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txMVi Kreisblatt

Gratisbeilagen rIllustriere» Sonnragsbiatt" «.Illustrirte landwirthschaftliche Vettage

tatrfag Den 1. Remter

1900.

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mit den Gratisbeilagen Jllustrirtes Somitagsblatt"» Jllliftrirte landtvirthschaftl. Beilage" für die Monate November und Dezember werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbrief- trägern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Theil.

Hersfeld, den 31. Oktober 1900.

' Diejenigen Herrn Ortsvorstände, welche die Verfügung vom 1. Oktober 1880, Nr. 11469, Kreisblatt Nr 79, Erlös für verkauftes Gemeindeobst betreffend, bis heute nicht erledigt haben, werden an die Erledigung derselben mit Frist bis zum 6. November d. Js. er­innert.

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Nath.

Hersfeld, den 24. Oktober 1900.

Professor Dr. König in Münster i. W. hat Ende vorigen Jahres eine zweite Auflage seines Werkesdie Verunreinigung der Gewäffer, deren schädliche Folgen ; sowie die Reinigung von Trink- und Schmutzwaffer" berausgegeben, die nach einem Gutachten der Wissen- schaftlichen Deputation für das Medizinalwesen den neuesten Anforderungen der Wissenschaft entspricht. Mit Rücksicht auf die hohe Bedeutung der in dem Werke be­handelten Frage ist es zweckmäßig, die belheiligten Be­hörden auf die neue Auflage aufmerksam zu machen.

s Das Werk ist in der Verlagsbuchhandlung von Julius Springer, Berlin, Monbponplatz 3, erschienen. H'e Buchhandlung hat sich bereit erklärt, bei gleichzeitiger Bestellung einer größeren Anzahl von Exemplaren, das ' in zwei Bänden gebundene Exemplar zum Vorzugspreise von 21 M. 30 Pfg. zu liefern, so lange der Vorrath reicht. I Aus die Bedeutung dieses Werks wird hierdurch hingewiesen.

$029. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Ein deutsches Mädchen.

Roman von K. Deutsch.

(Schluß.)

Nach einer langen Zeit beugte sie sich zu der weinen- Dienerin und sagte mit gütigem Tone:

»3$ kenne deine Treue und zürne dir nicht, flehe zu daß er deinen Herrn wiederkehren läßt und . . ." I ®*e sprach nicht aus, laut und donnernd fuhr ein |£Wn in den Schloßhof.

XXII.

.^ären sie nicht zu sehr von ihrem Gegenstand in genommen gewesen, hätten sie trotz Sturm Mnv Wetter das Rollen von Rädern gehört, deshalb e es ihnen plötzlich laut und dröhnend entgegen.

U ®lf Gräfin fuhr auf.Heiliger Gott, wer kann

^ B"b war die Datka aufgesprungen und M°>> draußen. Die Gräfin konnte keinen Schritt machen K Gesicht war todtenbleich, während ein heftiges Rittern U Körper durchschütterte. Auf der Treppe "wurde M?°°endig, ein wirres Durcheinander von Stimmen Man, Sitten, lautes Hin- und Herrennen und noch M "ere Ausrufe. Die Stimmen kamen näher und näher,

Die diesjährigen Herbst -Kontrolversammlungen im Kreise Hersfeld finden wie folgt statt:

Zu Hersfeld I und 11

Mittwoch, den 7. November

Vormittags 9 Uhr für die Mannschaften aus der Stadt Hersfeld und den Gemeinden Kathus, Gutsbezirk Oberrode, Petersberg, Gutsbezirk Wilhelmshof, Sorga, Gutsbezirk Bingartes, Meisebach, Friedlos, Kalkobes, Reilos, Mecklar, Meckbach, Gutsbezirk Eichhof, Eichmühle, Heenes, Rohrbach, Tann und Hermannshof.

Kontrolplatz: Turnplatz am Hain.

Zu Obergeis

Mittwoch, den 7. November

Nachmittags 3 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Allmershausen mit Hof Hählgans, Aua, Biedebach, Gittersdorf, Goß- mannsrode mit Hof Siebenmorgen, Obergeis, Reckerode, Rolterterode und Untergeis.

Zu Heimboldshausen

Montag, den 12. November

Vormittags 11 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Ausbach, Bengendorf, Friedewald, Gethsemane, Harnrode, Heim­boldshausen, Herfa, Heringen, Lautenhausen, Leimbach, Lengers, Röhrigshof mit Nippe, Philippsthal, Wölfers- Hausen und Unterneurode.

Zu Schenklengsfeld

Montag, den 12. November

Nachmittags 3 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Conrode, Dünkelrode, Hillartshausen, Malkomes, Motzseld, Ober- lengsseld, RanSbach, Hilmes, Lampertsfeld, Landers­hausen, Schenklengsfeld, Schenksolz, Unterweisenborn, Wehrshausen und Wüstfeld.

Zu Unterhaun

Mittwoch, den 14. November

Nachmittags 4 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Eitra, Hilper- Hausen, Holzheim, Kohlhausen, Oberhaun, Roßbach, Roten- see, Sieglos, Unterhaun und Wippershain.

Zu Niederaula

Donnerstag, den 15. November

Vormittags 11 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Allendorf, Asbach, Beiershausen, Frielingen, Gersdorf, Gershausen, Hattenbach, Heddersdorf, Kemmerode, Kerspenhausen, Kirchheim, Reimboldshausen, Solms, Stärklos, Willings-

jetzt hörte sie die Stimme der Datka, sie schien ihr so seltsam verändert, kaum zu erkennen, war es vor Jubel oder Entsetzen? Da endlich ein wohlbekannter Schritt und eine Stimme!

Geza!" rang es sich von ihre» Lippen. Sie breitete die Arme aus und stürzte in gerader Richtung vorwärts, undGeza, Geza !" rief sie noch einmal, und als die Thür aufging und der Sohn rasch eintrat, hatte er noch Zeit, die Schwankende in seinen Armen aufzufangen.

Nie hatte die Gräfin so den Sohn zu lieben geglaubt, als da sie ihn für verloren hielt. Jetzt hatte sie ihn wieder! Sie hatte bis jetzt den Schmerz in großen Zügen kennen gelernt, in dieser Stunde seit Jahren ein gleich großes Gefühl der Freude. Sie streichelte ihn, i sie küßte ihn, sie war ganz rückhaltos in ihrer Freude. !

Der Graf trug noch einen Arm in der Binde, aber auf Anraten Elisabeths hatte er sie abgelegt, um die Mutter nicht int ersten Augenblick zu erschrecken.

Das äußere Zeichen überstandener körperlicher Leiden hatte er vorsichtig verbergen können, das des wiedergewonnenen Glückes nicht. Er war in einer solch seligen Stimmung, so durchdrungen von seinem großen, ganzen Glücke, daß sie nicht seine Mutter hätte sein müssen, um zu wissen, daß das Rätsel seine Lösung gefunden, daß er nicht mehr zu suchen brauchte.

Hain, Gutsbezirk Engelbach mit dem Hof Sternberg, Kleba, Kruspi«, Mengshausen, Niederaula und Nieder- jossa.

Die Mannschaften aus den Gemeinden Kleinensee und Widdershausen erscheinen am

Sonnabend, den 10. November Vormittags 11 Uhr in Hönebach.

Zur strengen Nachachtung für die belheiligten Mann­schaften fügt das Bezirkskommando folgende Bemerkungen hinzu :

1. Zu den Herbst-Kontrolversammlungen haben zu er­scheinen :

a) diejenigen Mannschaften, welche in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1888 eingetreten und deshalb zur Landwehr bezw. Seewehr II. Aufgebots übergeführt werden.

b) sämmtliche Reservisten und Dispositionsurlauber.

c) die zur Verfügung der Ersatzbehörden entlassenen Mannschaften.

2. Die Einberufung zu den Kontrolversammlungen findet lediglich durch diese öffentliche Aufforderung und durch Ausrufen in sämmtlichen Ortschaften statt. Die Nichtbesolgung der Berufung zu den Kontrol­versammlungen hat Arrest zur Folge.

3. Die Mannschaften aus einzelnen hier nicht genannten Höfen, Mühlen u. s. w. werden zu den Ortschaften gerechnet zu deren Gemeinde sie gehören.

4. Die Mannschaften haben den Militär­paß und das Führungsattest mit zur Stelle zu bringen.

5. Gesuche um Befreiung von der Kontrolversammlung sind rechtzeitig bei dem Hauptmeldeamt des König­lichen Bezirks-Kommandos in Hersseld anzubringen und können nur durch das Bezirks-Kommando ge­nehmigt werden.

Wer vor der Kontrolversammlung keinen Bescheid erhält, hat sich dennoch zu gestellen.

6. Etwaige plötzliche KrankheitS- oder sonstige Ver­hinderungsfälle müssen entweder durch ärztliche Atteste oder durch Atteste der Orts- oder Polizei­behörde, welche spätestens auf dem Kontrolplatz ab« zugeben sind, bescheinigt werden. In allen ärztlichen Attesten ist die Krankheit anzugeben.

Atteste, welche nur die Bemerkung enthalten, daß ein Mann am Erscheinen zur Kontrolversammlung gehindert ist, ohne Angabe des Grundes, sind un­gültig und werden nicht angenommen.

7. Alle Mannschaften gehören während des ganzen

Wie hätte auch Geza, rasch und lebhaft wie er war, kurz und heiß in seinen Entschlüssen und so erfüllt von dem einen großen Gedanken, schweigen können? Und war es nicht der bestgewählte Augenblick? So rückhalt­los in ihrer Freude hatte er noch nie die Mutter ge­sehen, und so zugängig seinen Wünschen würde er sie ge­wiß auch nicht wieder finden.

Neben ihr sitzend und ihre beiden Händen in den seinen, erzählte er ihr alles.

Still hörte die Gräfin zu, durch kein Wort unter- brach sie ihn Sie hatte das Haupt geneigt, und auch ihre Augen waren auf den Boden gerichtet. Sie glaubte ihm, sie hätte ihm geglaubt, wenn auch nicht der Aus­druck überzeugendster Wahrheit in seinen Worten ge­legen. War es nicht Elisabeth, von der er erzählte? Riesengroß wuchs die Gestalt des Mädchens vor ihren Augen, überragend alles Schöne und Edle, was sie bis jetzt gekannt. ..... ,

Mutter!" schloß der Graf stürmisch fernen Bericht, wenn du ihr gegenüber noch länger deine Ansprüche von Geburt und Stellung aufrecht erhalten willst, so hört es auf, eine Ehre zu sein, sich zu unserem Stande zu zählen."

Es wurde ihm keine Antwort. Die Gräfin hatte seine Worte kaum gehört, andere klangen in ihrem innersten Geiste, die ihrer alten Amme: Eher kannst du