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Gratisbeilagen:JUnftrirtes Sonntagsblatt"

Illuftvirte landwirthschaftliche Beilage

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Hersfelder Kreisblatt

mit den Gratisbeilagen Jllustrirtes Sonntagsblatt" »»» Jllustrirte landwirthschaftl. Beilage" für das vierte Quartal 1900 werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Die bereits erschienenen Nummern werden nach­geliefert.

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* Amtlicher Theil.

3 BIS 1

Die diesjährigen Herbst 'Kontrolversammlungen im | Kreise Hersfeld finden wie folgt statt:

Zu Hersfeld I und II Mittwoch, den 7. November

|: Vormittags 9 Uhr

für die Mannschaften aus der Stadt Hersfeld und den Gemeinden Kathus, Gutsbezirk Oberrode, Petersberg, Gutsbezirk Wilhelmshos, Sorga, Gutsbezirk Bingartes, Meisebach, Friedlos, Kalkobes, Reilos, Mecklar, Meckbach, Gutsbezirk Eichhof, Eichmühle, Heenes, Rohrbach, Tann i und Hermannshof.

M Kontrolplatz: Turnplatz am Hain.

Zu Obergeis

8 Mittwoch, den 7. November

8 Nachmittags 3 Uhr

für die Mannschaften aus den Gemeinden Allmershause n mit Hof Hählgans, Ana, Biedebach, Gittersdorf, Goß- mannsrode mit Hof Siebrnmorgen, Obergeis, Reckerode, Rolterterode und Untergeis.

Zu Heimboldshausen ,yi i Montag, den 12. November

Vormittags 11 Uhr

2 für die Mannschaften aus den Gemeinden Ausbach, ( Bengendorf, Friedewald, Gethsemane, Harnrode, Heim- !,» Wboldshausen, Herfa, Heringen, Lautenhausen, Leimbach, >61, Lengers, Röhrigshos mit Nippe, Philippsthal, Wölfers- Hausen und Unterneurode.

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Ein deutsches Mädchen.

Roman yyn K. Deutsch.

(Fortsetzung,)

XVIII.

Man schrieb das Jahr 1870. Die Sonne marunter- Aegangen, und zarte, durchsichtige Nebelschleier wallten in der Lust, sie umhüllten die sanstaufsteigenden Hügel- ketten, bedeckten das liebliche Thal, das zwischen ihnen lag, und umspannten jede Erdwelle, jeden Baum und Strauch, als wollten sie das stille, heilige Wehen wahren vor dem ranhen Schatten der Nacht. So ruhig und friedlich die Landschaft schien, so spielte sich doch in diesem Augenblicke in nicht zu weiter Entfernung ein 6 ßemaltigee, weltbedeutendeS Ereigniß ab. Jenseits der 8 Hügelketten, keine Stunde entfernt, wütete die Schlacht, U imd die Feuer, die den Horizont rötheten, die dumpfen ?°>>ner, die von Zeit zu Zeit die Lust erschütterten und 1meilenweiser Umgebung ,die Erde beben und zittern «machten, waren die von Sedan.

^B Am Fuße eines der Hügel, von einem kleinen, aber eichten Walde gedeckt, stand ein hohe«, stattliches Ge.

I °°ude; eine Umfassungsmauer trennte es von seiner Um- tt' W f^ung. Die Mauern waren dick und geschwärzt, 8 sSpitzbogenfenster, mit dichten Gitternetzen ver- ^hen, liefen um dafielbe. Auf einer Seite war ein ^ '"pellenartiger Anbau mit einem Turme. Die« Gebäude

Zu Schenklengsfeld Montag, den 12. November Nachmittags 3 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Conrode, Dünkelrode, Hillartshausen, Malkomes, Motzseld, Ober­lengsfeld, Ransbach, Hilmes, Lampertsfeld, Landers­hausen, Schenklengsfeld, Schenksolz, Unterweisenborn, Wehrshausen und Wüstfeld.

Zu Unterhaun Mittwoch, den 14. November Nachmittags 4 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Eitra, Hilper- hausen, Holzheim, Kohlhausen, Oberhaun, Roßbach, Roten- see, Sieglos, Unterhaun und Wippershain.

Zu Niederaula

Donnerstag, den 15. November

Vormittags 11 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Allendorf, Asbach, BeierShausen, Frielingen, Gersdorf, Gershausen, Hattenbach, Heddersdorf, Kemmerode, Kerspenhausen, Kirchheim, Reimboldshausen, Solms, Stärklos, Willings- Hain, GutSbezirk Engelbach mit dem Hof Sternberg, Kleba, Kruspis, Mengshausen, Niederaula und Nieder- jofla.

Die Mannschaften aus den Gemeinden Kleinensee und Widdershausen erscheinen am

Sonnabend, den 10» November Vormittags 11 Uhr in Hönebach.

Zur strengen Nachachtung für die betheiligten Mann­schaften fügt das Bezirkskommando folgende Bemerkungen hinzu :

1. Zu den Herbst-Kontrolversammlungen haben zu er­scheinen :

a) diejenigen Mannschaften, welche in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1888 eingetreten und deshalb zur Landwehr bezw. Seewehr II. Aufgebots übergeführt werden.

b) sämmtliche Reservisten und Dispositionsurlauber, c) die zur Verfügung der Ersatzbehörden entlassenen Mannschaften.

2. Die Einberufung zu den Kontrolversammlungen findet lediglich durch diese öffentliche Aufforderung und durch Ausrufen in sämmtlichen Ortschaften statt.

Die Nichtbefolgung der Berufung zu den Kontrol­versammlungen hat Arrest zur Folge.

war das Nonnenkloster St. Anne, das jetzt in ein Laza- reth umgewandelt war. In den Zellen, wo sonst fromme Nonnen beteten, in den Sälen, wo sie sich zu gemein­samer Arbeit oder zu den Mahlzeiten versammelten, in den Gängen, wo ihr leiser, gedämpfter Schritt ertönte, lagen jetzt verwundete Krieger. In kurzen Zwischen- räumen stand Bett an Bett, und die gemalten Heiligen blickten von den Wänden und der Decke auf bleiche Männergestalten, auf entstellte Gesichter und verstümmelte Leiber, lauschten den Schmerzenstönen, den wirren, ver­worrenen Lauten.

Seitdem der Krieg sich in diese Gegend gezogen, diente das Kloster dieser Bestimmung. Ein Theil der Nonnen hatte es flüchtend verlassen, die anderen waren geblieben und hatten sich den Aerzten und barmherzigen Schwestern zur Verfügung gestellt.

Der Tag von Sedan hatte die Zahl der Verwun­deten beträchtlich vermehrt, die auch in den naheliegen­den Dörfern, Landhäusern und Pachthöfen untergebracht wurden.

Es war Nacht. Draußen waren am Himmel die Feuer erloschen, die Donner in der Luft verklungen, tiefes, undurchdringliches Dunkel lag auf Feld und Flur, drin, in den Sälen und Zellen des Klosters brannte ein mattes, gedämpftes Licht, mit leisen, kaum hörbaren Bewegungen walteten die Aerzte und Krankenpflegerinnen an den Betten.

Viele der neueingebrachtep Verwundeten waren

3. Die Mannschaften aus einzelnen hier nicht genannten Höfen, Mühlen u. s. w. werden zu den Ortschaften gerechnet zu deren Gemeinde sie gehören.

4. Die Mannschaften haben den Militär- paß und das Führungsattest mit zur Stelle zu bringen.

5. Gesuche um Befreiung von der Kontrolversammlung sind rechtzeitig bei dem Hauptmeldeamt des König­lichen Bezirks-Kommandos in Hersfeld anzubringen und können nur durch das Bezirks-Kommando ge­nehmigt werden.

Wer vor der Kontrolversammlung keinen Bescheid erhält, hat sich dennoch zu gestellen.

6. Etwaige plötzliche Krankheits- oder sonstige Ver­hinderungsfälle müssen entweder durch ärztliche Atteste ober durch Atteste der Orts- oder Polizei­behörde, welche spätestens auf dem Kontrolplatz ab- zugeben sind, bescheinigt werden. In allen ärztlichen Attesten ist die Krankheit anzugeben.

Atteste, welche nur die Bemerkung enthalten, daß ein Mann am Erscheinen zur Kontrolversammlung gehindert ist, ohne Angabe des Grundes, sind un­gültig und werden nicht angenommen.

7. Alle Mannschaften gehören während des ganzen Tages, zu welchem sie zu den Kontrolversammlungen einberufen sind, zum aktiven Heere und sind dem­nach den Militärstrafgesetzen unterworfen.

8. Es wird noch ausdrücklich bemerkt, daß diejenigen Mannschaften, welche zur Fahrt nach dem Kontrol- verfammlungsort die Eisenbahn benutzen, keinerlei Anspruch auf Verabfolgung einer Militärfahrkarte seitens, der betreffenden Eisenbahnstation haben.

HerSfeld, den 12. Oktober 1900.

Königliches Bezirlskommaudo.

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Hersfeld, den 15. Oktober 1900.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des hiesigen Kreises werden hierdurch angewiesen, die vor­stehende Bekanntmachung in ihren Gemeindebezirken als­bald wiederholt zur öffentlichen Kenntniß zu bringen und namentlich den betreffenden Mannschaften noch besonders mitzutheilen.

Der Gendarm, zu dessen Bezirk der Kontrolort ge­hört, hat zwecks Aufrechterhaltung der Ruhe und Ord­nung bei den Kontrolversammlungen zugegen zu sein.

J. II. Nr. 3761. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

vom Blutverluste vollständig erschöpft und von einer fast bleiernen Bewußtlosigkeit umfangen, andere wieder wanden und krümmten sich in qualvollen Schmerzen, dort verlangte der eine mit schwacher Stimme nach Wasser, da sprach der andere laut in Fieberphantasien und mancher wieder lag still und regungslos, den Stempel einer furchtbaren Majestät auf dem bleichen Antlitze.

In einem der Säle ging eine junge Dame von Bett zu Bett. Diesem rückte sie die Kiffen zurecht, jenem wischte sie den Schweiß vom Gesichte, bei einem sah sie »ach, ob der Verband noch fest saß, einem andern gab sie zu trinken, und an dem Lager, wo sie stand, war wenigstens eine augenblickliche Linderung eingetreten.

Die hohe, schlanke Gestalt, trug ein einfaches, graues Kleid, ihr dichte«, goldblondes Haar legte sich in zwei einfachen Flechten um ihren edlen Kopf, am Nacken und auf der Stirne einige kleine, widerspenstige Söckchen frei­gebend. Der erste Schmelz der Jugend lag hinter ihr, der Adel aber und die Klarheit in ihren schönen Zügen, der tiefe, warme Glanz in ihren blauen Augen, der hohe, fast geistige Ernst, der auf ihrer Stirn lag, er­setzten diesen flüchtigen Zauber reichlich.

Die Schwester ging von Saal zu Saal, von Zelle zu Zelle, sah, ob alles in Ordnung, ob die Pflegerinnen genau nach ärztlichen Verordnungen handelten, ob keine Fahrlässigkeit zu rügen und wieder gut zu machen war. Sie war die Seele aller, eine Erquickung für die Ver-