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Gratisbeilagen x „3Uttftrirtes Senntagsblatt" «. „^Iluftrirte landwirthschaftUche Beilage
A. 90.
ZmML Den 4. August
1900.
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Erstes Blatt
Amtlicher Theil
Hersfeld, den 2. August 1900.
Ich mache wiederholt darauf aufmerksam, daß die Orts- i» steuererheber verpflichtet sind, für rechtzeitigen Eingang lieber zum Soll stehenden Staatssteuerbeträge zu sorgen. Eine vorschußweise Zahlung der Beträge aus den Mitteln des Erhebers an die Kreiskasse ist nicht ge- deit flattet.
Der Vorsitzende der Beranlagungskommissio».
Freiherr von Schleinitz.
I es. III. Nr. 629.
Bewerber, von kräftigem und mindestens 1,67 m großem Körperbau, welche vor dem 1. Oktober 1883 geboren sind, haben ihr Einstellungsgesuch mit einem auf dreijährigen Dienst lautenden Meldeschein entweder: dem I. Seebataillon in Kiel: zum Diensteintritt für das III. Seebalaillon, oder dem II. Seebataillon in Wilhelmshaben: zum Diensteintritt für das III. Seebalaillon und die Marinefeldbatterie, oder der III. Matrosenartillerie-Abtheilung in Lehe: zum Diensteintritt für das Matrosenartillerie-Detachement Kiautschou (Küstenartillerie) bis spätestens Ende Februar 1901 einzusenden.
Kaiserliche Inspektion Kaiserliche Inspektion der Marineinfanterie. der Marineartillerie.
Nichtamtlicher Theil.
— Hersfeld, den 1. August 1900.
Im Monat Juli d. I. sind dahier folgende Jagd- — scheine ausgestellt worden:
1nk *• Jahresjagdscheine.
B ,. a. entgeltliche (ä 15 Mark):
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5/7. für
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18/7.
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20/7.
25/7.
8.
27/7.
30/7.
Königlichen Gymnasial-Oberlehrer Herrn Dr. Stamm basier;
Königlichen Oberleutnant Herrn
Lindenberg dahier;
Bierbrauereibesttzer Herrn Jean
Steinweg dahier;
Königlichen Oberlandmeffer Herrn
Breitung dahier;
Königlichen Landmeffer Herrn
Krämer dahier;
Schuhmacher Herrn Conrad Knoth in Tann;
Obervorsteher Herrn von Baumbach in Kirchheim;
Schreinermeister Herrn Heinrich Stiebing in Heddersdorf;
Se. Hoheit den Herr» Landgrafen
Ernst von Hessen in Philippsthal; den Apotheker Herrn L. Becker dahier. b. unentgeltliche:
14/7. für den Königlichen Förster Herrn Dittel- bach in Friedewald,
B. Tagesjagdscheine:
21/7. für den Polizeisergeanten Herrn Wilhelm Vockeroth z. Z. in Kathus. (2 Stück für die Zeit vom 23/7. bis 28/7. 1900.)
Der Königliche Landralh Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
„ Hersfeld, den 27. Juli 1900.
4 Der Bürgermeister Reinhard in Landershausen ot8 solcher für einen weiteren achtjährigen Zeitraum, . am 14. August d. I. beginnend, wiedergewählt und hat ' diese Wiederwahl die diesseitige Bestätigung gefunden.
^W2456. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, M Geheimer RegierungS-Rath.
„ ai Bekanntmachung.
■ «lel den 14. April Wilhelmshaven, den 20. April
1900. x 1900.
, i* !ti< >3.
^ Im Herbst 1901 wird eine größere Anzahl tropen- stfühiger Dreijährig-Freiwilliger für die Besatz- non Klautschou zur Einstellung gelangen.
^usre^e: Frühjahr 1903. — Heimreise: Fcüh- Bauhandwerker (Maurer, Zimmerleute, Dachdecker, a>ler, Glaser, Töpfer, Maler, Klempner usw.) und 'ire Handwerker (Schuhmacher, Schneider usw.) werden «er Einstellung bevorzugt.
t 18 Mannschaften erhalten in Kiautschou neben der "ung und Verpflegung eine Theuerungszulage.
Lhina.
Der Vormarsch auf Peking von Tientsin aus soll nun wirklich ins Werk gesetzt werden. Die ältesten Offiziere bei Taku hatten ihn beschlossen, bevor sichere Kunde aus Peking darüber eingelroffen war, daß die Mitglieder aller Gesandtschaften mit Ausnahme des Freiherr« von Ketteler noch am Leben sind, aber sich noch in gefahrvoller Lage befinden. Es ist möglich, daß das Ausrücken der Entsatztruppen die Lage der Fremden in Peking zunächst noch verschlechtern könnte, weil dadurch der Fanalismus der Boxer aufs neue gereizt würde. Indessen scheint die tapfere Schar der in Peking Ein- geschloffenen selbst ihre Rettung nur von außen, von einem raschen Vorstoß der Verbündeten zu erwarten, da die Kampflust der Chinesen nicht sowohl durch energisches Drausgehen des Gegners als durch Mißerfolge desselben gereizt wird.
Die Zusammensetzung des Heeres der Verbündeten ist nicht genau bekannt. Fest steht nur, daß der größere Theil aus Japanern besteht. Die Deutschen werden jedenfalls nur in geringer Zahl betheiligt sein, nachdem das Seebataillon nach Tsingtau abgegangen und das Landungskorps des deutschen Geschwaders bis auf 300 Mann, die in Tientsin blieben, an Bord zurückgekehrt ist. Die beiden mobilisierten andern Seebataillone sind bekanntlich noch unterwegs nach Ostasien, und die kombinierte Brigade von Landtruppen hat sich soeben erst eingeschifft. Inwieweit man die ganze geringe Betheiligung Deutschlands an dem gegenwärtigen Feldzug gegen Peking zu bedauern hat, wird sich erst im weitern Verlause der Operationen herausstellen. Ebenso wenig wie ausgesprochenermaßen den Japanern aus ihrer stärkern Leistung für die gemeinsamen Kriegszwecke Ansprüche auf politische Sondervortheile erwachsen soll, ebenso wenig kann das eigene Recht Deutschlands auf Genugthuung durch seine vorübergehend geringe militärische Betheiligung geschmälert werden. Da wir zur Zeit einmal nicht in einer unserer Macht und unsern Interessen entsprechenden Stä ke mitwirken können, wäre es vielleicht das Beste, wir blieben bis auf weiteres ganz heraus.
Einen ungünstigen Eindruck macht es, daß noch immer keine Einigung über den Oberbefehl erfolgt ist. Die Admirale bei Taku hatten als Beauftragte der Machte auch die Befugniß, über den Oberbefehl bei Tientsin für den Zug nach Peking zu beschließen. Sie haben sich aber bis jetzt nicht einigen können, und es heißt sogar, daß jede der betheiligten Truppenmächte ihr eigenes Kommando haben soll. Wie dabei die nothwendige Einheitlichkeit der Operationen gesichert werden soll, erscheint unklar. Selbst wenn die Verbündeten zusammen jetzt 35—40 000 Mann zur Verfügung haben, bleibt der Vormarsch noch ein sehr schwieriges Unternehmen. Das Gelände ist sehr ungünstig, die Verbindung mit Tientsin muß der Verpflegung wegen stet« offen gehalten werden, so daß ziemlich die Hälfte der Armee als Basis in Tientsin und zur Sicherung der Verbindungs-Linien zu verwenden sein wird und nur etwa 20 000 Mann die Front gegen Peking halten können.
London, 1. August. Das „Reutersche Bureau" meldet vom 25. b. Mts. aus Tientsin : Ein eingeborener Missionsschüler ist in der letzten Nacht aus Peking zurückgekehrt, wo er sich vier Tage aufgehalten hat; es war ihm nicht möglich, eine Botschaft an die britische Gesandtschaft auszurichten ; während seines Aufenthalts in Peking wurde nicht gekämpft. Am 18. Juli, als er Peking verließ, wurde ein Kaiserliches Edikt erlassen, in welchem der Schutz der Fremden befohlen wird. Der Missionsschüler berichtet weiter, General Sung befinde sich mit 8000 bis 10 000 Mann Truppen bei Aangtsung. Zwanzig bis dreißig mit Steinen beladene Dschunken wurden in den Fluß versenkt und breite Gräben quer über die Eisenbahn gezogen. General Ma befindet sich mit 10 000 Mann bei Peitsang; Ma hat wenig Lebensmittel und Munition. Das Gebiet von Peking nach Aangtsun ist verhältnißmäßig frei von Truppen, und es werden keine Werke aufgeführt, um dem Vormarsch der Verbündeten Widerstand entgegenzusetzen. Die Lebensmittel in Peking werden knapp; es scheint wahrscheinlich, daß die Verbündeten auf sehr geringen Widerstand stoßen werden, bis sie unter den Wällen von Peking anlangen.
London, L August. Das „Reutersche Bureau" meldet aus Tientsin vom 26. Juli: Im japanischen Hauptquartier herrscht emsige Thätigkeit. Eine große Anzahl von Kulis wird angeworben, alle Transport- vorbereitungen werden beschleunigt. Die Truppenkörper, welche annähernd zum Abmarsch bereit sind, sind die japanischen. Die Gesammtzahl der hier befindlichen fremden Truppen belauft sich auf etwa 17 000 Mann. Verstärkungen treffen täglich ein, aber nicht mit der mänschenswerthen Beschleunigung. — Der Kommandeur der amerikanischen Truppen erhielt den Befehl von Washington, den Vormarsch aus Peking nicht zu ver- zögern. Die Depesche theilte ihm ferner mit, daß bedeutende Verstärkungen unterwegs seien.
New-Io rk, 2. August. Der „New Aork Herald" veröffentlicht ein Telegramm aus Tientsin, demzufolge die japanische Avantgarde geschlagen sein und 150 Mann an Todten und Verwundeten verloren haben soll. Die Russen sollen in der Richtung auf Peking belegene, zehn Meilen von Tientsin befindliche Forts genommen haben. Die Besatzung, welche 10 000 Mann zählte, habe die Flucht ergriffen.
Tokio, 31. Juli. Eine Depesche aus Niutschwang bestätigt die Meldung, daß am 26. d. M. die Ruffen das chinesische Lager angriffen, worauf ein etwa zweistündiger Kampf folgte, und fügt hinzu, daß die Lage in Niutschwang gefährlich sei. Die Depesche meldet ferner, daß ebenfalls am 26. Juli 4000 Russen von 7000 Chinesen bei Ta-schi-kiong angegriffen wurden, worauf den ganzen Tag über gekämpft wurde.
Zim Rock m König klinkt werden noch eine Reihe Einzelheiten bekannt. Der Mailänder „Corrierre della Sera" berichtet u. a.: Trotz des unsicheren Abendlichtes zielte der Mörder so kaltblütig, daß König Humbert von allen drei Kugeln getroffen wurde. Einen Augenblick vorher hatte er den Turnern, welche seinen Wagen umringten und ihm eine stürmische Ovation bereiteten, freundlich zugerufen: „Grazie, giovanotti!“ (Dank, Ihr jungen Leute!) Dabei hatte er sich erhoben, so daß er aufrecht im Wagen stand. Als die Schüsse fielen, zogen die Pferde rasch an und die Menge glaubte, der König sei gar nicht verwundet. Ein junger Turner namens Pirovano war der erste, welcher Bressi faßte, aber dieser entschlüpfte mit auge- schlagenem Revolver. Da packte ihn ein Feuerwehrmann von rückwärts, hielt ihm den rechten Arm in die Höhe, so daß er nicht schießen konnte, und machte ihn mit einem kräftigen Faustschlag wehrlos.
Rom, 2. August. Man nimmt jetzt als sicher an, daß am Abend der Ermordung des Königs Humbert der Genosse Greifte ebenfalls bewaffnet war und den König an einem der beiden Ausgänge erwartete, während Bressi