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Hersselder Kreisblatt. e »l ...... ^ ' "" 11 """' "' ' '

i Gratisbeilagen:311 tistritte» SenntageMatt" «SHuftriete lanSwirthschaftlich« Beilage".

Amtlicher Theil.

Hersseld, den 16. Juli 1900.

Die Herren Ortsvorstände des Kreises werden hier­durch auf nachstehende, für den Verlauf der diesjährigen Herbstübvngen wichtigen Maßregeln aufmerksam gemacht und wird deren thr^lichste Befolgung erwartet.

x I. Zur BerhütiMg von Unglücksfällen sind Ränder von Steinbrüchen, Lehmgruben pp. abzuzäunen oder durch schwarze Tafeln bezw. Flaggen kenntlich zu machen, Brückendecken und Geländer an öffentlichen Wegen in Stand zu setzen, Brunnen und Tränken, die gesundheit- schädliches Wasser enthalten, abzuschließen oder als solche kenntlich machen zu lassen.

II. Zur Vermeidung von Flurschäden ist das reife Getreide bald abzuernten und einzufahren.

Die neue Bestellung, namentlich das neue Einsäen

11 kurz vor den Herbstübungen ist auszusetzen, bis seststeht, daß die zu bestellende Flur durch die Truppen nicht be- treten wird. (§ 14, Abs. 7 des angeführten Natural- / leistungS-GesrtzeS.)

' j I Hochwerthig tragende Ländereien, wie Forstkulturen, 1 nicht eingezäunte Gemüsefelder, Saatklee, Zuckerrüben, ' { Tabak 2C. sind durch Tafeln oder Strohwische auf Stangen ] kenntlich zu machen.

, Außerdem wird noch ausdrücklich darauf aufmerksam ^ gemacht, daß nur der Schaden vom Reichsfiskus ersetzt

j wird, welcher durch die Truppen entsteht, daß aber der | durch die Zuschauer erfahrungsmäßig entstehende Schaden ] nicht vergütet werden wird. Die Herren Ortsvorstände / werden darunr angewiesen, auf thunlichste Verminderung s von Flurschaden durch Zuschauer hinzuwirken, auch sind / die im Manövergebiet befindlichen Wegweiser soweit wie » erforderlich zu erneuern. Schließlich ist dafür Sorge zu ) tragen, daß beim Durchmarsch von Truppen durch die | Ortschaften längs der Dorf- pp. Straßen möglichst viele ] große Gefäße mit Trinkwasser aufgestellt werden.

/ II. 2598. Der Königliche Landrath

Freiherr von S ch l e i n i tz , / Geheimer Regierungs-Rath.

Cassel, den 16. Juli 1900.

Nach einem Berichte des Landraths zu Hanau haben die zur Beschäftigung im landwirthschaftlichen Betriebe des I Gutes Bruderdiebacherhof (Gemeindebezirk Langenselbold) f zugelassenen polnischen Arbeiter 1. Jan Bureck, geboren

W Am blauen Mälar.

Novelle von Herbert Rivulet (Freifrau G. v. Schlippenbach).

(Fortsetzung.)

»Ich danke Ihnen, Sonnia! Nun habe ich aber eine Bitte an Sie. Erlauben Sie mir, während Sie ' Stockholm sind, die Rolle eines ältern Bruders ein- , zunehmen, der Ihnen mit Rath und That zur Seite

M,,Es wird mir ein Gefühl der Ruhe und Sicherheit 8«otn," sagte Stella dankbar, denn oft, sehr oft fühle H'1$ recht verlassen und verantwortlich für das, IDn6 ""'ne Stellung mit sich bringt, wenn ich auch noch Pässen scheine. Doch da kommt meine Tante, wir ihr alles mittheilen, ich bin ihrer Verschwiegen­heit sicher !"

W Nachdem die alte Dame in die Lage der Dinge ein> worden, verlebten die drei einige unvergeßlich Stunden in Drottningholm. Sie begaben sich gutes Restaurant und speisten dort vorzüglich. Der ^Maumende Champagner, den Geerd Erik reichen ließ, -»Mohie die frohe Stimmung, sie ließen die Gläser hell ü'nnanderklingen, um die neuentdeckte Verwandtschaft zu lassen.

"^elch' glücklicher Zufall, daß ich gerade heute frei Dienst bin!" sagte »er junge Husaren-Offizier.Ich I hierher, um einen Freund zu besuchen, der in der

in 1882, 2, Ambrozy Niziot, geboren in 1876, 3. Franz Tupay, geboren in 1880, sämmtlich aus Lowisko in Galazien, in der Nacht vom 4. zum 5. d. Mts. unter Kontraktbruch ihre Arbeitsstellen heimlich verlassen.

Ich ersuche, nach dem Verbleib der Vorgenannten nachforschen zu lassen und sie im Betretungsfalle als lästige Ausländer aus dem Gebiete des Preußischen Staates auszuweisen.

Der RegierungS-Präsident. J. V.: (Unterschrist.) An die Herrn Polizeidirektoren hier und zu Fulda und an die Herren Landräthe des Bezirks.

Hersseld, den 20. Juli 1900.

Vorstehendes bringe ich zur Kenntniß der Herren Ortspolizeiverwalter und der Königl. Gendarmerie des Kreises behufs Nachforschung nach den Flüchtigen. Im Betretungsfalle ist mir sofort zu berichten.

I. 4250. Der Königliche Land rath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hildesheim, den 3. Juli 1900.

Die russisch-polnischen Arbeiter 1. Franz Rejnjak, 30 Jahre alt, aus Piotrkowitsch, Kreis Kolo, 2. Stanis- laus Luschtik, 49 Jahre alt, ebendaher, 3. Anton Luschlik, 29 Jahre alt, ebendaher, .. Jakob Luschtik, 19 Jahre alt, ebendaher und die russisch-polnische Arbeiterin Josefa Kotwaschinska aus Helenowo, Kreis Konin sind aus dem Dienste des Rittergutsbesitzers Walters zu Elze in der Nacht vom 26. zum 27. v. Mts. unter Zurücklassung ihrer Legitimationspapiere heimlich entwichen.

Ich bitte auch dortseitS nach den bezeichneten Arbeitern forschen und mir für den Fall der Ermittelung umgehend Mittheilung machen zu wollen.

Der RegierungS-Präsident. (Unterschrift.) An den Herrn Regierungs-Präsidenten in Eaffel.

Caffel, den 12. Juli 1900.

Abschrift zur weiteren Veranlassung. Im Ermittel­ungsfalle ist dem Herrn Regierungs-Präsidenten zu Hildes­heim direkt Mittheilung zu machen und an mich zu be­richten.

Der Regierungs-Präsident. J. V.: (Unterschrift.) An die Herren Polizeidirektoren dahier, zu Hanau und Fulda und an die Herren Landrälhe des Bezirks.

Hersseld, den 20. Juli 1900.

Wird den Herren Ortspolizeiverwaltern und der Königl. Gendarmerie des Kreises behuss Nachforschung

Nähe wohnt, der gute Keud Svenson erwartet mich jetzt vergeblich!"

Er lachte gut gelaunt, und Stella bemerkte, daß er dabei wunderhübsch aussah und es schalkhaft in den blauen Augen aufblitzte.

Von Droltaingholm begaben sie sich nach Erkerö und bestiegen dort ein vorüberfahrendes Dampfschiff. Die Fahrt ging durch den romantisch schönen Bokholms- sund und von dort nach Gripsholm, wo das Schloß in wundervoller Umgegend liegt.

Welch' schönes Land Schweden ist!" sagte Stella bewundernd. Schon das Wenige, das ich kenne, entzückt mich."

Wenn Sie erst weiter ins Land Dringen, wenn Sie den Wettern und seine Wasserfälle, den herrlichen Troll- hätta erblicken, dann würden sie noch weit mehr meine Heimath lieben, die auch zum Theil die Ihre ist!"

Und ich wünschte, Sie sähen die Steppe!" erwiderte Stelln.Man muß sie von klein auf kennen, um ihre Poesie zu verstehen, man sehnt sich ewig nach ihr zu­rück I"

Schnell und wie selbstverständlich hatten sie sich darin gesunden, sich wie alte Freunde zu begegnen, beide fühlten sich mächtig zu einander hingezogen und wußten es vom ersten Tage an, daß sie nicht spurlos aneinander vorüber gehen konnten und fein bloßer Zufall sie zusammenge- führt halte.

Lebt Ihre Mutter noch?" fragte Stella.

Ja!" erwiderte Geerd Erik. Sie ist in

nach den Flüchtigen mitgetheilt. Im Betretungsfalle ist mir sofort zu berichten.

I. 4251. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs Rath.

HerSfeld, den 16. Juli 1900.

Seitens des Regierungs-Secretairs G. Luge beim Kaiserlichen Bezirks-Präsidium in Straßburg i/E. ist ein Werkchen überBerechnung der Servisentschädigungen für Quartierleistungen an die Truppen im Frieden" in sechster verbesserter Auflage herausgegeben worden.

Mit Rücksicht aus die häufig insbesondere bei Ein­quartierung vorkommenden Zweifel, über welche das genannte Werkchen in den meisten Fällen genaue Aus­kunft giebt, kann die Beschaffung desselben den Herren Bürgermeistern nur empfohlen werden. Dasselbe ist von dem Herausgeber selbst zum Preise von 2,40 Mark zu beziehen.

II. 2671. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 18. Juli 1900.

Der am 16. Februar 1879 zu Mansbach, Kreis Hünseld, geborene Leopold Appel hierselbsthat um Ent­lassung aus dem Preußischen Staatsverbande behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht. I. 4200. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Nichtamtlicher Theil.

Lhina.

Wer wird den Oberbefehl über die vereinigten Truppen in China führen, wenn der Vormarsch auf Peking an­getreten wird? In der europäischen Presse und wohl auch unter den Kabinetten wird diese Frage hin und her erwogen. Zur Zeit bildet bei den Operationen in Tientsin der Rath der ältesten Offiziere der bei Taku vereinigten Staaten die oberste Instanz, nachdem sämmtliche Mächte ihren dort kommandierenden Admiralen die Befugniß übertragen haben, im Einvernehmen untereinander die entscheidenden Beschlüsse für die Kriegsführung zu fassen.

! Liljekron und ich möchte Sie gern mit ihr bekannt machen."

Auch ich wünsche es von Herzen. Ich beabsichtige, wenn unsere Gesellschaft Stockholm verläßt, eine Reise durch das Land zu machen!"

Auf der ich Sie begleiten darf, nicht wahr?" bat Brokenhjelm. Wir gehen erst nach Liljekron und meine Mutter begleitet uns später."

Ja, das wäre herrlich," rief Stella aus.Aber sehen Sie, wie wunderschön die Stadt im Abendroth vor uns liegt."

Beide schwiegen und blickten auf Stockholm, dem sie sich rasch näherten, und dann plötzlich tauchten die blauen Augen tief in die braunen. War ein heißer Strahl der scheidenden Sonne in sie gesunken? Wie ein elektrischer Schlag ging es von Herz zu Herz. Ein Funke war darin entfacht, der zur Flamme anwachsen und über beide zusammenschlagen mußte, um sie in seliger Liebe auf ewig zu vereinen.

VI.

Sie war wie ausgetauscht, die kühle, ruhige Stella Royer. Die Marmorstatue lebte und athmete, warme«, rothes Blut pulsierte in ihr, und alle bisher schlummernde Gluth ihres Herzens war erwacht und ließ sie noch schöner erscheine». Jeden Abend trug sie seine Blumen an der Brust, die er ihr brächte, wenn er sie besuchte und die Menschen sagte» entweder:Sie ist mit Broken-