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Gratisbeilagen r^Unftrirtes Sonntagrblatt" «3Uwftrirte lan-wirthschaftliche Vellage

Ar. 100.

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Bestellungen auf das Hersfelder Kreisblatt mit den Gratisbeilagen Jllustrirtes Sonntagsblatt" »n» Jllustrirte landwirthschastl. Beilage" für den Monat September 1900 werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträaern und von der Expedition angenommen.

< Amtlicher Theil.

Bekanntmachung,

betreffend die Ausführung des Bau-Unfallversicherungö- ^ gesetzes vom 30. Juni 1900 in der Faffung der Bekannt- | machung vom 5. Juli 1900. (ReichSgesetzblatt S. 698.) Zur Ausführung des Bau-Unfallversicherungsgesetze« x wird Folgendes bestimmt:

1. Höhere Verwaltungsbehörden:

Als höhere Verwaltungsbehörden gelten die Regier- | ungs-Präfidenten. Im Stadtkreise Berlin tritt in den Fällen der §§ 9, 39 dieses Gesetzes in Verbindung mit den §§ 14, 105 des Gewelbe-UnsallversicherungSgesetzeS k der Oder-Präsident, im Uebrigen der Polizei-Präsident | an die Stelle des RegierungS-Präsidenten.

Ak 2. Untere Verwaltungsbehörden sind: s in Städten mit mehr als 10 000 Einwohnern und in denjenigen Städten der Provinz Hannover, aus welche die revidierte Hannoversche Städteordnung vom 24. Juni 1 1858 Anwendung findet, mit Ausnahme der im § 27 iK; Abs 2 der Hannoverschen Kreisordnung vom 6 Mai 1884 | benannten Städte die Gemeindevorstände, im Uebrigen il die Landräthe, in den Hohenzollernschen Landen dse UOberamtmänner.

3. Weitere Kommunalverbände.

Als weitere Kommunalverbände gelten die Provinzial- verbände und die Kreise, in den Hohenzollernschen Landen ß der Landeskommunalverband und die OberamtSbezuke.

4. Die den Ortspolizeibehörden überwiesenen . Obliegenheiten werden von denjenigen Beamten oder ^Behörden wahrgenommen, welchen die Verwaltung der ' örtlichen Polizei obliegt.

| Ein deutsches Mädchen.

Roman von K. Deutsch.

(Fortsetzung.)

i" Die Gräfin, die heute gegen'ihre sonstige Weise ge- Msprächig war, erzählte, es habe ein gewisses Aufsehen Win der Gegend gemacht, als es hieß, sie habe eine Deutsche Wund keine Ungarin zu dieser Stellung berufen, denn der MChauviniSmus sei in manchen Dingen im Lande ebenso W groß, wie bei den Franzosen.Ich aber huldige diesen j M Ansichten nicht," fuhr sie fort.Ich habe als Mädchen ( einige Jahre in einer deutschen BildungSanstalt gelebt, t Leipzig bei Fräulein Schmidt, und habe Achtung . I vor dem deutschen Wesen und Wirken bekommen. Ihr | Umgang ist also für mich, Fräulein Werner, ein Aus- frischen des Vergangenen, Vergessenen, meinen Enkeln soll durch das Erlernen des Deutschen das Gründliche, Ruhige, Maßvolle beigebracht werden, zu dem sich mein Sinn bisher neigte."

Elisabeth meinte, jedes Land habe seine Vorzüge, und sie habe hier so manche« gesunden, was sie wieder ihren Landsleuten wünschen würde.

»Und was wäre dies?"

Einen raschen, offenen Sinn, Zutraulichkeit und Gutmüthigkeit."

Sie haben diese Eigenschaften ziemlich rasch entdeckt," weinte Gräfin Helene.

Was mit einer Nation verwebt ist, das drängt sich

5. Ueber Beschwerden gegen Strasfest - setzungen de« G e nos se n s ch a ft Sv o r st a n d e S entscheidet in den Fällen des § 43 dieses Gesetzes in Verbindung mit § 149 des Gewerbe-UnfallversicherungS- gesetzes der Regierungs-Präsident, in dessen Bezirk der Sitz des Betriebe« gelegen ist. Im Stadtkreise Berlin tritt an die Stelle des Regierungspräsidenten der Polizei- Präsident.

Berlin, den 9. August 1900.

Der Minister Der für Handel und Gewerbe. Minister de« Innern.

In Vertretung: Im Auftrage:

Lohmann. Kruse.

Die erste Schulstelle in Heringen, mit welcher Kirchendienst verbunden ist, wird in Folge Pensionierung de« jetzigen Inhabers vom 1, Oktober d. I. ab frei.

Bewerber um dieselbe wollen ihre MeldungSgesuche nebst Zeugnissen innerhalb 10 Tagen bei dem König­lichen OrtSschulinspektor Herrn Pfarrer Wicke in Heringen oder bem Unterzeichneten einreichen.

Da« Einkommen der Stelle besteht neben freier Wohnung in 1100 Mk. Grundgehalt und 170 Mk. Kirchendienstvergütung. Der Einheitssatz der Alters­zulage beträgt 130 Mk.

Hersfeld, den 24. August 1900.

Namens des Schulvorstandes von Heringe«. Der Königliche Landrath.

J. V.: Braun, Kreisdeputierter.

Hersfeld, den 27. August 1900.

Für die Pflege der nach China entsandten Truppen (Kreisblatt Nr. 84) sind weiter eingegangen: von der Gemeinde Hattenbach 30,50 Mk.

Kemmerode 7,70 Kleinensee 13,95 Philippsthal 102,20 Rotensee 14,00 Wölfershausen 28,00 außerdem von» Frauen-Verein zu Philippsthal 10,00 Mk.

Der Königliche Landrath.

J. V.: Braun, Kreisdepulierter.

Hersfeld, den 27. August 1900.

Die Erledigung der Verfügung vom 20. August d. I., J. I. 4450, Kreisblatt Nr. 97, die Einreichung des Verzeichnisse« der selbstständigen gewerbesteuerfreien

einem in den ersten Stunden auf," gab Elisabeth zur Antwort.

Sie besitzen eine große Offenheit, indem Sie die« gestehen: man pflegt nicht gerne ein fremde« Land zu loben."

Exzellenz haben ja auch meinem Vaterlande Gerech­tigkeit widerfahren lassen.

Und da meinen Sie, mir vergelten zu müssen . .* Ein schwaches Lächeln glitt über die Züge der strengen Frau.

Ich bin davon überzeugt, Frau Gräfin, barum hab' ich e« geäußert," versetzte Elisabeth einfach.Die Ge­fälligkeit im Urtheile wäre eine Heuchelei wie jede andere- Exzellenz sagten, daß man nicht gern ein fremdes Land lobe, ich möchte die Behauptung mildern, man hört nur nicht gerne sein eigene« von Fremden getadelt.

Da« wird wohl bei allem der Fall sein, was wir besitzen, sprach die Gräfin nach einer Pause mit tiefem Ernste,und die« um so mehr, je eigener uns die« eigen ist. Ich glaube kaum, daß e« vernünftige Mütter giebt, die die Fehler ihrer Kinder nicht kennen. Nur von anderen wollen sie nicht darauf aufmerksam gemacht werden, und vor anderen wollen sie es sorgsam ver­hüllen, und die« umsomehr, je mehr sie davon überzeugt sind . . ."

War die» beziehungsweise gesprochen ? Kannte die stolze Frau die Fehler ihres Sohne«? Die Meldung, daß angespannt sei, »nachte dem Gespräch ein Ende,

Handwerker betreffend, bringe ich hiermit in Erinnerung, mit Frist bi« zum I. September d. J. bei Meidung von 3 Mk. Ordnungsstrafe.

J. I. 4450. Der Königliche Landrath

I. V.: Braun, Kreisdeputierter.

Steckbrief.

Gegen den unten beschriebenen Schlosser Philipp Friedrich Vincenz H o f f m a n n , geboren am 8. Novem­ber 1859 zu Hattenbach, Kreis Herrfeld, welcher flüchtig ist oder sich verborgen hält, ist die Untersuchungshaft wegen Diebstahls verhängt.

Es wird ersucht, denselben zu verhaften und in das nächste Gerichtsgefängniß abzuliefern, sowie zu den hiesigen Akten I. II. Nr. 1161/00 sofort Mittheilung zu machen.

Cassel, den 18. August 1900.

Der Königliche Erste Staatsanwalt.

J. V.: gez. M a n t e l l.

Beschreibung: Alter: 40 Jahre; Größe 1 m 70 cm; Statur: mittel; Haare: braun; Augen: braun; Nase: gewöhnlich; Bart: blonder Schnurrbart; Gesicht: breit; Gesichtsfarbe: gesund. Besondere Kennzeichen: Auf dem rechten Arm: eine Tänzerin, auf dem linken Arm: ein Soldat und ein Lorbeerkranz tätowirt.

Nichtanülicher Theil.

C«ma.

(Die Mächte nach dem Entsatz von Peking.)

Die französische Presse bekämpft, wie die englische, sehr energisch den Gedanken, schon jetzt mit Li-Hung- Tschang Friedens-Verhandlungen für China zu eröffnen. DerFigaro" hat sogar erklärt, erst müsse der Oberst- kommandierende in Pelschili, Graf Waldersee, sein Amt angetreten haben, bevor die Frage nach dem Zeitpunkt der Einstellung des militärischen Vorgehen« entschieden werden könne. Die Gestallüng der Lage auf dem Schau­platz der Feindseligkeiten giebt dieser Auffassung Recht. Von neuem haben chinesische Streitkräfte versucht, Tientsin zu bedrohen und im Rücken der in Peking stehenden Entsatztruppen Boden zu gewinnen. Auch die Kaiserin-Wittwe hat ihre Flucht aus der Hauptstadt in Form eines militärisch gedeckten Rückzuges angetreten und wird zweifellos unterwegs ihre Anhänger weiter um sich zu scharen bemüht sein.

und Elisabeth machte sich bereit, mit den Kindern au«- zufahren.

V.

Es war ein Tag, wo da« Schloß viele Gäste sah. Der Geburtstag de« Grafen war gekommen, und die Gräfin pflegte ihn, wenn ihr Sohn zu Hause war, ihrem Stande gemäß zu feiern und da sie in der ganzen Gegend bei ihren Standesgenossen im hohen Ansehen stand, so beeilte sich ein jeder gern, ihr seine Theilnahme zu bezeugen, wenn sich einmal die Gelegenheit bot, uno so hatten sich die Adelsfamilien aus der ganzen Um* gegenb, die Offiziere der naheliegenden Garnisonen und die höheren Beamten aus dem Städtchen T. ein­gefunden.

Es gab viel zu thun, und Elisabefh stand der Gräfin tüchtig zur Seite, wie und wo sie konnte. Sie half die Räume schmücken, ordne»« da« Büffett und die Tafel und half sogar in der Küche aus, da die Gräfin über Unpäßlichkeit klagte, und es ihr schwer wurde, alles allein zu besorgen, und die Gräfin, so sehr fie in Anspruch genommen war, konnte doch nicht umhin, im stillen den Charakter ihrer Gesellschafterin zu bewundern. Es war ein solch merkwürdiger Gegensatz in ihr. Diese Bereit- Willigkeit, helfend einzugreifen, jeden Dienst zu leisten, wenn nur irgend jemandem die geringste Erleichterung dadurch wurde, und in vielen Dingen wieder ein solcher Stolz eine solche Unnahbarkeit.

Geza ging mit Graf Palsy und noch einigen andern