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Gratisbeilagen:^Unftrirtes Konntagsblatt" *.3lluftrirte landwirthschaftliche Beilage '.

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1960.

Bestellungen auf das Hersfelder Kreisblatt mit den Gratisbeilagen Jllustrirtes Soimtagsblatt"» Jllustrirte landwirthschaftl. Beilage'' für die Monate August und September 1900 werden von allen Kaiserlichen Poftanftalten, kandbrief- trägern und von der Expedition angenommen.

| Amtlicher Theil.

Hersfeld, den 23. Juli 1900.

Nachstehend veröffentliche ich eine Bekanntmachung der Direktion der chirurgischen Universitäts-Klinik zu Marburg vom 18. Juli d. J.

Die Herren OrtSvorstände haben für die größtmög­lichste Verbreitung derselben Sorge zu tragen.

I. 4282. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Die chirurgische Klinik in Marburg unter folgenden Bedingungen auf:

I. Klasse (Einzelzimmer) täglich . .

nimmt Kranke

II.

III.

(2 in einem Zimmer) täglich täglich.......

Mk.

Mk. Mk.

. 6,00

. 4,00

. 1,50

Die Klinik besitzt ein vollständig eingerichtetes medico- mechanisches Institut und einen Röntgenapparat. Für Benutzung des ersteren wird von Kranken I. und II. Klasse ein täglicher Zuschlag von 50 Pfg.. von Kranken III. Klasse ein solcher von 25 Pfg. erhoben. Aktino- graphische Aufnahmen (Durchleuchtungen) werden je nach der Größe der Platten besonders berechnet; ebenso werden Beleuchtungen zu Heilzwecken mit 50 Pfg. für jede Sitz­ung in Rechnung gesetzt.

Zählende Kranke finden ohne Weiteres Aufnahme, ebenso Arme aus den Kreisen Marburg, Kirchhain, Frankenberg und Ziegenhain (mit Ausnahme des Amts- gerichts Oberaula), welche mit einem Armenschein ver- sehen find. Die nachträgliche Abgabe eines Armenscheins, nachdem vorher das Versprechen der Zahlung gegeben, ist unter keinen Umständen zulässig.

r Es ist in letzter Zeit jedoch öfter vorgekommen, daß auch Arme aus andern Kreisen, zwar mit Armenschein versehen, aber ohne vorher angemeldet zu sein, um Auf­nahme nachsuchten. Da die Klinik indeffen nur über - eine beschränkte Anzahl von Freibetleu verfügt, so kann es geschehen, daß, wenn diese sämmtlich vergeben sind, solche Kranke abgewiesen werden müssen. Es liegt daher Aim eigensten Interesse der Kranken, ihrer Angehörigen der Gemeinden, daß jede Bewerbung aus andern, I als den genannten Landestheilen, um gänzlichen oder thnlweisen Erlaß der Wegekosten, unter Einreichung «nes Armenscheines und eines ärztlichen Attestes, vorher an den Unterzeichneten gerichtet und der Bescheid abge- wartet werde.

Marburg, den 18. Juli 1900.

Der Direktor der chirurgischen Klinik.

Dr. Küster, Geh. Medizinal Rath.

Caffel, den 11. Juli 1900.

I Aus Anlaß bfr Einziehung zahlreicher Lehrer zum M^keresdienste erhalten wir eine große Reihe von 93er* unggplänen zur Genehmigung und zwar meisten« so p daß diese gegenstandslos wird. Wir bestimmen Hin» ^q6 in Vertrelungsfällen künftig folgende Ordnung D°ll»°'win in Geltung tritt:

llfh ein Lehrer erkrankt oder beurlaubt oder zu einer H "u»g im Heere eingezogen, so hat der Ortsschulin-

spektor für Vertretung zu sorgen und, wenn es fich um mehr als eine Woche handelt oder Lehrer, welche ihm nicht unterstellt sind, zur Vertretung herangezogen werden müssen, die Genehmigung des Kreisschulinspektors nach- zusuchen. Wenn es sich um mehr als 4 Wochen han­delt, hat der Schulvorstand unsere Genehmigung durch die Hand des Kreisschulinspektors möglichst frühzeitig einzuholen.

Sogleich nach Beendigung der Vertretung ist die Nachweisung der geleisteten Mehrarbeit und der Antrag aus Vergütung dem Landrath als dem geschäftSleitenden Mitglieds des Schulvorstandes mitzutheilen.

Königliche Regierung, Abtheilung für Kirchen- und

Schulsachen. Fliedner.

An die Herren Landräthe und Kreisschulinspektoren des Bezirks. B. 9868.

* * *

Hersfeld, den 23. Juli 1900.

Wird den Herren OrtSschulinspektoren des hiesigen Kreises zur gefälligen Beachtung in vorkommenden Fällen mitgetheilt.

I. 4295. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

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Cassel, den 20. Juli 1900.

Der dem diesseitige» Bezirksverbande auf Grund des Preußischen Gesetzes vom 1878 zur Zwangs- erziehung überwiesene und von mir bei dem Schuhmacher­meister Johs. Knoth zu Unterhaun in Arbeit untergebrachte Johann Maul von Gersfeld, geboren am 7. Februar 1882, ist am 16. d. MtS. aus seiner Arbeitsstelle durchgebrannt.

Königliches Landrathsamt ersuche ich ganz ergebenst, nach dem Zögling umgehend Nachforschungen gefälligst anstellen, im Betretungsfalle ihn festnehmen und durch eine geeignete Livilperson, welcher ich neben den baaren Auslagen für Eisenbahnfahrt ein Tagegeld von 3 Mk. und bei nöthig werdender Uebernachtung von 4 Mk. gewähren werde, der oben genannten Arbeitsstelle wieder justieren lassen zu wollen.

Von dem Geschehenen bezw. dem Ergebniß der Nach­forschungen bitte ich mich hiernächst gefälligst zu benach­richtigen.

Der Zögling ist fast taubstumm; er ist bekleidet mit grauer Hose, grauem Rock und schwarzer Weste.

Der Landeshauptmann in Hessen. J. A.: (Unterschrift). An Königliches Landrathsamt zu Hersfeld.

Hersfeld, den 24. Juli 1900.

Vorstehendes wird den Herren Ortspolizeiverwaltern und der Gent rmerie des Kreises zur Kenntnißnahme und Recherchi- ^ nach dem p. Maul mitgetheilt. Im Betretungssalle ist derselbe in seine Arbeitsstelle zurück­führen zu lassen, auch mir vom Geschehenen Bericht zu erstatten.

4312. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hertzseld, den 23. Juli 1900.

Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die GewerbeaufstchtSbeamlen des Regierungsbezirks bestimmte Sprechstunden für Arbeitgeber und Arbeit­nehmer festgesetzt haben. Dieselben werden vom G e - merbe-JnspektorzuEschwege tBüreauFried­rich Wilhelmstrabe 21) an jedem 1. und 3. Sonntag im Monat, von 8 bis 9'/, Uhr Vormittags und an jedem 2. und 4. Montag im Monat von 8 bis ll Uhr Vor­mittags, bei vorheriger Vereinbarung auch an anderen Tagen und anderen Stunden abgehalten.

I. 4294. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs Rath.

Hersfeld, den 23. Juli 1900.

Die am 21. b. Mt«. erfolgte Wiederwahl des Bürger­

meisters Valentin Reuber in Rothensee als solcher für einen weiteren achtjährigen Zeitraum, vom 16. August b. I. ab beginnend, ist diesseits bestätigt worden. A. 2411. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Obernburg, den 9. Juli 1900.

Im Nachgange zu meinem Ersuchen vom 26. v. M. habe ich die Ehre ganz ergebenst mitzutheilen, daß Ludwig Lauth gefunden ist.

Königl. Bezirksamt Obernburg. * *

Caffel, den 18. Juli 1900.

Abschrift unter Bezugnahme auf die Verfügung vom 6. b. M. A. II. 7969 zur Kenntnißnahme.

Der Regierungs-Präsident. J. V.: (Unterschrift.) An die Herren Polizeidirektoren in Caffel, Hanau und Fulda und an sämmtliche Herren Landräthe des Bezirks.

* * * Hersfeld, den 23. Juli 1900.

Wird mit Bezug auf die Bekanntmachung vom 13. Juli d. Js. I. I. Nr. 4123 (Kreisblatt Nr. 82) ver­öffentlicht.

I. 4287. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Homberg, den 23. Juli 1900.

Unter den Schweinebeständen des Landwirths G. Liebermattn, des Landwirths Conr. Pflüger und des Schmieds W. Taube zu Rodemann ist die Rothlausseuche ausgebrochen.

Der Landrath v. Gehren.

Nichtamtlicher Theil.

Lhina.

Am Dienstag Vormittag wurde in München das baye­rische Bataillon der vierten Ostastatischen Ins.-Regiments in Anwesenheit der Prinzen Leopold. AlfonS und Georg und einer großen Anzahl Genemlstabsoffiziere vom Obersten Hoffmeister besichtigt. Nach beendigter Gefechts­übung hielt Oberst Hoffmeister eine Ansprache an die Mannschaften, welche mit einem Hoch auf den Prinz- Regenten schloß. Sodann verabschiedete sich Prinz Leopold mit herzlichen Abschiedsworten von dem Bataillon.

* *

*

Genua, 24. Juli. Der gestrige Empfang zu Ehren der nach Ostasien gehenden deutschen Offiziere nahm einen glänzenden Verlauf. Anwesend waren die Spitzen der Behörden, viele italienische Offiziere, der neue deutsche Gesandte für China, Mumm v. Schwarzenstein, der deutsche Militärattache in Rom, Major v. Chelius, und die gesammte deutsche Kolonie. Die Musik spielte unter lebhaftem Beifall die deutsche und die italienische Hymne. Der deutsche Generalkonsul Pritsch brächte ein Hoch auf den König von Italien, den treuen Bundesgenossen des Deutschen Kaisers aus und sprach die Hoffnung aus, daß den verbündeten europäischen Heeren der Sieg be- schieden sein möge. Sodann sprachen der Präfekt, der Bürgermeister, der kommandierende General, der Präsident der deutschen Kolonie und Major v. Falkenhayn, welche sämmtlich den Gefühlen der Freundschaft und Wünschen für den Triumph der Civilisation in China Ausdruck verliehen. *

Die chinesische Regierung läßt den Beschwichtigungs- apparat weiter arbeiten. In Paris, London und Washington sind neue Nachrichten mit der alten Kunde angekommen, daß die Gesandtenbei guter Gesundheit" seien. Am meisten Sorgfalt hat man diesmal auf die Nachricht für London verwandt. Es wird von dort ge­meldet :

London, 24. Juli. Dem hiesigen chinesischen