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hersscker meisblatt.

Gratisbeilagen rIünstrirtes Sonntags Matt" tuIUnftvirte land wirthschaftliche Veilage."

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1900.

Bestellungen auf das Hersfelder Kreisblatt

mit den Gratisbeilagen Mustrirtes Sonntagsblatt" Jlluftrirte laiidtvirthschastl. Beilage" für das vierte Quartal 1900 werden von allen kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen. f Die bereits erschienenen Nummern werden nach­geliefert.

Amtlicher Theil.

Hersfeld, den 5. Oktober 1900.

Die Herren Ortsschulinspektoren des hiesigen Kreises ersuche ich hierdurch, mir gefälligst bis zum 25. dieses Monats mitzutheilen, wie die Handarbeits­lehrerin einer jeden Ihnen unterstellten Schule mit Vor- rind Familien-Namen heißt, wann dieselbe als Hand­arbeitslehrerin angestellt ist (Datum des zwischen der­selben und dem Schulvorstande abgeschlossenen Vertrags), durch wen und in welchem Jahre dieselbe als solche aus­gebildet ist, wie viel Schülerinnen den Handarbeitsunter­richt besuchen, wie viel wöchentliche Unterrichtsstunden gegeben werden und wie viel das Jahresgehalt der Hand­arbeitslehrerin beträgt.

I. 3010. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Berlin, den 13. August 1900.

Unter Bezugnahme auf den zufolge meines Erlasses vom 5. Januar d. I. I. M. 4905 erstatteten gefälligen Bericht, betreffend die Veranstaltung militärischer Leichen- feiern durch Kriegervereine, erkläre ich mich im Einver­nehmen mit dem Herrn Kriegsminister damit einverstanden, daß alle verstorbenen Mitglieder der Kriegervereine, auch wenn sie nicht den in den Allerhöchsten Kabinetsordres vom 22. Februar 1842 und 6. Juni 1844 ausdrücklich bezeichneten Kategorien angehören, eine militärische Leichenfeier erhalten dürfen und daß auch der Rückmarsch

Ein deutsches Mädchen.

Roman von K. Deutsch.

(Fortsetzung.)

Endre hatte auf dieses Bekenntnis keine Antwort. Gegen einen Ausbruch seiner alten Leidenschaft, und wenn sie in welcher Gestalt immer erschienen, hätte er ankämpfen mögen, einem glühenden Erguffe wäre er mit allen Mitteln gegenübergetreten, welche die langbewährte Freundschaft erlaubt; diese stille, fast demütige Liebe, welche im Bewußtsein seines Unwertes wurzelte, erschien ihm so riesengroß, so gewaltig, daß sie ihn verstummen machte. Endre wußte, daß diese Neigung so wenig aus dem Herzen seines Freundes zu verdrängen war, wie das Licht aus der Welt, wie der Atem aus der Menschen­brust.

Graf Palsy war aus altem, hohen Geschlechte, er zählte zu den Edelsten des Landes, er war ein Aristokrat seiner Erscheinung, seinem Charakter nach, es gab nichts Ritterlicheres, als seine Gestalt, sein Benehmen, seine Gesinnung, er hatte aber auch ein freundlich sonniges Gemüt, und dieses ließ nicht zu, daß seine Denkweise eine starre, einseitige geworden war. Er begriff ein hohes Gefühl, konnte eine große That würdigen. Ein Gefühl, das eine solche Wandlung in einem Menschen­herze» hervorgebracht hatte, erschien ihm fast erhaben. Wie konnte man da mit dem gewöhnlichen Maße messen? Was Palsy lief bedauerte, war das Schicksal der Gräfin.

mit Musik zu dem der polizeilichen Genehmigung nicht bedürfenden Leichenbegängnisse gehört.

Die Beschießung über das Grab muß dagegen gemäß dem klaren Wortlaut der Allerhöchsten Kabinetsordre vom 6. Juni 1844 und dem bisherigen Gebrauche bei Vereinsmitgliedern, die keinen Krieg mitgemacht haben, jedenfalls unterbleiben.

Ew. Exzellenz ersuche ich ergebenst, die Nachgeordneten Behörden hiernach gefälligst mit Anweisung zu versehen.

Der Minister des Innern.

I. V: gez. von BischoffShausen.

An den Herrn Ober-Präsidenten in Cassel.

* * *

Cassel, den 28. September 1900.

Abschrift zur Kenntnißnahme und weiteren Veran­lassung.

Der Regierungs-Präsident. I. V.: (Unterschrift.)

An die Herrn Polizei-Direktoren hier, zu Hanau und Fulda und an die Herren Landräthe des Bezirks.

* * *

Hersfeld, den 5. Oktober 1900.

Vorstehendes bringe ich den Ortspolizeibehörden des Kreises zur Kenntniß.

I. 5668. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 28. September 1900.

Die unter den Schweinebeständen in der Gemeinde Lautenhausen ausgebrochene Rothlaufseuche ist erloschen. 1. 5518. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersseld, den 5. Oktober 1900.

Für die am 24. Februar 1882 zu Unterhaun ge­borene Anna Katharina Dorothea Otter dahier ist um Ertheilung eines Reisepasses behufs Auswander­ung nach Amerika nachgesucht worden. L 5684. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Cassel, den 30. September 1900.

Der gegen den Schlosser Philipp Friedrich Vincenz Hoffmann, geboren am 8. November 1859 zu Hattenbach unterm 18. August 1900 erlassene Steckbrief, von dem

Er kannte ihren stolzen, starren Sinn, die Nnerschütter- lichkeit ihrer Grundsätze, er kannte das schwere Unglück, das hinter ihr lag, ihm bangte vor der Zukunft. Wie würde die schwergeprüfte Frau diesen letzten Schlag, der ihr Einziges und Alles betraf, ertragen?

XVI.

August war gekommen. In den ersten Tagen war es heiß und drückend. Die Hitze reifte die wogenden Getreidefelder, sie überzog aber auch Bäume und Sträucher und das Gras der Wiesen mit einem gelblich grünen Schimmer.

Die Erntezeit begann, denn in der Karparthengegend, wo der Frühling spät beginnt und im April noch Nord­stürme wüthen, ist auch die Ernte viel später.

Die Gräfin und Elisabeth waren im Parke. Graf Geza war Vormittags nach Jablonka geritten und noch nicht zurück.

Die Datka ging mit den Kindern spazieren, hatte aber die Weisung erhalten, sich nicht weit vom Schlosse zu entfernen.

Es hatte am Vormittag geregnet, und die Luft war abgekühlt und von berauschendem Wohlgeruch erfüllt.

Unter dem majestätischen Geäste eines Kastanien- baumes, der keinen Sonnenstrahl dnrchließ, saßen die Frauen. Die Gräfin hatte eine leichte Strickarbeit in den Händen und Elisabeth ein Buch vor sich, worin l sie aber nicht las. Sie sprach von Leipzig und ihren j

ich Abschrift unterm gleichen Tage nach dort mittheilte, ist erledigt.

Der Erste Staatsanwalt. I. V.: (Unterschrist.) An das Königliche Landrathsamt in Hersfeld.

* * *

Hersfeld, den 6. Oktober 1900.

Wird veröffentlicht. Der Steckbrief ist im Kreisblatt Nr. 100 zum Abdruck gelangt.

I. 5669. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 8. Oktober 1900.

Für die Pflege der nach China entsandten Truppen (Kreisblatt Nr. 84) sind weiter eingegangen: von der Gemeinde Biedebach . . 5,05 M.

Stadt Hersfeld (3. Abliesernng) 10,00 Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Betr.: Verbot des am 11. Oktober d. J. in Lauterbach stattfindenden Viehmarktes.

Mit Rücksicht auf die große Verbreitung, welche die Manl- und Klauenseuche im Kreise Lauterbach bereits ge­funden hat, haben wir auf Grund des § 28 des Reichs - viehseuchengesetzes die Einstellung des für den 11. k. M. in Aussicht genommenen Viehmarktes zn Lauterbach ange­ordnet. Lauterbach, den 4. Oktober 1900.

Großh. Kreisamt Lauterbach Dr. Wallau.

Nichtamtlicher Theil.

Lhina.

Die deutschen Cirkularnoten.

Als die erste Cirkularnote des Grafen Bülow er­schien, wirkte sie als klärendes Ereigniß, zunächst auf die öffentliche Meinung aller betheiligten Staaten. Die diplomatische Lage war Mitte September ziemlich zer­fahren, es fehlte an einer einheitlichen Aktion, an einem festen Punkt, um den sich der Wille der Mächte konzen­trierte, obgleich gegenüber den Winkelzügen der chinesischen Diplomatie und dem fortdauernden Schutz der Boxer­führer durch den chinesischen Hof die Bekundung eines ein- müthigen Willens der Mächte dringend nothwendig erschien.

anderen Beziehungen, und die Gräfin rief alte Erinner­ungen wach.

Fräulein Schmidt ist also sehr leidend?" fragte sie unter anderm.

Fast hinfällig. Das war auch die Ursache, daß sie die Anstalt aufgab. Nur ihr Geist ist von unverwüst­licher Frische und Gesundheit."

Ich kannte sie, als sie jung war," sagte die Gräfin. Sie war kaum um 10 Jahre älter, als ich, wie ich als Zögling ihre Anstalt betrat. Sie hatte ein sonniges und heiteres Naturell und dabei ein starkes und festes Wesen."

Sie ist auch jetzt noch heiter," versetzte Elisabeth; aber ihre Heiterkeit hatte, offen gestanden, in meinen Augen stets einen edleren Ausdruck als die, welche An­lage und Temperament giebt. Es schien mir das Be­wußtsein eines edel ausgenützten Lebens.

Sie beurtheilen sie sehr richtig, Fräulein Werner, das Leben hat, wie bei so manchen, auch bei ihr diesen fröhlichen Zug ausgelöscht, und sie hat sich zu einer innern Heiterkeit emporgearbeitet. Es giebt auch etwas, außer dem tüchtig ausgenutzten Leben, wie Sie sagen, etwas, das ihr in ihrer Jugend das schmerzlichste Opfer war, jetzt aber wie ein lichter Punkt in ihre alten Tage hineinleuchtet, welches ihr diese freudige Weihe giebt. Stehen Sie Fräulein Schmidt nahe?"

Sie war mir eine mütterliche Freundin."

So kennen Sie vielleicht diesen Punkt aus ihrem Leben ?"