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«r. K.

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3MK* Die wichtigsten Ereignisse gehen uns durch Telegramme zu und werden wir dieselben nöthigen- falls durch Extrablätter verbreiten.

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Amtlicher Theil.

Hersfeld, den 23. Juni 1900.

Nach amtlicher Meldung sind im Jahre 1899 inner­halb Preußen 287 Personen von tollen bezw. tollwuth- verdächtigen Thieren gebiffen worden. Von diesen sind 2=0,70 °/0 an Tollwulh zu Grunde gegangen. Die Bißverletzungen betrafen 201 männliche und 86 weibliche Personen.

Die Verletzungen wurden hervorgebracht von 193 Hunden, 11 Katzen, 4 Rindern und 1 Schwein. Von diesen 209 Thieren wurde bei 150 Tollwulh zweifellos sestgesteUt, davon bei 83 nur durch die Obduktion, bei außerdem durch Verimpsung von Gehirn oder Rücken­mark aus Versuchsthiere im Institut für Jnfektionskrank- Herten. Bei 3 Thieren ergab die Obduktion ein zweifel­hafter Resultat. Bei 42 Thieren bestand mehr oder weniger sicherer Tollwulhverdacht. 10 Thiere 9 «unbe und 1 Katze entzogen sich der Feststellung durch ote Flucht.

Von den Verletzten blieben 29 ohne ärztliche Behand- von ihnen stürben 2=6,9 °L an Wuth. Bei den h g : Äranten fand ärztliche Behandlung statt, , ., l derselben nicht angegeben, worin die Be­handlung bestand.

AuSgebrannt wurde die Verletzung 11-, ausgeschnitten r8eQ^ , r o"t'septisch verbunden 6-, mit kühlen Um- schlagen behandelt 5mal. Bei 231 Verletzten wurde bie chutzimpsung nach Pastenr vorgenommen, und zwar maMn.mcÄ^ Toll Wuth in Krakau, 230

Institut für Infektionskrankheiten in Berlin.

52 r^S 8?8 bl,ebe" "Hn- ärztliche Behandlung lebtet'6cJ°^b ^° ^"'pst 72=28,3 °/ der Ver-

Jm Jahre 1899 dagegen blieben ohne Behand­

lung 29=10,1 °/0 und wurden geimpft 231=80,5 °/0 der Verletzten. Im Jahre 1898 starken an Wuth 9=3,42 °/0, im Jahre 1899 dagegen nur 2=0,70 °/0 der Verletzten. Diese Zahlen beweisen einerseits die Wirksamkeit der Schutzimpfung, zeigen aber andererseits die erfreuliche Thatsache, daß die Ueberzeugung, die Gebissenen sobald als möglich der ärztlichen Behandlung und der Schutzimpfung zuzuführen, in breiten Schichten der Bevölkerung Platz gegriffen hat.

Die Herren Ortsvorstände haben Vorstehendes in geeigneter Weise zur Kenntniß der Bevölkerung zu bringen und erneut auf die Nothwendigkeit und Wirksamkeit der Schutzimpfung hinzuweisen. Besonders zu beachten ist noch, daß die Schutzimpfung nicht von dem Ergebniß der Obduktion des betreffenden Thieres abhängig gemacht werden darf, sondern in jedem Fall so schnell als mög­lich vorgenommen werden muß.

I. 3782. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Negierungs-Rath.

Proviantamt. Caffcl, den 22. Juni 1900.

Das Königliche Landrathsamt ersuchen wir ganz er­gebenst, den landwirthschaftlichen Vereinen sowie den Herren Landwirthen des dortigen Kreises in geeignet er­scheinender Weise Kenntniß davon geben zu wollen, daß das übertriebene Amt mit dem Ankauf von Heu aus der neuen Ernte begonnen hat.

I. V. : Mülle r.

An das Königliche Landrathsamt in Hersfeld. * * *

Hersfeld, den 25. Juni 1900.

Vorstehendes haben die Herren Ortsvorstände in den Gemeinden aus ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen.

I. 3806. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Homberg, den 27. Juni 1900.

Unter dem Schweinebestande des Lehrers Jber zu Raboldshausen ist die Nothlaufseuche ausgebrochen. I. Nr. 4275. Der Landralh v. Gehren.

Nichtamtlicher Theil.

Lhina.

Folgende Allerhöchste Kabinet s 0 rd r es betreffs der deutschen Streitkräfte veröffentlicht dasMarine- Verordnungsblatt":

Bildung eines Expeditionskorps nach China.

Ich bestimme: 1. Für die Entsendung nach China ist von Meiner Marine ein Expeditionskorps zu bilden, bestehend aus dem 1. und 2. Seebataillon, einer fah­renden Feldbatterie und einem Pionierdetachement. 2. Dem Befehlshaber des Expeditionskorps verleihe Ich die gerichtsherrlichen und disziplinaren Befugnisse eines Divisionskommandeurs. 3. Sein Stab besteht aus: einem Stabsosfizier als Chef des Stabes, einem Haupt- mann, einem Oberleutnant, einem Ober-Stabsarzt, einem Ober-Zahlmeister, einem evangelischen und einem katho­lischen Marinepfarrer sowie dem erforderlichen Unter­personal. 4. Für das 1. und 2. Seebataillon ist in Kiel und Wilhelmshaveii alsbald je ein Ersatzbataillon zu bilden. Ausführung-bestimmungen erläßt der Staats­sekretär des Neichs-Marineamls. 5. Die Jnstradirung und Abwicklung des Transports liegt der Marinestalion der Nordsee ob.

Kiel, an Bord ®einer®tt,,$O&enäo(Iern'',25.3uni 1900.

Wilhel m.

An den Reichskanzler (Reichs-Marineamt).

Uebernahme der Führung des Expeditionskorps nach China durch Generalmajor v Hoepfner.

Ich bestimme hierdurch: Der Inspekteur der Marine- Infanterie, Generalmajor v. Hoepfner, ä la suite des

1. Seebataillons, hat die Führung der nach China zu entsendenden kriegsstarken Seebataillone Nr. 1 und 2 zu übernehmen. Mit dem Eintreffen auf der ostasiatischen Station tritt derselbe unter den Befehl des Chefs des Kreuzergeschwaders. Der Inspekteur der Marine-Infanterie ist Befehlshaber der am Lande operirenden Streitkräfte. Mit Wahrnehmung der Geschäfte des Inspekteurs der Marine-Infanterie in der Heimath wird der Major v. Kehler vom 1. Seebataillon, Vorstand des Bekleidungs­amts der Marinestation der Ostsee, unter Belassung in diesem Dienstverhältniß, beauftragt. Ich habe den ge­nannten General hiervon unmittelbar in Kenntniß gesetzt. Kiel, an Bord Meiner NachtHohenzollern", 25. Juni 1900.

Wilhelm.

An den Reichskanzler (Reichs-Marineamt).

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Das Dunkel lichtet sich am chinesischen Himmel. Es treffen jetzt sichere Nachrichten ein, nach denen Sey - m our und die Gesandten gerettet sind.

Petersburg, 28. Juni. Der Kriegsminister hat folgendes, aus Port Arthur vom 27. d. Mts. datiertes Telegramm des Vizeadmirals Alexejew erhalten: In der Nacht auf den 26. d. Mts. entsetzte ein aus vier Kom- pagnieen Russen und ebenso viel anderen fremden Truppen besteh-Hdis'-Di^Ähei^ent Seymour und brächte 200 Verwundete aus Seymours Truppe nach Tientsin. Berlin, 28. Juni. Nach einer Meldung des Chefs des Kreuzergeschwaders aus Taku vom 26. d. Mts. sind die Gesandten bei den Landungskorps. Ergänzend wird noch gemeldet:

London, 28. Juni. Aus Tschifu ist demReuter- schen Bureau" heute folgendes, die Depesche des Vize­admirals Alexejew an die russische Regierung ergänzende Telegramm zugegangen: Admiral Seymour wurde entsetzt. Es war ihm nicht gelungen, mit Peking in Verbindung zu kommen. Er kehrt jetzt nach Tientsin zurück. Seine Truppe hat große Leiden erduldet. Der russische General Stoessel soll mit einer internationalen Truppe von 10 000 Mann, über die er den Oberbefehl führt, nach Peking unterwegs sein. Aus Peking liegen keine Nach­richten vor; die vor Peking stehenden chinesischen Truppen werden auf 40 00060 000 Mann geschätzt. Von allen Seiten strömen Boxers heran.

Der englische Konsul in Tientsin telegraphierte, er habe von dem General-Inspektor der Zölle Sir Robert Hart einen Brief, datiert Peking, den 19. d. Mts., 4 Uhr Nachmittag, erhalten, in welchem es heißt, die fremden Gesandtschaften seien aufgefordert worden, Peking inner­halb 24 Stunden zu verlassen. Und der chinesische Gesandte in Washington erhielt vom Tsungli-Namen ein gleichfalls vom 19. b. Mts. datiertes Telegramm, welches besagt, daß die Gesandten der fremden Mächte und die übrigen Fremden in Peking wohlbehalten und unversehrt seien, und daß Maßregeln ergriffen seien, sie unter Bedeckung aus der Stadt zu führen. Wahrschein­lich haben also die Gesandten Seymours Truppen unter­wegs getroffen.

So ist also das Schlimmste abgewandt. Mögen auch noch Europäer in Peking außer den Diplomaten als Faustpfand in den Händen der Chinesen sein, an den geheiligten Personen der Gesandten wagten sie sich doch nicht zu vergreifen, und eine namhafte europäische An­zahl von Truppen oder Civilisten ist nicht in ihre Gewalt gelangt. Damit ist die militärische Lage wie das Prestige der Mächte gestärkt.

Inzwischen allerdings greift der Aufstand im Norden weiter um sich: Nach einer Depesche derDaily News" aus Schanghai von gestern haben Boxers die Mililär- schule in Mulden (Mandschurei) zerstört. 3000 Russen sollen ihnen entgegenmarschieren. Und auch im Süden hält man den Losbruch der Rebellion für ziemlich sicher. In Hongkong haben alle Ausländer sich zum Kampf für Vertheidigung der Kolonie, wenn es nöthig sein sollte, erboten. So liegt denn auch zu einem Nachlassen der militärischen Vorbereitungen noch kein Grund vor, und Verstärkungen sind in lebhafter Vorbereitung. Am meisten soll verhältnißmäßig Japan rüsten, angeblich