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Mir. 91

Aeiiftag in 11 August

11966

?*1W MüliH

ip.

betreffend

Amtlicher Theil.

Bekanntmachung,

die Außerkurssetzung der Reichs-Gold­münze« z« fünf Mark.

Vom 13. Juni 1900.

^ Auf Grund des Artikels I Absatz 2 des Gesetzes, K betreffend Aenderungen im Münzwesen, vom 1. Juni 1900 (Reichs-Gesetzblatt S. 250) hat der Bundesrath die nachsolgenden Bestimmungen getroffen.

N

Vom 1. Oktober 1900 ab gelten die Reichs-Gold- münze» zu fünf Mark nicht mehr als gesetzliches Zahl­ungsmittel. Es ist von diesem Zeitpunkt ab außer den mit der Einlösung beauftragten Kassen niemand ver­pflichtet, diese Münze in Zahlung zu nehmen.

H 8 2.

Bis zum 30. September 1901 werden Reichs-Gold- münzen zu fünf Mark bei den Reichs- und Landeskassen zu ihrem gesetzlichen Werth sowohl in Zahlung genommen als auch gegen Reichsmünzen umgetauscht.

§ 3.

Die Verpflichtung zur Annahme und zum Umtausche (§ 2) findet aus durchlöcherte und anders als durch den gewöhnlichen Umlauf im Gewichte verringerte sowie auf verfälschte Münzstücke keine Anwendung.

Berlin, den 13. Juni 1900.

Der Reichskanzler.

I. V.: gez. Freiherr von Thielmann.

genommen worden ist, daß vom Brande verschont ge­bliebene Gebäude bezw. Gebäudetheile selbst gegen den ausdrücklichen Einspruch des Oberbrandmeisters nieder­gerissen worden sind, so liegt der Verdacht sehr nahe, daß diese unberechtigten Maßnahmen hauptsächlich nur deshalb ergriffen worden sind, um eine möglichst hohe Brandentschädigung zu erzielen, bezw. den vom Brande Betroffenen oder deren Nachbarn auf Kosten der Societät zu Neubauten zu verhelfen. Der Landes-Ausschuß hat mich daher beauftragt, an Ew. Hochwohlgeboren das ergebenste Ersuchen zu richten, eine Jnstruirung der Brandmeister und bezw. der Ortspolizeibehörde» dahin gefälligst eintreten zu lassen, daß dieselben bei Bränden derartigen Mißbräuchen, welche geeignet stnd, die Inter­essen der Hessischen Brandversicherungs-Anstalt in hohem Maße zu schädigen, mit aller Energie entgegentreten und überall da, wo das Niederlegen von Gebäuden pp. er­folgt, ohne daß solches im Interesse des Löschwesens durchaus geboten war, die Schuldigen zur Anzeige bringen, damit deren Bestrafung wegen Sachbeschädigung pp. herbeigeführt werden kann.

Indem ich mich andurch dieses Auftrags entledige, ersuche ich Ew. Hochwohlgeboren ergebenst, auch mit Ihrem persönlichen Einfluß sich dieser für die Brand- versicherungS-Anstalt äußerst wichtigen Angelegenheit in geeigneter Weise annehmen zu wollen.

Der Landes-Direktor. I. A.: Dr. Knorz.

ausgebrochenen Feuer sich bietet, veranlasse ich die Herren Ortsvorstände des Kreises, thunlichst darauf hinzuwirken, daß jetzt, wo nach begonnener Ernte, die Scheuern mit brennbaren Stoffen angefüllt sind, soweit möglich e i n Jeder seine Vorräthe gegen Feuersgefahr versichert, damit im Falle eines Unglücks eine thun- lichst erreichbare Ausgleichung des erlittenen Schadens stattfinden möge.

Ich mache hierbei ausdrücklich daraus aufmerksam, daß nach dem Erlaß des Herren Ober-Präsidenten vom 28. Februar 1878 (okr. Kreisblatt Nr. 20) die Abhaltung von Hauskollekten aus Anlaß von Beschädigungen durch Brand ebensowenig wie bei H a g e l s ch la g genehmigt werden wird.

Gleichzeitig richte ich an die Kreisbewohner die dringende Mahnung, ein besonderes Augenmerk auf die sichere Aufbewahrung der Streichzündhölzer zu richten, damit namentlich unverständige Kinder nicht in deren Besitz gelangen und durch Spielen damit, wie schon oft geschehen, Feuerschaden verursachen. Die Herren Ortsvorstände wollen für thunlichste Bekanntwerdung des Gesagten Sorge tragen, und auch die Herren Lehrer hieraus Anlaß nehmen, in entsprechender Weise auf die Schulkinder einzuwirken.

I. 1. Nr. 4650; Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 13. August 1900.

Für die Pflege der nach China entsandten (KreiSblatt Nr. 84) sind weiter eingegangen:

Truppen

fte ,

1

>m

Herfeld, den 6. August 1900.

Nachstehend bringe ich ein Ausschreiben der Direktion der Hessischen BrandversicherungS-Anstalt vom 30. Juli 1888 Nr. 2653, betreffend Maßnahmen gegen unbefugtes Niederreißen vom Feuer verschont gebliebener Gebäude oder Theile von solchen, mit der Veranlassung zur Kennt- viß der Herren Ortsvorstände des Äretfee, mir vo» allen Fällen, wo ein Niederlegen von Gebäuden pp. erfolgt ist, ohne daß solches im Interesse des Löschwesens ge­boten gewesen wäre, Nachricht zu geben.

von

der

Gemeinde

Aua 13,60

Gittersdorf 11,10

Goßmannsrode 10,75

Mk.

ch Dir

I. 4552.

*

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

*

*

| Hessische Brandoerstcherungs-Anstalt.

Cassel, den 30. Juli 1888.

Nachdem in verschiedenen Brandschadenssällen wahr-

außerdem vorn

Heddersdorf

Hersfeld

Meckbach

Mengshaufen

Niederaula

Ransbach

Stärklos

Kriegerverein Meckbach

12,40 100,00

25,91 14,70

59,35 19,10

9,40 16,50

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersseld, den 10. August 1900.

Im Hinblick auf den Umstand, daß die Gefahr eines Brandunglücks um so größer ist, je mehr Nahrung dem

Cassel, den 8. August 1900.

Auf Grund des § 2 des Gesetzes über die Schon­zeiten des Wildes vom 26. Februar 1870 und des § 107 des Zuständigkeitsgesetzes vom 1. August 1883 wird der An­fang der diesjährigen Jagd auf Rebhühner, Haselwild und Wacheln

auf den 28 August 1900

auf Dachse, Hasen, Auer-, Birk- und Fasanenhennen

auf den 15. September 1900

festgesetzt.

Namens des Bezirksausschusses. Der Vorsitzende: J. V. * * *

Abschrift zur Kenntnißnahme und weiteren Veröffent­lichung.

Der Vorsitzende des Bezirksausschusses.

An die Herren Landräthe des Bezirks. * * *

Wird veröffentlicht. Herrfeld, den 11. August 1900.

I. 4657. Der Königliche Landrath

Freiherr von Scheinitz,

Geheimer Regierungs-Rath.

Dill deutsches Mädchen.

Roman von K. Deutsch.

K Es war ein einsamer, öder Platz, die Station der ] Preßburger-T.-schen Pferdebahnlinie. Im Hintergründe E M dichter Wald, eigentlich ein waldähnlicher Park, hinter " hohen Baumkronen das Häusermeer der westun- / ^" Stadt Preßburg vollständig verschwand, nach allen | Seiten nichts als ebenes Land, durch das sich / lauert erhaltene Straße zog und dessen äußerste "etn^n gewaltige Bergkegel bildeten, die wie Rieseiiwälle den Horizont umsäumten.

An einem kalten Dezemberabend war'«; in wilden, JUtnn Stößen blies der Wind von Norden, dann wir- die Flocken in regellosem Durcheinander um das E ^^rhäuschen mit dem schneebedeckten Dache und 8 bleieingefaßten Scheiben, durch welche helles Licht 'mmerte.

bem Häuschen hielt ein Fiaker, aus dem eine ">^g- Als sie die Schwelle überschreiten wollte, A ci>,,. ^ 8uß zögernd stehen. Gesang, Geschrei, ein wüstes durcheinander tönte ihr entgegen.

5 y "AH, es ist nichts, gnädiges Fräulein," sagte der OS^ "' der ihr die Angst vom Gesichte lesen mochte,

in schlechtem gebrochenen Deutsch,es sind Bauern und Soldaten, die auch mitfahren wollen."

Dann bleibe ich hier draußen," versetzte sie mit kurzem Entschlüsse.

Das kann das Fräulein nicht, der Wind wirst das Fräulein um. Es sind zwei Zimmer da drin, das Herrenstüble, das ist nur für die feinen Leut' bestimmt. Ich will dem Fräulein den Weg weisen."

Der gutmütige Kutscher ging voran, und die Dame folgte schweigend, denn ein heftiger Windstoß war ihr um5 Haupt gefahren und hatte ihr fast dar kleine Reisehütche» vom Kopfe gerissen. Die Zimmer, von denen der Kutscher sprach, lagen in kurzer Entfernung von ein­ander, und die Thüren von beiden standen weit offen. Im ersten saßen Bauern und Soldaten, trinkend, lärmend und zankend. Rauch, Qualm und Banntweingeruch er» ! füllte den Raum, hinter der Thür war ein Verschlag aus roten Holzplatten und darinnen standen Wirth und Wirthin, mit gerölheten Gesichtern, unablässig den Zechen­den Getränke verabreichend.

Ein Schauder faßte die hohe Gestalt der Dame, sie wandle sich rasch ab und dem andere» Zimmer zu. Fünf oder sechs Offiziere saßen im lebhafte» Gespräch um 1 einen Tisch.

ES blieb ihr keine Wahl. Ein Trinkgeld feinte den Kutscher, dann betrat sie das Zimmer und setzte sich an das äußerste Ende.

Ihr Eintritt störte natürlich die jungen Leute in ihrer Unterhaltung nicht, sie sahen nach ihr hin und flüsterten sich dann leise ihre Bemerkungen zu. Zwar ob sie schön oder häßlich war, konnte niemand wissen, ein grauer Schleier verhüllte ihre Züge. Daß sie jung war zeigten die schlanken, geschmeidigen Formen, das Anmuthige ihrer Erscheinung.

Der Kellner kam und fragte sie erst ungarisch, und da sie e« nicht verstand, deutsch nach ihren Wünschen. Sie bestellte Thee. Da aber ihre Stimme klar und von seltenem Wohllaut war, so wanden sich wieder die Offi­ziere nach ihr um und starrten sie an.

Es dauerte lange, bis der kleine Kellner den Thee brächte, unterdes saß die fremde Dame schweigend bei dem kleinen bleieingefaßten Fenster und starrte in die Finsterniß hinaus, die mit undurchdringlichen Schatten draußen auf Wald und Ebene lag. Da ertönte Säbel­gerassel vor der Thür, und noch ein Offizier trat ein, von den andern mit lautem Zurufe begrüßt. Der Ein­tretende war ein großer, starker, breitschultriger junger Mann, mit einem riesigen Haupte, das mit kurzen, krausen Haaren bedeckt war, die Züge des unschönen Gesichts waren derb, fast roh in ihrer regellosen, kräftigen Zeich­nung. Hinter dichten Brauen, blitzten die Augen feurig, fast verwegen. . , _ .

Solches Hundewetter!" sagte er mit lauter Stimme und schüttelte sich so ungestüm, daß der Schnee von seinem