Kriegsherrn, der deutschen Armee und dem Vaterlands Ehre zu mache», über die Meer« dahinfahren und in allen Gefahren von Gott beschützt werden. Lebt wohl, Kameraden
*
Die Lage in Peking.
Tokio, 7. September. Ein Telegramm aus Peking vom 1. September meldet, daß angeblich Hulu mit seiner ganzen Familie nach seiner Niederlage in Peitsang Selbstmord begangen haben soll, desgleichen Hsutou, während Lipingheng während des Gesichtes von Tung- tichau gelobtet worden sei. Der Aufenthalt der Prinzen Tuan sei unbekannt. Es sei nunmehr festgestellt, daß der Kaiser in Hfüanhua-su (nordwestlich von Peking) ist. Der Prinz Tsching wurde für den 3. September in Tsching-ho (nördlich von Peking) erwartet. Die chinesischen Minister beabsichtigen, den diplomatischen Vertretern einen nichtossiziellen Besuch zu machen. Die Einwohner von Peking schienen einer Hungersnoth nahe zu sein, es wurde daher von den japanischen Truppen unter sie ReiS in größerer Menge vertheilt.
Tokio, 8. September. Japanische Cavallerie geleitete den Prinzen Tsching von Tschingho nach Peking. In Anbetracht der ernsten Lage soll der Kaiser von China Tsching befohlen haben, sich sofort nach Peking zu be- geben, um die Schwierigkeiten zu lösen.
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Nach dem Eintreffen der Verstärkungen werden an fechtenden Truppen unter den Oberbefehl des Grafen W a l b e r s e e treten :
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Politische Nachrichten.
Berlin, 9. September.
Das K aiserpaar ist am Freitag morgen nach Stettin gereist. Stettin war festlich geschmückt. Auf dem Bahnhof fand großer militärischer Empfang des Kaiserpaares statt. Vor dem Rathhaus überreichten zwei Schülerinnen dem Kaiserpaar Blumensträuße, und der Oberbürgermeister hielt eine Ansprache. In seiner Antwort: sagte der Kaiser unter anderm: Sie haben, Herr Oberbürgermeister, unserer Brüder gedacht, die für unsere Interessen nach dem fernen Osten gegangen sind. Ich habe die feste Ueberzeugung, daß es ihnen gelingen wird, dort feste und geordnete Verhältnisse zu schaffen, unter denen der deutsche Kaufmann, der drüben lebt und wirkt, ein für alle Mal vor Unheil bewahrt bleiben und ohne Störung und Gefahr Handel treiben kann. Ich habe gar keine Besorgnisse für die Zukunft; Ich bin überzeugt, daß Mein Plan gelingen wird. Das wird auch der Stadt Stettin, der Provinz Pommern und dem ganzem Vaterlande dienen. Das walte Gott!" Am Abend wohnte das Kaiserpaar einem von der Provinz veranstalteten Festmahle bei. Der Kaiser brächte dabei einen Trinkspruch auf Pommern aus, in welchem er dem Wunsche Ausdruck gab, daß der Provinz in ihrem Streben und in ihrer Arbeit und in ihrem Vorwärtsschreiten insbesondere auf dem Gebiete der Landwirth- schart der Segen nicht fehlen möge.
Die Frage der A b h i l f e der K o h l e n n o t h, die unser wirthschaftliches Leben bedrückt und alle Häuslichkeiten interessiert, ist in diesen Tagen vom preußischen
erzählt, hat sich das Wasser des Brunnens nach dieser grausigen That ganz dunkel gefärbt und ist — auch so geblieben. Der Brunnen heißt seit der Zeit der Brunnen der heiligen Tereska, denn als eine Heilige lebte die schuldlos Gemordete im Angedenken des Volkes fort, und bis auf den heutigen Tag schreiben die Leute dem Brunnen eine wunderthätige Kraft bei."
Elisabeth konnte sich eines Schauers nicht erwehren, als sie in die Tiefe sah. Die schwarze Oberfläche kam ihr wie ein Deckel über einem Sarge vor.
X.
Sie schritten weiter und kamen an eine Treppe, die i in die unterirdischen Mume der alten Schlosse» führte. Sie stiegen viele Stufen hinab und befanden sich in einem schmalen, feuchten Gange, der sich stundenweit bis in das Gebirge hinzog.
Der Graf leuchtete umher und zeigte auf die Treppe, die sie heruntergekommen waren.
„Hier hat sich ein großes Stück Geschichte abge- : spielt," sagte er, „so gewaltig, daß ee sich kühn an die hervorragenden Punkte griechischer und römischer Heldengröße anschließen kann — hier starb ein ungarischer Leonida». Zwei Gegenkönige befehdeten sich im Lande, I jeder hatte eine große Partei und der Bürgerkrieg wüthete ! furchtbar. Mein Vorfahr, Graf Gabor Csillagi hielt zu dem rechtmäßigen Herrscher und war der Tüchtigste und muthigste Soldat in seinem Heer. Da, in einer Winternacht, der Graf war im Schlöffe bei Weib und Kind, er war verwundet worden und noch nicht ganz genesen und mußte fern bleiben von Kampf und Gefahr — klopfte es in später Stunde an das äußerste Burgthor.
Staatsministerium erörtert worden. Es wurde beschlossen, die Zufuhr ausländischer Kohlen dadurch zu erleichtern, daß der Rohstoff-Tarif, so lange die gegenwärtigen Verhältniffe dauern, mindestens aber für zwei Jahre, allgemein eingeführt wird. Von verschiedenen Seiten war ein allgemeines Kohlen-Einsuhr-Verbot vorgeschlagen worden. Ein solches Verbot konnte jedoch nicht ernstlich in Betracht kommen, weil es teil« infolge von Bestimmungen der HandelS-Verträge, teils infolge der Meistbe- günstigungS-Klausel vielen auswärtigen Staaten gegenüber rechtlich ausgeschlossen ist und auch wirthschaftlichen Bedenken unterliegt. So würde dadurch die Kohlen-Pro- duktion geschädigt werden, und demzusolge würden auch schwere Nachteile den dabei beschäftigten Arbeitern erwachsen. Anders liegt die Sache in Bezug auf die allgemeine Einführung des Rohstoff-Tarifs für Kohlen. Durch diese Maßregel werden die Vorteile billigern Bezugs von Brennstoffen, welche jetzt nur einem Teil der heimischen Verbraucher zu teil werden, allen Kohlen-Konsumenten gleichmäßig zugänglich. Insbesondere ist damit die Möglichkeit gegeben, in höherm Maße als bisher ausländische Kohle für den deutschen Verbrauch heranzuziehen und so die Nachfrage nach deutscher Kohle einigermaßen zu vermindern. Damit würde für alle die, welchen bisher für ihren Kohlenbezug der Rohstoff-Tarif nicht zu Gute kam, direkt eine wirksame Verbilligung der Kohlen herbeigeführt und zugleich für alle heimischen Kohlen-Konsumenten eine Verbesserung des Verhältnisses zwischen Nachfrage und Angebot von Kohlen bewirkt.
Wie jetzt bekannt wird, hat der Kaiser am vorletzten Sonnabend bei dem sich an das Paradediner anschließenden Cercle den dazu eingeladenen R e i chskommissar Dr. Richter durch eine längere Unterhaltung ausgezeichnet. Der Kaiser gab seiner besonderen Befriedigung über den großen Erfolg der deutschen Ausstellung in Paris in den lebhaftesten Worten Ausdruck und ließ sich über viele Einzelheiten eingehend berichten. Namentlich erregte es das Interesse des Kaisers, daß sich schon jetzt günstige Folgen der Beteilung der deutschen Industrie in zahlreichen Bestellungen des Auslandes bemerkbar machen.
Im „Justiz-Ministerialblatt" wird eine allgemeine Verfügung des Justizministers vom 29. August, betreffend die Uebersichten über die Diensteinnahmen und Entschädigungen der Gerichtsvollzieher, veröffentlicht. Für das Etatsjahr 1900 sind zwei besondere Uebersichten am Jahresschluß aufzustellen und einzureichen, und zwar die eine über das Diensteinkommen der Gerichtsvollzieher aus der Zeit vom 1. April bi« 30. September 1900, die andere über die Diensteinnahmen rc. aus der Zeit vom 1. Oktober 1900 bis zum Schlüsse des Etatsjahrs.
Die deutschen Erwerbs - und Wirtschaft«- Genossenschasten haben in Hannover ihre 41. Haupt-Versammlung abgehalten. ES sind Unternehmungen nach dem System Schulze-Delitzsch. Sie haben annähernd 900 Vereine und einen Mitglieder-Bestand von über einer halben Million Personen. 1899 sind etwa 40 000 Mitglieder neu eingetreten. Im ganzen wurde ein Kredit von 2*/4 Milliarden Mark gewährt. Neu sind in dem WirksamkeitS-Bereich die aus dem Sparkassen-System aufgebauten Bau-Genoffenschasten, deren 106 bestehen. Im ganzen wurden 1534 Häuser gebaut.
Die „Wiener Zeitung" bringt ein kaiserliches Patent vom 7. September, womit dasHaus des Abgeordneten des Reichsrates aufgelöst wird. Die allgemeinen Neuwahlen sind sogleich einzuleiten und durchzuführen.
Das Kopenhagener Hofblatt veröffentlicht zur Zeit Schlachten-Schilderungen aus dem deutsch-französischen Kriege von 1870/71 und die Schilderung eines heutigen Besuches der Schlachtselder. Bemerkenswerth ist daraus ein Urteil über Lothringen. Der betreffende Reisende hat nämlich auf dem Schlachtfelde von Gravelotte
Man öffnete. Da stand draußen ein müder, verfolgter Mann krank und elend, und kaum mit dem Nothwendigsten bedeckt.
Es war eine furchtbare Nacht. Eine Kälte, daß die Vögel in der Luft erfroren, und dabei ein Sturm, der die Ziegel von den Dächern fegte und die Bäume zu entwurzeln drohte. Und der Mann, der in dieser Nacht und diesem Sturm um Hilfe flehte, war kein anderer, als der besiegte Prätendent, der, von den Seinen ver- lassen, von den Feinden verfolgt, von Do-f zu Dorf gehetzt, todtkrank bei diesem Schlosse zusamm »brach. Der Graf erbarmte sich des unglücklichen Mannes, denn er gedachte einer Stunde, wo dieser Fürst mit Gefahr seines eigenen Lebens den Vater des Grafen verwundet aus der Schlacht trug und ihn vor den Feinden rettete. Und wenn er auch nicht für seine ungerechte Sache war, sondern gegen sie, so konnte er ihn doch nicht hilflos vor seiner Burg umkommen oder in diesem Zustande in die Hände der Verfolger fallen lassen.
Da im Morgengrauen nahten die Verfolger und pochten an das Thor. Auch die Nacht hatte Augen. Ein heimkehrender Bauer hatte den Vorgang gesehen und die Verfolger auf die rechte Spur gebracht. Diese nahten im Siegesrausch. Es war ja sicher, daß der Graf den Feind ausliefern würde, aber der Graf weigerte sich, der Feind war fein Gast geworden, er stand für ihn mit Gut und Blut ein, und die Thore der Burg blieben geschlossen. Nochmals drängten die draußen Harrenden auf Auslieferung, der Graf verlangte Sicherstellung des Lebens und der Freiheit für den Gefangenen, wenn nicht, wollte er ihn bis zum letzten Blutstropfen vertheidigen. Da ergrimmte der König,
die ganz überwiegende Zufriedenheit des lothringische Landvolkes mit den jetzigen politischen Verhältnissen s^, ’ einig gestellt. „Wir bezahlen jetzt weniger Steuern," [Qgt‘ ein Bauer, und ein anderer meinte: „wir haben e ' wahrhaftig eigentlich gut." ° ^nei ________।_______■■■ ..........-......——...... f geb«
Her Krieg in Wasrika. «
London, 8. Septbr. Der „Standard" meldet a«z Durbau v. 7. ds: Einem unbestätigten Gerücht aus Lourenco Marques zufolge sollen die Engländer Lyden- bürg gestern besetzt haben. ^na Prätoria, 8. Sept. Dewet und Theron Halle«, b®1 wie gemeldet wird, mit 1800 Mann die hohen Hügel - " im Süden der Stadt Johannesburg besetzt. Eine in, ST® deutende englische Streitmacht hatte sich zur Verfolg««, P^i aufgemacht. “ ,
London, 8. Sept. „Daily Mail" meldet aus Nieder-Maritzburg vom 7. d. M: Am letzten Mittwoch . hörte man von Utrecht her lebhafte« Gewehrfeuer. t
London, 8. September. In einer Depesche bei eine Feldmarschalls Roberts aus Belfast vom 6. September, sReir worin dieser die der Einnahme Lydenburgs vorhergehk», - ni|4( den Operationen schildert, heißt es: Der Feind W !üon fort, Alles aufzubieten, um Eisenbahnzüge zum. ^ gleisen zu bringen und die Eisenbahnlinien zu zerstören. inetf Kaum ein Tag oder eine Nacht vergeht ohne derartig! die | Zwischenfälle. Diese Angriffe sind unangenehm, doch holf« folgte in jedem einzelnen Falle der That eine schnelle §0 Bestrafung. Ich glaube, die Buren werden bald einsehen, viel daß diese Angriffe nachtheiliger für sie als für uns sind. Höhl — General Hart meldet, daß im Laufe des Kampsei gar bei Krügersdorp 4 tobte Buren gefunden wurden, von die ! denen einer nach den bei ihm vorgefundenen Papieren wir für den Burenführer Theron gehalten wird. — General diese Hildyard besetzte Wakkerstroom. obad
Aus Provinz und Pochbargebiei.
* Das Deutsche Postamt in T s 4 i f u nimmt fortan am ZeitungS-, Postanweisung-- und Packeldienste Theil. Die Bedingungen und Taxen sind die gleichen wie im Verkehre mit dem Deutschen Postamt in Shanghai.
* Amtlicher Nachweisung zufolge sind im Monat August in den deutschen Münzstätten für 6 779 700 Mk. Doppelkronen, für 984 365 Mk. silberne Fünsmarkstücke, für 1858 356 Mk. Zweimarkstücke, für 150 405 Mk. Einmarkstücke, für 381 584,90 Mk. Zehn- pfennigstücke, für 102 385,70 Mk. Fünfpfennigstücke und für 68 288,91 Mk. Einpfennigstücke geprägt worden.
* Die nächste Feldpost nach China geht von Berlin am nächsten Freitag, 14. September, über Brindisi mit der Peninsular and Oriental Steam Navigation Company bis Shanghai, von da mit der Reederei Jebsen. Briese und Postkarten, die für Angehörige der mobilen Landtruppen in China bestimmt sind, werden am besten spätestens bis Donnerstag Abend in Berlin der Post übergeben. Freitag früh sind sie so zeitig einzuliesern, daß sie noch bis 10 Uhr Vormiltagi dem Marine-Postbureau zugeführt werden können. Brief- sendungen an die Besatzungen der Kriegsschiffe erreichen den Anschluß noch, wenn sie zeitig genug den Postanstalten übergeben werden, um bis 5 Uhr Nachmittags ba« Marine-Postbureau zu erreichen. Bei jeder Sendung ist auf genaue und deutliche Aufschrift mit Name, Dienstgrad und Truppenkörper nach Regiment, Bataillon, Kompagnie, Kolonne u. s. w. zu achten. Die am 14. von Berlin abgehende Feldpost erreicht Hongkong am 12. Oktober, Shanghai am 17. Oktober, Tsingtau am 21. Oktober.
-e- Hersfeld, 10. September. (Zugvögel). Die Zugvögel sammeln sich und streichen in großen Flügen umher. Die Dorf- und Stadtschwalben haben schon vor
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ließ Verstärkung kommen und stürmte das Schloß. Der Graf ließ Weib und Kind und den Gefangenen hier in diesen Gang bringen und durch einige bewährte Diener nach den Karpathen geleiten, er aber mit dem übrigen Theil der Dienerschaft vertheidigte diese Treppe.
Wie ein Held der Vorzeit stand er hier vor der kleinen Oeffnung, als die Mauern des Schlosses gefallen, und hielt er, der Einzelne, die Heranstürmenden auf. Die Stufen waren mit Leichen bedeckt, er selber blutete au« Dielen Wunden, er hielt sich aber aufrecht, dir bis er glaubte, die Flüchtlinge feien in Sicherheit „Nicht als Verräther habe ich gegen dich gesümpft. * König, sagte er dann, als er sterbend jufammenbrot „denn tausend Beweise meiner Treue hast du, sonder weil ich Gastfreundschaft einem Manne in Elend geiuäb^ der einst meinem Vater da« Leben rettete, und den i® schützen mußte.
(Fortsetzung folgt.) _
— Au» Ofenpest meldet der Draht: Bei den i" der Nähe von Jeblenko abgehaltenen Artillerie-Schiev- Uebungen platzte ein Hohlgeschoß, wobei 4 Kanonle" getöbtet, 18 mehr ober weniger schwer verletzt wurde«.
— Aus Kingston auf I a m a i c a wird vo>« 7. September gemeldet: Vergangene Nacht ging " furchtbare» Unwetter über die Insel nieder, welche große Verheerungen anrichtete. Da» ganzeThal wurde überschwemmt, besonder« die Pflanzungen haben sehr gelitten. Die Bahnstrecken im östlichen Theil der Insel find miede auf mehrere Meilen überschwemmt.