j Muffes, und die deutsche Regierung nimmt sie unbean- i^ standet auf, soweit sie sich den LandeSgesetzen unterordnen, i * was fast ausnahmslos der Fall ist. Die neuen Ein- ,' wanderer sind durchgehends wohlhabende Herdenbesitzer L mit durchschnittlich 500—1000 Lstr. Vermögen. In iS diesem Punkte erfüllen sie die erste Bedingung, daß näm- 1 - lich nur wohlhabende Buren zugelassen werden sollen, ‘ vollauf. Das Gesetz zwingt sie aber ferner auch zum t Ankauf von Ländereien und dem Bau von Wohnhäusern, , ' um dadurch ihre Seßhaftigkeit verbürgt zu fehen. Bisher , sind etwa 200 Buren in den letzten Monaten einge- .^ wandert und der Zuzug hält ununterbrochen an, ja aller J Wahrscheinlichkeit nach wächst er sogar. Die deutschen Behörden stehen der Bewegung sympathisch gegenüber ' . und kommen mit den Buren gut aus. Letztere sind von glühendem Haß gegen die Engländer beseelt und bedauern, - nicht schon früher aus deutsches Gebiet ausgewandert zu sein, welches ihnen längst als ein wirthschaftlich weit besser gestelltes Land bekannt gewesen sei.
Letztere Angaben wurden schon oft von Leuten be- stätigt, welche Namaqualand kennen. Die deutsche Seite des OranjegebieteS übertrifft die englische thatsächlich in * jeder Beziehung. Während letztere zu den ärmsten und trockensten Strichen Südafrikas gehört, zeichnet sich das deutsche Gebiet durch weit stärkeren Regenfall und die ® große Menge feiner Untergrundwaffer aus, welches überall leicht zu erschließen ist, ja vielfach sogar selbst quellen- artig zu Tage tritt._____________________
4 Jer Krieg in Sitafrili.
6« Eine nichtamtliche Meldung berichtet über ein weiteres l« Zurückweichen der britischen Hauptmacht:
1N ' London, 14. August. Die „Daily Mail" meldet @e aus Sourenvo Marques vom 13. August: Die Buren ufr haben Machadodorp verlassen und besetzten Water- « vaalonder. Ein bedeutender Theil der Zelte und des eck Barackenlagers Louis Bothas sind bei Delmanthua am i* letzten Sonnabend durch Feuer zerstört worden.
W Jedenfalls sind die Buren damit noch nicht von der W Bahn nach Delagoa abgedrängt. — Im Westen Trans- i«: vaals dagegen geben die Engländer weiter Fersengeld: chii' London, 14. August. Das „Reuter Bureau" M meldet aus Cradock von gestern; Ein Telegramm der L „Midland News" aus Bryburg besagt, daß General HL Carrington die Vorräthe in Zeerust verbrannt und sich kgir nach Malmani zurückgezogen habe. Viele Flüchtlinge M- sind in Vcyburg angekommen, welches für den Fall »M eines Angriffes gut gerüstet sei.
* Aus Zrosiliz unb Vchdargebiel.
im * Vom 1. Januar 1901 ab sind für das A b t r a g e n j^ der durch die Post bezogene.» Zeitungen uj; und Zeitschriften im Orts- und Landbestellbezirke u für jedes Exemplar monatlich zu entrichten 2 Pfg , wenn 4 sie seltener als wöchentlich einmal bestellt werden, 4 Pfg., ^ wenn sie wöchentlich einmal bestellt werden, 6 Pfg. für ^ zweimal wöchentliche Bestellung, 8 für dreimalige, 10 y für viermalige, 12 für fünfmalige, 14 für sechs- und j4 siebenmalige, 16 für achtmalige, 18 für neunmalige, 20 ,t ; für zehnmalige, 22 für elfmalige, 24 für zwölf- bis vierzehnmalige, 26 für fünfzehnmalige, 28 für fechzehn- p, malige, 30 für siebzehnmalige, 32 für achtzehn- bis ein» ^ undzwanzigmalige. Für die amtlichen Verordnnngs- blätter ist eine Gebühr von 2 Pfg. zu zahlen. Das Zeitungsbestellgeld wird für die Dauer der Bezugszeit im Voraus erhoben, und zwar vom 1. des Monats ab, . ,E in welchem die Abtragung beginnt. Die Bestellung er- . 1^1 folgt so oft, wie Gelegenheit dazu vorhanden ist.
.M * Der Justizminister weist die Gefängnißvorsteher bei M Mittheilung der bereits bekannten Instruktion des .^i Ministers des Innern vom 30. Juni d. I. über die H Stellung unter Polizeiaufsicht an, der ( j| Landespolizeibehörde, zu deren Bezirk der Ort gehört, AJ nach dem der mit Zulässigkeit der Polizeiaufsicht Ver- ^ urtheilte entlasten wird, zeitig ein Zeugniß über die LU Führung des Verurtheilten während der Strafverbüßung zu überfenden. Bei länger dauernden Strafen soll die ... Ueberfendung sechs Wochen vor der Entlastung stattfinden. g Zugleich mit diesem Zeugnisse haben die Gefängnißvor- 1 steher ein Gutachten über die Angemessenheit der Polizei- aussicht zu übersenden. Vor der Erstattung des Gut- «F achtens soll der zuständige Gefängnißgeistliche, und, wenn bei dem Gefängniß eine Beamtenkonferenz besteht, auch '7 diese gehört werden. In dem Gutachten ist anzugeben, «'^ °b und in welcher Weise der zur Entlastung Kommende !l« M sich der für entlassene Gefangene angeordneten Fürsorge >N W unterstellt hat.
L. ®Yr$ Hagelschlag haben im vergangenen ,o"nt einzelne hessische und nassauische Landgemeinden 11' erheblich gelitten. An manchen Orten ist 3/4 der Ernte % ®enn$m Namentlich die Lahnorte Braunfeld, Burg. 1™ m' ^"U^obe, Biskirchen wurden schwer heimgesucht, ermittelte schaden beträgt in einzelnen dieser Orte bF 5—7000 Mk., in einem gar 40 000 Mk.
® *6 Frankfurter Herbstmesse beginnt ß» in diesem Jahr am 29. August und endet am 18. Sep- tember. Die Herbstledermeste beginnt am 10. September n 1 und endet mit dem 14. September.
"5 • Hersfeld, 15. August. Nach dem Erlaß des i Staatssekretärs vom 1. Januar d. I. über die Neuregelung M' der Beamtenverhältnisse der Post- und Telearaphenver» E waltung (Postamtsblatt Nr. 1.) gelten künftig als i C Sek r et ä r st e l l e n lediglich solche Stellen des tech- F1 "sichen Post- und Telegraphendienstes, die eine erhöhte
Wichtigkeit und Verantwortlichkeit in sich schließen. Als Sekcetärstellen würden danach in Betracht kommen: Stelle für Vorsteher von Post- und Telegraphenzweigstellen. Fernsprech-Vermittlungsanstallten und solche Betriebsstellen, deren Umfang die Ausbringung einer Ober-Sekretärstelle noch nicht rechtfertigt, Stellen für Beamte, die ausschließlich oder doch in erheblicherem Umfange wichtige AufsichtS-, Prüfungs- oder Abrechnungs- geschäste wahrnehmen, ferner Stellen für solche Beamte bei kleineren Post- und Telegraphenämtern I, Kl. und bei verkehrsreicheren Postämtern II. Kl., die den Amtsvorsteher bei den Aufsichtsgeschäften und auch sonst in der Sicherung des Dienstes wesentlich zu unterstützen und erforderlichenfalls auch zu vertreten haben. Auch für wichtige Bahnposten und für Amtsbureaus bei großen Post- und Telegraphenämtern können Sekretärstellen in Aussicht genommen werden. Den Sekretären ist also wie den Obersekcetären ein fester, im Voraus bestimmter Geschäftskreis zugewiesen. — Nachdem die Ober-Postdirektionen festgestellt haben, schreibt die „Dtsch. Verkehrs-Ztg.", wo und wie viele Sekcetärstellen im technischen Dienste nothwendig sind, ist mit der Einrich- tung der neuen Sekcetärstellen begonnen werden. In erster Linie kommen für die neu geschaffene Sekretär- stellung die vorhandenen Post- und Telegraphensekretäre in Betracht, weiter können hierfür auch Postpraktikanten und solche Assistenten bestimmt werden, die die Sekretärprüfung bestanden haben. Versetzungen etatsmäßig angestellter Beamten werden aus Anlaß der Neuordnung im Allgemeinen nicht vorgenommen. Die Neuregelung bedingt eine anderweitige Vertheilung der Sekretärstellen. Diese läßt sich natürlich erst nach und nach durchführen, zunächst ist durch die Neuordnung in dem Bestände der den Ober-Postdirektionen zugewiesenen etatsmäßigen Sekcetärstellen nichs geändert. Soweit Postpraktikanten oder Assistenten mit der Wahrnehmung von Sekretärgeschäften beauftragt werden, ist deren Diensteinkommen, bis Sekcetärstellen zur Verfügung stehen, in der bisherigen Weise in Hülfsarbeiter- oder Assistentenstellen zu verrechnen. Zur Einrichtung neuer Sekretärstellen ist die Genehmigung des ReichS-Postamts erforderlich.
):( Hersfeld, 15. August. Das 3. Garde- Regiment zuFuß und seine ehemaligen Angehörigen enthüllen am 25. September das den Gefallenen des Regiments auf dem Schlachtfelde von St. Privat gesetzte Denkmal. Zur Fahrt nach Metz erhalten alle Angehörigen des Regiments, welche einen Beitrag zum Denkmalsfonds gestiftet haben oder noch stiften, Militärfahr- karten. Alle Sammellisten sind bis Ende August zu schließen und diese Beträge, sowie sonstige Spenden a n das 3. Garde-Regiment z u Fuß (Denkmals-Angelegenheit) Berlin SO. 33. zu senden, von wo aus die Einladungen an die Spender erfolgen werden. Für diese besorgt das Regiment auf Wunsch auch in Metz billiges Quartier.
Hersfeld, 15. August. Nach der neuesten amtlichen Lebensmittelpreistabelle für Preußen ist der Durchschnittspreis des Weizens von 153 auf 156 Mk. gestiegen, während der Roggen den Durchschnittspreis von 150 auf 149 Mk. ermäßigt hat. Die Gerste kostet 145 gegen 142 Mk. Der Hafer ist überall, außer in Schlesien, wo er um 1 bis 3 Mk. billiger geworden ist, im Preise etwas gestiegen. Auch die Kartoffeln sind theurer geworden und kosten 61,5 gegen 55,4 Mk. Der Heupreis ist von 65 auf 63,3 Mk. zurück gegangen, wogegen das Stroh seinen Durchschnittspreis von 42 auf 44,3 Mk. erhöht hat; ferner ist der Preis für Rindsteisch im Großhandel von 1060 auf 1076 Mk. gestiegen.
Gaffel, 15. August. Ihre Majestät die Kaiserin fuhr gestern Vormittag von Schloß Wilhelmshöhe nach Cassel zum Besuche verschiedener Wohlthätigkeitsanstalten. Am Nachmittag fuhr die Kaiserin nach Kirchditmold und besuchte dort die Kochschule des Vaterländischen Frauen- vereins. — Se. Majestät der Kaiser kehrt heute Abend von den Truppenübungen bei Munster nach Wilhelmshöhe zurück. — Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin werden in Begleitung des Prinzen Joachim und der Prinzessin Victoria Luise am 24. ds. Mts. Schloß Wilhelmshöhe verlassen und sich zunächst nach Erfurt begeben, um an der für den 25. b. Mts. festgesetzten Enthüllung des Kaiser Wilhelm-Denkmals theilzunehmen. Von dort aus erfolgt die Rückreise direkt nach dem Neuen Palais b^t Potsdam, wohin alsdann das Kaiserliche Hoflager für den Nest des Sommers verlegt werden wird.
Gaffel, 14 August. Heute früh 8 Uhr trat vom Friedrichsplatze aus, wo die Schwadronen sich versammelt hatten, das Husaren-Regiment Hessen-Homburg den Marsch nach dem Manövergelände an. Das Dragoner- Regiment Freiherr von Manteuffel, welches gestern Vormittag seine Garnison HofgeiSmar verließ, traf ebenfalls auf dem Marsch nach dem Manövergelände begriffen, hier ein und bezog in den Ortschaften nördlich und westlich von Cassel Quartiere. Dasselbe setzt seinen Marsch heute fort und wird unweit Vacha zunächst allein im Regimentsverbande, dann aber später mit dem Husaren- Regiment Hessen-Homburg vereint im Verbände der 22. Kavalleriebrigade üben.
Gaffel. Der geist- und humorvolle Bühnendichter Karl Laufs ist hier im 43, Lebensjahr gestorben. Er hat eine Reihe lustiger Stücke geschaffen, die, die Bühne beherrschend, seinen Namen der Geschichte des deutschen Theaters bauernb einverleiben müssen.
Gaffel, 14. August. Gestern Nachmittag verstarb dahier nach längerem schweren Leiden der Wirkt. Geh.
Kriegsrath Herr Eduard Klemm, weiland Intendant des 11. Armeekorps.
Marburg, 12. August. In hiesiger Umgegend treibt sich ein Unbekannter umher, der unter Vorlage einer Postkarte, in der ihm der Tod seiner Mutter angezeigt wird, Reisegeld erschwindelt. Besonders sucht er Geistliche auf. Er nennt sich Müller, ist 25 bis 30 Jahre alt, untersetzt, hat dunkles Haar, dunkeln kleinen Schnurrbart, anständige Kleidung.
Obersuhl, 13. August. Um nicht in die Schule gehen zu müssen, wo er in letzter Zeit wegen Ungebührlich, feiten bestraft worden war, versuchte sich der 13 jährige Arthur K. zu Richelsdorf mit dem Gewehr seines Vaters, das er aus einem verschlossenen Bretterverschlag genommen, zu erschießen. Der Schuß verletzte den linken Oberarm. (R. Kr.)
Fritzlar. Der Bürgermeister von Obervorschütz hat sich freiwillig der Staatsanwalt gestellt unter der Selbst- beschuldigung, amtliche Gelder in erheblicher Höhe veruntreut zu haben.
Witzenhausen, 13. Augnst. In dem benachbarten Hohengandern wurde gestern beim Einfahren von Getreide der Knecht des Landwirths Baumgarten von dem von ihm begleiteten hochbeladenen Wagen überfahren und war sofort eine Leiche.
Hanau, 14. August. Ein recht betrübender Unglücks» fall, leider mit tödtlichem Ausgange, ereignete sich gestern Nachmittag in der chemischen Fabrik zu Mainkur. Der in der genannten Fabrik thätige 36 Jahre alte Comptorist Friedrich Conrad Haas, in Enkheim wohnhaft, war betraut mit der Aufsicht über einen im Rangiergeleise der Fabrik stehenden, mit Glasscherben zu beladenden Eisenbahnwagen. Dicht an dem Wagen, auf demselben Geleise, stand ein anderer Güterwagen und, von Haas jedenfalls unbemerkt, wurde noch ein dritter leerer Kolliwagen herangeschoben. Haas ging zwischen den beiden ersteren Wagen hindurch und in dem Augenblicke, als er auf der einen Seite heraustreten wollte, prallten die Wagen aneinander und Haas war unglücklicher Weise zwischen die Puffer gerathen. Noch lebend wurde er ins Krankenzimmer der Fabrik gebracht, verschied aber eine halbe Stunde später an den erhaltenen Verletzungen.
Gieffen, 11. August. Die Zahl der hierselbst immatrikulierten Studierenden ist im Sommersemester 1900 um 5 pCt. gestiegen. Sie beträgt jcht 860.
Verwischtes.
— Hamburg, 14, August. Der Hamburger Schnelldampfer „Deutschland", welcher heute morgen von New-Aork kommend wohlbehalten in Plymouth eing?» troffen ist, hat die Reise in 5 Tagen, 11 Stunden 45 Minuten zurückgelegt. Das Schiff übertrifft damit den auf der letzten Reise schon geschaffenen Rekord als schnellster Postdampfer der Welt.
— (Rothhäutige M i l l i o n ä r i n.) Eine 17jährige Indianerin, die Tochter des Kiowa-Häuptlings „der schwarze Wolf", hat von dem „Rindvieh-König" John Dillon 1000 000 Lstr. geerbt. Vor sieben Jahren, als Dillon noch auf seinem Roncho am Rio Grande lebte, hatte einer seiner indianischen Cowboys den Plan gefaßt, ihn Nachts zu ermorden. Das damals erst 10 Jahre alte Mädel entdeckte die Absicht ihres Stammesgenossen und verrieth ihn. Dillon legte eine Gliederpuppe in sein Bett, verbarg sich im Zimmer und erschoß den Mordgesellen, der die Puppe mit seinem Messer bearbeitete. Aus Datikbarkeil nahm sich der Rindvieh- König des Jndianermädchens an und beauftragte mit ihrer Erziehung den Bischof von Monterey, den er letztwillig auch zu ihrem Vormund bestellte. Da John Dillon keine Verwandten hinterließ, so durfte sein Testament auch von Niemand angesochten werden und die rothhäutige Schönheit ungestört im Besitz ihrer 20 Millionen-Ecb- schaft bleiben.
Ueber die Ausreise der T r u p p e u - Transport- d a m p f e r n a ch C h i n a liegen folgende letzten Meld - ungen vor:
Köln (N.D.L.) 11. August von Kobe
Frankfurt (N.D.L.) 3. „ in Singapore Wittekind (N.D.L.) 3. „ in Singapore Dresden (N.D.L.) 9. „ in Suez Halle (N.D.L.) 9. „ in Suez Batavia (H.A.L.) 10. „ in Suez Gera (N.D.L.) 14. „ von Malta Sardinia (H.A.L.) 14. „ in Suez Straßburg (N.D.L.) 14. „ in Port-Said Aachen (N.D.L.) 14. „ in Suez Rhein (N.D.L.) 14. „ in Port-Said Adria (H.A.L.) 8. „ Gibraltar passirt H. H. Meier (N.D.L.) 10. „ Gibraltar passirt Phönicia (H.A.L.) 10. „ Gibraltar passirt Bremen, den 14. August 1900.
Norddeutscher Lloyd. Hamburg Amerika-Linie.
Uerkaufsknrs der Lmhtskrei>ilkaffeii-Sljjiili>»trschrÄiiiigtii. Serie 18 (3</4 70) 93 °/0 , 19 (3•/, 7o) 96 »/0 „ 30 (4 o/o) 100«/.
Landesrenterei Hersfeld.