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Gratkrbeilagen: „Ill«ftrirtes Sonntag»blatt" u. „3U«ftrirt8 landwirthschaftliche Beilage?*
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mit den Gratisbeilagen „Jllustrirtes Sonntagsblatt" ^ „Mustrirte lanbwirthschaftl. Beilage" für den Monat September 1900 werden von allen Kaiserlichen Poftanftalten, Landbriefträaern und von der Expedition angenommen.
Amtlicher Theil.
Hersfeld, den 15. August 1900.
Unter Bezugnahme auf das Ausschreiben vom 10. Juni 1887 9lr. 6140, Kreisblatt Nr. 70, benachrichtige ich die Herren Ortsvorstände der Amtsgerichtsbezilks H e r s f e l d , daß zur Vornahme der diesjährigen technischen Revisionen der Maaße, Waagen und Gewichte bei den Gewerbetreibenden folgende Termine bestimmt worden sind. Für die Gemeinden: Kohlhausen, Roßbach und Hilper- hausen ........den l. Okt. 1900
Kalkobes, Heenes und Allmershausen „ 2. „ „
GitterSdoif, Untergeis und Aua . „ 4. „ „
Obergeis ........ 5. „
Mecklar und Meckbach.....6. „ „
Friedlos, Reilos und Rohrbach . „ 8. „ „
Tann und Siebebad).....„ 9. „ „
Sorga, Kathus und Wilhelmshof „ 11. „ „
Petersberg, Wippershain u. Nolen- see . . . ....... 12. „
Unterbaun nnd Oberhaun ... „ 13. „ „
Sieglos und Eitra.....„ 15. „
Meisebach und Eichhof .... „16. „ „
Die Herren OrlSvorstände der benannten Ortschaften erhalten die Weisung, die Gewerbetreibenden alsbald von den angesetzten Terminen in Kenntniß zu setzen, dieselben aus die Folgen einer etwa Vorgefundenen Unrichtigkeit der Maaße rc. hinzuweisen und aufzusordern, die Letzteren, soweit deren Richtigkeit zweifelhaft erscheint, zuvor zur aichamtlichen Prüfung zu bringen, a u ch sämmtliche revisionspflichtigen Gegenstände am Tage vor der Revision einer gründlichen Reinigung zu unterziehen. Die Revision, welcher bestimmungsgemäß der Ortsvorstand oder ein Vertreter desselben beizuwohnen hat, wird von dem Aichtechniker, Klempnermeister G. Rößing dahier, ausgeführt.
!■ 4701. Der Königliche Landrath.
J. V.: B r a u n, Kreisdeputierter.
Hersfeld, den 27. August 1900.
Die Herren OrtSvorstände des Kreises verweise ich hiermit auf die im Kreisblatt Nr. 97 veiöffentlichten Vorschriften über den Geschäftsbetrieb der VermittelungS- agenten für Jmmobiliarverträge mit der Veranlassung, im Interesse einer eingehenden Ueberwachung zum Mindesten einmal im Jahre die Geschäftsbücher einzu- sehen. Für die Bestrafung sind die Vorschriftendes 8 148 Abs. 1 Ziffer 4 n der Gewerbeordnung in der Faffung des Gesetzes vom 30. Juni 1900 maßgebend. *■ 4901. Der Königliche Landralh.
I. V.: B r a u n , Kreisdeputierter.
Berlin, den 81. Mai 1900.
Das Jnkrasltreten des Bürgerlichen Gef-tzbuches bedingt eine Abänderung des bisherigen Formulars zu den von den Standesämtern den ErbschaflSsteuerämtern ein.
zureichenden Todtenlisten (Vergl. die allgemeinen Verfügungen vom 3. Dezember 1873 und 15. August 1874 M. Bl. s. d. i. V. von 1874 S. 24/25 und 243) Indem ich den Entwurf zu einem neuen Formular, bei beffen Abfassung zugleich die bei der Bearbeitung der Todtenlisten bei den ErbschaftSsteuerämtern gewonnenen Erfahrungen nutzbar gemacht sind, anliegend übersende, ersuche ich, Formulare zu Todtenlisten, und zwar in dem gewöhnlichen Aktenformate, den Standesämtern nur noch nach diesem Entwürfe zu verabfolgen.
Der Minister des Innern.
Im Austrage: gez. B r a u n b e h r e n s. An den Herrn Regierungs-Präsidenten zu Casiel.
* * *
Cassel, den 11. August 1900.
Abschrift zur Kenntnißnahme und weiteren Veran- laffung. ,
Der RegierungS-Präsident. J. V.: (Unterschrift.) An den Herrn Landrath zu Hersfeld.
* *
*
Hersfeld, den 28. August 1900.
Den Herren Standesbeamten des Kreises gebe ich von Vorstehendem Kenntniß mit dem Bemerken, daß in Kürze eine Anzahl Titel- und Einlagebogen des neuen Formulars zur Vertheilung gelangt. Das alte Formular ist ferner nicht anwendbar und ein etwa noch vorhandener Vorrath hiervon alsbald zu kassieren.
A. Nr. 2699. Der Königliche Landrath.
I. V.: Braun, Kreisdeputierter.
Druckfehlerberichtigung.
Im § 8 der im Kreisblatt Nr. 92 vom 9. d. MtS. veröffentlichten Polizei-Verordnung vom 11. Juli b. J. muß es statt im § 6 unter a heißen: „im § 5 unter a". Hersfeld, den 30. August 1900.
Der Königliche Landrath.
I. V.: Braun, Kreisdeputierter.
Nichtanrilicher Theil.
Lhina.
Die Lage in China zeigt keine wesentliche Veränderung. Die Schwierigkeit, einen regelmäßigen telegraphischen Nachrichtendienst zwischen Tientsin und Peking aufrecht zu erhalten, dauert fort. Auch der vor einigen Tagen mit dem Reichspost-Dampfer „Preußen" in Schanghai eingetroffene neue deutsche Gesandte für China, Freiherr von Mumm, ist noch ohne ausreichende Verbindung mit den in Peking eingeschloffen gewesenen Mitgliedern unserer Gesandtschaft. Nur langsam er-- halten wir Meldungen über das Eintreffen der unter Generalmajor von Höpfner stehenden Truppen in der chinesischen Hauptstadt.
Li-Hung-Tjchang, der, wie ein Pariser Blatt sich ausbrüche, eine „kindische Ungeduld" nach Eröffnung von Friedens Verhandlungen entwickelt, ist, angesichts der ablehnenden Haltung aller Großmächte gegen seine Vorschläge in Schanghai, zurückgeblieben. Vielleicht hat ihn dazu auch das Gerücht bestimmt, die fremden Seeoffiziere würden sich, falls er in Taku landete, zeitweilig seiner Person versichern. In Peking könnte sein Erscheinen, solange niemand weiß, in messen Auftrag und mit welchen Befugnissen er handelt, nur weitere Verwirrung stiften. Als Gesanimtbilü aus diesen einzelnen Zügen ergiebt sich, daß die Lage in Petschili vorläufig, wie bisher, mehr von militärischen, als von politisch^ diplomatischen Gesichtspunkten beherrscht bleibt.
In Amoy hat die Landung japanischer Truppen das Erscheinen vo» KrjegSfahrzeugen auch anderer Staaten zur Folge gehabt. Deutschland« Interessen gehen an diesem Punkte über die Sicherung von Leben und Eigenthum der Reichsangehörigen, sowie der Freiheit von Handel und Schifffahrt nicht hinaus Politische Pläne verfolgt das Reich in der Provinz Fukien nicht. Doch würde ein dauerndes Verbleiben Japans in Amor
wohl andern Mächten, namentlich Frankreich, nicht erwünscht sein.
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Der zweite Admiral des deutschen Kreuzergeschwaders meldet aus Taku:
Kapitän P o h l meldet die am 23. Mittag» erfolgte Ankunft des 1. Seebataillons in Peking.
Generalmajor H o e p f n e r hat mit dem 2. Seebataillon am 25. Aangtfun erreicht.
Nach Bekanntmachung des ältesten Admiral» waren am 18. ausgeschifft: Von England 189 Offiziere, 5942 Mann, von Amerika 155 Offiziere, 4470 Mann, von Frankreich 115 Offiziere, 2903 Mann, von Italien 13 Offiziere, 277 Mann, von Japan 573 Offiziere, 19508 Mann, von Rußland 275 Offiziere, 11500 Mann.
Mittheilungen des KriegüministeriumS über die Fahrt der Truppentransportschiffe: „Straßburg" am 28. August in Colombo eingetroffen. „H. H- Meier" am 28. August in Colombo angekommen. Gesundheitszustand und Stimmung tadellos.
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Londov , 30. August. «Daily Telegraph" berichtet aus Shanghai von gestern, daß die Chinesen am 23. August eine große Niederlage bei Tehtschu erlitten haben. Prinz Tuan und 1500 Mann sollen gefallen sein, die übrigen seien von den Japanern aus der Provinz Tschilt hinausgetrieben worden. — Wie der „Standard" au» Shanghai von gestern meldet, soll Auan-SchiKai einen großen Sieg über die Boxer und die Kaiserlichen Truppen von Peitsang und HoHsi-wu davongetragen haben. 1500 Mann sollen gefallen sein. — Die „Times" meldet aus Shanghai vom 29. b. M-, die Verbindung zwischen Tientsin und Peking sei nach wie vor fast gänzlich unterbrochen. Für die Läufer sei der Weg durch Boxerbanden gefährlich, das Land im Norden von Pangtsun soll überschwemmt sein. Aus Niutschwang wird demselben Blatte gemeldet, die in Haitscheug stehenden Russen erwarteten Verstärkungen. Der Vormarsch werde durch den schlechten Zustand der nach Liaujang und Mulden führenden Wege verzögert. Inzwischen werde dir eingeborene Bevölkerung mit äußerster Strenge behandelt.
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Unruhen in der Provinz Schensi?
Tschifu, 29. August. (Meldung des Reuter'schen Bureaus.) Wie es heißt, hätte der Gouverneur von Schensi, Du, olr etwa 8 Tagen die Fremden, um sie zu schützen, ausgefordert, in’S Namen zu kommen. 50 Personen nahmen die Aufforderung an; alle wurden niedergemetzelt.
Aus dem russischen Jnteressegebiet.
Petersburg, 30. August. Beim Generakstab sind heute folgende Nachrichten eingelaufen: Die Truppen- abtheilung des Generals Rennenkamps rückt rasch vorwärts, sie ist am 26. August in Ninmianjtschau. 70 Werst von Tsitsikar, angekommen. Der Telegraph wurde von Aigun bis Merzen fertiggestellt. Auf dem Wege von Aigun bis Mergen wurden 3 Offiziere und 22 Soldaten getödtet, 5 Offiziere und 79 Soldaten verwundet. Er. deutet wurden 2 Mitrailleusen und 33 Geschütze.
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Ein Feuerwerksmaat schildert in einem Briefe ausführlich den S ey mo u r'schen Zug auf Peking, an dem er theilgenommen. Derselbe schildert u. a. die Erstürmung eines chinesischen Forts, die auf dem Rückmarsch der Expedition stattfand: Gegen 4 Uhr (am 22. Juni) kamen wir an ein chinesisches Fort nebst Artillerie-Arsenal. Unser Dolmetscher fragte, ob friedliche oder ernste Absichten gezeigt würden. Die Antwort war ein Shrapnelschuß, der gleich drei tödtete und sieben verwundete. Das Fort wurde nun unter Gewehr feuer genommen, eine Stunde später gehörte es den deutschen, die die Geschütze gleich besetzten und hinter den Chinesen her feuerten. Das Herz lachte einem im Lnbe wenn man das mit ansah. Ein Fort, das sich hätte zwei Jahre vertheidigen können, wurde nach einer Stunde genommen. Das Gefecht zog sich nun in die Ebene, da der Chinese durch diese auS. reihen mußte. Er schoß auf eine Entfernung von 2200 Meter. Hier fielen unsere Offiziere von der „Gesion" und der Kapitän Buchholz, letzterer erhielt einen Schutz durchs Herz, du übrigen wurden schwer verwundet. Die „Gefion" Abtheilung war nun ohne Führung, und der älteste Unteroffizier BootSmannsmaat Frederick nahm das Kommando. Unter vielen Verlusten zogen