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habe von Li-Ping-Heng den Befehl erhalten, sich der Gesandten zu bemächtigen und sie zwangsweise nach Tientsin zu bringen. Wiederum wird ferner in neuer verdächtiger Melodie das alte Lied gesungen, daß sich die Gesandtenwohl befinden".

New-Aork, 7. August. DemJournal and Advertiser" wird aus Schanghai von gestern gemeldet, ein Oberst der amerikanischen Marinetruppen habe durch einen eingeborenen Läufer eineConger" unterzeichnete Depesche erhalten, welche besagt:Helfet, wenn über­haupt, sofort; in Peking ist keine Regierung, ausge­nommen die militärischen Chefs, welche die Vernichtung der Ausländer beschloffen haben."

Aus der Mandschurei liegt nur eine kurze Nach­richt vor: Aus Chaborowsk wird vom 3. d. Mts. ge­meldet: Aus Charbin und anderen an der östlichen chinesischen Eisenbahn liegenden Orten kamen infolge der von den Behörden getroffenen Verfügung auf Dampfern die Angestellten der Bahn mit ihren Familien an; ihre Zahl belauft sich auf ungefähr 6000 Personen, unter denen sich 44 Verwundete und 35 Kranke befinden. Letztere wurden im Militärlazarett untergebracht.

Politische Nachrichten.

Berlin, den 7. August.

Auf dem Sparenberge bei Bielefeld ist das Denkmal des Großen Kurfürsten enthüllt worden. Kaiser Wilhelm hielt bei dieser Gelegenheit eine zündende, mit großer Begeisterung aufgenommene Rede. Er schilderte eingehend das bedeutsame geschichtliche Wirken des Großen Kurfürsten und seine hochfliegenden, der damaligen Zeitlage vorauseilenden Pläne. In großen Zügen wurde dann den Zuhörern die weitere Entwicklung Preußens und Deutschlands vorgeführt. Die Frage aber, woher dem Hohenzollern-Hause die wunderbaren Erfolge gekommen seien, beantwortete der Monarch mit Worten, aus denen wieder tiefreligiöser, gottergebener Sinn so recht deutlich hervorleuchtete:Nur daher, weil ein jeg­licher Hohenzollernfürst sich von Anfang an bewußt ist, daß er nur Statthalter auf Erden, daß er Rechenschaft abzulegen hat von seiner Arbeit vor einem höhern König und Meister, daß er ein getreuer Arbeitsführer sein muß im allerhöchsten Auftrage. Daher auch die felsenfeste Ueberzeugung von der Mission, die jeden einzelnen meiner Vorfahren erfüllte. Daher die unbeugsame Willenskraft, das durchzuführen, was man sich einmal zum Ziel gesetzt."

Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin find gestern Abend 6 Uhr 20 Min. von Bielefeld nach Schloß Wilhelmshöhe zurückgekehrt.

Um die den Truppen bezw. den Verwundeten und Kranken zugedachten freiwilligen Gaben möglichst im Sinne der Geber und zum Nutzen der Empfänger ver­werthen zu können, ist es erforderlich, bei ihrer Auswahl und Beförderung den jeweiligen Hauptbedürfviffen der Truppen Rechnung zu tragen. Der kaiserliche Kommissar und Militär-Inspekteur der freiwilligen Krankenpflege, Friedrich Graf zu Solms-Baruth, hat deshalb imStaats­anzeiger" eine Bekanntmachung, betreffend freiwillige G absnfürdasExpeditions- Corps, veröffent­licht, welche den Spendern solcher Gaben mannigfache Rathschläge und Anregungen giebt.

Bezüglich der Zeitungs-Notiz, daß eine Polizei- truppe für China oder Kiautschou gebildet werden soll, wird offiziös festgestellt, daß alle Gerüchte dieser Art auf leerer Erfindung beruhen.

Das K r i e g s m i n i st e r iu m bringt erneut zur allgemeinen Kenntniß, daß den Unteroffizieren und Mannschaften dienstlich verboten ist: 1. jede Betheiligung an Vereinigungen, Versammlungen, Festlichkeiten, Geld, sammlungen, zu der nicht vorher besondere dienstliche Erlaubniß ertheilt ist, 2. jede Dritten erkennbar gemachte Bethätigung revolutionärer oder sozialdemokratischer Gesinnung, insbesondere durch entsprechende Ausrufe, Gesänge oder ähnliche Kundgebungen, 3. das Halten und die Verbreitung revolutionärer oder sozialdemokra- tischer Schriften, sowie jede Einführung solcher Schriften in Kasernen oder sonstige Dienstlokale. Ferner ist sämmtlichen Angehörigen des aktiven Heeres dienstlich besohlen, von jedem zu ihrer Kenntniß gelangenden Vorhandensein revolutionärer oder sozialdemokratischer Schriften in Kasernen oder anderen Dienstlokalen sofort dienstliche Anzeige zu erstatten. Diese Verbote und Befehle gelten auch für die zu Uebungen eingezogenen und für die zu Kontrollversammlungen einberufenen Personen des Beurlaubtenstandes, welche gemäß § 6 des Militär-Strafgesetzbuchs und § 38 B 1 des Reichs- MilitärgesetzeS bis zum Ablauf des Tages der Wieder- entlassung bezw. der Kontrollversammlung den Vorschriften des Militär-Strafgesetzbuchs unterstehen.

Von den zehn Dampfern, welche das aus etwa 13000 Mann bestehende deutfch-ostasiatifche Expe - ditions-Corps befördern und in den Tagen vom 27. Juli bis 4. August von Bremerhaven abgegangen sind, haben die ersten Schiffe bereits Gibraltar hinter sich. Sechs Dampfer können 12 und mehr Seemeilen in der Stunde laufen, während die übrigen vier eine Fahrt von 11 und ll1/, Seemeilen machen. Mithin werden die schnellern Schiffe die langsamer fahrenden überholen. Währenddie auf den DampfernFrankfurt" undWittekind" eingeschifften beiden Seebataillone Taku etwa am 17, August erreichen werden, dürfte von den in den letzten Tagen abgelassenen Schiffen der erste Dampfer am 7. September in Taku anlangen. Die letzten Dampfer dürsten am 19. September vor Taku

eintreffen, sodaß an diesem Tage alle deutschen Truppen auf chinesischem Boden versammelt sein werden.

Seine Königliche Hoheit Prinz Heinrich von Preußen wird am Mittwoch früh zu den Beisetzungs­feierlichkeiten in Rom eintreffen und am Donnerstag Abend wieder abreisen. Prinz Heinrich und der Kron­prinz von Griechenland find gestern Abend von Cronberg nach Rom abgereist.

Die Abordnung des preußischen Husaren« Regiments König Humbert von Italien (1. Hessischen) Nr. 13 ist Montag Abend in Rom ein« getroffen und mit militärischen Ehren empfangen worden.

Dem Wirkl. Geh. Ober-Regierungsrath Dr. Hinzpeter, dem frühern Lehrer Kaiser Wilhelms, ist der Kronen-Orden erster Klaffe verliehen worden.

Aus Aden wird gemeldet: Durch Herausfliegen einer Mannlochpackung an Bord S. M. S.Bussard" wurden schwer verletzt und verstärken die Heizer Beer und Timpf. Schwerere Verletzungen haben erlitten Feuermeistermaat Schäfer, Heizer Müller und Arthur Fischer. Maschinist Heppner und Heizer Tesch leichte Verletzungen. Die Verwundeten find in Aden ausge- schifft.Bussard" hat seinen Aufenthalt um 2 Tage verlängert.

Der Reichstagsabgeordnete Liebknecht ist heute Nacht in Charlottenburg gestorben.

In I t a I i e n hat die Eröffnung des Parlamentes stattgefunden. Ministerpräsident Saracco erklärte im Senat, man habe in der Person des Königs Humbert das geordnete Staatswesen überhaupt treffen wollen, König Humbert habe die Palme der Märtyrers empfangen. Es würden Maßregeln zur Eindämmung der Ausbrüche des brutalen Fanatismus nothwendig seien. Die Feier­lichkeit der Parlaments-Sitzung in der Deputierten- Kammer wurde durch taktloses Benehmen der socialistischen Abgeordneten Turati und Vantano gestört.

Unser ostgsiotisches ^'rgtilitions - &#&

Besonders reichlich ist das Expeditions - Corps mit Kolonnen und Trains ausgerüstet worden. Bei der Schwierigkeit der Ergänzung an Personal und Material sind diese zahlreicher beigegeben, als es bei einem gleich starken Corps in Europa der Fall ist. Eine Jnfanterie- und mehrere Artillerie-Munilions-Kolonnen sorgen für Nachführung der Munition, eine Feldbäckerei und zwei Proviant-Kolonnen für Beschaffung und Heranführung der Lebensmittel. Eine Sanitätskompagnie, mehrere Feld­lazarette und Lazarettschiffe übernehmen die Fürsorge für die Verwundeten. Das Pferdedepot veranlaßt die Er­gänzung an Pferden. Die Beschaffung derselben hat große Schwierigkeiten gemacht. Da die Pferde den langen See­transport von Deutschland nicht aushalten und großen- theils während der Seefahrt eingehen würden, hat unsere Heeresleitung sich veranlaßt gesehen, durch vorausgeschickte Offiziere Pferde in Australien ankaufen und nach China senden zu lassen. Die Abrichtung der meist noch rohen Pferde wird unsern braven Reitern allerdings noch manchen Schweißtropfen kosten.

Alle Theile des Expeditions-Corps sind mit den neuesten Waffen und Ausrüstungsstücken versehen. Die Infanterie hat das Gewehr 98, die Kavallerie den Karabiner 98 er­halten*) Die Bekleidung und Ausrüstung besteht in Litewka, Feldmütze und Helm mit Helmbezug, Tuchhosen, Tornister mit Mantel und Zeltausrüstung für die kältere Jahreszeit und dem gelbbraun gefärbten Drillich-(Khaki-) Anzüge mit Strohhut nach Art der Schutztruppen-Hüte für die wärmere Jahreszeit. Als Abzeichen führt die Infanterie weiße Schulterklappen, mit den Regiments- Nummern 14, das erste Bataillon des ersten ostasiatischen Regiments Helm mit Garde-Adler, die übrigen mit Linien- Adler. Die Kavallerie hat schilffarbene Litewken mit rothen Schulterklappen, die Feldartillerie führt die Granate der Linien-Feldattillerie auf der rothen Schulterklappe, Pioniere haben citrongelbe, Train-Formationen hellblaue Schulterklappen erhalten. Offiziere haben an den Stroh­hüten als Abzeichen eine goldene Schnur, Generale eine 5 cm breite goldene Treffe.

Die Mobilmachung des Expeditions-Eorps ist eine großartige Leistung unserer Heeresleitung, die im Aus­land überall Neid und Bewunderung erregen wird. Binnen kürzester Zeit ist ohne jede Vorbereitung das Expeditions-Corps aufgestellt, ausgerüstet, mit den neuen Waffen eingeübt worden und zum Transport fertig. An alles, was menschlicher Scharfsinn erheischen und vorbereiten kann, ist dabei gedacht, vom Moskitonetz und der Buchsbaumdose mit Insektenpulver bis auf das Haar­schneidezeug für die Compagnie, von dem Zündholz, Lichten und der Seife bis zu den zahlreichen Portionen Backobst, Fruchtmarmelade und Preißelbeeren, die in dem fernen Osten zur Förderung der Verdauung sehr nützlich sein sollen.

*; Der Vortheil des neuen Gewehrs gegenüber dem alten besteht einmal in einer praktischen Visier-Einrichtung und dann in dem! Fortfall des Kastens, in den leicht Sand hineinkam. Das Gewehr 98 ist unter der Ladeeinrichtung geschlossen; an Stelle des Patronenrahmens wird derLadestreifen" benutzt.

Aus Provinz null MWrgM

(8) Hersfeld, 7. August. Im Rathhaussaale wurde gestern Nachmittag 4 Uhr eine Sitzung der Stadt­verordnetenversammlung abgehalten. Den hinsichtlich der Ausnahme der etatsmäßigen Anleihen für 1900 gefaßten Beschlüssen deö Magistrat» wurde die

Zustimmung ertheilt. Danach soll der Kostenbetrz-- die neue Kirchenorgel vorerst nicht erborgt, sonders -"tl vorhandenen Mitteln entnommen, der Restbetrag"" etatsmäßigen Anleihe der Stadtkasse mit rund 57 Oo " P"' aber aus der städtischen Sparkasse gegen S1/^^ Verzinsung und iprozentige Tilgung erborgt « Weiter soll für das Gas- und Wasserwerk eine Atz ber bei der hiesigen Sparkasse in Höhe von 3776 Mk. B°t 3/2projentige Verzinsung und öprozentige Tilgung genommen werden. In Folge eines Ausrus« Central-Comitö» der Vereine vom Rothen Berlin hat der Magistrat als Gabe für die Satz pflege unserer Truppen in China den Betrag Mark aus der Stadtkasse bewilligt, welchem BG zugestimmt wurde. Bei Gelegenheit der Berah e und Festsetzung des städtischen Voranschlags für t !°^ hatten die Stadtverordneten den Magistrat erfüll Erwägung zu ziehen, ob es sich nicht empfehle . 1 Straßenreinigung bezw. die Abfuhr des Kehricht, städtische Kosten zu übernehmen. Der Magistrat ist, _ dem er bei einer Anzahl von Städten Erkundigung den Kostenpunkt und die in fraglicher Beziehung gem & . Erfahrungen eingezogen, im Einverständniß mit jom' Baukommission zu der Ueberzeugung gekommen, da! get Zurückstellung der Angelegenheit bis zur Ausführung A Kanalisation der Stadt empfiehlt, da da» Kanalisa! bie Projekt eine Verwerthung der gewonnenen Schlamm^, mit dem zu gewinnenden Kehricht vorsieht. Er daher bei Ausführung der Kanalisation der Sache i 5g treten. Die Stadtverordneten nahmen Kenntniß hir zu. Herr Rektor Bachmann und Herr Stadtschtz für Lohrmann haben um Einführung der Garbeletz grif in ihre Wohnungen in der städtischen Turnhalle: in , den üblichen Bedingungen nachgesucht und der Max was hat die Kosten für die innere Leitung im Gesammtb« Thi von 110 Mk. auf die Gatzanstaltskasse übern« wes Der Hausanschluß wird bekanntlich für die GM Eis menten kostenlos hergestellt, wenn sie sich verpflst von das betreffende Kapital entsprechend zu verzinsen, nett im vorliegenden Falle geschehen ist. Dem Beschlch war

Magistrats ertheilten die Stadtverordneten ihn stimmung. Ein weiteres Gesuch des Vorstände! nötl

Turnverein» um Einführung der Gasbeleuchtung in Turnlokal konnte vorerst nicht berücksichtigt werdq sollen vielmehr dieserhalb noch besondere Festste!« vorgenommen werden. In der Sitzung der 6 verordneten vom 11. Juni d. I. war der MaM sucht worden, hinsichtlich des baulichen Zustande Königlichen Gymnasiums dahier Ermittelungen 1 nehmen und nöthigenfalls in Gemeinschaft .mit Polizeiverwaltung auf Abstellung vorhandener M und Schäden hinzuwirken. Der Magistrat hat i festgestellt, daß der derzeitige bauliche Zustan! Gymnasium» eine direkte Gefahr für Leben und G heil der dasselbe bewohnenden oder besuchenden Pik nicht befürchten läßt, weshalb zu einem polizeiliche« schreiten eine Veranlassung nicht gegeben ist. Sie 6 verordneten nahmen Kenntniß hiervon. Au» der! der Versammlung wurde noch darauf hingewiesen, einzelne Räume der Anstalt so dunkel seien, das Augenlicht der Schüler nothwendig Schaden leiden $ Herr Gastwirth Conrad Sander dahier h«'- Durchführung der Fluchtlinien in der unteren M straße einen Streifen seines neuen Baugrunds die Stadt abzutreten. Der Magistrat hat 'den » dieser Fläche zu dem von den Ortstaxatoren geB Preis von 8 Mark für das Quadratmeter genri- und die Stadtverordneten stimmten zu. Herr SW meister Ernst E u l e r muß die von der Straßen?' linie abgeschnittene Grundfläche seines WohnhaB-

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der Neustadt an die Stadt verkäuflich abtreten. Ortsschätzer, haben den Werth derselben auf 20 > für das Quadratmeter festgestellt und der Magistr«? mei den Ankauf der Fläche zu diesem Preise beschl' Lt welchem Beschlusse die Stadtverordneten zustimmten. beb zur Durchführung der Fluchtlinien wird die st«! ^u Grundfläche dem bisherigen Besitzer gegen ein her * ck-gen prozentigen Verzinsung des Kaufpreises entfpr* ein Pachtgeld in Benutzung gelassen. Zum

Abrundung des Stadtwalde» am Obersberg ^ 9 1 Magistrat eine Anzahl von Grundstücken an der Atz bet delle zum Einheitspreise von 60 Mk. für den Acker käuflich erworben. Das Kaufgeld betrag!

gesammt 735 Mk. Die Stadtverordneten geneb« Os den Ankauf. Für Ausgaben der Verkehrskom^ M: hat der Magistrat den Betrag von 500 Mk. auf v S, nung bewilligt und die Stadtverordneten erklärlt« damit einverstanden. In voriger Sitzung der v zir verordneten war angefragt worden, aus welchem die schon seit längerer Zeit defekte Pumpe bei dein v ber Frau Wittwe Rehn am Frauenthor nicht "tz werde? Der Magistrat erwidert nunmehr dara»!/ er die fragliche Pumpe beseitigen wolle, da sm" Beibehaltung ein Bedürfniß nicht bestehe, zumal Häuser in der Nachbarschaft an die Wasserleitu^ geschlossen seien. Der Herr Bürgermeister @ , giebt hierzu, im Anschluß an seine früheren Mitthe'!'' nochmals eine aktenmäßige Darlegung der Grün,' den Magistrat veranlaßt haben, die allmählige , ung eines Theils der Straßenpumpen zu Daraus ergiebt sich, daß die Anregung hierzu - Magistrat, sondern von dem früheren Bürgera^ aurgegangen ist, der die alsbaldige Beseitigung ' licher Pumpenstöcke wünschte. Der Magistrat jedoch hierauf nicht eingelassen, sondern wird m Theil der Druckständer, und zwar nach und n

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