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"/Jllustrirtes Sonntagsblatt" --» »°-,Jllustrirte landwirthschaftl. Beilage' ""für das dritte Quartal 1900 werden von allen J Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von pbet Expedition angenommen.

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Amtlicher Theil.

. D. Obernburg, den 26. Juni 1900.

' Der Taglöhner Ludwig Lauth von Elsenfeld, geboren daselbst am 1. April 1866, hat am 14. Juni seine An­gehörigen in Elsenfeld (bei Obernburg a/M.) verlassen und ist seitdem nicht mehr zurückgekehrt. Am 17. und |18. Juni sprach ihn ein Bekannter aus Elsenfeld in Mainz, am 18, erklärte er diesem, sich nach einem Unter­kommen umsehen zu wollen er ist ohne alle Baar­mittel fort und von da an ist jede Spur verloren.

Da Lauth an Epilepsie leidet, wird befürchtet, daß ihm ein Unfall zugestoßen sei oder zustoßen möge. Ich bitte daher, durch amtliche Bekanntmachung die Fahndung nach ihm veranlaffen zu mosten.

. Lauth besitzt keinerlei Legitimation. Sein Sig­nalement ist folgendes: Größe 1,62 m, Gestalt unter­setzt ; Gesicht mager, blaß; Augen grau; Nase ziemlich lang; Schnurrbart blond, kräftig. Anzug schwarzer Sackrock, hellgraue Hose, schwarze Lederschnürschuhe, weicher grauer Filzhut. Beim Weggang führte der Vermißte einen Stock aus braungebeiztem Holz mit flachem Bleiknopf.

M Falls Lauth ermittelt wird, wird gebeten, ihn anzu- halten und hierher telegraphische Nachricht zu geben.

Der k. Bezirksamtmann. gez. Fischer.

*

*

*

| Caffel, den 6. Juli 1900.

H Abschrift zur Kenntniß und weiteren Veranlassung. /Der Negierungs-Präsident. I. V.: (Unterschrift).

Herrn Polizei-Präsidenten hier, die Herren Polizei-Direktoren zu Hanau und Fulda und an die Herren Landräthe des Bezirks. A. II 7969.

* *

*

Hersfeld, den 13. Juli 1900.

, 45otste{)enbeä wird den Ortspolizeibehörden und der Mith mitgetheilt ^* ^ Salbung nach dem p. I. 4123.

Der Königliche Landrath Freiherr von Schlei n i h, Geheimer Regienmgs-Ralh.

._ Hersfeld, den 14. Juli 1900.

? hat jn L- "Eer der geistlichen pp. Angelegenheiten » haltunasnssi^ti ^ ^e °»tschieden, daß die schulunter- P bS -"'f Grund der ihr obliegen-

IgSterroolwn bf 3nftanbl)altunß her

Sapetieren ber Sim^r da« Weißen und

i« übernehme» habe, als betar^ ".soweit

Atiistiig hu 17. Juli

Um den Schulvorstand nun in die Lage zu versetzen, in einem Streitfälle zwischen einer Schulgemeinde und dem Inhaber der betr. Lehrerstelle richtige Entscheidung treffen zu können, werden nach Anhörung des Königlichen Kreisbaubeamten dahier folgende diesbezüglichen Normen festgesetzt:

1.

Die Decken muffen in Küchen jedes Jahr, in Wohn­zimmern alle zwei Jahre und in Schlafzimmern und Kammern, Fluren pp. alle drei Jahre neu geweißt werden. Der Wandanstrich muß in Küchen alle Jahre, in Fluren und Kammern alle drei Jahre erneuert werden.

Die Neu-Tapezierung der Wohn- und Schlaf­zimmer kann vor Ablauf von 5 Jahren nicht bean­sprucht werden, es sei denn, daß die Tapeten notorisch ohne Verschulden des Nutznießers durch schlechte Bauanlage, Feuchtigkeit pp. früher als vor Ablauf

2.

von 5 Jahren schon verdorben sind.

Der Lehrer hat keinen Anspruch auf der Arbeiten vor Ablauf der zu 1. Zeit.

Erneuerung angegebenen

3. Es erscheint billig, daß der Lehrer vor

dem Ankauf

der zu verwendenden Tapete gehört wird und daß seinen Wünschen betr. MsM: pp. entsprochen wird. Als Minimalpreis für das Stück (Rolle) Tapete wird der Betrag von 50 Pfg. und für ein Meter Borde der Betrag von 3 Pfg. festgestellt.

Hierbei soll auch noch mitgetheilt werden, daß Königliche Regierung in einem früheren Spezialfalle Ent­scheidung dahin getroffen hat, daß eine Schulgemeinde, welche bei dem Stellenantritt des Lehrers demselben die Wohnung mit ganzen Fenstern überliefert hat, nicht für verpflichtet erachtet werden kann, diejenigen Fensterscheibe», welche durch eine Verschuldung des Lehrers oder eines seiner Angehörigen zerbrochen worden sind, auf ihre Kosten durch neue ersetzen zu lassen.

Die Königlichen Herren Ortsschulinspektoren des hiesigen Kreises werden hierdurch ersucht, den Inhalt vorliegender Verfügung den Ihnen unterstellten Herren Lehrern gefälligst mittheilen und dieselben dabei anweisen zu wollen, sich in Zukunft hiernach zu richten.

Auch die Herren Bürgermeister der Schulgemeinden des hiesigen Kreises haben sich solches zur Nachachtung dienen zu lassen und die getroffenen Anordnungen den Mitgliedernder Gemeindevertretungen zur Kenntnißnahme

mitzutheilen.

I. 4171.

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.

Homberg, den 13. Juli 1900.

Die unter dem Schweinebestande des Lehrers Jber zu Raboldshausen ausgebrochene Rothlaufseuche ist er­loschen.

Der Landrath von Gehren.

Nichtamtlicher Theil

Lhina.

Die Nachrichten aus Peking lauten immer düsterer. Während die amtlichen chinesischen Stellen bisher ängst­lich bemüht waren, durch optimistische Nachrichten die Energie der Mächte einzuschläfern, hat nunmehr nach einer Depesche des amerikanischen Konsuls der Gouver­neur von Schantung die Meldung ausgegeben, Boxer und Soldaten hätten die Gesandtschaften am 7. Juli zur Vorbereitung eines Schlußangriffes bombardiert; der Gouverneur sei in größter Besorgniß wegen der Ge­sandten und der befreundeten Chinesen in Peking. In London ist ein gleiches Telegramm eingelaufen. Und wenn auch das belgische Ministerium eine Depesche des Inhalts erhielt, daß General Riehdie Aufständischen bei Peking geschlagen habe" und den Prinzen Tsching sowie Jung-lu unterstütze, welche ihrerseits sich bemühen, die Europäer zu vertheidigen, so ändert diese Chinesen-

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Nachricht ohne Datum nichts an dem trüben Bilde. In Schanghai, London und Washington befürchtet man das Schlimmste. Eine neue Feststellung über die Beruhigungs- lelsgramme erhöht noch die Befürchtungen: Sie rechnen sämmtlich nach dem chinesischen Kalender, der nach dem Gregorianischen 4 Tage vorgeht, sodaß also die Er­klärung des Staatsraths nicht vom 29., sondern that­sächlich vom 25. Juni herrührt. Hiernach liegen alle chinesischen Meldungen noch weiter zurück. So wird man sich der Wahrscheinlichkeit nicht mehr verschließen können, daß die Tragödie der Gesandtschaftsstraße in Peking ausgespielt ist!

Auch aus T i e n t s i n kommen keine tröstlichen Nach­richten. Die letzten Meldungen zeigen jedenfalls, daß die Chinesen eine ganz außerordentliche Kriegstüchtigkeit und Energie entwickeln. Heute berichtet der Draht:

London, 14. Juli. DemDaily Expreß" wird aus Tientsin vom 9. Juli gemeldet: Gestern haben die Chinesen bei dem Hause DetringS in der Nähe der Rennbahn sechs Geschütze ausgefahren, sechs andere bei Dickensons Villa. Von hier aus feuerten sie unaufhör­lich, sodaß eine Stellung nach der andern unhaltbar wurde. Die Chinesen besetzten auch die Halle des Mäßig- keitsve Uns und überschauen uns von dorr aus mit einem wahren Kugelregen. Der Fluß unterhalb Tientsins ist jetzt völlig »»schiffbar, da die Chinesen den Oberlauf des Flusses abgeleitet haben. Eine beträchtliche Strecke der Eisenbahn ist in den Händen der Chinesen.

Das zeigt doch deutlich genug alle Mühen und Ge­fahren, die den Europäern von einer gutbewaffneten fanatischen Uebermacht drohen. Es wird Zeit, daß Ver­stärkungen kommen, die den Mächten die Kraft zur Offensive geben. Jeder erfolglose Tag für die Europäer erhöht das Prestige und den Muth der Rebellen und ihrer Gönner. Schon greift der Ausstand weit nach Norden und Süden aus. Dort zeigen sich zwischen Tabin und Suden und am Paß von Tankindie kampflustige Boxerschaaren. Hier schäumt die Bewegung südlich der AangtsheProvinzen auf. DerStandard" meldet aus Schanghai vom 13. d. Mts.: Eine große Anzahl von Boxern trat in der Umgegend von Wentschou auf und drohte die dortigen Fremden und eingeborenen Christen zu ermorden. Die Mitglieder der Fremdenniederlaffung in Wentschou, welche hauptsächlich aus Missionären be­stehen, sind heute wohlbehalten in Ningpo angekommen. DieDaily Mail" meldet aus Schanghai vom 13. d. Mts.: Der Gouverneur von Kiangsu, Lu-chuan-lin, welcher ein Freund des fremdenfeindlichen Li-ping-heng ist, verließ Hutschou, um mit 4000 Mann hier ausge­hobener Truppen nach Peking zu marschieren.

Ueber weitere Verstärkungen wird gemeldet:

S i in l a , 13. Juli. Eine weitere Division erhielt den Befehl, sich zum Dienst in China bereit zu halten.

Rom, 13. Juli. Das italienische Expeditionskorps für China geht am 18. d. Mts. von Neapel ab. Nach derTribuna" wird noch ein zweites, ebenfalls aus zwei Bataillonen bestehendes Korps nach China gesandt werden, für deffen Bildung schon die ersten Anordnungen ergangen seien. Die Gesammtstürke des Expeditionskorps würde dann 5000 Mann betragen. Zum Kommandeur des Korps sei der frühere Militärattache in Wien, General Nowa ausersehen.

Ein neues Lob der deutschen Truppen meldet Admiral Bendemann:

Berlin, 13. Juli. Vom Chef des Kreuzerge­schwaders ist aus Taku vom 8. d. Mts. folgende Mel­dung eingegangen: Nach Mittheilung des russischen Befehlshabers hat Major Christ mit dem Seesoldaten- Detachement sich im Kampfe am 23. und 27. Juni durch hervorragende Leistung und entschlossenes Vorgehen aus­gezeichnet. Gutes Schießen und rücksichtsloses Drauf­gehen von Ossizieren und Mannschaften haben wesentlich zum glücklichen Ausgang beider Gefechte beigetragen. Die Seesoldaten Kompagnien werden überall gerühmt.

Ueber da« angebliche Auftauchen der Boxer bet Kiautschau liegt noch keine Bestätigung vor Die Mel­dung, daß die unter dem Kommando des Oberleutnants