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der anderen Mächte siegreich über den chinesischen wehen und aus den Mauern Pekings aufgepflanzt, den Chinesen den Frieden diktieren. Ihr habt gute Kameradschaft zu halten mit allen Truppen, mit denen Ihr dort zu- sammenkommt. Russen, Engländer, Franzosen, wer es auch sei, sie fechten alle für die eine Sache, für die Zivilisation. Wir denken auch noch an etwas höheres, an unsere Religion und die Vertheidigung und den Schutz unserer Brüder da draußen, welche zum Theil mit ihrem Leben für ihren Heiland eingetreten sind. Denkt auch an unsere Waffenehre, denkt an diejenigen, die vor Euch gefochten haben, und zieht hinaus mit dem alten brandenburgischen Fahnenspruch:

Vertrau' auf Gott, Dich tapfer wehr', Daraus besieht Dein' ganze Ehr'!

Denn wer's auf Gott herzhastigt wagt, Wird nimmer aus dem Feld gejagt.

Die Fahnen, die hier über Euch wehen, gehen zum ersten Mal ins Feuer; daß Ihr sie Mir rein und fleckenlos und ohne Makel zurückbringt! Mein Dank und Mein Jnter- este, Meine Gebete und Meine Fürsorge werden Euch nicht fehlen und Euch nicht verlassen, mit ihnen werde Ich Euch begleiten." Die Worte,in deren Vortrag die tiefe seelische Erregung des Kaisers zum Ausdruck kam, machten einen starken Eindruck auf alle Hörer. Es folgte ein Parademarsch. Ihre Majestäten besichtigten darauf die TransportschiffeFrankfurt" undWittekind".

In der Erwiderung des Generalmajors v. H ö p f n e r auf die Ansprache Sr. Majestät des Kaisers bei der heutigen Parade des Expeditionskorps dankte derselbe zunächst Ihre Majestäten für ihr Erscheinen und die huldvollen Worte Sr. Majestät und fuhr fort: Begeistert in dem Bewußtsein ihrer hohen, verantwortungsvollen Aufgabe, beglückt darüber, ihren Allerhöchsten Kriegsherrn noch einmal gesehen zu haben, verließen die Truppen den theuren heimathlichen Boden, um für die Ehre des Vaterlandes und der deutschen Fahnen einzutreten mit Leib und Leben. Die Erwiderung schloß mit einem drei­fachen Hurrah aus Se. Majestät den Kaiser. Die Musik spielte sodann die Nationalhymne.

Mitten in den blutigen Wirren, die sich in Asien und Südafrika abspielen und die ganz Europa in Mitleiden­schaft zu ziehen drohen, konnte am 1. Juli in Bern von den Abgesandten allerKulturländer eininternationalesFriedens- und Kulturfest begangen werden: das fünfund- zwanzigjährige Jubiläum des Weltpost-Vereines. Das deutsche Reich hat doppelt Ursache, dieses wichtigen Tages mit Genugthuung zu gedenken, denn der verstor­bene erste Chef der deutschen Reichspost-Verwaltung, der damalige General-Postmeister Stephan, war es, der die Anregung dazu gab, die gesammte Kulturwelt aller Erd­theile, was den Postverkehr anlangt, miteinander zu ver­binden, und der Initiative des jung erstandenen deutschen Reiches war es zu verdanken, daß dieser kühne Plan bald zur Durchführung gelangte.

Vor dem Brüsseler Geschworenen-Gericht begann unter großem Andrange des Publikums die Verhandlung gegen S i p i d o , der am 4. April d. I. ein Attentat auf den Prinzen von Wales verübte. ES sind 80 Zeugen geladen. Nach der Verlesung der Anklage-Akte begann der Vorsitzende das Verhör SipidoS, der sich als Ur­heber des Attentats bekannte. In seinen Antworten bestätigte Sipido alle bereits bekannten Einzelheiten be­züglich der Beweggründe, die ihn zum Attentat veran­laßten. Es geht ferner aus dem Verhör hevor, daß die That vorher überlegt war.

C^itta.

Wilhelmshaven, 3. Juli. Im Hinblick auf den Ernst der Lage in Ostasien wird ein aus Frei­

bei uns machte und den du recht unfreundlich abweisen ließest."

Du weißt, wie ich über solche Firlefanze denke!"

Jene zierliche Jardinisre mit den weißen und blauen Veilchen und den Maiglöckchen legt Graf Ernstorff, der erste Sekretär der deutschen Gesandtschaft, dir zu Füßen. Diese seltsamen Orchideen sendet dir Lord Montgomerz, Oberst des Leibgarde-Regiments der Königin von England, und dort, der reizend geordnete Korb voll Hyazinthen und Nachtschatten birgt die Karte des Prinzen Enrico di Montez."

Höre auf, Tante!" rief Stella halb lachend, halb ärgerlich und hielt sich die Ohren zu.Diese kosmopolitischen Opfergaben langweilen mich ent­setzlich ! "

Du nimmst sie nie nach Hause, ich möchte wissen, was aus ihnen wird, es steckt ein .Vermögen in den prachtvollen Blumen," meinte Anna Alexandrowna mit leisem Tadel.

Ich kann es dir genau sagen, Duschenka," lachte die Schulreiterin übermüthig,die Pferde fressen sie, und wahrlich, ich gönne meinen Lieblingen die leckere Kost, sie verdienen sie mehr als ich. Ha, ha, ha!"

Ihr ausgelassenes Gelächter klang fröhlich durch das hübsche Zimmer, und Anna Alexandrowna stimmte ein.

Hilf mir beim Ankleiden Tantchen 1" sagte sie dann, plötzlich ernst werdend. Der Sitte gemäß habe ich mir zu meinem Benefiz ein neues Reitkleid be« ^ellt, der Wiener Schneider hat es heute Morgen erst § ergeschickt."

willigen der Armee bestehendes Expedilions- torpsin der Stärke einer gemischten Brigade aufgestellt werden.

Berlin 2. Juli. Der Kaiserliche Konsul in Tschisu telegraphiert: Aus Aentschufu ist der dortige Missionar durch die Behörde vertrieben und sofort das Zerstörungs­werk begonnen worden. Tsining ist in größter Gefahr. Gouverneur und Behörde fordern sofortige Abreise; ohne raschen Schutz ist fernerer Aufenthalt un­möglich. Der Gouverneur in Tsinan drahtete mir, daß Tsining in Aufruhr sei und die Missionäre an die Küste müßten.

Berlin, 3. Juli. Vom Chef des Kreuzergeschwaders ist aus Taku folgende vom 1. d. M. datirte telegraphische Meldung eingelaufen: Ich schicke auf dem Dampfer Köln" die verwundeten Offiziere Lans, Schlieper und Krohn, deren Befinden sehr gut ist, sowie den Obermatrosen Zimmermann und den Matrosen Janssen von derGefion" morgen nach Yokohama. Alle anderen Verwundeten sind noch in Tientsin und befinden sich, soweit bekannt, im allgemeinen gut. Die Lage ist unverändert.

Die Lage in Peking stellt sich kurz folgender­maßen dar: Die deutsche, englische und französische Ge­sandtschaft sind eingeschloffen, die übrigen zerstört. Die deutsche und französische scheinen sich selbstständig zu ver­theidigen. Die Hauptmaffe der Fremden befindet sich jedenfalls in der bestgelegenen englischen. Munition und Lebensmittel sind natürlich erschöpft. Jede Stunde kann die Meldung von der Einnahme der Gesandt­schaften kommen. 20 000 chinesische Soldaten sollen in Peking stehen, ebensoviel vor den Thoren. Eine kleinere Macht, angeblich 3000 Mann, soll sogar noch Lust zeigen, Tientsin anzugreifen. Im Gebäude der Munizipalität von Tientsin ist sogar noch am Sonnabend ein Beamter des französischen Konsulats mit zwei französischen See­leuten ermordet worden.

Die Verbreitung des Aufstandes läßt sich nicht leicht erkennen, man kann schwer bestimmen, wo offen und wo insgeheim gegen die Fremden gerüstet wird. Bestätigt wird das Vordringen von Aufständischen in der Mandschurei. Nachrichten des Petersburger General- stabs zufolge zerstörten bei Taku zersprengte Truppen der Aufständischen die Bahn zwischen Port Arthur und Mulden. Es werden Anstalten getroffen, die Bahn wieder in Stand zu setzen. Ebenso werden aus dem Süden kriegerische Vorbereitungen berichtet: Die Befestigungs­werke in Futschau wurden bereit gemacht und haben den Befehl, jedes Kriegsschiff beim Einlaufen zu beschießen, es sind Minen gelegt.

London, 2. Juli. Alle Blätter bringen die Meldung von der Ermordung des Gesandten von K e t t e l e r. Das Datum der Mordthat wird verschieden angegeben, theils wird der 13., theils der 16., theils der 18. Juni genannt. DemDaily Expreß" zufolge, ritt Herr von Ketteler die Gesandtschaftsstraße entlang, als er von einem aus chinesischen Truppen und Boxern ge­mischten Haufen angegriffen, vom Pferde gezerrt, g e tödtet und dann in Stücke gehackt wurde, worauf das deutsche und mehrere andere Gesandschasts- gebäude in Brand gesteckt wurden.

Shanghai, 3. Juli. Ein von Sir Robert Katt aus Peking nach Tientsin entsandter Curier brächte die Nachricht, daß am 25. Juni außer den deutschen, eng­lischen und italienischen sämmtliche übrigen Gesandt­schaften in Peking zerstört waren und sämmtliche Diplo­maten der englischen Gesandtschaft von chinesischen Truppen beschossen wurden.

Berlin, 3. Juli. Der Kaiserliche Consul in Tschifu meldet: Der Dampfer der Fremden in Tientsin ist wieder umlagert und wird beschossen. Frauen und Kinder sollen fortgeschafft werden. Die chinesischen Truppen machten einen Vorstoß gegen die Eisenbahn­brücken und zerstörten dieselben; die Wafferverbindung mit Taku aber ist aufrechterhalten. Die Missionen in

Sie trat vor den hohen Stehspiegel, der von beiden Seiten durch hohe Wandleuchter erhellt war, und ent­ledigte sich rasch des StraßenkleideS. Kurz darauf stand sie in der Amazone aus weißem Tuch da, die mit Gold­litzen besetzt, meisterhaft auf der schlanken Figur Stellar saß. Die Tante reichte ihr den weißen Rembrandhut aus weichem Filz mit der langen, wallenden Straußen­feder, die von einer Agraffe aus Rubinen und Diamanten gehalten wurde.

Nun, wie gefalle ich dir ?" fragte das junge Mädchen schalkhaft lächelnd.Du weißt, dein Lob ist mir noth­wendig, um mir die Sicherheit zu geben,jdie mich zuweilen verläßt, wenn ich die vielen Augen auf mich geheftet fehe und mir sage, daß der kleinste Fehler nicht unbe­merkt bleibt."

Duschenka, du bist reizend!" kam er begeistert über Anna Alexandrownas Lippen.Aber möchtest du nicht eine Rose oder eine jener Orchideen anstecken, mir scheint, das allein fehlt noch als Abschluß deines Anzuges."

Nein," kam es schroff und streng als Antwort auf die freundliche Frage,diese Blumen trage ich nicht, niemand soll sich dessen rühmen können."

Sie zog die weißen Stulphandschuhe an und ergriff die zierliche Reitgerte, auf deren Elfenbeingriff ihr Mono­gramm und eine Fürstenkrone kunstvoll eingeschnitzt waren, dicht unter dem großen Diamanten. Sie umarmte ihre alte Verwandte innig.

«Küß' mich," bat sie, die Arme zärtlich um die kleine volle Gestalt legend,und segne mich, Tante Anna!"

Mukben sind verbrannt und viele einheimische Christa z. daselbst getödtet worden. Zwischen Mulden Niutschwang ist die Eisenbahnbrücke demoliert. U^/ __ __ _ _______ ___ __ _ __B DU Her Krieg in Aitafril«. 8-

Vom Kriegsschauplatze laufen neuerdings fOti gesetzt für die Engländer ungünstige Nachrichten eii «Ji So meldet General Buller aus Standerton vom 1. b. 3 77 General Coke habe am 29. v. M. mit der zehnten Brig,; eine Rekognoszierung gegen Amersfoort gemacht m dort 2000 Mann des Feindes mit Kanonen im Beitz V einer starken Stellung angetroffen. Nach einer H & schießung der Buren, habe sich Talbot Coke zurückgezogk, ohne verfolgt zu werden. Die englischen Verluste k j liefen sich auf zwei Todte und sechs Verwundete.

Aus Prolllli; nni) Aachbargebiel.

* Die Gesammtzahl der Jagdscheine in Preuf ist in den 4 Jahren 1896 bis 1899/1900 von 1697; auf 173832 gestiegen und der dafür entrichtete Beb von 2 127107 auf 2147 661 Mark. Zum Vergleiche noch angeführt, daß in dem letzten Jahre vor dem' krafttreten des Jagdschein-Gesetzes vom 31. Juli 18 im ganzen 202 739 Jagdscheine gegen Entgelt und 48: unentgeltliche, zusammen also 207 594 Stück au-gegeb worden sind; die Einnahme dafür belief sich auf n 725 000 Mark.

* Am 27. Juni tagte in Frankfurt a. M. s Generalversammlung der Landwirthschätz lichen Central-Darlehnskasse für Deutsi land. Der Vorsitzende des Aufsichtsrathes, Hi Gutsbesitzer Kaulen-Lövenich, leitete die Versammln, Zunächst theilte derselbe mit, daß der langjäh,! General-Direktor Cremer au» Gesundheitsrücksichten st Amt niedergelegt habe und daß der Aufsichtsrath e stimmig auf ebenfalls einstimmig erfolgten Vorschlag 8 Vorstandes Herrn Verbandsdirektor Heller-Danzig |i Generaldirektor der Centralkasse und damit zugleich i Generalverband»- ländlicher Genossenschaften Raiffeist scher Organisation für Deutschland zu Neuwied gewä! habe. An den scheidenden Generaldirektor Cremer um

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ein Begrüßungstelegramm, in welchem demselben für i du langjährige, selbstlose Thätigkeit herzlichster Dank er sa gesprochen wird, gesandt. Der neue Generaldirck S, erstattete darauf den mit lebhaftem Beifall ausgenommen V> Jahresbericht für 1899. Aus demselben geht die flaut R, wachsende Bedeutung der großen Raiffeisenorganisaii de hervor. Die Generalversammlung genehmigte einfiinu di die Bilanz und ertheilte Entlastung. Auf Vorschlag! ur Aufsichtsrathes wurde beschlossen, den Aktionären, : f° welche bekanntlich nur Raiffeisen-Vereii»«"-^«^^ da schränkter Haftpflicht zugelassen werden, eine Dividki un von 4 °/0 zu zahlen. Schließlich wurden verschied, Statutenänderungen ausgenommen, darunter als wichth dr die einstimmig beschlossene Erhöhung des AktienkaM auf 10 Millionen Mark. de

-e- Hersfeld, 4. Juli. (D e r Juli). Der Ji A der seinen Namen von Julius Cäsar erhielt, wähn ® Karl der Große ihnHeumond" nannte, hat nun i zweite Hälfte des Jahres eröffnet und bringt uns 1 Höhepunkt des Sommers. Wohin das Auge blickt,« "" es entzückt durch die Farbenpracht der Blumen in ®ärt de auf Wiesen und Feldern. In der Thierwelt ist gtf de fall» das Leben auf dem Gipfelpunkte. Die W haben jetzt Junge im Neste, viele bereits schon y zweiten ober dritten Male; andere Vogelarten, bet: Brüt schon flügge ist, streichen familienweise umher, k der Hänfling, die Seeschwalbe, Wildente u. s. w., sie sammeln sich in Scharen und fallen, wie Sperli»! Stare und Krähen, in die Felder. Gleiche Lebendig . regt sich in dem unermeßlichen Reiche der JnseA welche, wie die Blumen, uns durch den Anblick *

Der liebe Gott behüte dich, mein gutes Kind, ,. sagte die alte Dame, die Hand auf das schöne, M j0 Haupt legend.Möchte dir der gefährliche Sp"« glücken, ich werde froh sein, wenn ich dich mit F [)r Knochen hier wieder begrüßen werde!" w

Es klopfte an der Thür des Ankleidezimmers ^ auf StellasHerein" trat der Direktor über die SchaMD Es war ein schon älterer Mann, eine stattliche Erschein»' W im Frack und weißer Binde, war er bereits zur ® tu

Stellung gerüstet. M»

Ah, wie ich sehe, ist hier das reine Treibha»W rief er heiter, die Hand der Schulreiterin ergreifend »W küssend.Sie werden ein gutes Benefiz haben, das Haus ist ausverkauft."

Warum dieser Titel?" fragte das junge Mädä s Ich habe Sie schon oft gebeten, ihn fortzulassen:" g Entschuldigen Sie," wandle Ferotti ein,aber 2 Sie mir wie eben jetzt entgegentreten, jeder Zoll an Ih die Aristokratin, so" «

So bin ich doch nur Stella Royer, weiter ni° < und Sie sind mein lieber freundlicher Direktor."

(Fortsetzung folgt.)

In R i n d e n m 0 0 s , Gmde. Tente (2Bürtten*M ist das Haus des Maurers Dangel niedergebrannt. dem Feuer, das auf Brandstiftung durch Kinder zuführen ist, find, demSchwäb. Merkur" zufolge- '/, jähriges und ein 2jähriges Kind des Dangel R y kommen. Ein weitere» Kind erhielt so schwere wunden, daß es sterben wird.