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Nichtamtlicher Theil.

Lhina.

Im Anschluß an die Ernennung der General-Feld- marschalls Grafen von Waldersee zum Ober- kommandirenden in China bringt dieKreuzzeitung" unter dem 10. August folgende Mittheilung:

Gestern Nachmittag traf der General-Feldmarschall in Berlin ein und nahm mit seiner Gemahlin imHotel Kaiserhof" Wohnung. Sr. Majestät dem Kaiser ist vom Grafen Waldersee in Cassel die Liste für den Stab der Oberkommandos unterbreitet worden. Dem Vernehmen nach wird derselbe allein mindestens 30 deutsche Offiziere zählen, zu denen dann noch die fremdländischen Offiziere als Vertreter ihrer Staaten im Hauptquartier hinzu­kommen. Zum Stäbe gehört auch je ein bayerischer, württembergischer und sächsischer Offizier, sowie ein höherer Marineoffizier. Zum Chef des Stabes beim Grafen Waldersee ist der Generalmajor von Groß von Schwartzhoff, Kommandeur der 1. Ostastatischen Brigade, ernannt, zum Ober-Quartiermeister der Oberst Frhr. v. Gayl, der als langjähriger Chef des Generalstabs des 9. Armeekorps dem Grafen Waldersee schon dienstlich näher gestanden hat. Die Ernennung der andern Mit­glieder des Stabes steht demnächst bevor, doch ist es erklärlich, daß die Anfrage u. s. w. bei den verschiedenen Offizieren, deren mancher zudem auf Urlaub ist, einige Zeit beansprucht. Graf Waldersee wird sich morgen auf kurze Zeit nach Hannover begeben, um noch einige häus­liche Angelegenheiten zu bestellen. Die Abreise des Ober­befehlshabers Grafen Waldersee nach China wird am 21. August von Genua aus auf dem Postdampfer Sachsen" erfolgen. Die Ankunft in Shanghai ist am 22. September zu erwarten. Shanghai wird auch zu- nächst der Sitz des Oberkommandos sein.

DerKölnischen Zeitung" wird aus Kiel vom 9. d. M. berichtet: Zu der wiederholt gemeldeten Ent­sendung der beiden Ersatz-Seebataillone nach China er­fahren wir amtlich, daß eine derartige Maßregel bisher nicht geplant sei. Die Ersatzbataillone haben jetzt die Stärke, die das erste und zweite Bataillon vor der Mobil­machung hatten. Am 3. Oktober werden die Rekruten der beiden Stammkompagnieen des 3. Seebataillons ein­gestellt und nach erfolgter Ausbildung nach Tsingtau befördert. Die für das erste und zweite Ersatz-Seebataillon bestimmten Rekruten treffen am 3. November in Kiel bezw. Wilhelmshaven ein und bleiben in der Heimath. Beide Bataillone gehen alsdann über die Friedensstärke hinaus. Man nimmt an, daß die überzähligen Mann­schaften als Ersatz für Kranke, Verwundete und Gefallene nach China entsandt werden. Die Inspektion der Marine- Infanterie hat inheß darüber disher weder Weisungen empfangen noch Anordnungen getroffen."

Laut derRussischen Telegraphen-Agentur" schreibt der PetersburgerRegierungsbote":Am 9. August er­hielt das Ministerium des Aeußeren unmittelbar von dem Kaiserlich russischen Gesandten in Peking ein Tele­gramm, das offenbar mit Expreßboten dem örtlichen Damen der Provinz-Hauptstadt Tsinan übermittelt und durch dieses Damen telegraphisch nach dem Bestimmungs­ort befördert wurde. In dieser Depesche meldet der Gesandte v. Giers, daß der Belagerungszustand fort- dauere, und daß die Belagerten noch einigen Vorrath an Lebensmitteln hätten. Die chinesische Regierung schlage den Gesandtschaften vor, deren Telegramme zu über­mitteln, und bestehe auf der Abreise der Gesandten aus Peking. Da die Gesandten keine genügende Bürgschaften für ihre Sicherheit haben, antworteten sie, daß sie für ihre Abreise die Erlaubniß ihrer Regierung haben müßten. Mit Genehmigung des Kaiser» ist dem Gesandten v. Giers gestattet worden, mit dem ganzen Personal der Gesandt-

Reitermantel durch das ganze Zimmer flog.Guten Abend, Endre, wie kommst du hierher?" wandle er sich dann an einen jungen, schlanken Mann mit einem hübschen, freundlichen Gesicht, den er herzlicher als alle anderen begrüßte.

Ich bin auf Urlaub zu Hause," versetzte der Ma­jor, Graf Endre Pafy.

Und ich komme auf Urlaub," bemerkte Geza.Und die anderen Herrn hier?" wandle er sich dann fragend an diese.

Wir waren zum Manöver in Preßburg."

Und sind alle verurtheilt, auf der Pferdebahn nach Hause zu fahren," sagte Geza. Da muß man sich vor­her mit etwas stärken. Die Kameraden trinken Bier, ich will Warmes bestellen. ... He Julko," rief er mit einer Stimme, die wie leiser Donner durch die Stube rollte.Einige Flaschen Grog und reine Gläser dazu, und alles in zehn Minuten auf den Tisch! Du kennst mich, ich gehöre nicht zu den Geduldigen und nicht zu den Sanften."(Fortsetzung folgt.)

Berlin, 10. August. Die h ö ch st e n P r o z e ß - kosten, die wohl jemals in unserem Landgerichtsbezirk zu bezahlen gewesen sind, hat der Baron von Gustedt jetzt zu zahlen. Der Baron hatte in der letzten Instanz den Millionenprozeß gegen die Bank von Anhalt u. Wagener in Berlin u. s. w. verloren; der Prozeß hatte seiner Zeit viel Aufsehen gemacht Nun soll Herr v. Gustedt nicht weniger als 176000 Mk. Gerichtskosten bezahlen und kann diese Summe nicht aufbringen. Er hat deswegen, wie demGen-Anz." für die gefammte Neumark aus Berlin mitgetheilt wird, ein Gnadengesuch

schaft und der Landungstruppe nach Tientsin abzureisen, aber nur in dem Falle, daß die in Peking befindliche Regierung und der Kaiser von China die sichersten Bürg­schaften bieten, daß die Abreise völlig gefahrlos vor sich gehen könne. Gleichzeitig ist der Gesandte v. GierS an­gewiesen worden, auf die schwere Verantwortung auf­merksam zu machen, welche China und den Kaiser von China trifft, im Falle die Unverletzlichkeit aller der Per­sonen auch nur im Geringsten angetastet werde, welche gleichzeitig mit dem russischen Gesandten nach Tientsin reisen, sobald die Abreise möglich ist."

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AuS Shanghai berichtet einReuter"-Telegramm vom 9. August: Die hiesigen chinesischen Kaufleute rich­teten eine Petition an die ausländischen Vertreter gegen die Landung von europäischen Truppen, da ein solches Vorgehen unter den Chinesen eine Panik hervorrufen würde. Es verlautet, es würden Vorkehrungen zur Landung von 2500 Mann getroffen. Ein chinesischer Beamter sagte, Li-Ping-Heng sei mit 15000 gut ausge­bildeten Soldaten nach Jangtsun marschirt, um den Ver­bündeten dort entgegenzutreten.

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Nach einem Drahtbericht aus Petersburg sind dem russischen Generalstabe am 10. August nachfolgende Meldungen zvgegangen: General Gribski berichtet: Der hartnäckige Kampf bei Aigun am 4. d. M. endete mit der Flucht des Feindes theils in der Richtung gegen Tsitsikar, theils den Amur abwärts. Zur Verfolgung des Feindes in beiden Richtungen wurden Truppen aller Waffengattungen beordert. General Rennenkampf rückte auf der Straße von Tsitsikar am 6. d. M. mit einer Reiterkolonne und Artillerie vor und stieß am folgenden Tage 45 Werft hinter Aigun auf eine chinesische Ab­theilung von 3000 Mann Infanterie und 400 Reitern mit 12 Geschützen. Das äußerst koupirte und gebirgige Terrain verhinderte einen Angriff der Kavallerie, weS- halb die Kosaken meistens zu Fuß kämpfen mußten. General Rennenkampf bekam alsdann Hülfe von allen Waffengattungen. General Gribski lobt namentlich die Energie und Anordnungen des Generals Subbotitsch sowie die Tapferkeit und brave Haltung der Truppen und einiger Bewohner von Blagowjeschtschensk. Oberst Pflug berichtet unter dem 5. August aus Port Arthur, daß General Fleischer mit seiner aus Infanterie, Artillerie und zwei Schwadronen Eisenbahnschutzwache bestehenden Abtheilung auf Jnkon und Gaitschon vorrückt. Dem Obersten Chorunshenkow wurde besohlen, Gaitschon von Osten her anzugreifen. Oberst Dombrowski rückte von Daschiziao vom Norden her vor und schickte Frei­willige und Kosaken aus, um dem Feinde den Rückzug abzuschneiden, während von Jnkon aus die Abtheilung des Generals Fleischer verrückte. Als die Chinesen er­kannten, daß die Russen von allen Seiten vorrückten, flohen sie nach Osten zu und konnten von den ermüdeten Truppen, nachdem letztere 35 Werft marschirt waren, nicht weiter verfolgt werden. Erbeutet wurden 12 alte Geschütze, Gewehre und Munition. Die Verluste aus russischer Seite sind unbedeutend.

D o k o h a m a , 10. August. (Telegramm desReuter- schen Bureaus".) Amtlich wird gemeldet, daß die Ver­luste der Japaner bei Peitsang 200 Todte und Ver­wundete betragen.

Washington, 11. August. Der amerikanische Consul in Canlon erhielt von dem Gesandten Conger ein am 10. August ab Tsinanfu expedirtes Telegramm, in welchem Conger meldet, daß die Gesandtschaft noch immer belagert und die Lage eine verzweifelte sei. Aber was auch werden möge, wir werden aushalten bis an's Ende."

Berlin, 10. August. Das Königliche Kriegs­ministerium theilt über die Fahrt der Truppentransport- I schiffe mit:Batavia" hat den Suezkanal in 17 Stunden

an den Kaiser eingereicht und um Niederschlagung dieser Summe gebeten. Zur Zeit finden nach dieser Richtung hin Ermittlungen statt.

Ueber die Frechheiten eines Engländers berichtet dieKöln. Ztg." folgendes: Am vorigen Montag nahm in B a f e l ein Engländer mit einigen Damen im V-Zug nach Straßburg Platz. Der Schaffner hatte viel Mühe, dieHerrschaften" richtig unterzubringen und entledigte sich dieser Aufgabe mit größter Bereitwilligkeit. Als er unterwegs die Platzkartengebühr erhob, bot der Führer der Gruppe schweizerisches Geld in Zahlung an. Als der Schaffner dieses mit Recht ablehnte, geriet der Eng­länder so in Zorn, daß er den Beamten i n s Gesicht schlug. Die Folgen blieben nicht aus. Es war inzwischen nach Straßburg telegraphische Anzeige von dem Vorfall ergangen, und als der Zug dort ein- traf, wurde der Engländer festgenommen. Die Damen, die mit ihm die Reise nach England fortsetzen wollten, sahen sich veranlaßt, ebenfalls in Straßburg zurückzubleiben. Hoffentlich wird dem Sohne Albions ein gründlicher Denkzettel zu theil.

Wie aus Hamburg gemeldet wird, ist der im Eppendorfer Krankenhause isolirte Pestkranke, der Steward Ranhul, gestern gestorben. Alle anderen unter ärztlicher Beobachtung stehenden Personen befinden sich wohl.

(D c rK o m p a g n i e - B e r s ch a n d l e r".) Ein lustiges Stückchen wird aus Salzburg berichtet. Vor einigen Wochen nahm dortselbst Erzherzog Eugen eine allgemeine Truppenbesichtigung vor, zu der selbst­verständlich alles, was eine Waffe trug, ausrücken mußte. Natürlich machte hiervon die brave Landwehr keine Aus-

als bisher größtes Schiff durchfahren. ,,Ph^. passirte 9. August Mittgas Kap Carvoeiro. GesuM die zustand der Truppen vortrefflich. Mi ........... --4 W. Politische Nachrichten. K

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Berlin, den 11. AuM dar

Se. Majestät der Kaiser ist gestern: n^ Wilhelmshöhe nach Mainz abgereist. An

Von Helgoland wird unterm 11. Auguil ftnl meldet: Die vor 10 Jahren erfolgte Einver^ th? ung Helgolands wurde gestern durch einen^ii zug, ein Feuerwerk, sowie Festbankett und M De gefeiert. Auf ein Huldigungstelegramm, welcher Kommandant der Insel an Se. Majestät den ^ bal gerichtet hatte, traf folgende Antwort ein:Der $ Be an dem Ich vor einem Dezennium die Bewohner U lands zur ersten Huldigung versammelt fanb, stehlt hast in Meinem Gedächtniß. Mit voller Befriedig blicke Ich dabei auf die Ausgestaltung zurück, weicht Insel und die Düne seitdem erfahren haben. $ das von Mir bethätigte warme Interesse immer na< Sporn für die Einwohner bleiben, in Arbeitsamkeil Sg Gemeindewesen weiter fördern zu helfen. Ich erf Sie, die Bewohner und Freunde der Insel unter. Ausdruck Meines Kaiserlichen Dankes für das Gelö!Q| unwandelbarer Treue, welches Ich gern entgti genommen habe, hiervon in Kenntniß zu ftj beu Wilhelm I. R." ba{

(Deutsche Interessen in C h i n a.j ^ai ihrer fortgesetzten Begeiferung der deutschen China-P ^n versucht es die an vaterlandsloser Gesinnung in® [af troffen dastehende Sozialdemokratie Deutschlands aich deutschen Interessen in China als unbedeutend jii'gj stellen, um so jede Auswendung von Machtmitteln M Behauptung unserer Stellung daselbst, als unnötig Ort scheinen zu lassen. Es dürfte daher angebracht f des dieser lügnerischen Entstellung durch Zeichnung fort wahren Sachverhalts den Boden zu entziehen. Ein! des satz des Kieler Professors der Staatswiffenschch fest Dr. Schuhmachers, eines Mannes, der die deutschen? des hältniffe in China aus eigener Anschauung grünt uni kennt, möge uns hierzu als Handhabe dienen. Presi voi Schuhmacher unterscheidet bei seiner Darstellung An deutschen Interessen in China die uns in Äiautfdjou we dem ganzen übrigen Schantung rechtlich zueikannte i St fluß-Sphäre von dem chinesischen Gesammtreiche. i der zunächst die Verhältnisse unseres Pachtgebietes Riaulii far anbelangt, so kann man hier, wo die Aussaat kam Ka

gönnen hat, natürlich noch nicht ernten wollen. 3» hin zeigen sich schon Ansätze einer gedeihlichen : a r Wicklung. So liefen vom 1. Oktober 1898 dir 6ai 15. September 1899 in unserem Hafen Tsingtau bG f#1 167 Dampfer ein. Aber erst, wenn die begann Hasenbauten vollendet sind, Tsingtau mit dem Sintert in Eisenbahn-Verbindung steht und im Hinterlandes moderne Entwicklung sich regt, erst dann wird B Besitzung im fernen Osten einen Aufschwung nehmen den gehegten Erwartungen entspricht. Deutsches M . ressen-Gebiet aber ist über Kiautschou hinaus die gesam ron Provinz Schantung. Hier haben wir die KonzessisE" für die Haupteisenbahnlinie und beh Bergbaubetrieb "" halten und auch schon den wichtigen Schritt von bli> Berechtigung zur Ausführung gemacht. Die SchanA . . Eisenbahn-Gesellschaft, die am 15. Juni 1899 mit ein: 8e Grundkapital von 54 Millionen Mark ins M - gerufen worden ist, hat alsbald mit dem Bau bet i , konzessionierten Bahnlinie von Tsingtau nach Tfinan/j * Hauptstadt Schantung«, begonnen. Das übermalen ^ für die ganze Bahnlinie, sämmtliche Brücken und gefammte erforderliche Fahrpark wird von deutschen V geliefert; deutsche Dampfschiff-Gesellschaften befolg ^

den ger bri schi Na sch nai Ml

nähme und stand stramm bereits lange vor der Anbl des hohen Herrn im Kasernenhofe. Nun bemerkte D der Hauptleute in Reih' und Glred einen Mann, * durch seinen BlähhalS und sein thatsächlich üoQtomffl' unmilitärisches Exterieur jedermann auffallen mußte. Hauptmann hatte Angst, bet Mannverschandle" die ganze Kompagnie und schickte denselben fort, mil ^

Auftrage, sich den ganzen Tag ja nicht sehen zu lab lis. Der gute Mann wanderte hinaus in die herrliche 1 bäi brunner Allee, lagerte sich unter einem der dichtbela^ Au Baumriesen und ergab sich dem Schlaf des GereW gu Doch schon nahte sich das Verhängniß. Der ErM du kam von der Stadt her gegen die Kaserne gefahren bemerkte den Landwehrmann. Dem hohen Herrn lf t" es auffallend, hier einen Soldaten zu finden, er ! wc Befehl zum Halten und ließ den Mann zum M va rufen, woselbst er ihn freundlich befragte, was er ; J treibe, warum er nicht bei der Truppe und ob er vie"'' ö1 krank sei? Der Marssohn war ganz paff, als er, plötzlich einem General gegenübersah, griff bann ; vorschriftsmäßig an seine Mütze und sprach:

ghorschamst, da Herr Hauptmann hat g'fagt. ? K vaschwind'n, i vaschandel eahm ganz' Kompagnie, U.. da hab i mi halt da 'raus g'flücht und unter'»« E g'legl!" Der Erzherzog lachte herzlich und sch«^ | Vaschandler" nach Hause.

(Vom Regen in b i e Traufe.^ ] Schwätzer:Sagen Sie nur Ihrem Manne, ich

daß er gestern während meine« Vortrag«-» laut geil" bei habe!" Frau:Mein Mann? Nein Wl, rf mi doch zu gebildet I Sollte er wirklich gesprochen ) & | dann hat er e» höchsten» im Schlaf gethan!