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^ Skatirbeilagen rIlluftrirtes Konntagsblatt" «.SUtiMrirte landwipthschaftliche Vettage

» Ar. 91.

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1900.

* Amtlicher Theil.

n jui Hersseld, den 6. August 1900.

1011 Für die Pflege der nach China entsandten Truppen Willi (Kreisblatt Nr. 84) sind weiter eingegangen: 10/ von der Gemeinde Kirchheim 28,25 Mk. M Unterweisenborn 15,40 «B Willingshain 14,62 J Wüstseld 8,65

Ull, Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.

svM Hersfeld, den 31. Juli 1900.

.... Unter den Schweinebeständen in der Gemeinde Tann j ist die Rothlaufseuche ausgebrochen.

- ' L 4442. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, ^, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 4. August 1900.

/ , Diejenigen Herren Ortsvorstände, welche, noch mit Erledigung der Verfügung vom

6- Mai 1879 Nr. 5554, Kreuzblatt Nr. 37, ^ 20. Juni 1882 Nr. 8170, Kreisblatt Nr. 49, f I Beseitigung der Hindernisse des freien FlußlaufeS be- ' l treffend, im Rückstände stnd, werden mit Frist bis zum N. d. Mts. hieran erinnert.

, j M Der Königliche Landrath

?ri[e Freiherr von Schleinitz, '... Geheimer Negietungr-Rath.

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sich; Bekanntmachung.

ein |i Gemäß Allerhöchste CabinetS-Ordre vom 27./7. 1900 loh«' sollen Unteroffiziere und Mannschaften des Beurlaubten- ein« standes aller Waffengattungen für das ostasiatische enih Expeditions-Corps vorgemerkt werden.

r P Es ist in Aussicht genommen, daß diese Mannschaften on 1 KapitulationShandgeld und Löhnung-zuschuß erhalten.

u I Mannschaften, welche bereit sind, sich für den Dienst JW im ostasiatischen Expeditions-Corp» auf 2 Jahre zu ver- , V Pflichten, haben sich unter Vorzeigung ihrer Militär- Rnb papiere am Montag, den 13. oder Dienstag, etin den 14. August d. I., Nachmittags 4 Uhr

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Am blauen Alälar

Novelle von Herbert Rivulet (Freifrau G. w Schlippenbach).

(Fortsetzung.)

Der Kellner brächte ein Billet für Stella, es

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^ i" von Brokenhjelm, der ihr mittheilte, daß er der Vor- *?' l^kllung als Ehrenadjutant des fremden Prinzen bei- Mj wohnen werde. Er bat seine Verlobte nochmals dringend, «w Rapphengst nicht zu reiten und Schneeflocke zu benutzen, Ferotti werde ihr gewiß den Apfelschimmel

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UBayard oder den Goldfuchs Ambrosius zur Benutzung überlassen.

Die Schulreiterin lächelte bei der zärtlichen Fürsorge der Geliebten; sie freute sich, Geerd Erik wenigsten» in der Entfernung zu sehen und daß ihr das weiße Reit- :| . b so gut stand. Welche Frau ist solchen kleinen Eitel­keiten nicht unterworfen, selbst die edelste, und wenn sie, wie hier, von ganzer Seele liebt, so sind sie leicht be­greiflich und verzeihlich.

L Der Cirkus war bis auf den letzten Platz gefüllt geschmackvoll mit Fahnen in den deutschen und «wedischen Farben geschmückt. Die Nationalhymne er- k""^alS der Hof in der Mittelloge erschien, deren Gold- Purpur-Sessel und Sammtdraperien sie von den °"a-n au^zeichnete. Der König hatte Stella einige- - austreten seheN und seinem Gast entzückt von ihr

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Unb wahrlich, er halte nicht übertrieben, denn als

im Geschäftszimmer des Königl. Bezirks-Kommandos zu Hersfeld behufs ärztlicher Untersuchung auf Tropendienst­fähigkeit zu melden.

Hierdurch entstehende Reisekosten sind von den sich Meldenden selbst zu tragen.

Hersfeld, den 3. August 1900.

Königliches Bezirks-Kommando.

Rotenburg, den 30. Juli 1900.

Unter dem Schweinebestande des Försters Schulz im Gutsbezirk Oberförsterei Wildeck ist die Rothlaufseuche ausgebrochen.

Der Königliche Landrath. T u e r ck e.

Rotenburg, den 30. Juli 1900.

Unter dem Schweinebestande des Müllers Heinrich Großkurth in Weißenhasel ist die Rothlausseuche aus­gebrochen.

Der Königliche Landrath. T u e r ck e.

Nichtamtlicher Theil.

Lhina.

Die Nachrichten über den Vormarsch auf Peking sind heule noch um nichts sicherer. Fest steht über die Truppenbewegungen jenseits von Tientsin auch jetzt nur, daß energische Ausklärungszüge gemacht werden. So meldet nach einem Telegramm des Admirals Remey aus Taku vom 2. General C ha ffe, daß 800 Japaner eine Rekognoszierung in der Richtung auf Peitang aus- führten, wobei 3 Mann fielen und 25 verwundet wurden. Der Feind hielt Gräben und mit Schießscharten ver­sehene Häuser besetzt. Alle anderen Nachrichten, daß die Russen 10 Forts auf der Straße nach Peking, 10 Meilen von Tientsin genommen, daß Gaselee schon bei Peitsang stehe, daß auch die Deutschen Befehl erhalten hätten, vorzurücken alle diese Meldungen sind völlig unbestätigt.

Auffällig ist vor allem das Zögern Englands. Was die tiefere Ursache dafür sein mag, das läßt sich sehr schwer feststellen; am nächsten läge wohl, daß England durch plötzliche Protektion Chinas die Ruhe am Dangtse aufrecht erhalten, das Wohlwollen Chinas sich sichern und zugleich seine militärischen Kräfte für alle Fälle schonen will. Daß aber England das Haupthinderniß

sie jetzt auf dem Schimmelhengst Bayard hereingeritten kam, in dem kleidsamen, weißen Kostüm, als das Pferd die Knie vor der Loge der hohen Herrschaften beugte und die anmutige Reiterin lächelnd grüßte, gab Prinz August begeistert das Zeichen zum Applaus.

Und wie herrlich führten Roß und Reiterin die hohe Schule aus, wie schienen sie im Takte der Musik zu schweben, wie vollendet war jede Gangart, die sie machten. Heute störte kein mißliebiges Zischen den be­geisterte» Beifall der Menge, Boris Arbanoff sagte sich, daß es nicht gehört werden könne.

Er saß verdrießlich in seiner Loge und beobachtete seine Cousine mit düsteren Blicken, daher merkte er es nicht, daß dicht hinter ihm der Reisegefährte im grauenl Rück saß und ihn keinen Augen, blick außer acht ließ. Er war schon einmal am Morgen im Cirkus gewesen bald nach der Probe. Mit richtigem Instinkt halte er Miska Gedölly zu einer Unterredung gewählt, die damit endete, daß er ihm hundert Rubel in die Hand drückte.

Sie glaubten sich unbeachtet, aber August hatte alles gesehen, wenn er auch nichts verstand, und der treue Mensch witterte eine Gefahr für seine Wohlthäterin. Er verließ beh ganzen Tag den Cirkus nicht und bewachte den Stallmeister scharf, konnte aber nichts entdecken, Franyois versorgte Stellas beide Pferde, und Miska ging, sorglos pfeifend, seiner Arbeit nach.

Ich werde ihr nichts sagen!" dachte der Clown.

.Wozu sie ängstlich machen; aber dieser Fremde führt etwas im Schilde! Ich hörte gestern den heftigen Wort-

bildet, ist zur Genüge erwiesen. So wird heute hier gemeldet:

London, 3. August.Daily News" melden aus Tientsin vom 26. Juli, die Oberbefehlshaber aller Nationen seien darin einig, daß der Entsatz von Peking durch die Engländer unnöthig verzögert werde. Es herrsche großer Unwille darüber.

Auch der Streit um den Oberbefehl scheint ein schweres Hinderniß für die Operationen zu sein:

London, 3. August. DemReuter'schen Bureau" wird aus Tientsin vom 25. v. Mts. gemeldet: Die Offiziere unb Soldaten sind von den besten Gesinnungen beseelt, alle fraternisieren, aber der Mangel an Organisation und das Fehlen eines Oberbefehlshabers hemmen jeden Fortschritt. Die Bereitschaft und Tüchtig­keit der Japaner erregt allseitige Bewunderung in Tientsin. Mit den Belagerten in Peking befreundete Ausländer, die hierher kamen, um Nachrichten abzuwarten oder um die Entsatzexpedition zu begleiten, find ungehalten über den Mangel an Fortschritt in den Vorbereitungen für den Vormarsch und sagen, die Schwierigkeiten, die sich dem Vormarsch auf Peking entgegenstellen könnten, würden übertrieben.

Die Lage in Peking bildet nach wie vor ein wirre» Chaos. In der-Hauptstadt selber scheint zweifel­los eine Verschlechterung eingetreten zu sein:

Washington, 3. August. Der amerikanische Generalkonsul Goodnow in Schanghai telegraphiert unter dem heutigen Tage: Die Amerikaner haben gestern Chunking verlassen. Li-Hung-Tschang sagte heute dem französischen Konsul, den Gesandten in Peking werde keine Botschaft ausgehändigt, weil die fremden Truppen auf Peking vormarschieren. Zwei fremdenfreundliche Mitglieder des Tsungli-Iamen, die auf Beschützung der Gesandten drangen, wurden auf Befehl Li-Ping-HengS, der jetzt die Truppen in Peking befehligt, enthauptet. Li-Ping-Heng hat auch das Massakce eingeborener Christen in Paching angeordnet.

Aus der Mandschurei kommt folgende Depesche:

Petersburg, 4. August. General Grodekow telegraphierte an den Kriegsminister aus Chabarowsk unterm 3. August: Heute früh 3 Uhr setzten die Kolonnen der Obersten Schwerin und Servianow bei Blagowest- schensk auf das rechte Amurufer über, warfen die chinesischen Truppen mit großen Verlusten zurück und nahmen Sachalian, wobei viele Waffen, Mausergewehre

: Wechsel in russischer Sprache, der in Miß Stella Royer S Zimmer stattfand, und als er herauSkam, sah er aus, als hätte er Lust, jemand umzubringen!"

In der königlichen Loge wandle sich der deutsche Prinz an Geerd Erik.

»Ich möchte wohl Miß Stella persönlich kennen lernen! sagte er.Bitte, gehen Sie zu ihr, und ersuchen Sie sie, in den kleinen Salon zu kommen, der an diese Loge stößt, ich will ihr für den Genuß danken, den uns ihre Kunst gewährt hat!"

Nichts auf der Welt hätte Brokenhjelm lieber sein können, als dieser Auftrag.

Als er die Geliebte in ihrer strahlenden Schönheit vorbeireiten sah, als alles ihr zujubelte, sagte er sich in trunkener Glückseligkeit:Sie ist mein, mir gehört sie in treuer Liebe an!" Da» stürmische Verlangen, sie in die Arme zu schließen, beherrschte ihn mächtig, und nun sollte dieser Wunsch erfüllt werden, durch den Befehl des Prinzen.

Zwei Minuten später stand er in Stellar Ankleide- zimmer unb erwartete sie ungeduldig, die noch im Stall mit Mr. Fransoi» über da» Satteln des Goldfuchses sprach, den sie beim Vorfahren der Post heute reiten sollte, Schneeflocke blieb bis zur nächsten Nummer un­sichtbar. Die Thür öffnete sich, und sie lag in den Armen ihres Bräutigams. Jhredurstigen Lippen suchten und fanden sich im langen, heißen Kusse.

Wie schön sie so waren, ein Bild, würdig eines großen Maler» ; er in der Gala-Uniform seines Regiments, blond und herrlich wie ein Sonnengott, sie im weißen Kleide,