Anatomie- gebäudes vom Scharfrichter Silier hingerichtet.

Ein prachtvolles Meteor wurde in Breslau am 8. d. M. Nachts um 2 Uhr 7 Minuten in etwa 75 Grad vom Horizont dicht neben der hellleuchtenden Vollmondscheibe beobachtet. Es bestand in einer birnen- förmigen Feuerkugel, bedeutend größer als die Mond­scheibe, die bei ihrer Bewegung von Südost nach Nord­west einen viele Meter langen, in prächtigem Sternfeuer­werk erglänzenden Schweif hinter sich zurückließ. Die wenige Sekunden dauernde Erscheinung verbreitete ein grelles, wie von einem starken Blitzstrahl herrührendes Licht. Die Farbe der Feuerkugel war bläulich-roth-gelb. Ein zweites hellleuchtendes Meteor wurde am 5. No­vember, 7 Uhr 21 Minuten Abends, gesehen. Seine Bahn ging von Nord nach Süd, fast wagerecht, und war etwa 12 bis 15 Vollmondbreiten lang, sie wurde halbirt durch eine Senkrechte vom Mond zum Horizont. Die Höhe des Meteors war gleich der halben Mondhöhe. Es platzte in mehrere Stücke.

Hongkong, 10. November. In Hongkong und Umgegend wüthete in der Nacht auf heute ein heftiger Taifun, dessen Centrum anscheinend Hongkong war. Das brische KanonenbootSandpiper" ist heute früh gesunken, die Mannschaft soll indessen gerettet sein. Der Admi- ralitäts-Bagger ist gekentert. Unter den Schiffen der Eingeborenen ist sehr erheblicher Schaden angerichtet worden, viele Menschenleben sind verloren gegangen. Der ganze Umfang des Schadens konnte bisher noch nicht festgestellt werden.

Newyork, 10. November. Der Dampfer City of Monticello", von Aarmouth (Neu-Schottland) nach Halifax unterwegs, ist in der Fundi-Bai gesunken; 40 Personen sind ertrunken.

(Unbewußte Bestätigung.) Onkel: Diese Nacht mußt Du schön bekneipt gewesen sein Du hast ja sogar Deine Stiefel verloren!" Neffe: Bitte sehr die sind mir unterwegs gestohlen worden!"

(Doppeldeutige Ablehnung.) Herr Dr. Müller ist bei einer Familie auf Besuch. Als er sich entfernen will, bemerkt die Hausfrau, daß es draußen regnet.Ah, bleiben Sie noch, Herr Doktor, bis es aufhört zu regnen. Meine Töchter werden Ihnen inzwischen etwas vorspielen!"O danke s o arg regnet's doch nicht!"

(Spekulativ.) Vater (zum Heirathskandi- daten):Meine Tochter, die Medizin studiert hat, be­kommt eine Mitgift von 20 Mille; meine zweite Tochter, die zwar nicht studiert, aber sonst etwas Tüchtiges gelernt hat, erhält 40 Mille Mitgift!" Freier:Ent­schuldigen Sie, haben Sie nicht auch noch eine Tochter, die gar nichts gelernt hat?"

(Auf der Sekundärbahn.) Fremder: Ein Billet driter Klasse nach Ringelheim!" Billeteur: Zum Mitschieben oder Nichtmitschieben?" Fremder: Wie verstehe ich das?" Billeteur:Ja wissen Sie, unterwegs ist nämlich eine kleine Steigung, und wer da nicht mitschieben will, zahlt zwanzig Pfennig mehr!"

Handels-Nachrichten.

C a s s e l, 10. Novbr. Weizen 14 Mk. 75 Pfg. bis 15 Mk. 50 Pfg. (Durchschnittspreis 15 Mk. 13 Pfg.) Roggen 14 Mk. 70 Pfg. bis 15 Mk. 60 Pfg. (Durch­schnittspreis 15 Mk. 15 Pfg.) Gerste 14 Mk. Pfg. bis 16 Mk. Pfg. (Durchschnittspreis 15 Mk. Pfg.) Hafer 12 Mk. 60 Pfg. bis 13 Mk. 70 Pfg. (Durch, schnittspreis 13 Mk. 15 Pf. Alles per 100 Kilogramm.) Heu 2 Mk. 80 Pfg. bis 3 Mk. (Durchschnittspreis 3 Mk. Pfg.) Stroh 1 Mk. 60 Pfg. bis 2 Mk. 20 Ps. (Durchschnittspreis 1 Mk. 90 Pfg.) (Alles per 50 Kilo).

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(Daselbst auch gründlicher Musikunterricht Streich- und Blasinstrumente, Klavier.)